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Bücherlei Miszellen (29) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Mittwoch, 20. Juli 2016

[22:05] Gesine erlebt im Oktober 1967 in New York die Umstellung der Sommerzeit, während es in Deutschland zwischen 1950 und 1979 keine solche Regelung gab.

[21:46] Er hatte sich durchgesetzt, als er durch Beschluß des Kirchgemeinderats Frakturbuchstaben (statt Antiqua) auf Grabsteinen zur Bedingung machte, damit ein Deutscher deutsch sei, auch im Verrotten. (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[21:33] Für den Umstand, angesichts des fortdauernden oder sich wiederholenden Schreckens seine Schreckensfähigkeit einzubüßen, bei den täglichen Horrormeldungen überhaupt weiterexistieren zu können, findet Johnson in den Jahrestagen den Ausdruck "Verkrüppelung der Reaktionen". Uns heutigen Nachrichtenempfängern sollte der Ausdruck ziemlich einleuchten.

[21:26] "der faschistische Schutt im Gedächtnis" (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[20:38] Im KF bemerkte ich, daß ich als Kind und Jugendlicher die Mosaik nicht las und wurde gefragt: "Wie kommts, dass du nie ein Mosaik gelesen hast? Eigentlich sinds doch recht gute Geschichten." Ich schrieb: "Keine Ahnung. Ging ebenso wie Karl May an mir vorbei. Ich wußte, daß es die Hefte gab, habe wohl auch ab und zu hineingeschaut, kann mich aber nicht erinnern, jemals überhaupt nur eines zur Gänze gelesen zu haben. Bis zu meinem 16. Lebensjahr las ich fast ausschließlich religiöse Literatur. Bis zu meiner literarischen Initiation mit Tschingis Aitmatows 'Der Tag zieht den Jahrhundertweg', das uns in einer Gruppenstunde in der katholischen Jugend einmal von einem Gemeindemitglied (Lehrer) vorgestellt wurde. Von Stund an las ich Belletristik, ausgehend von den Russen."

[19:20] Meine Lieblingsendungen imm Deutschlandfunk: Kalenderblatt, Europa heute, Tag für Tag, Büchermarkt, Forschung aktuell, Hintergrund und der Kommentar um 19.05 Uhr. Die Tagesabschlußsendung "Das war der Tag" höre ich möglichst oft.

[19:19] Retweet: Bei dem Wetter trocknet die Wäsche voll schnell. Und das freut mich. Hätte ich eine Rockband, würde ich ein Lied darüber schreiben.

[19:18] Retweet: Das Langzeit-EKG muss Aufschluss darüber geben, was mein Herz nachts tut. Wahrscheinlich liest es mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.

[19:17] Retweet: Man wird alt, wenn sich das Aufstehen morgens wie ein Damen-Tennismatch anhört.

[19:16] Retweet: Mit dem Urknall wurde alles ziemlich kompliziert.

[19:15] Retweet: "Ich bin 48", sagte der Mann neben mir am Tresen, "aber finanziell wirke ich jünger."

[19:14] Retweet: Laut langjähriger medizinischer Untersuchungen leben Frauen mit Übergewicht sehr viel länger, als Männer, die dieses an ihnen bemängeln.

[19:13] Retweet: Wenn die Maschinen die Macht übernehmen, wird sich mein Staubsaugerroboter hoffentlich daran erinnern, dass ich immer nett zu ihm war.

[19:12] Retweet: Wäre 2016 ein Roman, hätten wir ihn längst alle wegen des total unplausiblen Plots abgebrochen.

[19:11] Retweet: Ich hätte jetzt gerne mal ein paar Tage nur Nachrichten über ein Krokodil im Baggersee und Stau auf der A3.

[19:10] Retweet: Weisheit misst sich in Lachanfällen.

[19:09] Retweet: Immerhin, nach dem Ehe-Aus kann sich Sky DuMont jetzt wieder voll auf seinen Verlag konzentrieren.

[19:08] Retweet: Damals, als Pro7 auf Speicherplatz 5 reichte, um als Revolutionär durchzugehen.

[19:07] Retweet: Steter Tropfen ist ein Fall für den Urologen.

[19:06] Retweet: "Doc, kann ich meinen Mann besuchen?" "Schon, aber er ist schwer entstellt!" "Wie schlimm sieht er denn aus?“ "Kennen Sie Claudia Roth?"

[19:05] Retweet: Wenn man sein Leben auf die Reihe bekäme, käme bestimmt einer und sagte "Doch nicht auf DIE Reihe!".

[19:04] Retweet: Ab wieviele Follower bekommt man hier eigentlich die Katze geschenkt?

[19:03] Retweet: Immer, wenn ich von einem irren Serienmörder lese, der nebenbei ein braver Familienvater war, denke ich: Woher nimmt der bloß die Zeit?

[19:02] Retweet: Vergessen den 3-D-Drucker auszuschalten. Reihenhaus mit 8 Wohneinheiten günstig abzugeben.

[19:01] Retweet: "Tradition" ist übrigens gar kein Synonym für "richtig".

[19:00] Retweet: "Hier ist mein Zeugnis, Mutti." "Watt? Ne 6 in Deutsch? Datt kann doch nich den Lehrer sein Ernst sein. Ich hab doch imma mit Dich geübt."

[18:58] Clinton vs Trump. Oder, wie wir uns fragen müssen: Darf man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

[18:50] Auch in Uwe Johnsons Jahrestagen wimmelt es von Amokläufen und bewaffneten Überfällen in den USA.

[18:48] Wenn 30 Jahre lang niemand bemerkte, daß Abitur und Jurastudium fehlen, erhebt sich doch gewissermaßen die Fragen, wozu braucht sie dann eigentlich braucht?

[12:29] Gestern bei einem eisgekühlten Wässerchen im Biergarten gewesen. Beim Skat mein erstes Grand Ouvert des Lebens gehabt.

[12:12] die "neuesten Kontrollzeremonien an der Grenze". (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[9:03] Er hatte es mit meth und Sie wissen ja, wie es heißt: "Geschwindigkeit ist tödlich". (Uwe Johnson: Jahrestage 1) - In der Literatur mein erstes Mal, daß ich dieser Droge begegne, bevor sie in aller Munde war.

[8:47] "Ihre Selbstgefälligkeit müßte man besteuern." (Amelie Nothomb: Blaubart)

[8:46] Ich möchte hinzufügen, daß das heilige Spanien dem Ei immer den Platz eingeräumt hat, der ihm zusteht. In Barcelona brauchen die Nonnen so viel Eiweiß, um ihre Schleier zu stärken, daß die Köche tausend Rezepte mit Eigelb erfinden mußten." (Amelie Nothomb: Blaubart)

[8:44] Urlaub 4/17. Tage ohne Alkohol: 218. Lektürestatistik: gestern 63 Seiten. Weiter mit "Jahrestage 1. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl" von Uwe Johnson.

Dienstag, 19. Juli 2016

[17:50] Wie die Markenartikel uns überleben! Nach jedem Krieg sind sie kräftig wieder da. (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[17:46] "Die Verursachung der Arbeitslosigkeit durch rückläufige Ausfuhren Englands in allen wichtigen Produktionszweigen." (...) Wie lange würde Cresspahl noch arbeiten dürfen in einem Land, in dem die Handwerker inserierten mit der Versicherung NUR BRITISCHES MATERIAL VERWENDET. NUR BRITISCHE ARBEITSKRÄFTE BESCHÄFTIGT." (Uwe Johnson: Jahrestage 1) - Na hoffentlich bewahrheitet sich diese 1967er Beobachtung nicht auch beim kommenden Brexit.

[17:31] ... in der Verspätung der mecklenburgischen Seele. (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[17:23] Zu meiner derzeitigen Lektüre (Uwe Johnsons Jahrestage) einen sehr wichtigen Link empfohlen bekommen, nämlich einen Kommentarapparat zum Werk, das auch Christian Köllerer vor einigen Jahren las, dessen Rezensionen ich immer wieder gerne als Referenz anführe. In meinem Hausforum fand bereits 2007 eine Leserunde statt, während der Hauptthread zu Johnson ebenfalls erwähnt werden sollte.

[17:21] "Als wir Huhn auf jüdische Art aßen..." (Uwe Johnson: Jahrestage 1) - Ähm, wie ißt man denn Huhn auf jüdische Art? - Nachdem ich das im KF gefragt hatte, kam diese Entgegnung: "Es gibt verschiedene Rezepte (ungarisch-jiddische) und das Jiddische Sprichwort "Wenn ein Armer ein Huhn ist, ist entweder er krank oder das Huhn." Daraufhin erwiderte ich: "Gestern in einer Comedy gehört: Das Huhn ist das (einzige?) Tier, welches in jeder Weltreligion als Nahrung geduldet wird außer bei den Vegetarieren. Wegen der Eier in ihm drin.

[12:44] Im Klassikerforum starte ich einen Thread zu Fragen, die während einer Lektüre aufgeworfen werden. Zudem auch für die Möglichkeit, andere an Fundstücken sowie interessanten Fakten oder Wort-Funden (Neuschöpfungen, Umbildungen) teilnehmen zu lassen. Beispielsweise brachte ich gleich mal den ich Machandel erspähten Begriff Konzentrationär und die Tatsache unter, daß für nur wenige Jahre eine Eliteschule für NVA-Nachwuchskader gab.

[12:26] So mutig, jetzt am Abend in der Ubahn, ich bin seit zehn Jahren nicht in der Ubahn gewesen, alle diese Betrunkenen und Neger und Ritualmorde... (Uwe Johnson: Jahrestage 1)

[12:05] Sich nach der Rasur nackt in die Badewanne setzen, um in Ruhe auszubluten. Vielleicht sollte ich, seitdem ich blutverdünnende Tabletten schlucke, mal meine lebenslang geübte Praxis der Naßrasur überdenken.

[11:10] Er hatte noch immer die Manie des kleinen Jungen, Dinge unter Steinen zu verstecken. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[11:09] "Warum denn", sagte Joen, der ein moderner junger Mann ist und keine langen Erzählungen mag, er hat es eilig, zum Ende zu kommen, als wäre gerade das Ende irgendwas Besonderes. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[11:08] Lars Gustafsson: Verpackungswelt // Die viel zu große Geschichte.

[9:44] Urlaub 3/17. 31 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatistik: gestern 144 Seiten. Weiter mit "Jahrestage 1. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl" von Uwe Johnson.

Montag, 18. Juli 2016

[13:40] Gefühle haben eine eigene Nahrung, banalisiert zu werden, kurz bevor sie zerbrechen. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[13:39] Ihm fiel auf, daß sie geographisch unbestimmbar war, auf eine Art, wie es in Europa nur Mädchen aus der Bundesrepublik sein können. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[13:33] Sie kam aus Houston. Eigentlich war sie ein sehr attraktives Mädchen. Wie üblich bei Amerikanerinnen unserer Generation brauchte sie lange zum Orgasmus, dann aber rollte er in langen, gleichsam dumpfen Wellen heran, Sturzwellen an einem fernen Strand, der so abgelegen ist, daß wenige Reisende sich wirklich Zeit genommen haben, ihn zu besuchen. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[13:32] Immerzu widerlegte der Mensch den idiotischen Glauben des Menschen, daß er seine eigene Tiefe kenne. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[12:33] Buch begonnen: "Jahrestage 1. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl" von Uwe Johnson.

[8:04] Buch beendet: "Machandel" (PT) von Regina Scheer, Knaus, 480 Seiten.

[5:00] "Machandel" erzählt vom Leben auf einem mecklenburgischen Dorf. Umspannt wird der Zeitraum 1940 bis heute; das hauptsächliche Geschehen in weiten Teilen des Buches konzentriert sich auf die unmittelbare Nachkriegszeit und die späte DDR nach 1985, später die Wendezeit. Das Nachkriegsdeutschland, die frühe und sehr späte DDR rücken in den Fokus, wie ich es so detailliert lange nicht erlebt habe. Regina Scheer verleiht abwechselnd verschiedenen Personen eine Stimme. Ein Kommunist, Konzentrationär, Parteifunktionär, Kamerad Ernst Thälmanns, später DDR-Minister; dessen Tocher Vera mit ihren zwei Töchtern. Ihr Bruder Jan und dessen Freund Herbert, die auf eine Kadettenanstalt in Naumburg gehen, eine Eliteschule der NVA für Führungsnachwuchs, die nur vier Jahre lang bestand. Jan reist 1985 in die BRD aus; Herbert, der Historiker, danach nach Cambridge in England. Die russische Zwangsarbeiterin Natalja mit ihrer Tochter Lena spielen eine Rolle, Einwohner des Kaffs Machandel, besonders eine Familie, um die sich eine Hamburgerin kümmert, nachdem die älteste Tochter, welche Mutterpflichten bei den zahlreichen Kindern übernommen hatte, als vermeintlich geisteskrank in die Irrenanstalt eingewiesen worden war und dort an den Folgen der Mißhandlung starb. Scheer verflicht die persönlichen Schicksale und das politische Geschehen. Insbesondere die Wirkungen des Lebens in der frühen DDR werden in ihrem Debütroman anschaulich geschildert. Wir schnuppern man Landluft. Immer wieder spürt Clara dem Machandelstoff nach. Rotfrontkämpfer, in der Nazizeit und durch das DDR-Regime verfolgte Kommunisten erhalten eine Stimme. Die Polyphonie der zahlreichen Personen sowie das tiefe Eintauchen in den Mikrokosmos Dorf verleiten einen, immer wieder Parallelen zu Juli Zehs "Unterleuten" zu sehen. Das Buches darf als Highlight meines Lesejahres 2016 bezeichnet werden.

[4:35] Urlaub 2/17. Tage ohne Alkohol: 216. Lektürestatistik: gestern 134 Seiten. Weiter mit "Machandel" von Regina Scheer.

Sonntag, 17. Juli 2016

[14:04] Nach Nachtdienst 3/3 = Urlaub 1/17. Tage ohne Alkohol: 215. Lektürestatistik: gestern 101 Seiten. Weiter mit "Machandel" von Regina Scheer.

Samstag, 16. Juli 2016

[13:10] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 214. Lektürestatistik: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Machandel" Regina Scheer.

Freitag, 15. Juli 2016

[17:40] An der Wand hing ein Schild, "Auseinandertanzen verboten". (Regina Scheer: Machandel)

[17:18] "Manchmal zog ich morgens mit ein paar Handgriffen Jans Bettdecken gerade, half ihm, wenn er mit der Revierpflege dran war, denn bei einem Rundgang hätte es Punkteabzug für den ganzen Schlafsaal gegeben. Für gute Punkte gab es einen Sputnik, für schlechte einen Bremsheini." (Regina Scheer: Machandel) - Was zur Hölle war ein "Bremsheini?", frage ich auch im Klassikerforum.

[15:21] Den ersten Dienst besser als gedacht überstanden. Alle Kollegen waren nett, zuvorkommend, erkundigten sich nach meinem Befinden. Das Pflegeaufkommen auf Station ist derzeit auch nicht so, daß man mit Schreikrämpfen davonlaufen müßte. Nach sieben Stunden Schlaf genügend distanziert und für neue Kämpfe gerüstet - ein guter Start, wenn auch eingedenk des bevorstehenden Urlaubs ein kurzer. Nun mit dem ersten Tagesgetränk (1 Kanne Schwarztee) der Versuch einer Lektüre, die gestern im späteren Verlauf des Tages zu kurz kam, so daß die Tagesausbeute bei 79 Seiten bedenklich nahe an einem Schreikrampf liegt, der mir bei der Arbeitssituation noch abging. Da ich den Kindle vergessen hatte, fiel Lektüre auf dem gestrigen Hinweg komplett aus. Morgens auf dem Rückweg vermag ich traditionell nie zu lesen: die Augen brennen und fallen spätestens nach der ersten Kurve der Straßenbahn zu.

[15:11] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 213. Lektürestatistik: gestern 79 Seiten. Weiter mit "Machandel" von Regina Scheer.

Donnerstag, 14. Juli 2016

[20:00] Nach dreiwöchiger Abwesenheit von Station geht es jetzt zum ersten Nachtdienst mit entsprechend eskalierender Aufregung. Bis morgen!

[19:48] Das hälste nicht aus. Eben gelesen, daß Péter Esterházy gestorben ist (Pankreaskrebs). Und beim Angucken des WP-Nekrologes gesehen, daß auch Paul Wühr verstarb, bei dem mir nicht klar war, daß er überhaupt noch lebte. RIP. Und ich habe im KF einen Kondolenzthread gestartet, damit man künftig nicht bei jedem neuen Toten einen separaten Thread aufmacht, der dann nur aus 1 oder 2 Postings besteht.

[18:12] ... die gleiche Schäbigkeit, die man bei Menschen findet, die sich zuviel bei ihren eigenen Gefühlen aufhalten, Schmarotzer ihrer Fähigkeit sind, sich zuviel von ihren eigenen und fremden Gefühlen aufregen zu lassen. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[18:11] Am Oberlauf des Yangtsekiang hatten wir Mönche gesehen, die mit Ton- und Holztafeln, in die diese Silben geschnitten worden waren, auf das glatte Wasser schlugen und so den längsten Strom Asiens mit Mantras bedruckten, damit der Strom die Worte ans Meer trage und jeder Wellenschlag, selbst die Brandung des Ozeans und der Wechsel von Ebbe und Flut zum Gebet werde. (Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes)

[16:07] Beim Thema Kochen werde ich immer noch mit einem Klischee konfrontiert. Sobald ich erwähne, daß ich gelernter Koch bin, nimmt man selbstredend an, ich würde auch gerne und andauernd zuhause kochen. Selbst als ich noch im Beruf arbeitete - das ist mittlerweile 30 Jahre her -, kochte ich zuhause nur, um meinen Vater und mich zu beköstigen, weil es eben sein mußte, wenn wir nicht verhungern wollten. Warum sollte ein Profikoch immer auch ein Hobbykoch sein? Niemand verlangt jetzt von mir, daß ich mir einen Patienten mit nach Hause nehme, um ihn dort in der Freizeit zu pflegen. Ich MUSSTE übrigens kochen (lernen). Mein Vater war frisch geschieden und hoffnungslos überfordert mit mir 14-Jährigen. Nur gut, daß ich den Berufswunsch Koch bereits in der 6. Klasse gefaßt hatte und somit, als wir beide nach dem Wegzug von meiner Mutter auf uns gestellt waren, bereits als Schüler dilettierte (und filettierte).

[14:55] Wir legten uns in der Futterküche auf Lumpen. Ein paar Stunden später wachten wir auf, weil nebenan im Stall die Kühe brüllten. Karel ging, sie zu melken. Er konnte das. Karel konnte alles. Als er wiederkam, brachte er Milch mit, warme, frische Milch, die er mit Wasser von der Hofpumpe verdünnte, denn Fett zerreißt die Gedärme, wenn man so ausgehungert ist, wie wir waren. (Regina Scheer: Machandel)

[14:39] In Regina Scheers Buch soeben den Ausdruck Konzentrationäre gelesen, welcher mir nicht bekannt gewesen ist.

[12:40] Regina Scheer: Otto Grotewohl.

[11:26] Heute Nacht schreckte ich hoch und war desorientiert. Der Puls schlug heftig. Schreckensmoment, der Körper und Geist umspannte. Ich dachte, ich habe verschlafen und hätte am Abend zuvor zum Nachtdienst gehen müssen. Erst nach einigen hektischen Überlegungen klarte sich mein Bewußtsein auf, rückte sich das Wissen zurecht. Die Aufgeregtheit jedoch blieb, so daß ich mich an den Rechner setzte, dann länger im Liegen DLR-Bücherbesprechungen anhörte und gegen 5 Uhr nochmal einschlafen konnte.

[10:32] In einem Interview mit Nicole Petrick-Felber über ihr Buch Kriegswichtiger Genuss. Tabak und Kaffee im 'Dritten Reich' (im Wallstein-Verlag / Rezension) erfahren, was Zitterkaffee bedeutete. Bohnenkaffee war, weil der Import seit Kriegsbeginn abgeschnitten war, Mangelware. Bei besonderen Anlässen wurde der Bevölkerung allerdings welcher zugeteilt, so beispielsweise nach Bombemangriffen. Deswegen der Name. Im Schutz von Schwangeren und Jugendlichen vor Tabakrauch war das Dritte Reich vorbildlich. Hitler hatte bekanntlich Angst vor den Bakterien und gab das Rauchen auf und handhabte das Rauchverbot in seiner Umgebung strikt.

[9:58] Diese deutsche Sprache um mich herum klang so anders als die, die ich zu Hause gelernt hatte. Sie hatte ganz andere Worte: Todesgefahr. Lebensgefahr. Beides bedeutete dasselbe. Der Tod und das Leben sind gleich für sie, dachte ich. Mir gefiel diese Sprache nicht. (Regina Scheer: Machandel)

[3:55] Alban Nikolai Herbst (ANH) versorgt uns auch weiterhin mit Leseeindrücken und Informationen über Christopher Ecker, so in einem Blogeintrag zu dessen jüngstem Roman Der Bahnhof von Plön. ANH hatte Fahlmann anläßlich seines Romans Fahlmann kennen- und schätzengelernt. 2015, als Ecker der Friedrich-Hebbel-Preis zugesprochen wurde, hielt er die Laudatio.

[3:17] kress.de: Haben Sie einen E-Book-Reader oder genießen Sie noch die gedruckten Ausgaben? - Denis Scheck: Ich muss ja häufig Fahnen lesen, da ist ein E-Reader mitunter hilfreich. Ansonsten setze ich aber gern aufs Gutenbergmedium, dessen bedeutend längere Evolutionszeit sich in deutlich größerem Benutzerkomfort niederschlägt. (Interview).

[3:16] kress.de: Welchen Autor schätzen Sie am meisten? - Denis Scheck: Arno Schmidt, weil der mal definierte, was einen guten Schriftsteller ausmacht: die Fähigkeit, beim Anblick dessen, was Normalsterbliche ihr Leben lang einen Regenschirm nennen, auf die Formulierung zu kommen "ein Stock im Petticoat". - Zugunsten des SWR als nunmehr alleiniger Moderator der Literatursendung "Lesenswert", der Sendung "Kunscht" sowie des ARD-Buchmagazins "Druckfrisch" gibt Scheck nach 20 Jahren seinen Job als Redakteur des Büchermarktes im Deutschlandfunk auf, wie er im Interview verrät. Ich finde das traurig und bin gespannt, wen man nun 16.10 Uhr stattdessen hören wird.

[2:48] Retweet: "Erfolge?" "2016 überlebt!" "Wir meld... Moment. 2016? Sie haben den Job!"

[2:47] Retweet: Ich bin so faul, bei mir nimmt nicht einmal das Drama seinen Lauf.

[2:46] Retweet: "Das wird dieses Jahr nix mehr mit Sonnenbrand." "Pessimist!" "Wäre ich ein Pessimist hätte ich längst Baupläne für´ne Arche runtergeladen!"

[2:45] Retweet: In meinem Alter muss man aufpassen, dass man mit dem Kajal nicht in die falsche Falte gerät, sonst sieht man aus wie die späte Kleopatra.

[2:44] Buch begonnen: "Machandel" von Regina Scheer.

[2:43] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 212. Lektürestatistik: gestern 117 Seiten.

Mittwoch, 13. Juli 2016

[17:30] Buch beendet: "Septimus Harding, Vorsteher des Spitals zu Barchester" von Anthony Trollope, RUB, 317 Seiten.

[12:08] Retweet: Ich grüße mich mittlerweise recht freundlich, wenn ich mir selbst im Weg stehe. Ist ja nicht das erste Treffen.

[12:07] Retweet: "Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie unterbreche, aber wie gehen Sie denn mit meiner Lebenszeit um?"

[12:06] Retweet: Die 3 Abschnitte im Leben: 1. Geburt - 2. Heilige Scheiße, wo bin ich hier denn reingeraten?- 3. Tod.

[12:05] Christine Finke, bei Twitter "Mama arbeitet", gab dem DeutschlandRadio Kultur heute ein Interview. Anlaß war das Buch der 50-Jährigen über ihr Leben als alleinerziehende Mutter: Allein, alleiner, alleinerziehend. Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt.

[11:23] Die Ärzte-Rennerei wird ein bißchen unübersichtlich. Feste Termine, die sich auf die kommenden Wochen verteilen, habe ich für den HNO-Arzt (seit Monaten Kratzen im Hals) und den Urologen. Kniffelig wird es, den Verdacht auf ein SAS abklären zu lassen. In unserer Klinik existiert ein Schlaflabor, so daß freilich die Erwägung im Raum steht, mich dort zu einer Polysomnographie unterzubringen. Noch hatte ich nicht den Mumm, mich per Telefon in die Wogen zu werfen, um hier terminlich zu Potte zu kommen; denn dafür würde Vitamin B zum Zuge kommen, was mir etwas Unbehagen bereitet. Außerdem soll das Langzeit-EKG wiederholt werden, wozu ich meine Kontakte zur Funktionsabteilung meiner Klinik aktivieren werde. Einen Termin beim Angiologen zur Erstbehandlung bei sich stetig verschlimmernden Krampfadern (familiär vorbelastet) hatte ich wegen des Klinikaufenthaltes platzen lassen, so daß ich diese Baustelle lieber verschiebe, um nicht noch beim Psychiater einsteigen zu müssen, wenn mir das Ganze über den Kopf wächst.

[11:22] Nur gut, daß ich vorhin auf Station anrief. Entgegen der sonstigen Regelung habe ich heute noch frei und muß erst morgen wieder in den Nachtdienst. Ich wäre, wenn ich nicht zufällig wegen einer hausinternen Telefonnummer (Funktionsabteilung wegen eines Termins zur Wiederholung des 24-Stunden-EKGs) angerufen hätte, heute Abend prompt auf Arbeit gefahren, eben weil meine Woche normalerweise immer mittwochs anfängt. Jetzt gestaltet es sich so, daß ich ab morgen Abend drei Nachtdienste haben werde und der Urlaub am Sonntagmorgen anfängt.

[11:00] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 211. Lektürestatistik: gestern läppische 72 Seiten. Weiter mit "Septimus Harding" von Anthony Trollope.

Dienstag, 12. Juli 2016

[18:22] "Warum, glauben Sie, daß ich mich nicht binde?" "Etwa weil Sie ihr eigenes Spiegelbild nicht heiraten können?" (iZombie S02E03)

[17:02] Retweet: Wenn ein Mann allein aufs Baby aufpasst, sollte jeder an dieses hilflose Wesen denken. Und natürlich auch ans Baby.

[17:01] Retweet: Ich bin nicht tolpatschig. Die Welt bewegt sich nur ungeschickt auf mich zu.

[17:00] Retweet: Haushalt. Der Berliner Flughafen des kleinen Mannes.

[16:59] Retweet: "Kollege hat mir 'ne Mail geschrieben, in der er mir mangelhafte Kommunikation vorwirft." "Und was hast du geantwortet?" "Nichts."

[16:58] Retweet: Zwei Stunden Schlaf sind völlig ausrei

[16:57] Retweet: Gärtner trinken fast nie Alkohol. Sie müssen meistens noch Farn.

[16:56] Retweet: Ich bin nicht müde, sondern aktiv unausgeschlafen.

[16:55] Retweet: Ich muss unbedingt diesen Roman weiterlesen. Die Figuren beschweren sich schon, weil sie seit Tagen in einem Restaurant festsitzen.

[16:54] Retweet: Dachgeschosswohnungen sind zur Zeit echt praktisch. Da wird die Tiefkühlpizza auch ohne Backofen schön knusprig.

[16:53] Retweet: "Warum sagst Du nichts?" - "Mein Senf ist abgelaufen."

[16:52] Retweet: "Wo wohnst du?" "In Meist Bewölkt."

[16:51] Retweet: Es gab einen Windstoß, und, naja, nummerierte Seiten wären besser gewesen.

[16:50] Retweet: Sollte jemals die Polizei meine Wohnung stürmen, könnten die in keinem Raum "Sauber!" sagen.

[16:49] Retweet: Sommer, das heißt in Norddeutschland ja auch, mit stoischer Ruhe den beim Gassi ertrunkenen Hund hinter sich herziehen.

[16:48] Retweet: "Ihre Stärken?" "Ich hasse Kinder, gönne niemand Spaß und schimpfe gerne." "Glückwunsch, Sie haben den Job als Bademeister!"

[16:47] Retweet: Bügelbretter sind eigentlich Surfbretter, die ihre Träume aufgegeben und sich einen richtigen Job gesucht haben.

[16:46] Retweet: "Soll ich mal versuchen?" "Nein, ich möchte das selbst kaputt machen."

[16:45] Retweet: "Deine Naivität finde ich richtig toll!" "Echt?"

[16:44] Retweet: Heute einen Zettel vom Nachbarskind erhalten: "Liebe M., ich habe aus Versehen deine Blumen kaputt gemacht. Mama sagt, es tut mir leid."

[16:43] Retweet: Wenn ich etwas nie wieder sehen möchte, packe ich es einfach in meine Handtasche.

[16:42] Retweet: Warum es so wenig Superheldinnen gibt? Die meisten überlegen noch was sie anziehen sollen.

[16:41] Retweet: "Aww, das sind aber flauschige Welpen. Was ist das denn für eine Rasse? "Erdbeeren, ungefähr 16 Wochen alt!"

[16:40] Retweet: 2x über die Katze gestolpert 7x gegen die Kommode gerannt 1x den Kopf am Türrahmen angestoßen Dann wurde die Energiesparlampe endlich hell.

[10:33] Daß ich gestern nach den vormittäglichen Einträgen nichts mehr postete, liegt an der Tatsache, daß der PC abgestürzt ist, und zwar nicht mit einem Bluescreen, sondern mit schwarzem Bildschirm und der Zeile, bei Bedarf mit F2 das BIOS zu starten, was gar nicht möglich war, weil sich der Bösewicht aufgehangen hatte. Deshalb begann ich gestern Mittag Anthony Trollopes ersten Barchesterroman und ließ den Rechner gänzlich ausgeschaltet, weil ich ein soft- oder hardwaremäßiges Herumgefummele und solche Sorgen gerade gar nicht verkraften kann. Jetzt und heute läuft die Technik bislang. Ihr werdet es, falls heute nichts mehr kommt, mitbekommen, ob das so blieb oder nicht. Grmpf. Vielleicht verkraftet der neue PC, der seinen ersten Sommer erlebt, auch nur die Hitze schlecht.

[10:20] Meine Güte, rennt die Zeit! Dadurch daß ich krankheitsbedingt fast drei Wochen nicht arbeiten war, habe ich nicht auf meinen Dienstplan gesehen und folglich nicht mitbekommen, daß der Urlaub herangerückt ist. Faktisch stehen lediglich drei Nachtdienste an, bevor bereits am Samstag die zweiwöchige Auszeit losgeht. Falls sich/mich jemand fragt, wie das passieren kann, wie man seinen Urlaub so gar nicht auf dem Radar haben kann, sei gesagt, daß ich ihn, da nie Reisen geplant werden müssen und quasi nur bedacht werden muß, am ersten Urlaubstag nicht fälschlicherweise loszufahren, stets auf diese Art herankommen lasse. Dieses Mal aufgrund der Ablenkung durch die Herzrhythmusstörungen und den diagnostischen und therapeutischen Nachwehen beinahe unbemerkt. Im Einerlei des Berufsalltag fällt es zudem nicht selten schwer, den korrekten Wochentag oder das richtige Datum sofort parat zu haben. Leseplanerisch sehe ich eigentlich die Notwendigkeit gekommen, einen harten Brocken anzugehen: Uwe Johnson, Antonio Lobo Antunes oder Jean Paul. Mal sehen...

[9:24] Freier Tag 2/3. 30 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatistik: gestern 128 Seiten. Weiter mit "Septimus Harding" von Anthony Trollope.

Montag, 11. Juli 2016

[11:27] Nach meinen Herzrhythmusstörungen, deretwegen ich seit 17 Tagen krank geschrieben war, muß ich ab Mittwoch wieder arbeiten. Ich hoffe, daß mein Antrag auf Herabsetzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 32 Stunden bald bearbeitet und hoffentlich genehmigt wird. Der Luxus eines weiteres freien Wochentages klingt verfüherisch und ist für mich ein starkes Desiderium.

[11:26] Ein Freund schrieb mir: "Wir sind die Kriegsenkel; könnte das nicht ein Grund sein und eine Erklärung für unser Sosein, unser Leiden?" - Ich antwortete: "Viel verheerender sind meines Erachtens die Generationen, die Krieg überhaupt nicht mehr im Blickfeld haben. Wenn diese Erfahrung bzw. die Erfahrung mit Familienangehörigen, die Krieg erlebten, fehlt, dann fehlt das Sensorium für die Kostbarkeit und Fragilität des Friedens.

[10:34] ... das Schneetreiben vor meinem Fenster weihnachtlich friedvoll wie in Kindheitsjahren, in denen noch mit allem Recht alles zu erhoffen war. (Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes)

[10:31] An den Schauplätzen schwerer und schwerster Arbeit plagten sich nach wie vor fast ausschließlich Schwarze, das Elend war noch immer und vor allem in schwarzen Townships zu Hause, und selbst Krankheiten wie die Immunschwäche Aids waren nach wie vor schwarz geblieben. (Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes)

[10:30] Christoph Ransmayr: Kinder und Dämonen.

[10:24] "Was wollen Sie mit einem Lautsprecher, Doc?" fragt Mercer in dem unbekümmerten und doch umsichtigen Ton eines erfahrenen Polizisten, der sich in einer Notsituation wie zu Hause fühlt und zugleich mit allen möglichen Dummheiten von Seiten der Zuschauer rechnet. (Walker Percy: Liebe in Ruinen)

[10:23] Ich erinnere mich noch Anblick von Monsignore Schleifkopf, wie er vor dem Instrumentenbrett thronte mit dieser spezifischen Besitzerhaltung, welche Priester für Dinge entwickeln, die ihnen nicht gehören. (Walker Percy: Liebe in Ruinen)

[10:00] Es gab eine Form des Lächelns, derentwegen man eigentlich ins Gefängnis hätte gehen müssen. (Heinrich Steinfest: Ein dickes Fell)

[9:50] Nach einigen Jahren als Ärztin hatte sie ihren Mann kennengelernt und war im Zuge zweier Geburten aus ihrem Beruf herausgerutscht wie aus einem dieser Freundeskreise, die über das Erinnerungsvermögen defekter Anrufbeantworter verfügen. (Heinrich Steinfest: Ein dickes Fell)

[9:49] Er wolle die Landschaft atmen, sagte er. Einen derart verquasten Satz hatte ich noch nicht von ihm gehört. Irgendwelche Endorphine warfen bei ihm sprachliche Blasen. (Uwe Timm: Freitisch)

[1:06] Buch beendet: "Alles zählt" von Verena Lueken, Kiepenheuer & Witsch, 205 Seiten.

[1:05] Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 209. Lektürestatistik: gestern 205 Seiten.

Sonntag, 10. Juli 2016

[17:45] Noch ein Motto, welches man aus Verena Luekens Roman entnehmen kann: "möglichst keine vernichtenden Spuren hinterlassen".

[11:33 Man könnte meinen, ein Buch wie Verena Luekens "Alles zählt", in dem es um Krebs, um Sterben und Tod geht, wäre angesichts meines desolaten Zustandes wenig empfehlenswert. Der Tod als Thema interessierte mich immer schon, und, selbst wenn ich pausenlos über ihn lese und nachsinne, zieht er mich nicht runter; stattdessen fühle ich mich dann klarer, bewußter, zielgerichteter, gestärkt. Und Luekens, von jeder Larmoyanz freie Schilderung des Kampfes einer lungenkrebskranken Frau gegen die Verheerungen eines Lebens in der Nähe des Todes ist stark und zu jeder Zeit genau richtig.

[11:27] Sterben ist eine Kunst wie alles andere auch. (Sylvia Plath)

[10:27] Kein übles Motto, das Verena Lueken einem in ihrem Roman "Alles zählt" liefert, mit dem man sich in einer dunklen Lebenssituation, wie ich sie für mich ausmache, einen Gedächtnispfeiler errichten kann: "Das meiste aus dem Rest herausholen."

[10:26] Buch begonnen: "Alles zählt" von Verena Lueken.

[10:03] Der Blick von außen auf das Opus Dei kann getragen sein von Zorn, Vor/Urteilen, wie sie sich automatisch ergeben, wenn und weil man die medial vermittelten Fakten sofort in petto hat, sobald die Rede auf diese Organisation innerhalb der katholischen Kirche kommt. Er kann allerdings auch vom Ansinnen getragen sein, zu verstehen, objektiv hinter die Kulisssen zu lugen, den Blick möglichst unbelastet von den sich einstellenden Bildern auf dieses so fremde Werk zu werfen. Verstehen wird es ein Außenstehener sowieso kaum. Nun bin ich zwar kein Opus-Dei-Mitglied, nie gewesen, war aber in einer ähnlichen Gruppierung, die mit dem Begriff Erneuerungsbewegungen bezeichnet werden, die ähnliche Strukturen und Abläufe aufweisen. Weil ich sozusagen die Sichtweise von innen kenne, las ich den ZEIT-Beitrag ein wenig amüsiert, weil mir klar ist, wie sehr man sich doch um Verständnis bemühen kann, wie vergebens dieser Aufwand letztlich aber ist.

[8:30] Buch beendet: "Am zwölften Tag. Denglers siebter Fall" von Wolfgang Schorlau. Kiepenheuer & Witsch, 339 Seiten.

[8:29] Krank 17/17. Tage ohne Alkohol: 208. Lektürestatistik: gestern 261 Seiten.

Samstag, 9. Juli 2016

[15:50] Was mir zuteil geworden ist, ohne Verdienst, hat mich zwar manchmal dazu verführt, all jene zu bedauern, die in Ermangelung der Sonne zu einem Heizstrahler greifen. Und nun, da mein Himmel bedeckt ist, hätte ich selbst einen nötig, nur kann ich nicht umgehn mit ihm. (Markus Werner: Am Hang)

[15:46] Er leitet jedes Wässerchen auf seine Mühle, dachte ich, und sammelt Belege für das Unglück der Welt, besessen wie jeder Sammler. (Markus Werner: Am Hang)

[15:45] ... lauter labile, schwankende, orientierungslose Daseinszapper und -surfer. (Markus Werner: Am Hang)

[15:12] Bezüglich der neuen 12-bändigen Robert-Musil-Gesamtausgabe im Verlag Jung und Jung (Ankündigung per Interview im April) informiert Christian Köllerer über den Editionsplan, der zudem die 2010 erschienene digitale Ausgabe ausgiebig besprochen hatte.

[11:25] Die Fundstücke (FAB) aus Markus Wernes "Am Hang" sind übrigens zweitverwertet und stammen aus der Erstlektüre.

[11:11] Die Frage, ob Frauen ihre Männer nach Schönheitskriterien wählen, war neuen Untersuchungen zufolge entschieden. Je nach Zyklusphase, las ich, variiere das Schönheitsideal von Frauen, und zwar bevorzugten sie in den fruchtbaren Tagen männliche Männer mit Muskeln und breiten Schultern, in der restlichen Zeit eher den weicheren Typus. - Die restliche Zeit ist punkto Dauer die Hauptzeit, dachte ich und machte trotzdem ein paar Liegestütze. (Markus Werner: Am Hang)

[11:10] ... in einem Anflug alkoholbedingter Zuneigung. (Markus Werner: Am Hang)

[11:09] Kein Heilschlaf also, obschon ich, sonst ein Frühaufsteher, ganze zwölf Stunden lang liegen blieb und erst gegen zwei Uhr mittags, verrenkt an Geist und Gliedern, aus dem Bett stieg. (Markus Werner: Am Hang)

[11:01] Vorne kein Stauraum für Träume, hinten Romantik mit Mängeln und in der Mitte jener pralle Wahnwitz, der unseren Fluchtwunsch verursacht. (Markus Werner: Am Hang)

[10:56] Wer alles gern langsamer hätte, stiller, sinnlicher, weniger grell, hat keine andere Wahl, als sich ins Einst hineinzuphantasieren, denn wie erwähnt, das Künftige wird so gewaltsam wirklich sein, daß sich kein Träumchen mehr nach vor wagt. (Markus Werner: Am Hang)

[10:55] Zukunftsträume können nur Alpträume sein, zumindest für jene, denen schon vor der Gegenwart graut. Und wenn man sich diese wegträumt, indem man der Menschheit vom Sofa aus eine partielle Sinflut verordnet, dann landet man naturgemäß im Gestern. (Markus Werner: Am Hang)

[10:54] ... der Versteinerte lebt wetterunabhängiger. (Markus Werner: Am Hang)

[10:53] Vor kurzem nämlich habe ich eine Nacht lang Mozart gehört, die heitersten, herrlichsten Sachen, und den Welthaß trotzdem nicht aus mir herausgebracht und nicht überwunden, im Gegenteil, es hat mir die Musik verdeutlicht, daß Schönheit kein Trost ist. (Markus Werner: Am Hang)

[10:52] Am angemessensten nimmt jener wahr, der beides sieht, denn am Verfehlten schärft sich der Blick für das Gelungene und am Gelungenen für das Verfehlte. (Markus Werner: Am Hang)

[10:51] Ich bin überzeugt: wenn Sie neun prächtige Rosen bekommen, dann sehen Sie nur die eine, die etwas lädiert ist, und lobt jemand die acht intakten, so halten Sie ihn für blind oder blöd. Wer so wahrnimmt wie Sie, muß zwingend zu einem verheerenden Weltbefund kommen, und man fragt sich, wie und warum er es aushält in dieser Finsternis. (Markus Werner: Am Hang)

[10:41] Sie hassen die Welt, nicht wahr? fragte ich ihn, und ohne das geringste Zögern sagte er: Von ganzem Herzen. - Dann bin ich beruhigt. (Markus Werner: Am Hang)

[10:33] ... bin ein älterer Herr und nicht frei von Verhärtungstendenzen, weshalb ich mich höllisch bemühen muß, ein bißchen belehrbar zu bleiben. (Markus Werner: Am Hang)

[10:32] Er bat mich, ihn mit der Mitte zu verschonen, er sei zu alt für sie. (Markus Werner: Am Hang)

[10:21] Die Bammes sterben mit mir aus, ein Ereignis, um das der Vorhang des Tempels nicht zerreißen wird. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[10:20] Theodor Fontane: Forstackerpoesie // Im Katholizismus weicher gebettet // Anspielungspastor // Leichenfledderei.

[10:02] "Er ist ein alter Mann; er muß siebzig sein oder darüber. Ich entsinne mich, daß die Tante von ihm sagte: 'Wenn wir die Sünde nicht fliehen, so flieht die Sünde doch schließlich uns.'" (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[10:00] Wenn mir wohl wird, wird mir immer lateinisch. Legitimität, Loyalität! (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:51] Das ist überhaupt das Beste, was der Mensch tun kann. Zeit, Zeit. Die Zeit bringt alles. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:42] Damals gab es beim Schreiben noch ganz andere Dinglichkeiten und Probleme: ...saß Lewin in Briefen, die der Erledigung harrten. (...) einige noch nicht fertig und nur erst auf der ersten Seite beschrieben. Denn Lewin haßte das Aufstreuen, ein Punkt, in dem er ausnahmsweise mit Kathinka übereinstimmte. "Ein Liebesbrief mit aufgestreutem Sand", pflegte diese zu sagen, "da wird die Liebe gleich mit verschüttet und begraben." - Ansonsten war man aber auch für unterwegs gut gewappnet: "...nahm ein Karlsbader Schreibnecessaire aus dem Koffer, das, wenn man es aufklappte, ein schräges Pult bildete." (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:20] "Das unabänderlich Geschehene bekehrt besser als tausend bittende Worte." (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:11] Bei Fontane echauffiert sich Graf Bninski über uns Deutsche.

[8:55] "Ich höre nicht gern von unglücklicher Liebe." "Und doch ist die Welt voll davon", antwortete Lewin. "Vielleicht gerade deshalb, daß ich sie nicht mag. Es ist so alltäglich, so tödlich, immer wieder dasselbe. Ich begreife keine unglückliche Liebe." "Die Reichen begreifen nie, daß es auch Arme gibt." (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[8:44] Krank 16/17. Tage ohne Alkohol: 207. Lektürestatistik: gestern 160 Seiten. Weiter mit "Am zwölften Tag. Denglers siebter Fall" von Wolfgang Schorlau.

Freitag, 8. Juli 2016

[20:33] Buch begonnen: "Am zwölften Tag. Denglers siebter Fall" von Wolfgang Schorlau.

[20:32] Buch beendet: "Kaltes Wasser" von Jakob Hein, Galiani, 234 Seiten.

[20:12] "Er aber schleppte sich noch so bis in den März. Sie wissen ja, liebe Laacke: 'Märzensonne und Märzenluft graben manchem seine Gruft.'" (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[20:11] Was ihn vom ersten Augenblicke an mehr noch als ihre Schönheit bezauberte, war der heitere Übermut ihrer Laune, die mit graziöser Rücksichtslosigkeit geübte Kunst, den Schaum des Lebens wegzuschlürfen. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[12:46] Retweet: Habe gerade ein Kleid gefunden, das geil aussieht, wenn man es richtig kombiniert. Zum Beispiel mit einer anderen Frau.

[12:45] Retweet: Bügeln ist mir zu aufwendig. Ich lege meine Hemden die Nacht über zwischen sehr dicke Bücher.

[12:44] Retweet: Spare in der Zeit, dann hast du in der … ähmmm … dann kann es dir in der Not vom HartzIV abgezogen werden.

[12:43] Retweet: Tipp, wie ihr nie wieder zu viele Nudeln kocht: Nehmt, so viele, wie ihr denkt, dass ihr esst. Dann nehmt die Hälfte. Und davon ein Drittel.

[12:42] Retweet: Wir hatten heute zwei Anwaltsgehilfinnen hier. Eine kann drei Sprachen, Steno und Buchführung. Die mit dem kurzen Rock fängt am Montag an.

[12:41] Retweet: Aufhören sich selbst zu befriedigen oder auch stornanieren.

[12:40] Retweet: Ich habe mein Leben jetzt sehr lange reflektiert und bin zum Ergebnis gekommen, dass ich Drogen nehmen sollte.

[12:00] Ein großer, starker Mann mit kurzem Hals; das Bild des Apoplektikus, ein gründlicher Kenner in Sachen Berliner und Cottbuser Weißbieres. Er schmeckte nicht nur die Sorten, sondern auch die Lagerungstage heraus, trank, rauchte und schwieg. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[11:52] Das bei Theodor Fontane (Vor dem Sturm) Gelesene erinnert mich irgendwie an Merkel/Erdogan: "Wir werden das Bündnis aufrechterhalten, bis es sich von selber löst, und dieser Zeitpunkt, so nicht alle Zeichen trügen, ist nahe. Der versinkende Dämon nimmt dann auch die Kette mit, die uns an ihn fesselte."

[11:48] Er gehörte zu den Glücklichen, denen, wenn die Müdigkeit kommt, Bett oder Brett dasselbe gilt. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:43] ... flüsterte Rutze mit einem Gesichtsausdruck, der über die Wahrheit seiner Versicherung die gegründetsten Zweifel erlaubte. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:41] Bei Fontane drückte man Luftlinie noch so aus: "Zehn Meilen, wie die Krähe fliegt." (Vor dem Sturm)

[9:32] Wo Gott und der Teufel geschildert werden, kommt jener zu kurz. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:28] Der Doktor, über den eine gewisse Wirtlichkeitsunruhe gekommen war... (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:26] ... Krach, der sich nach Art aller Geizigen in Mein- und Deinfragen zu den rigorosesten Grundsätzen bekannte. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:13] Auf dem Flur erklang die Stimme des Justizrats mit jener Deutlichkeit, die immer auf ein halbes Zuhausesein deutet. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[9:10] Krank 15/17. Tage ohne Alkohol: 206. Lektürestatistik: gestern 152 Seiten. Weiter mit "Kaltes Wasser" von Jakob Hein.

Donnerstag, 7. Juli 2016

[20:19] Innerhalb der Kirche, wie Uhlenhorst sagte, ein Halber, ein Lauwarmer, hatte er, sobald es sich um Urnen und Totentöpfe handelte, die Dogmenstrenge eines Großinquisitors. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[20:06] Unser Seidentopf war ein archäologischer Enthusiast trotz einem, und ausgerüstet mit all den Schwächen, die von diesem Enthusiasmus so unzertrennlich sind wie die Eifersucht von der Liebe. Er phantasierte, er ließ sich hinters Licht führen; aber in einem unterschied er sich von der großen Armee seiner Genossen: er sammelte nicht, um zu sammeln, sondern um einer Idee willen. Er war Tendenzsammler. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[20:04] ... wie alle schwachen Naturen eine Neigung zum Übertrumpfen hatte. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[20:00] Von Luxus keine Spur. Nur für Bequemlichkeit war gesorgt, für jenes Alles-zur-Hand-Haben geistig beschäftigter Männer, denen nichts unerträglicher ist, als erst holen, suchen oder gar warten zu müssen. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[19:57] Durch die geschlossene Tür mit seiner Tochter zu sprechen war während ihrer Pubertät eine vielgeübte Praxis. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:55] Manche Nachrichten sind so beschaffen, dass sie bereits in der Sekunde, bevor sie ausgesprochen werden, beim Empfänger eintreffen. In jener kurzen Pause, die plötzlich nur einen Schluss zulässt. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:50] Junge Männer mit Pfadfindertüchern, die von Jesus sprachen, als hätten sie neulich eine CD von ihm entliehen. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:47] Unterwegs sieht man neue Dinge und redet mit anderen Leuten als sonst. Ohne Alltag, der einem alles souffliert. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:44] Wenigstens Einzelne müssen sich der Beschleunigung des Ganzen verweigern. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:40] Jede Ehe stelle einen Fall von Stockholm-Syndrom dar. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:38] Manchmal war es schwierig, sich selbst bei einer klaren Empfindung zu ertappen. Gefühle sind bewegliche Ziele. Man hat sie nicht, sie reisen bloß durch. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:32] Eine Weile rauchten sie schweigend und im Wechsel. Empfindungen reihten sich aneinander, leichte Übelkeit, die Sorge, zu spät in die Kirche zu kommen, Lust auf einen Kuss und der stärker werdende Drang zu lachen. Darum also gab es Drogen, dachte Hartmut, und dass sie eigentlich in den Erste-Hilfe-Kasten jeder Ehe gehörten. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:30] In katholischen Kirchen fühlt er sich eher als in evangelischen berechtigt, seine mangelnde Demut durch Neugierde zu ersetzen. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:24] In jeder Kirche riecht es anders, aber nach nichts anderem als Kirche. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[19:20] Als er in ihrem Beisein einmal die Habilitation als Hemmschuh für innovative Forschung bezeichnete, begegneten ihm Blicke, als hätte er ein Plädoyer für die Vielehe gehalten. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[16:21] Die Nadel hob sich von der Platte und ließ eine Stille zurück, die ihm dichter und schwerer vorkam als zuvor. Als gäbe es Minusgrade der Tonlosigkeit. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[16:20] Manche Schritte machen wir entweder spontan, oder wir verausgaben uns beim Nachdenken über die Frage, ob wir es wirklich wagen sollen. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[16:19] Außerdem schreibt er, als wären Satzzeichen nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[12:51] Als Krankenpfleger liest man solch einen Satz natürlich sehr bewußt: "Was ist zu erreichen an einem Arbeitsplatz, wo das eigentlich Wichtige untergeht im Ansturm des momentan Dringenden?" (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[12:49] Wahrscheinlich gehört auch das Zusammenpressen der Lippen zum Familieninventar. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[12:38] Manchmal wäre ich gerne wie andere Frauen: ein bisschen heulen und dann zum Friseur gehen. Neue Schuhe kaufen. Wer aus materiellen Dingen Trost ziehen kann, hat wirklich Glück. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[10:31] Die Frau trägt die Haare offen und ein kurzes Kleid, dessen Muster an explodierte Blumenrabatten erinnert. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[10:27] "Es war der berühmte Schuss vor den Bug, wurde mir später gesagt. Der Körper gibt zu bedenken, dass für sein Funktionieren keine Garantie besteht. Man ist an einen launischen Vertragspartner gebunden. Genau genommen besteht gar kein Vertrag. Man hat so lange Glück, bis es einen verlässt." (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[10:22] Kurz sehen sie einander an, amüsiert angesichts der Unhandlichkeit des Moments. (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[10:19] "Ich stelle fest, dass auch Romane lesen zu den Tätigkeiten gehört, die man verlernen kann. Früher hab ich viel gelesen, jetzt sitze ich auf dem Balkon, und mein Kopf will mir einreden, es gebe Dringenderes zu tun." (Stephan Thome: Fliehkräfte)

[10:10] Neries fand nun einen vorzüglichen Gefallen daran, Klopstocks Messiade Reisern ganz vorzulesen; bei der entsetzlichen Langenweile nun, die diese Lektüre beiden verursachte und die sie sich doch einander und jeder sich selber kaum zu gestehen wagten, hatte Neries doch noch den Vorteil des lauten Lesens, womit ihm die Zeit verging: Reiser aber war verdammt, zu hören und über das Gehörte entzückt zu sein, welches ihm mit die traurigsten Stunden in seinem Leben gemacht hat, deren er sich zu erinnern weiß, und welche ihn am meisten zurückschrecken würden, seinen Lebenslauf noch einmal von vorn wieder durchzugehen.

[9:57] Wenn man erwägt, wie viele kleine Umstände sich ereignen müssen, um das Stillsitzen und Lesen unter freiem Himmel angenehm zu machen, so kann man sich denken, mit wie vielen kleinen Unannehmlichkeiten Neries und Reiser bei diesen empfindsamen Szenen kämpfen mußten: wie oft der Boden feucht war, die Ameisen an die Beine krochen, der Wind das Blatt verschlug usw. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[9:55] Sauer entschlummerte nach wenigen Jahren, ohne beßre Tage gesehen zu haben. Da ihn von außen das Glück ein wenig anlächelte, waren seine innern Kräfte zerstört; und er blieb unbemerkt und unbekannt bis an seinen Tod; so daß in der kleinen Gasse, wo er wohnte, seine nächsten Nachbaren, als man den Sarg hinaustrug, fragten: wer denn da begraben würde? Ein Grad des Nichtbemerktwerdens, der in einer so unbevölkerten Stadt wie Erfurt höchst auffallend ist. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[8:33] ... er durch den langwierigen ununterbrochenen Druck der Umstände verlernt hatte, seinen Wert geltend zu machen, und gerade die Kraft, wodurch er in der Welt festen Fuß fassen und seinen Platz behaupten mußte, bei ihm gelähmt war. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[8:20] "Das Leben ist kurz. Brich die Regeln, verzeihe schnell, küsse langsam, liebe wahrhaftig, lache hemmungslos und bedaure niemals etwas, das dich tzum Lächen gebracht hat."

[8:13] Die kahle Wirklichkeit mit allen ihren unvermeidlichen Unannehmlichkeiten stand wieder vor ihrer Seele da. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[8:10] Aber wenn irgend etwas fähig ist, jemanden dem Wahnwitz nahe zu bringen, so sind es wohl vorzüglich die verrückten Orts- und Zeitideen, woran sich alle unsre übrigen Begriffe festhalten müssen. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[8:00] Hätten ihn seine Verhältnisse in der Welt glücklich und zufrieden gemacht, so würde er allenthalben Zweck und Ordnung gesehen haben, jetzt aber schien ihm alles Widerspruch, Unordnung und Verwirrung. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:59] ... Unmut und Lebensüberdruß aus allgemeinen Betrachtungen über die Nichtigkeit des menschlichen Lebens und die Eitelkeit der Dinge ... (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:55] Was hatte er vor seiner Geburt verbrochen, daß er nicht auch ein Mensch geworden war, um den sich eine Anzahl anderer Menschen bekümmern und um ihn bemüht sein müssen. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:45] Seine Spaziergänge wurden ihm nun immer interessanter; er ging mit Ideen, die er aus der Lektüre gesammlet hatte, hinaus und kehrte mit neuen Ideen, die er aus der Betrachtung der Natur geschöpft hatte, wieder herein. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:31] Wenn dergleichen Materien nicht in die Schulterminologie eingehüllt werden, so sind sie für jeden Kopf und sogar Kindern verständlich. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:26] Wenn der Reiz des Frühstücks und des Mittags- und Abendessens nicht mehr hinlänglich war, die Lebens- und Arbeitslust zu erhalten, dann zählte man, wie lange es noch bis auf den Sonntag war. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)

[7:16] Buch begonnen: "Kaltes Wasser" von Jakob Hein, dem Sohn von Christoph Hein. Mein fünftes Buch von ihm.

[7:15] Krank 14/17. Tage ohne Alkohol: 205. Lektürestatistik: gestern 100 Seiten.

Mittwoch, 6. Juli 2016

[20:37] Buch beendet: Zweitlektüre von Markus Werners "Am Hang", dtv, 190 Seiten.

[18:32] Irène Némirovsky: AllgFab (1) // Um die Vierzig.

[18:23] Die Druckwelle der Revolution, die die Menschen nach Lust und Laune auf der Oberfläche der Erde verteilte, schleuderte die Karols im Juli 1919 nach Frankreich. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:14] ... lag ein Ausdruck von Angst, Hoffnung und schlechter Laune auf ihrem Gesicht, der charakteristisch ist für all jene, die mit der Pflege eines unheilbar kranken und ihnen teuren Menschen beschäftigt sind. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:13] Wind war aufgekommen; er erfüllte die Luft mit einem zornigen Geräusch. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:12] Tatsächlich hatte das unmäßige Lesen auf Helene manchmal die Wirkung eines schweren Rausches. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:04] Doch sie liebte den Unterricht und die Bücher, wie andere den Wein lieben, um der Macht des Vergessens willen. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:02] Sie war zehn Jahre alt; voll berauschender Lust an der Fülle, empfand sie das harte und bittere Glück lebendig zu sein. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[18:01] "Gleich wenn wir nach Hause kommen... Ich werde mich an mein kleines gelbes Pult setzen..." Voller Zärtlichkeit stellte sie sich das kleine Pult aus lackiertem Holz vor, das an ihre Größe angepaßt war, die Öllampe mit ihrem grünen Porzellanschirm, das diffuse und milchige Licht auf ihrem Buch. "Nein, ich werde nicht lesen... All diese Bücher, das macht mich ruhelos und unzufrieden... (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[16:00] Aber an diesem Tag fuhr nur ein Fiaker langsam unter dem Fenster vorbei; eine Frau saß darin; wie ein Wäschebündel drückte sie einen Kindersarg an sich; auf diese Weise ersparten sich die Leute die Kosten für den Trauerzug. Das Gesicht der Frau war friedvoll; sie kaute Sonnenblumenkerne und lächelte, denn zweifellos freute sie sich darüber, einen Mund weniger stopfen und in der Stille der Nacht einen Schrei weniger hören zu müssen. (Irène Némirovsky: Die süße Einsamkeit)

[15:58] Er sei sehr brav und es fehle ihm nur da ein wenig zuviel, wo auch die meisten andern Leute lange nicht genug hätten. (Wilhelm Raabe: Abu Telfan)

[15:57] Es fängt an zu schneien. (...) Es ist jetzt sehr still in den Wäldern (...). Die Natur hat den Finger auf den Mund gelegt. (Wilhelm Raabe: Abu Telfan)

[12:50] Retweet: Da lernste so viel für's Leben. Und dann haste keine Zeit, den ganzen Kram anzuwenden.

[12:49] Retweet: So windig ist es gar nicht. - Gesendet von einer Kirchturmspitze.

[12:48] Retweet: Ich studiere Jura, weil ich Menschen hasse und gern Recht habe.

[12:47] Retweet: Ein deutscher Schäferhund geht nicht Gassi, er rückt aus.

[12:46] Retweet: “WLAN gibt’s von 10-12, 15-17 und 20-22 Uhr.” “Was ist das hier? Eine Entzugsklinik?”

[12:45] Retweet: Als pünktlicher Mensch steht man sehr viel rum und wartet.

[12:44] Retweet: "Du lachst wie ein Pferd." "Du bist fies." "Sorry. Zur Strafe trage ich Dir den Einkauf hoch." "Danke." "Wo sind denn Deine Satteltaschen?"

[12:43] Retweet: Ihr kennt die Folge, wo ALF die Küche ansteckt und sich dann vor den Fernseher setzt, während Willie und Kate löschen? Nigel Farage auch.

[12:42] Retweet: Elefantenkühe sind mit männlichem Nachwuchs ca. zwei Monate länger trächtig, als mit weiblichem. Männer! Sie bringen nichts als Ärger.

[12:41] Retweet: Auch wenn es so aussieht, als würde ich montags nichts tun und hätte zu nichts Bock - auf subatomarer Ebene eskalier ich gerade so richtig.

[12:40] Retweet: Ich hab langsam das Gefühl, die ganzen Berliner, die nach Leipzig ziehen, bringen ihre Baustellen mit.

[12:39] Retweet: Auf RTL wurde gerade Milf mit "Mutter zum Anbeißen" übersetzt. Wahrscheinlich ist Gang Bang dann "Gymnastikstunde mit Männerüberschuss".

[12:38] Retweet: NICHT MIT DEM DÖNER IN DIE HÜPFBURG!!

[12:37] Retweet: Protipp: Wenn man sich den Kauf von Antirutsch-Socken sparen will, einfach ein Kleinkind kurz mit einem Klebestift alleine lassen.

[12:36] Retweet: "Morbus Bahlsen." "Morbus Bahlsen?" "Ja. Einen an der Waffel."

[12:35] Retweet: Ich gab dir alles und du gabst mir den Rest.

[12:34] Retweet: "Hallo Hamburg!" "Moin." "Hallo München!" "Servus." "Hallo Berlin!" "Fresse."

[12:33] Retweet: "Auf dem Mars suchen wir nach Bakterien, auf der Erde rotten wir die Wale aus."

[12:32] Retweet: Wer macht eigentlich immer die Fackeln in den Geheimgängen an?

[12:31] Retweet: "Vor dem dritten Kaffee fange ich gar nicht an richtig zu arbeiten." "Und wieviele trinkst du am Tag?" "Zwei."

[12:30] Wilhelm Raabe: Zerzauste Männer.

[11:44] Mein Arbeitgeber, das Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig, sucht immer Stellen. Und nein, ich bekomme für diesen Hinweis nichts gratis oder extra.

[11:41] "umfassend verlottert" (Markus Werner: Am Hang)

[11:14] Felicitas von Lovenberg scheidet, weil sie als nunmehrige Programmchefin des Piperverlages ihre journalistsche Neutralität eingebüßt hat, als Moderatorin beim Lesenswert-Quartett aus. Denis Scheck führt es als alleiniger Moderator weiter. "Nebenbei" - und als solchen habe ich ihn vor drölfzig Jahren kennengelernt - ist er Redakteur des Büchermarkts und macht in der ARD die Sendung "Druckfrisch". Ihr wißt schon, das mit dem Herum/Herunterschmeißen der bösen Bücher.

[10:35] Bei der Ergometrie am Montag wurden während der körperlichen Belastung keine unregelmäßigen Herzschläge ausgelöst. Nach all den diagnostischen Elementen (EKGs, LZ-EKG Echokardiografie und Belastungs-EKG) gelte ich als unauffällig. Das tachykarde paroxysmale Vorhofflimmern kann trotzdem jederzeit wiederkehren. Für diesen Notfall erhalte ich mit Flecainid (300 mg) ein Präparat, das einzunehmen wäre. Sollte das Herz sich dann dennoch nicht entschließen, in den Sinusrhythmus umzuschlagen, müßte ich in die nächstgelegene Notfallambulanz eilen bzw. den Notdienst alarmieren. Damit gilt dieses Kapitel als abgeschlossen. Mein Herz schlägt nach wie vor langsam, der niedrige Puls zeitigt Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel, womit ich wohl weiterhin zu leben haben werde.

[10:22] Mein Gewicht stagniert bei 87 kg. Offenbar habe ich das Zielgewicht erreicht, das mein Körper vorgesehen hat. An der Kalorienzufuhr habe ich nichts geändert, sondern meinen Plan seit Dezember so durchgezogen. Und wenn ich mit denselben Gegebenheiten seit Wochen nicht weiter abgenommen habe, dann ist das eben so. Jetzt gilt es, die 87 kg als Marke im Auge zu be- und das Gewicht unter dieser zu halten. Immerhin kann ich jetzt in einen normalen Klamottenladen gehen, in ein XL-Kleidungsstück steigen - und es paßt. Wenn man jahrzehntelang um passende Kleidung kämpfen mußte, läßt sich dies sehr genießen.

[10:05] In allen Lebensbereichen, so glaube ich, zeugt rasches Zur-Sache-Kommen und umstandsloser Vollzug von Verrohung. Allein das Zögern ist human. (Markus Werner: Am Hang)

[9:35] Er hatte sich sogar eines gewissen egoistischen Überdrusses an den Schicksalen der Leute, zu denen er ging, zu schämen. (Wilhelm Raabe: Abu Telfan)

[9:31] Schon das nächste Erwachen brachte wieder das erste leise Anspülen bitterer Fluten... (Wilhelm Raabe: Abu Telfan)

[9:30] Ab einem gewissen Alter lebten Ehepartner wie Mitbewohner in einer WG. (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:29] Jenseits von jugendlichen Leidenschaften begegnete man der Welt am besten mit gut gekühltem Pragmatismus. (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:28] Automechaniker: "Es gab viele Marder in der Region, und jeden Einzelnen betrachtete Schaller als persönlichen Assistenten." (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:18] Elena hingegen fand es nicht überraschend, dass Tiere in der neuen Bundesrepublik besser geschützt wurden als Menschen. Irgendwie hatten es die Tiere mehr verdient. (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:16] Juli Zeh: Eine Form der Selbstverteidigung // Die Magie des Waldes // Pädagogisches Leiden an der Welt.

[9:07] In seinem Leben bildeten Gegenstände wie Reißverschlüsse, Schnürsenkel, Schraubenzieher oder Schneebesen eine feindliche Partisanenarmee, die aus dem Hinterhalt operierte. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:59] Was den Menschen vom Tier unterschied, war die Fähigkeit, im Angesicht der Katastrophe "Siehste!" zu denken. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:58] Das Alter hatte jedem eine Karrikatur seiner selbst ins Gesicht geschnitzt. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:57] Vor der Tür stand ein Kleinwagen, der sich dafür schämte, dass Elektroautos noch in der Entwicklung waren. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:50] Unterleuten war das reinste Panoptikum. Wenn sich Datenschützer in der Zeitung wegen Überwachung im Internet ereiferten, musste Kron regelmäßig lachen. Man musste nur ein handelsübliches Dorf besuchen, um zu verstehen, was der gläserne Mensch tatsächlich war. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:46] Es gehörte zu ihren Eigenarten, für jeden Handgriff etwas zu viel Kraft aufzuwenden. (...) Böse Zungen behaupteten, dass sie mit kompaktem Oberkörper, stämmigen Beinen und einem großflächigen Gesicht, das sich darauf vorbereitete, in einigen Jahren das Kinn auf dem Brustbein abzulegen, viel eher Gombrowski ähnlich sehe. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:35] Er hatte genug gesehen, um die Welt als einen Ort zu begreifen, an dem Veränderung vor allem darin bestand, die Ungeheuerlichkeit in immer neue bunte Gewänder zu kleiden. (Juli Zeh: Unterleuten)

[8:34] Krank 13/17. Tage ohne Alkohol: 204. - Lektürestatistik: gestern 151 Seiten. Weiter mit "Am Hang" von Markus Werner.

Dienstag, 5. Juli 2016

[14:21] Buch begonnen. Zweitlektüre von Markus Werners "Am Hang", der vorgestern im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Ich hatte immer gehofft, nach diesem seinen letzten Roman noch wenigstens ein neues Buch von ihm zu bekommen. Wie ich las, hatte Werner bereits nach der Veröffentlichung von "Am Hang" erklärt, kein Buch mehr zu schreiben. Hätte ich das eher gewußt, hätte mir das 12 Jahren Warterei erspart.

[14:20] Buch beendet: Weiter mit "Vor dem Sturm" von Theodor Fontane, dtv, 928 Seiten.

[14:19] Krank 12/17. 29 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatistik: gestern 154 Seiten.

Montag, 4. Juli 2016

[9:26] "Es sind halt Lebewesen. Wie wir alle, nicht wahr? Es sollte besser Sterbewesen heißen." (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:14] Nach dem Hausarzt. Bis Sonntag weiterhin krank geschrieben. Ansonsten alles so weiter. Mal schauen, mal abwarten. Von Donnerstag zu Freitag erfolgt die seit längerem geplante 24-Stunden-Blutdruckmessung, bei der auch der uns hier so interessierende Puls erfaßt wird. Eine Rückschau der Hausärztin hinsichtlich zurückliegender EKGs zeigte, daß der Puls immer schon eher niedrig war, im Mittel zirka 55, was auf den Betablocker geschoben wurde. Die Zukunft wird's nun zeigen müssen, ob nach dessen signifikanter Reduktion der Puls so bleibt oder wenigstens ein wenig ansteigt. Nachher stundenlanges Gondeln durch Leipzig wegen der Ergometrie (Belastungs-EKG), wonach ich gleich den Krankenschein an die zuständigen Stellen verteilen will. Stundenlang, weil es mein Arbeitsweg ist, was hin und zurück je 60 Minuten Fahr- und Umstiegszeit bedeutet, zuzüglich der Untersuchung und dem Weg zur Krankenkasse.

[7:00] Nachher zum Hausarzt, der mich seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus noch nicht gesehen hat, weil ich am Donnerstag den Vertretungsarzt aufsuchen mußte. Um 13.30 Uhr in meiner Klinik in Grünau das Belastungs-EKG. Die letzten beiden Tage brachten eine Entspannung meiner Lage. Der Schwindel verschwand nicht, ist aber rückläufig, die Taumeligkeit nimmt im Tagesverlauf zu; vielleicht hat es doch mit der durch den Gewichtsverlust einhergehenden angegriffenen Konstitution zu tun, der Muskelschwäche usw. Jedenfalls hatte ich, so wie ich mich bis zum Donnerstag, täglich schlimmer werdend, fühlte, wirkliche Beklemmung und Angst. Am Wochenende, wie gesagt, entspannter, so daß ich in diesen Tag mit den beiden Terminen gelassener gehe. Auch die Fontane-Lektüre nahm an Fahrt auf, ich kam besser in die Geschichte und mußte weniger Mühe investieren.

[6:55] Krank 11/17. Tage ohne Alkohol: 202. Lektürestatistik: gestern 134 Seiten. Weiter mit "Vor dem Sturm" von Theodor Fontane.

Sonntag, 3. Juli 2016

[18:35] ... weil wir Patienten nach Dringlichkeit und nicht nach Aufdringlichkeit behandeln. (Bettys Diagnose S01E08)

[17:57] ...schnitten Buchsbaumhecken mit der Nagelschere zu grünlichen Monster-Enten um. (Jörg Maurer: Der Tod greift nicht daneben. Alpenkrimi)

[17:48] Der Schnaps gehörte zur völkervernichtenden Sorte des Gemeinen Alpenländischen Obstlers. (Herbert Rosendorfer: Die Kaktusfrau. Erzählungen)

[17:00] Er war derjenige im Kreise, der, weil er der Schwachnervigste war, auch am meisten das romantische Bedürfnis hatte. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[15:26] Ein solches tapferes Bekenntnis des Unglaubens, alles Ausharren bis ins Angesicht des Todes hinein, habe seinen Beifall und sei ihm viel, viel lieber als das Angstchristentum beispielsweise Baron Pehlemanns, der bei jedem Gichtanfall begierig nach der Bibel greife und sie wieder zuklappe, wenn der Anfall vorüber sei. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)

[15:19] "Es gibt tatsächlich Weiber, die uns die Rosen ihrer Reize durch die Dornen ihrer anmaßlichen Dummheit verleiden, so daß gar keiner mehr danach greifen mag." (Heimito von Doderer: Die Dämonen)

[15:15] Die Verlockungen des Web 2. 0 übersteigen mein Selbstdisziplinierungskontingent.

[15:14] Liest man alte russische Romane, da kommt, schnapsgeschwängert, schon mal ein weltumarmendes "Alles Prachtkerle" durch. Aber nüchtern?"

[15:12] Für alle Single, die ihr Alleinsein ständig begründen müssen und sollen, hat Heimito von Doderer eine passende Bemerkung parat: "Ich bin im Grunde einer Ergänzung gar nicht bedürftig."

[11:55] Bei Rechnungen erweist sich meine Klinik als wenig zögerlich. Am Mittwoch aus dem KH entlassen, fand ich gestern die Rechnung über den sechstägigen stationären Aufenthalt im Briefkasten. Von meinem, am 15. Juni gestellten Antrag, meine Wochenarbeitszeit von 40 auf 32 zu senken und damit über einen zusätzlichen freien Tag pro Woche verfügen zu können, hörte ich bis heute noch nichts.

[11:54] Fontanes Roman "Vor dem Sturm", an dem ich nunmehr seit 10 Tagen lese, erweist sich als zäher Brocken und hat dieses Schicksal sicherlich nicht verdient. Doch was will ich machen? Vermutlich liegt es größtenteils an meiner gesundheitlichten Verfassung, daß ich mich so mit ihm quäle. Aber, einmal in das Buch verbissen, werde ich es bei dem großen Namen des Verfassers nicht aufgeben. Ich werde nicht aufgeben.

[11:43] Krank 10/11. Tage ohne Alkohol: 201. Lektürestatistik: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Vor dem Sturm" von Theodor Fontane.

Samstag, 2. Juli 2016

[18:11] (es handelte sich um Knöpfstiefeletten Farbe Erbrochene Pflaume)... (Herbert Rosendorfer: Die Kaktusfrau. Erzählungen)

[18:07] Mit den Jahren wurde Walter Meyer-Leffer nicht berühmter, nur müder. Er sang auch in Koblenz nicht mehr den Sachs; nur noch, höchstens, den "Pangs" in der "Turandot". Er überschritt den Zenit seines Ruhms, bevor er ihn erreicht hatte. (Herbert Rosendorfer: Die Kaktusfrau. Erzählungen)

[18:03] Das Leben ist einfach zu chaotisch und widersetzt sich guten Vorsätzen. (Herbert Rosendorfer: Die Kaktusfrau. Erzählungen)

[17:58] Wie zieht einen doch (...) die Sorge ums Leben von ebendiesem ab. (Herbert Rosendorfer: Die Kaktusfrau. Erzählungen)

[16:12] Mit zunehmender Fassungslosigkeit blickte er in die Gesichter seiner Studenten, in denen sich Angst und Erwartung zu seltsamer Leere paarten. Der Bologna-Prozess hatte aus der Universität ein Trainingscamp für Menschen gemacht, die sich bereits seit dem Kindergarten um das Design ihrer Lebensläufe sorgten. (Juli Zeh: Unterleuten)

[15:47] Sein eigener Anblick war verheerend. Das lag (...) an der Hagerkeit, die ihm jede Anstrengung scharf ins Gesicht schnitt. (Juli Zeh: Unterleuten)

[9:25] "In irgendeiner Kirche hängt so eine schöne Darstellung von Isaaks Opfer. Mittelalter. Isaak ist auf den Holzstoß gebunden. Abraham steht mit einer Riesenreiterpistole vor ihm und will losdrücken. Aber oben auf einer Wolke steht das Englein und pißt auf die Zündpfanne. Und ein Spruchband geht darum: 'O Abraham, o Abraham, dein Schießen ist umsunst, dieweil das Englein auf die Zündpfann brunst'" (Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben)

[8:11] Krank 9/11. Tage ohne Alkohol: 200. Lektürestatistik: gestern 100 Seiten. Kurz weiter mit "Vor dem Sturm" von Theodor Fontane. Dann Frühstück im Garten einer Freundin bei Tee mit frisch gepflückten Kräutern.

Freitag, 1. Juli 2016

[19:11] Ansatzweise aufwärts. Ein Quäntchen Hoffnung. Ein klein wenig besser ging es mir heute. Der Schwindel, das Gefühl, neben sich zu stehen, das Schlackern der Beine waren nicht so massiv ausgeprägt wie in den vergangenen Tagen. Ich war, weil ich morgens meinen Zustand nicht einschätzen konnte, entgegen meines gestrigen Entschlusses doch nicht in der Hausarztsprechstunde gegangen, sondern verschiebe dies auf Montag - so wie es mir der Vertretungsarzt gestern anempfohl. Sollte es mir bis dahin sukzessive besser gehen, erledigen sich Fragen, die ich heute noch habe, von selbst. Meine Intention ist es, zum Nachtdienstzyklus am nächsten Mittwoch wieder arbeiten zu gehen.

[18:57] Nach der Fällung der zweiten Pappel vor unserem Haus machte ich heute ein Foto von der Außenansicht. Sehen Sie? Sie sehen nichts. Das ist der Beweis.

[18:42] Retweet: "Musst du immer so schlecht gelaunt sein?" "Nein, das mach ich freiwillig."

[18:41] Retweet: Da ich keine Katze habe, stelle ich mein Bügeleisen auf das Fensterbrett und lasse es rausschauen.

[18:40] Retweet: Ich bekomme den IQ Test nicht aus dem Umschlag raus.

[18:39] Retweet: Schwäbische Frauen tragen keinen Stringtanga, weil man daraus später keinen Putzlumpen machen kann!

[18:38] Retweet: "Opa ist jetzt an einem besseren Ort." "Er ist ohne uns nach Mallorca?"

[18:37] Retweet: "Könnte ich den anderen Planeten noch mal sehen?"

[18:36] Retweet: Schreiend im Kreis rennen. Der Autokorso der kleinen Frau.

[18:35] Retweet: "Ist dies hier das Treffen für devote Männer und Frauen?" "Ja." "WER HAT EUCH ERLAUBT EINEN KREIS ZU BILDEN?"

[18:34] Retweet: "Warum glaubst du, dass du plötzlich Isländer bist?" "Sie haben ein Chromo-son bei mir gefunden."

[18:33] Retweet: Wie oft tauscht ihr die verschimmelte Gurke im Kühlschrank aus?

[18:32] Retweet: "Da bietet man einer alten Dame seinen Sitzplatz an, ist das auch wieder falsch." sagte der Busfahrer, der sich Unfall nicht erklären kann.

[18:31] Retweet: Ein Schiedsrichter, der statt einer gelben Karte Reclam-Hefte aus seiner Tasche zieht.

[18:30] Retweet: Es gibt nix, was mehr Erotik ausstrahlt, als wenn man gut mit Wörtern und Sprache umgehen tut.

[17:30] Als Diabetiker muß ich insofern auf zuckerhaltige Getränke achten, als ich sie strikt zu meiden habe. Moderat genoßen, indem man beispielsweise ein Glas Fruchtsaft 1:1 mit Wasser verdünnt trinkt, wird empfohlen. Doch fange ich solchen Käse gar nicht erst an. Erstens weil verdünnte Getränke für mich eine Contradictio in adiecto sind, ebenso wie leichter Schnittkäse oder Fruchtquark mit 0,2% Fett. Zweitens weil die zugeführten Kalorien nicht sättigen und man sie besser anderweitig = sättigender + genußreicher verbrät, wenn schon, denn schon. Ich trinke demnach Getränke, die keine Kalorien enthalten: Wasser, Kaffee, Tee, Zero/Light-Limonaden/Colas. Bei LIDL sah ich heute Lipton Ice Tea zero, der mir bis jetzt überhaupt noch nie untergekommen war. Mal 'ne Option jenseits der kohlensäurehaltigen, zuckerfreien Limos. Freilich nur eiskalt zu trinken, da sonst zu süß.

[17:12] "Hier werden doch keine Akten geklaut, nicht wahr?" "Diese Bauern..." "Quatsch, Bauern klauen keine Akten. Kein Bauer wird in seinem Leben begreifen, daß beschmiertes Papier wertvoller sein kann als weißes. Also Sie finden den Befehl." (Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben)

[17:10] Jeder trug seine Last, auch Grete, wenn auch Mädels ganz anders sind, die quatschen so lange über alles, bis sie selbst nicht mehr wissen, woran sie sind. (Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben)

[17:08] Sie bringen in leidlichem Anstand das Aufstehen und Sichverbeugen zustande. Die ganze Tischrunde dienert wie ein Roggenfeld im Winde. (Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben)

[17:07] Im Grunde bestimmte nur der Starke, wozu die Wörter gebraucht werden sollten. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[11:03] Zu meiner Lebensqualität zählte unbestreitbar der Blick aus dem Fenster, auf die Bäume, speziell die drei Pappeln, die, seitdem ich 1980 in das Haus zog, das Auge erfreuten. Vorgestern wurde die zweite gefällt und auch noch umsonst. Dazu gibt es einen Tagebucheintrag.

[8:18] Krank 8/11. Tage ohne Alkohol: 199. Lektürestatistik: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13" von Theodor Fontane.

Donnerstag, 30. Juni 2016

[17:51] Die Lektüre gestaltet sich entsprechend des gesundheitlichen Defizits schwierig. Immer mal wieder einige Seiten in Fontanes "Vor dem Sturm", aber nie lange, nie durchgehend, nie zu einem Flow führend, letztlich auch unkonzentriert und unergiebig. Ein Leseleben ist mit Krankheit offensichtlich kaum möglich.

[17:47] Meiner Hausärztin Praxis war heute geschlossen. Der Vertretungsarzt versorgte mich mit den fehlenden Medikamenten und schrieb mich bis Montag krank. In der Praxis hatte ich einen Blutdruck von 171/87 und einen Puls von 51. Und so fühle ich mich auch. Der Schwindel, die Gleichgewichtsstörungen, die Benommenheit, das Schlackern der Beine bestehen nach wie vor. Mir scheint, sie verstärken sich sogar. Auch wenn ich laut Vertretungsarzt erst am Montag zu meiner Hausärztin gehen sollte, werde ich sie wohl morgen früh aufsuchen. Die Bradykardie, der gesamte Zustand, in dem ich mich befinde, sorgt mich sehr.

[7:05] Ich bin sehr gespannt, ob ich mein Gewicht von zurzeit 87 kg halten kann. Die Zuversicht wird u.a. dadurch geschmälert, daß ich kein Metformin (OAD= orales Antidiabetikum) mehr einnehmen darf, welches dafür sorgte, daß der Appetit deutlich gehemmt wird. Rein rechnerisch dürfte sich, wenn sich an der Kalorienzufuhr nichts ändert, am Gewicht auch nichts ändern. Genau weiß man jedoch nicht, inwieweit die anderen Tabletten wie das gestern erwähnte L-Thyroxin und der um drei Viertel reduzierte Betablocker Bisoprolol auf den Stoffwechsel gewirkt haben. Gestern wog ich 87,4 kg, fast 1 kg mehr als noch vor 1 Woche. Sollte sich in den kommenden Tagen die Tendenz nach oben fortsetzten, müßte ich, tja, was tun?`Noch weniger essen wird kaum gelingen. Einzig verbliebe mir, an der Zusammensetzung zu tüfteln, was hieße, Lebensmittel mit weniger Kalorien zu nehmen. Die Auswahl und damit die ohnehin fragwürdige Lebensqualität würden natürlich noch eingeschränkter.

[5:37] Ich starte jetzt einen Leseversuch. Zuletzt las ich gestern früh, da aber gute 90 Minuten durchweg. Weiter also mit dem voluminösen "Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13" von Theodor Fontane. Dieser, sein erster Roman ist bislang völlig an mir vorbei gegangen. Ich kannte ihn nicht und wog mich stattdessen in dem befriedigenden, aber fälschlichen Gefühl, alle Prosawerke Fontanes zu kennen und teils mehrfach gelesen zu haben.

[5:36] Die kompletten Status reiche ich nach. Nachher um 8 Uhr erst einmal zur Hausärztin, bei der sich herausstellt, ob und wie lange ich noch krank geschrieben bin. In diesem Fall fahre ich anschließend zu Krankenkasse und Arbeitgeber, um die Scheine abzugeben. Vermutlich werde ich so erst gegen Mittag wieder zurück sein; denn die Wege führen quer durch Leipzig. Die Verwaltung meiner Klinik ist in Eutritzsch. Diejenigen, die Leipzig einer Messe wegen besuchen und nicht nur die S-Bahn nutzen, sondern auch die TRAM, fahren mit der Linie 16 stets auch am Klinikum St. Georg vorbei, das sich einige Haltestellen vor der Neuen Messe befindet.

Mittwoch, 29. Juni 2016

[16:57] Krank 6/?. Vor 2 Stunden nach Hause gekommen, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen worden bin. Im Tagebuch berichte ich darüber. Nach Einkauf, Ein- und Aufräumen meiner Sachen, dem Schreiben des Tagebucheintrages nun mal sehen, ob ich zur Ruhe finde. Morgen früh mit dem Entlassungsbrief zur Hausärztin, die entscheiden muß, ob ich sofort wieder arbeiten soll oder noch weiter krankgeschrieben bin. Normalerweise hätte ich heute Nachtdienst 1/5. Die Herzattacke erfolgte am vergangenen Freitag nach dem Aufstehen um 19 Uhr direkt vor dem geplanten Nachtdienst 2/5. Seitdem sozusagen Ausnahmezustand. Nun Rückkehr in den Alltag. Vermißt habe ich vor allem Schwarztee und Ruhe für die Lektüre. In der Lektürestatistik gibt es folglich eine beträchtliche Lücke zu konstatieren.

Freitag, 24. Juni 2016

[19:55] Vor Nachtdienst 2/4. Tage ohne Alkohol: 192. Nach dem gestern abgeschlossenen Erzählband "Die Kaktusfrau" von Herbert Rosendorfer keine Lektüre mehr. Ich habe pausenlos geschlafen und bin krank und erschöpft. Heute ebenso bis eben geschlafen, jetzt essen, dann zum Nachtdienst.

Donnerstag, 23. Juni 2016

[14:13] Buch beendet: "Die Kaktusfrau. Erzählungen" von Herbert Rosendorfer, Kiepenheuer & Witsch, 229 Seiten.

[14:12] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 191. Lektürestatistik: gestern 167 Seiten.

Mittwoch, 22. Juni 2016

[23:28] Was Thiel noch an Illusionen über die Spezies Mensch besaß, er hat es längst verloren beim Anhören der ewigen Verdauungsgeräusche auf dem Klo. (Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben)

[23:26] In der Liebe und im Krieg und wenn man einen Koch einstellt, ist alles erlaubt. (Laszlo Nemeth: Abscheu)

[23:25] Laszlo Nemeth: Eheliche Rechte; Ruiniert von geistlichen Büchern // Anne Brontë: Religiöse Vorlieben // Carson McCullers: AllgFab1.

[23:14] Ein Bücherpäckchen erreichte mich nicht, sondern wurde an die Verkäuferin zurückgesandt. Wie sich zeigte, war auf der Adresse statt meiner Hausnummer "8" die "9" angegeben. Knapp daneben, ist auch vorbei. Daß so etwas nicht vor Ort geklärt werden kann, ist mir ein Rätsel.

[23:08] Heute Mittag begonnen: "Die Kaktusfrau. Erzählungen" von Herbert Rosendorfer.

[11:10] Die Leute sind nett. Sie finden es leicht, einem zu vergeben, wenn es im Namen einer Tragödie oder eines Wahns geschieht, und ganz besonders, wenn man gescheit ist. (Laszlo Nemeth: Abscheu)

[10:49] ... die gleiche Schäbigkeit, die man bei Menschen findet, die sich zuviel bei ihren eigenen Gefühlen aufhalten, Schmarotzer ihrer Fähigkeit sind, sich zuviel von ihren eigenen und fremden Gefühlen aufregen zu lassen. (Lars Gustafsson: Die Kunst den November zu überstehen und andere Geschichten)

[9:12] Buch beendet: "Freitisch" von Uwe Timm, dtv, 136 Seiten.

[7:17] "heroisch-tragische Hypergrübler" (Uwe Timm: Freitisch)

[5:40] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 190. Lektürestatistik: gestern 133 Seiten. Weiter mit "Freitisch" von Uwe Timm.