Bücherlei Miszellen (15) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch
Montag, 25. August 2014
[23:11]
Eigentlich bin ich ein musikaffiner Mensch. Nur nutzte ich
in den letzten Jahren meine Möglichkeiten kaum, was ich jetzt
als Defizit erkannt habe. Im Tagebuch
notierte
ich meine Situation.
[19:52]
"Meine Mom war eine Säuferin von der Sorte, die in ihr Glas Canadian Club kotzte und es dann trotzdem austrank." (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:47]
"Eine spärlicher besuchte Beerdigung möchtest du nicht erleben. Drei schwarze Schirme im Schneeregen. War schwer, dabei nicht an Ebenezer Scrooge zu denken." (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:44]
Retweet: "Hab auch so 'ne Brille." "Ich hab dich noch nie damit gesehen." "Schon seit Jahren. Ich trag sie nur zum Lesen." "Das erklärt einiges."
[19:42]
"Es ist gut, dass sie auf ihre Gesundheit achtet, denn sonst hat sie wenig vorzuweisen." (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:40]
Die Karte selbst trug eindeutig Dorothys steif senkrechte europäische Handschrift, die exakt einmal im Jahr auch auf einer Weihnachtskarte erschien, eine Handschrift, die, wie mein Vater einmal angemerkt hatte, aussah, als gehörte sie auf eine Schiefertafel im Restaurant La Goulue, auf der das Tagesangebot an Fischgerichten stand. (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:37]
Er war ein Typ in den Dreißigern in dunkler Kleidung und mit einer trendigen Brille, der immer so aussah, als komme er soeben von einer Lyriklesung im Keller einer Kirche. (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:34]
Sie hatte das leicht zerzauste Aussehen eines Seevogels, den der Wind vom Kurs abgebracht hat. (Donna Tartt: Der Distelfink)
[19:26]
"An deinen Augenringen kann man ja Felgaufschwünge üben." (Bart Moeyaert: Graz)
[19:21]
... daß mich immer die Idee geleitet hat, daß aus meinem Leben eine Art Schonbezirk wird. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:18]
Mir war nicht klar, wie ausgerechnet sie als Finanzbeamtin von einem eigenen Leben reden konnte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:16]
Durch die tägliche Beobachtung der langsam abstürzenden Leute erschien mir mein Leben oft wie eine allmähliche Verschwisterung mit der zerbrechenden Welt. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:15]
Oft war ich dankbar, dass ich in einer mittelgroßen, ausdrucksarmen Stadt lebte, die ihre Einwohner nicht drangsalierte mit zunehmender Wichtigkeit. Die mittelgroßen Städte können sich nicht aufplustern und greifen nicht in das Innenleben der Bevölkerung ein. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:10]
... waren sich die Amseln draußen auch nicht einig, ob sie den Tag abschreiben sollten oder nicht. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:05]
"eine ruhig vor sich hin scheiternde Familie" (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:02]
Mein Bruder lebte in einer unangenehmen Folge vergeblicher Lebensanstrengungen. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:00]
Sie wusste viel zu genau, dass jeder Mensch zu seiner Arbeit ein unaufhebbar strittiges Verhältnis hatte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:53]
Ich habe jeden Tag das Gefühl, alle Menschen leben richtig, nur ich nicht. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:51]
Im Druck des Alltags verliere ich meine Zartheit. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:45]
Ich hatte in meinem Leben meistens zwei Frauen, eine für die häusliche Liebe und die andere für das eher wirre Querfeldeinbegehren. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:36]
Meine Krankheit bestand aus einer eingebildeten Benachteiligung, aus der schöne innere Bereicherungen hervorgingen, auf die ich auch in Zukunft nicht verzichten wollte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:28]
Meine Manuskripte sahen aus, als hätte ich sie schon in meiner Jugend getippt und dann fünfundzwanzig Jahre lang in einer Schublade aufbewahrt. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:20]
Wieder hatte ich das Gefühl, dass sich die Wirklichkeit zu stark an mir verausgabte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:13]
Wilhelm Genazino: Ein anhaltend falsches Leben.
[18:05]
Bei starkem Regen empfand ich die allgemeine Ratlosigkeit als angenehm. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[17:58]
Ich war seit langer Zeit daran gewöhnt, von einer Problemlage in die nächste zu rutschen. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[17:40]
Gerade erst erfahren, daß Trollopes Barchester-Romane mit Doktor Thorne noch einen 3. Teil haben.
Dabei habe ich erst den zweiten gelesen. "Septimus Harding" hängt noch auffm SUB rum.
[17:36]
IceBucketChallenge? Das machen wir täglich auf Station mit den fiebernden Patienten.
[17:33]
Retweet: 48% of librarians want to go to bed early but their book won't let them.
[17:31]
Retweet: "Stellen Sie die Phaser auf Enttäuschung!"
[17:29]
Retweet: Würdet Ihr Euch besser mit Fremdwörtern auskennen, würde auch nicht jeder Streit im Internet immer sofort so ejakulieren.
[17:28]
Retweet: Kann es eigentlich sein, dass teambildende Maßnahmen genau deshalb teambildend sind, weil ALLE sie scheiße finden?
[17:27]
Retweet: Welche ICD Nummer hat eigentlich Eierschaukeln?
[8:38]
Um leben zu können, musst du kaltblütig am Unverstandenen vorbeigehen und dich nicht nach ihm umdrehen. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[8:34]
Ich habe ein lockeres Verhältnis zur Selbstverschrottung der Welt. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
Sonntag, 24. August 2014
[8:10]
Eine gewisse Verächtlichkeit gehört übrigens zum Schutzmechanismus einer Pflegekraft.
[8:04]
In SOKO Leipzig S09E16 ein Verdächtiger, dem der Arzt noch 6 Monate zu leben gibt. "Wenn der Docht schon flackert, macht das vieles einfacher".
[7:44]
Buch begonnen: "Der aufblasbare Kaiser" von Michael Ziegelwagner.
[7:38]
Buch beendet: Graz von Bart Moeyaert, Luftschacht-Verlag, 104 Seiten.
Samstag, 23. August 2014
[9:10]
Sie war der rotweintrinkende Typ, der von sich selbst dachte, dass er nach jedem Glas klarer formulierte. (Bart Moeyaert: Graz)
[9:18]
"Sag mal, bauen die da noch oder sind die schon pleite?" (Soko Wismar S05E17)
Freitag, 22. August 2014
[19:52]
War mir mit achtzehn eigentlich bewusst, dass mein Körper eine Rückseite hatte? (Bart Moeyaert: Graz)
[19:44]
Ich habe dafür studiert, um wie kein anderer das Risiko der Dinge
zu erkennen. Chemie strömt durch meine Adern, Naturgesetze wurden
mir mit dem Löffel verabreicht. Wenn ich sage: "Komm her, kalter
Wind", weiß ich bereits, was der kalte Wind mit mir tun wird. Ich
kann der Reihe nach aufzählen, was passieren wird. Ich beherrsche
die Kunst, mir selbst innerhalb kürzester Zeit die Freude zu
verderben. (Bart Moeyaert: Graz)
[19:39]
Es war ein hinterlistiger Nordostwind, der nicht pfiff, die Sorte Wind, die sie in Slowenien Bora nennen und der vom Tod geschickt wird, wenn es Zeit ist, jemanden zu holen. Wenn ein Wind einen eigenen Namen hat, muss man sich in Acht nehmen. (Bart Moeyaert: Graz)
[19:28]
Er presste die Lippen aufeinander, bis nur noch ein Minuszeichen überblieb. (Bart Moeyaert: Graz)
[19:21]
"... das letzte Läckchen Wein, das Flaschenglück." (Bart Moeyaert: Graz) -- Was zur Hölle ist hier gemeint? Ist Flaschenglück ein Fachausdruck?
[19:14]
Er hatte nur eine einzige Art Lachen. Wenn er das hören ließ, führte er irgendetwas im Schilde. (Bart Moeyaert: Graz)
[19:07]
Es begann zu schneien. Der Schnee fiel lotrecht. (Bart Moeyaert: Graz)
[18:49]
Wenn ich besonders genau hinhörte, hörte ich meine Gänsehaut wachsen. (Bart Moeyaert: Graz)
[18:44]
Er runzelte seine Stirn, als ob ein zu kurzes Gummiband in seine Augenbrauen genäht worden wäre. (Bart Moeyaert: Graz)
[18:40]
Welcher Geräuschkulisse wir im Alltag ausgesetzt sind, merkt man erst, wenn man sie einmal auszublenden imstande ist.
[7:50]
Buch = Novelle begonnen: Graz von Bart Moeyaert.
[7:46]
Buch beendet: Bei Regen im Saal von Wilhelm Genazino, Carl Hanser, 160 Seiten.
Donnerstag, 21. August 2014
[19:44]
... weil die wirkliche Wirklichkeit nur mit der Hoffnung ihres baldigen Verschwindens zu ertragen war. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:41]
Ich war seit langer Zeit von mir gewohnt, dass ich Ereignisse, die gerade eintraten, sowieso nicht verstand. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:37]
Wenn mir langweilig ist, bereite ich den Kolleginnen mit "Kephalgie" im Pflegebericht Kopfschmerzen.
[19:34]
Wortperlen: "Verharrungslust" (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:11]
Lärmbelästigungen in der Straßenbahn: telefonierende Jugendliche und Erwachsene,
Social-Media-Geräusche von WhatsApp & Co., Babygeschrei, herumzappelnde
Kinder, Inder und Araber mit äußerst ausdrucksstarken Organen und einem phänomenalen Sprachduktus;
Betrunkene,
die erzählen; Jugendliche mit per Smartphone laut aufgedrehter Musik;
die in letzter Zeit sehr oft sehr laut gestellte Haltestellenansagen;
sich normal unterhaltende Fahrgäste, sich streitende, sich neckende Fahrgäste;
die Straßenbahn selbst mit ihren nicht unerheblichen Fahrgeräuschen.
[19:00]
"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" "Boah, und das kann man trotzdem twittern!"
[18:51]
Mehrmals täglich durchzog mich das unabweisbare Gefühl, dass sich
bei mir eine falsche Biografie an die Stelle einer nicht
auffindbaren richtigen Biografie schob und dass die falsche
Biografie auch noch attraktiv war, weil durch sie das Erscheinen
der bloßen Romanhaftigkeit des Lebens begann. Vieles im Leben
geschah nur, damit es verheimlicht werden und im Inneren des
Menschen umso heftiger nacherzählt werden konnte. (Wilhelm
Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:47]
Wahrscheinlich ging sie davon aus, dass es dem Menschen dort, wo er sein Geld verdienen muss, sowieso nicht gefallen kann. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:44]
Eine Weile schimpfte ich stumm auf die jungen Leute, die fix im Wegwerfen sind, weil ihnen die Idee, dass sie eines Tages selbst aus dem Verkehr gezogen werden, noch ganz fremd ist. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:41]
Las bei Genazino "Misswirtschaft" und assoziierte Studentinnen-WG.
[18:27]
Es erfasste mich eine kleine häusliche Hysterie, die es mir ratsam erscheinen ließ, zur Sicherheit die Wohnung zu verlassen. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[18:24]
Während meiner zwei freien Tage am Montag + Dienstag sind gleich drei unserer Patienten verstorben. Man muß schon ein unbelehrbarer Optimist sein, um mit ungetrübter Lebensfreude auf einer onkologischen Station zu arbeiten.
[18:18]
... dass ich wenig später an eine ältere, liebevolle Prostituierte dachte, die ich vor etwa zwanzig Jahren zuweilen besucht hatte. Sie wusste, dass das männliche Geschlecht ein Quälgeist ist, das nach ein paar guten Griffen von seinen Peinigungen abließ, jedenfalls stundenweise. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[7:50]
Der Gehörschutz im gestrigen ersten Einsatz in der Straßenbahn bewährte sich einigermaßen.
Allerdings frage ich mich, ob noch mehr geht, ob Geräusche total unterdrückt werden können.
Mit der nunmehrigen Effektivität kann ich erstmal leben. Dennoch werde ich mich um"hören",
was es noch gibt, ob Gehörzentren beispielsweise paßgenaue Ohrstöpsel anfertigen, was diese
bringen, wie lange sie einsatzfähig sind und was sie kosten.
[7:30]
Nach Nachtdienst 1/5. Schon komisch. Die letzte Arbeitswoche war rundum scheußlich. Diese erste Nacht des neuen Zyklus dagegen entspannt und friedlich. Solche Konstraste!
Mittwoch, 20. August 2014
[19:28]
Ich sagte, dass eine missratene Ehe heute zu einem Massenerlebnis geworden war. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:24]
Retweet: Das eigentlich tragische am Leben ist ja, dass die ganze Scheisse auch wirklich passiert.
[19:22]
Retweet: "Ich geh heute in die Oper. Risotto von Verdi." - "Du Idiot hast keine Ahnung von Opern, oder?" - "Wieso?" - "Verdi ist eine Gewerkschaft!"
[19:20]
Einsam ist man nicht, weil sich niemand mehr um einen kümmert, sondern weil man sich plötzlich wieder derer erinnert, von denen man sich innerlich verabschiedet hatte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[19:07]
Am Montag beginnt der Urlaub. Am darauffolgenden Donnerstag habe ich mittags
den Hautarzttermin, dem ich entgegen fiebere, weil sich klären soll, ob der
suspekte Hautknuppel an meinem linken Unterschenkel bös- oder gutartiger
Natur ist. Für den Fall der Entwarnung und Erleichterung muß ich mir noch eine
solide Belohnung ausdenken. An dann noch folgende 19 arbeitsfreie Tage (bis
16. September) werde ich mich wenigstens erfreuen können, die gut genutzt werden
sollten.
[19:04]
Nachdem ich in den vergangenen zwei Tagen das Haus nicht verlassen habe, wird sich nachher in der Straßenbahn erweisen,
ob der Gehörschutz etwas taugt. Ziemlich straff sitzt er, so daß zu erahnen ist, daß er nach einer Weile drücken wird.
Aber ich brauche ihn jeweils nur 2 x 20 Minuten während der eigentlichen Fahrzeit,
in der ich zu lesen beabsichtige. Bei der Rückfahrt am Morgen zwischen 6.30 und 7.30 Uhr
ist in der Bahn meistens Ruhe; nur abends hält man's kaum mehr aus.
[14:17]
Retweet: Ist es in Deutschland eigentlich verboten, einen Friseursalon ohne Wortspiel im Namen zu eröffnen?
[14:00]
Retweet: Ein kluger Mann hat mal nichts gesagt.
[6:09]
"Er war 1,50 m groß. 1 Meter davon waren Drogen. (Psych S02E05)
[5:34]
Retweet: Die deutsche Bahn vermittelt den Patienten einen falschen Eindruck der Nutzung einer Notrufklingel.
[5:33]
Wenn jede Widrigkeit des Alltags eine Faser wäre, hätte ich in 5 Minuten einen Teppich geknüpft.
[5:31]
Wenn man wie ich auf einer Krebsstation arbeitet, kann man mit dem Begriff & Postulat "Altersvorsorge" nurmehr wenig anfangen!
[5:30]
Mit dem momentan geschärften Sprachsensorium gefällt mir gerade "zimperlich".
[5:00]
Wenn im Film jemand jemandem auf die Stirn küßt, werde ich jedesmal ganz sentimental.
[4:57]
In Perception S02E10 scheinen die Übersetzer sprachverliebt zu sein. Nach "die Flausen austreiben" nun "jemanden verladen".
[4:43]
Sobald man unter Menschen kommt, spielt man meist doch nur Theater.
[4:46]
Ich passe ja so gar nicht in diese moderne Welt und und finde "Ich hab dich lieb" einfach nur zum Kotzen."
[4:43]
"die Flausen austreiben" - lange nicht mehr gehört, eben in Perception S02E10.
[3:58]
Retweet: Für mehr Sympathie könnten sich die Zeugen Jehovas doch mit Vorwerk zusammentun. "Wir möchten über Gott reden und dabei durchsaugen."
[3:50]
Retweet: Wenn der Bus zu voll ist, sage ich manchmal die Haltestelle einer anderen Strecke an. Was meinen Sie, wie die Fahrgäste rausstürzen.
[3:43]
Retweet: Ich bin mir ziemlich sicher, dass indianische Zeichensprache von Pflegekräften in einem deutschen Altenheim entwickelt wurde.
[2:50]
Ich hatte es satt, dass aus meinem Leben eine einzige lange Bedenkzeit wurde. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[2:49]
Meine innere Tendenz, die äußeren Probleme der Welt zu verkleinern, war eine Art Notwehr. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[2:47]
... war mir unklar, was ich inmitten der schnellverderblichen Welt noch anfangen sollte. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[2:44]
Ich brauchte nur kurz in den Spiegel zu schauen, dann waren alle Fragen gestellt und gleichzeitig beantwortet. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
Dienstag, 19. August 2014
[14:06]
Doctor Who S07E05 - "Die Macht des Wortes" - ist biblioman angehaucht. Beispielsweise reißt der Doctor die letzte Seiten eines Buches heraus mit der Bemerkung: 'So endet es nie."
[13:53]
Mein Leben verwandelte sich mehr und mehr in eine Elegie, an der ich allmählich Gefallen fand. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[13:55]
Wie zu Kinderzeiten neigte ich dazu, nachts ein besserer Mensch werden zu wollen. In Wahrheit war ich nachts erheblich ratloser als tagsüber, wenn auch gutwilliger. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[13:46]
Dass ich überwiegend unfreundlich wirkende Erinnerungen an meine Eltern hatte, durfte ich Sonja nicht sagen. Sie war der Meinung, dass sich ein erwachsener Mann mit seinen Eltern ausgesöhnt haben musste, auch wenn die Eltern schrecklich gewesen waren. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[7:11]
Gemessen an Sonjas Verankerung in der realen Welt gehörte ich eher zu den Problemfällen. (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[7:07]
Der Brenner hat so heftig Kaugummi gekaut, daß man glauben hätte können, die Lichtmaschine ist ausgefallen, und er muß mit seinen Kaumuskeln den Notstrom erzeugen. (Wolf Haas: Komm, süßer Tod)
[7:00]
Mindestens 10 Stunden Schlaf haben mich wieder einigermaßen in die Spur gebracht.
Gestern schon mitten in der zweiten Serie ins Schlafzimmer abgebogen, nachdem
ich das Bier und den Schnaps aus dem Tiefkühlfach geräumt hatte.
[6:55]
"die Gesamtschlichtheit der Bankfiliale". (Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)
[5:30]
Buch begonnen: Bei Regen im Saal von Wilhelm Genazino.
Montag, 18. August 2014
[18:12]
So eine Kleinstadt hat schon was Schnuckliges. Nur wohnen möchte man da nicht.
[17:55]
Muß man für jeden lektürefreien Tag später 1000 Jahre mehr im Fegefeuer verbringen?
[17:48]
Wie ich mich auf meinen Gehörschutz freue!! Vorhin in der S-Bahn ein Brötchen katschendes Kleinkind, Erwachsene, die Äpfel schnurpsten. Dinge, die einen in den Wahnsinn treiben können, besonders wenn man durch Jetlag mental lädiert ist.
[17:34]
Now I'm loeting mir the Birne zu. Nach diesem verplemperten Tag, zudem infolge Schlafmangel fix und fertig.
Natürlich war am Wurzener KH der letzte Bus weg, weil ich erst einmal 50 Minuten warten mußte, bis
ich überhaupt ins Arztzimmer durfte, die Untersuchung und Befragung dann über 30 Minuten dauerte.
Im Eilschritt dann durch Wurzens Innenstadt, völlig verschwitzt, um die nächstbeste S-Bahn zu erreichen.
Wie heißt selbstverständlich die erste Apotheke, derer ich ansichtig wurde? Klar, "Ringelnatz Apotheke".
Nun Seriendingens beim ersten Pils.
[11:01]
Gleich geht's nach nur 2 Stunden Schlaf nach Wurzen. Nicht mit der S-Bahn, wie erst angedacht, sondern mit einem Regionalzug nach Dresden.
Und die ganze Sorge, wie ich zum Krankenhaus kommen, war unbegründet, weil in Wurzen vom Bahnhof die Buslinie A direkt zum KH fährt. Dort
habe ich dann zwar eine ganze Stunde Zeit bis zum Termin, aber egal.
[11:00]
Buch beendet: Kartongeschichte von Helmut Krausser, btb, 144 Seiten.
Sonntag, 17. August 2014
[16:41]
Der erste Versuch, einen Gehörschutz zu kaufen, um in der Straßenbahn den Lärmbelästigungen auszuweichen und möglicherweise wieder lesen zu können. Lieferung wahrscheinlich am Dienstag,
so daß ich ihn in der am Mittwoch beginnenden letzten Arbeitswoche vor dem dreiwöchigen Urlaub einem Test unterziehen kann.
[16:36]
Morgen muß ich zu dem seit Monaten ausstehenden Gutachten wegen meines Fingers nach Wurzen fahren.
Meine Unfallkasse hatte es anberaumt, sicher weil es der zweite Fingersehnenabriß innerhalb eines
Jahres gewesen ist. Diesmal schlugen immerhin 90 Tage der Arbeitsunfähigkeit zu Buche.
Der Termin ist um 14 Uhr. Um 12.05 Uhr fährt eine S-Bahn, die Wurzen 12.42 Uhr erreicht.
Bleiben mir 75 Minuten, den mir mittels Google Maps aufgezeichneten Weg zum Krankenhaus und
zur Handambulanz zu finden; kann nur hoffen, daß mein
Orientierungssinn mich nicht im Stich läßt.
Früh gehe ich aus der fünften und letzten Nachtwache, bin 7.30 Uhr zuhause und werde
sehen, ob und wie ich bis 11.30 Uhr schlafen oder dösen kann, wenn ich, um die S-Bahn am HBF
zu erreichen, die Wohnung wieder verlassen muß. Allzu wach und präsentabel werde ich der
Guchtachterin demnach nicht begegnen, wenn ich gejetlagt und todmüde in der - aus Sicht
von uns Leipzigern - Pampa eine bürokratischen Querele über mich ergehen lassen muß.
Eigentlich eine Zumutung, für ein Gutachten in eine fremde Stadt geschickt zu werden.
[15:45]
Die Dienste sind zurzeit sehr anstrengend. Viele Pflegefälle, viele Schwerkranke. Reichlich Anordnungen, Verrichtungen, Infusionen. Wenn man dazu noch unausgeschlafen ist, gerät man nachts so ab 3 Uhr in ein Loch, aus dem man sich nicht einmal mit literweise Kaffee herausholen kann. Es geht einem förmlich die Puste aus. Und wenn ich dann 6.39 Uhr in meine Straßenbahn steige, fallen mir innerhalb von 2 Haltestellen die Augen zu. An Lektüre ist auf dem Nachhauseweg sowieso nie zu denken. Im Moment richtet sich das Augenmerk allerdings auf weit organischere Ziele, nämlich nicht bewußtlos vom Sitz zu kippen.
[15:15]
Vor Nachtdienst 5/5. Weiter mit Kartongeschichte von Helmut Krausser.
Samstag, 16. August 2014
[19:38]
Auf zum Nachtdienst 4/5. Mitnehmend die "Kartongeschichte" von Helmut Krausser, die ich am 2. August begann, als ich 1 Tag lang meine Kindle nicht zur Hand hatte.
[17:40]
Buch beendet: "Der Distelfink" von Donna Tartt, Goldmann, 1024 Seiten. Die Lektüre dauerte exakt 21 Tage.
Freitag, 15. August 2014
[19:37]
"Viele Trinker, die ich kenne, versuchen einfach weiterzumachen, mit dem Glas in der Hand, die Augen verschlossen vor der Katastrophe, die sich vor ihnen abzeichnet."
Daniel Schreiber hat ein Buch über seinen Weg weg vom Alkohol geschrieben:
Nüchtern. Über das Trinken und das Glück.
In der Zeit gibt es einen Artikel,
der für mich sehr faszinierend ist, weil er meine Situation dermaßen gut widerspiegelt,
daß schon jetzt beschlossen ist, daß ich Schreibers Buch kaufen werde.
[19:26]
David gegen Goliath: Deutsche Autoren protestieren gegen Amazon.
[19:21]
Petra Morsbach: Dichter vor und nach der Wende.
Donnerstag, 14. August 2014
[15:13]
Auf unserem Notfallplan steht 1. Ruhe bewahren. 2. Menschen retten. - Ja was denn nun?!
[8:40]
Was sollte ich aus der Tatsache schlußfolgern, daß ich monatlich nur 40% des Geldes verbrauche, das ich verdiene?
[8:33]
Dabei liegt das Glück doch auf der Hand: in jeder freie Minute lesen.
[8:05]
Die Bude (Station) ist gerammelt voll. Zu zweit haben wir durchweg zu tun, ohne großartig Pause machen zu können. Für eine Nachbarstation verrichten wir Dienste wie Zugänge aus der Notfallaufnahme zu holen, Akten zu heften, Schwerkranke zu lagern.
Täglich gehen 5 bis 10 Patienten und neue kommen zu allen Zeiten - und weil sie akut erkrankt sind: mit oft erheblichem Arbeitsaufwand.
Zu Hauf: Infusionen, Kurzinfusionen (z.B. Antibiotika), Transfusionen (Blutübertragung).
Hilfebedürftigen auf die Toilette oder den Nachtstuhl helfen,
Inkontinenzmaterial wechseln, Urinflaschen + Nachtstuhleimer leeren.
Verwirrte Patienten entfernen sich Windelhosen oder Venenverweilkanülen, so daß Patienten UND Bettwäsche mit Urin, Kot und/oder Blut
verschmiert sind und nicht selten zwei-, dreimal pro Nacht teilweise oder komplett gewechselt werden müssen, jedesmal mit Reinigungsprozeduren.
Patienten haben Luftnot, Schmerzen. Das geht teils ohne Arzt ab, wenn entsprechende Anordnungen vorhanden sind.
Wir müssen allerdings immer abwägen, wann eine Situation so geartet ist, daß ein Arzt vonnöten ist.
Berufserfahrung ist hierbei hilfreich. Solch ein Zwischenfall raubt einem ruckzuck eine halbe oder dreiviertel Stunde,
die nicht eingeplant gewesen ist und dann eigentlich anderweitig fehlt.
So bauscht sich die Lage in einem Dienst immer wieder auf, man gerät in einen Streßmodus,
der saugefährlich ist, weil dann die Nerven blank liegen, Fehler passieren können und die
Patienten selbst zu kurz kommen, wenn wir vertrösten müssen ("Kein Zeit jetzt") oder wenn man
gar nicht mehr fähig ist, sich trostvoll zu verhalten und seinen Druck gerade ihnen gegenüber abzulassen droht.
Bei alldem quillt einem die Galle hoch, wenn
man aus für uns banalen Gründen gerufen wird: Bettdecke zurechtzupfen, Fenster auf/zumachen usw.
Allein das Tabletten stellen kostet eine Pflegekraft 1,5 bis 2 Stunden Arbeit.
So ein Nachtdienst wurde und wird auch als "Wache" bezeichnet, was ein völlig falsches
Licht auf das wirft, was einem heutzutage abgefordert wird. Freilich, es gibt auch
Nächte, in denen es ruhig ist und man Verschnaufpausen zu schätzen weiß, die mit
Zeitungslektüre gefüllt werden können oder einem Nickerchen im Sitzen mit wachem
1 Auge & Ohr, welches das nächste Klingeln oder Ereignis vernimmt.
[7:42]
Noch neun Arbeitstage. Dann 23 arbeitsfreie Tage (Urlaub + freie Tage). Die Vorfreude ist wie immer das Beste daran.
Mittwoch, 13. August 2014
[19:05]
Das einzige Stadionkonzert 2015 wird Herbert Grönemeyer zur 1000-Jahr-Feier in Leipzig absolvieren.
[18:52]
Was das Glücklichsein betrifft, soll eine genetische Komponente eine Rolle spielen.
[18:41]
Retweet: "Das ist aber eine hübsche Baustelle. Ein wenig abgewrackt, aber hübsch." "Entschuldigen Sie, das ist mein Leben."
[18:38]
Retweet: Faszinierend, dass alle Menschen glauben, recht zu haben, und es ausgerechnet nur bei mir stimmt.
[18:20]
Retweet: Die unglaubwürdigste Stelle in der Bibel ist jene, wo Jesus ohne Kaffee wiederaufersteht.
[18:18]
Retweet: Mein Humor ist sehr simpel. Wenn ich lache war es lustig.
[18:11]
54books liegt mit einer Interviewreihe in den Startlöchern. Es geht um die Frage, WIE wir lesen. Ich werde die Fragen an meinem nächsten 'ordentlichen' freien Tag beantworten, also am Dienstag.
[17:12]
Wenn Leiden adelt, dann ist er ein Fürst. (Donna Tartt: Der Distelfink)
[16:52]
Retweet: Ein wenig wirkt das Jammern um die böse Longlist, als habe man mancherorts Sorge, plötzlich ganz viel Unbekanntes lesen zu müssen.
[16:47]
Hat jemand schon mal diese Gehörschutzdinger getestet, die wie riesige Kopfhörer aussehen? Lesen in der TRAM sollte wieder möglich werden!
[16:44]
Matthias Czarnetzki: Die Genialität des Doctor Who.
[16:37]
Im Welt-Feuilleton wird an der Longlist zum Deutschen Buchpreis herumgemäkelt.
[11:55]
Mit der israelischen Flagge durch Berlin-Neukölln fahren.
[11:44]
Tja. Und nun?
[6:10]
"Ich bin einfach zur falschen Zeit am falschen Ort." "Du bist auf Station und hast Nachtdienst." "Eben."
Dienstag, 12. August 2014
[19:32]
"Wir haben gute Gene, bis auf den Krebs und die Depressionen." (Gettin on S01E06)
[17:26]
"2 Tage ohne Kacke?" "So nenne ich meine freien Tage."
[16:29]
Ich war jung und brauchte das Geld nicht.
[16:08]
Alkohol & Depressionen. Aber ich bin noch nicht 63.
[14:47]
Coach Sylvester: "Gegen 14 Uhr schafft ihr Mädchen mit Oberlippenbehaaarung und Schilddrüsenstörungen ran!" (Glee S01E14)
[8:36]
"Hast du gewußt, daß Delfine nur schwule Haie sind?" (Glee S01E14)
[8:21]
Robin Williams bewunderte ich nicht nur in seinen zahlreichen Filmen, sondern auch als Stand-Up-Comedian, hier auch vor royalem Publikum in England.
Und er mischte genauso jede Talkshow auf, so daß solche Leute wie Letterman & Co kaum zu Wort kamen und es ihnen vor Lachen die Sprache verschlug.
[6:47]
Ich wache auf und einer meiner Lieblingsmenschen auf dieser Erde ist tot.
RIP, Robin Williams, du Komikgenie!
Montag, 11. August 2014
[21:56]
Ob man auch mit "Ich lese das, was die anderen nicht lesen" reüssieren könnte?
[21:55]
"Komm, hör auf zu trampen. Wir sind hier in Köln. Getrampt wird nur noch in Brandenburg. (Pastewka S02E08)
[21:10]
"Das ist der Längs- und Querbalken, an dem Tanja bald hängt, und zwar noch vor Ostern." (Stromberg S04E08)
[19:44]
"Wir hatten 5 schöne Jahre. Dummerweise waren wir 8 Jahre zusammen." (Cracked S02E02)
[18:13]
"Menschen, die Angst haben. Dann doch lieber ein durchgeknallter Dalek." (Doctor Who S07E03)
[18:03]
"Ok, jeder der kein Amerikaner ist: Waffe fallen lassen!" (Doctor Who S07E03)
[16:25]
Dürfen Vegetarier sich eigentlich selbst zerfleischen?
[14:39]
Retweet: "Mein Sohn ist gestern aus dem Töpferkurs geflogen." "Ach herrje, wieso das denn?" "Er hat sich mehrfach im Ton vergriffen."
[14:38]
Retweet: "Und was sind ihre Stärken?"
"Ich wurde als Kind beim Versteckspiel immer als letzter gefunden."
"Herzlich Willkommen bei Hornbach!"
[14:25]
Retweet: Ich bin ja der Typ, der quasi mit schlechter Laune schon geboren wurde. An einem Montag. Im Herbst. Ohne Übergangsjacke.
[9:30]
Ich habe seit geraumer Zeit einen Hautknuppel. Neuerdings kommt mir in den Sinn, daß er ein Problem sein könnte.
Und als gediegener Hypochonder denke ich selbstverständlich an Hautkrebs, was gar nicht so abwegig ist; denn
wenn eine Effloreszenz besteht und juckt, ziept oder spannt, sollte man sich Gedanken machen.
Eben machte ich einen Fachtarzttermin beim Dermatologen aus - in 17 Tagen, am 28. August.
Eingerechnet weitere zehn bis vierzehn Tage einer potenziellen histologischen Untersuchung,
werde ich in vier Wochen wissen, ob ich noch ein Weilchen zu leben habe oder baldigst
sterben muß. Melanome usw. metastasieren bekanntlich sehr schnell, die Lebenserwartung
bei Hautkrebs ist nicht sonderlich hoch. Falls alles gut ausgeht, plane ich eine zünftige
Belohnung für mich, bei der keine finanziellen Hürden gescheut werden sollen.
[8:46]
Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Weiter mit "Der Distelfink" von Donna Tartt.
Sonntag, 10. August 2014
[19:45]
Ein mir seit 12 Jahren bekannter Journalist, Olaf Sinner-Schmedemann alias Sebastian Giebenrath, ist gestorben. RIP, Sebastian! Was haben wir damals im Hesse-Chat mit Worten gefochten!
[14:38]
Vor Nachtdienst 5/5. Weiter mit "Der Distelfink" von Donna Tartt.
Gestern keine Lektüre, da ich von morgens 8 bis abends 8 Uhr geschlafen hatte.
Mein Magen-Darm-Infekt schwelt immer noch.
Freitag, 8. August 2014
[17:41]
Retweet: Der schönste Kommentar unter dem Bild zur neuen Kirche in Leipzig: Das Teil hätte ich gestern beim Tetris gebraucht.
[17:40]
Retweet: Was haben Motten eigentlich vor der Erfindung der Glühbirne gemacht?
[17:39]
Retweet: Ein gutes Beispiel für ein Paradoxon ist ja, wenn einem die Hirnlosigkeit der Welt Kopfschmerzen bereitet.
[15:50]
Das Elend in der Ferne (Ebola, Ukraine, Irak usw.) hilft einem nicht wirklich, wenn man hier mit Bauchschmerzen & Durchfall herumsitzt.
[15:12]
Ein neues Bibliomanikum ist erschienen:Warum Bücher? Buchkultur in Zeiten der Digitalkultur von Michael Schikowski. Hier wird es vorgestellt.
[13:38]
Nachdem ich zwei Fleischsalatbrötchen und zwei Tomaten gegessen und hernach drei Stunden geschlafen habe, fühle ich mich kränker denn je. Der Hypochonder in mir wird nie arbeitslos.
[13:34]
Retweet: Auf Lateinisch heisst es: "ars". Auf Englisch: "art". Auf Italienisch: "arte". Auf Deutsch: "WasndasfürnScheiss".
[13:33]
Retweet: "Lesen Sie - lesen Sie - lesen Sie viel. Lesen Sie alles." (Henry James)
[13:11]
Anordnungsblatt in Patientenkurve.
Chefarzt: krakel krakel krakel.
Assistenzarzt: Das soll heißen: Pat. soll nüchtern bleiben.
Ich: ROFL.
[8:52]
Obwohl in der uhrenlosen, klimagesteuerten Casino-Nacht Wörter wie Tag und Weihnachten ziemlich sinnlose Konstrukte waren, erschien mir inmitten der laut klingenden Gläser der Gedanke an Glück gar nicht so untergangsbedroht oder fatal. (Donna Tartt: Der Distelfink)
[7:15]
Retweet: "Guten Morgen." "Das ist rhetorischer Unsinn."
[7:00]
Boris, der manchmal eine ernsthafte Phase hatte, wenn er betrunken war, eine russenhafte Neigung zu schweren Themen und unbeantwortbaren Fragen... (Donna Tartt: Der Distelfink)
[6:42]
Schwarztee bleibt nun drin. Und langsam, nach 24 Stunden ohne Kalorienzufuhr, überkommt mich ein leichtes Hungergefühl.
Die Kolleginnen wird's freuen; denn Ersatz für ausfallende Dienste zu finden, ist ein gar schröckliches Spiel, bei wir oft genug verlieren.
[5:11]
Lektüre nach mehreren Tagen Pause weiter mit "Der Distelfink"
von Donna Tartt. Ich schlief seit gestern 20 Uhr bis vorhin 4.30 Uhr.
Weiterhin Diarrhö und Bauchschmerzen, so daß fraglich ist, ob ich bis
heute Abend fit genug sein werde, um mit den Nachtdiensten weiter zu
machen. Nahrung versuchte ich noch keine. Pfefferminztee kommt sofort
wieder unten raus.
Donnerstag, 7. August 2014
[18:03]
Aus "Vor Nachtdienst 2/5" wurde "Krank 1/1".
Seit 13 Uhr hänge ich auf der Toilettenschüssel und vermute eine
Salmonellenvergiftung. Inzwischen ist der Darm fast so leer, daß
ich für eine Darmspiegelung gut präpariert wäre. Allerdings auch
sehr malade und groggy und exsikkiert, weil ich mich bisher nicht
zu trinken getraute bzw., weil ich schlafen wollte, um für die
Schicht einigermaßen auf dem Damm zu sein, nicht dazu kam. Nun
habe ich mich doch für heute krank melden müssen und gehe dann
morgen in Nachtdienst 1/3 (ohne diesen Krankheitstag 3/5).
[8:40]
Wenn man mal streng zum Patienten ist, heißt es gleich: "Der Dicke hat mich vorhin zur Schnecke gemacht!"
[8:18]
Man muß hinzufügen, daß Alkoholiker im Krankenhaus keinen guten Leumund besitzen
und bei den Pflegekräften einer stupiden Verächtlichkeit ausgesetzt sind,
die sich wie folgt begründet. Die Sucht wird nicht als Krankheit gesehen,
sondern als individuelles Versagen. Das ist jedoch nicht Ausschlag gebend.
Was insbesondere Pflegekräften die eh schon fragile Laune verdirbt, sind die stereotypen
Erfordernisse, die den Umgang mit Betrunkenen oder Alkoholabhängigen
im Endstadium einer Leberzirrhose so unapppetitlich machen. Wir beseitigen
im Akkord alle nur denkbaren Ausscheidungen (Blut, Urin, Stuhlgang, Erbrochenes,
Bauchwasser [Aszites]). Oft mehrmals im Dienst, stets mit enormem Aufwand an Zeit, Putzmitteln und
Wäsche. Zudem werden Patienten im Vollrausch durchaus pampig, unwillig,
manchmal aggressiv und, was vielleicht am ärgsten ist: Sie machen sich über
einen lustig. Ein wesentlicher Punkt ist, daß sie kaum einen Tag bleiben,
sondern sich, sobald sie wieder auf zwei Beinen stehen können, gegen Revers (
"gegen ärztlichen Rat") entlassen lassen bzw. klammheimlich verschwinden.
Um dann in immer regelmäßigeren, engeren Abständen aufzutauchen, oft mit
Beutel voller bzw. eher leerer Alkoholika und in zunehmend desolateren
Zuständen. Bis sie irgendwann als Pflegefall mit Leberzirrhose den Rest
ihres kümmerlichen Daseins dahindämmern. Kein anderes Patientenklientel
ruft so stark das Gefühl, eine Sisyhosarbeit zu verrichten, bei uns
Pflegekräften hervor wie das beschriebene.
[7:56]
Irgendwas ist ja immer. Heute gelang es mir, meine Station sehr zeitig zu verlassen,
so daß ich eigentlich eine Straßenbahn eher hätte bekommen können. Siegesgewiß
verließ ich das Krankenhaus, atmete die im Gegensatz zum Dunst auf Station
erfrischende, geradezu befreiende Luft ein und spurtete los. Unter der ersten Parkbank in Richtung
Ausgang aus dem die Klinik umgebenden 15 h großen Park lag ein Suffkopp, daß
heißt, ein Birnenmännlein, voll wie eine Strandhaubitze, versifft und verdreckt.
Also zurück zu unserer nur 30 Meter entfernten Notfallaufnahme, um den Kollegen
Bescheid zu geben und ihnen zu überlassen, ob sie dieses Prachtexemplar eines
Erdenbürgers eintüten oder nicht, also aufnehmen oder eben liegen lassen.
Die Straßenbahn war natürlich weg. Ich widerstand dank einem passablen Restgewissen
dem ersten Impuls, das Häuflein Unglück, das sich unter der Bank zusammengerollt
hatte, zu übersehen.
Mittwoch, 6. August 2014
[7:16]
Michael Jürgs: Wie die Literatur begann.
[7:05]
Als wahrhafter Misanthrop sollte ich mich mit meinem verrotteten Inneren als Organspender verfügbar machen.
[5:18]
Der letzte Nachtdienst von Sonntag auf Montag hat mich kaputt gespielt.
Als ich eben versuchte, das in Worte zu fassen, merkte ich, wie es
ausufert und eine knappe Beschreibung fehlschlägt. Der seit langem
schwelende Gedanke, ein Buch über meine Arbeit als Krankenpfleger
zu schreiben, wird erneut virulent. Ich sammle jetzt Material und
werde sehen, was daraus wird.
Meine Frage ist: Kennt ihr Bücher, in denen Pflegekräfte von ihrer alltäglichen Arbeit erzählen?
Mir geht es weniger um investigative Berichterstattungen aus dem ach so ins Visier geratenenen Gesundheitswesen,
die Journalisten oder Ärzte realisierten und von denen ich viele las.
Ich bin niemand, der sich in den Job eingeschleust hat, um etwas Mißstände herauszufinden und anzuprangern, wie es
vor Jahren Markus Breitscheidel in "Abgezockt und Totgepflegt. Alltag in deutschen Pflegeheimen" tat.
Ich arbeite seit 25 Jahren als Pfleger und möchte diese Tätigkeit schildern - mit all ihren schönen und belastenden Aspekten.
Meine Intention ist, den erlebten Streß zu artikulieren, den Alltag eines Pflegenden darzustellen,
um mir selbst zu helfen, um Klarheit in mir selbst zu schaffen.
Solange mir niemand ein Buch beibringt, das Ähnliches bereits in der Weise
beinhaltet, wie ich sie mir ausmale, beabsichtige ich, den Stoff auch
nicht nur im stillen Kämmerlein zu behalten, sondern zu publizieren.
Deshalb auch die Nachfrage nach Büchern, die meine Absicht bereits
verwirklicht haben.
Dienstag, 5. August 2014
[11:55]
Die Gewohnheit hatte ihr lähmendes Netz um sie gewoben. (Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River)
[11:46]
Rita Falk: Typisch mit den lieben Männern.
[11:40]
Amy: "Ich dachte, Sie haben einen Mann." Nofretete: "Das männliche Äquivalent eines Schlafpulvers." (Doctor Who S07E02)
[5:43]
Edith Wharton:
Mit der Zeit gehen //
Der urplötzliche Präriefrühling.
Montag, 4. August 2014
[19:30]
Marius Fränzel empfiehlt sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene als einführendes Buch zum Werk Arno Schmidts Friedhelm Rathjens Arno Schmidt lesen! Orientierungshilfe für Erstleser und Wegweiser im Literaturdschungel.
[17:55]
Eben im DLF ein bibliomanes Interview mit Jo Jendle über Lesen & Schreiben in digitalen Zeiten. Morgen gibt es an gleicher Stelle ein weiteres Interview zu diesem Thema.
[17:11]
Die Polizei eröffnet am Donnerstag in der Eisenbahnstraße einen Außenposten.
Ich frequentiere diese Magistrale täglich.
[17:03]
Ein Trugschluß, durch meinen Ordnungswahn auf Station auf häusliche Akkuratesse zu schließen, dem meine Kolleginnen dauernd unterliegen.
[16:55]
Heute auf der Heimfahrt von Nachtdienst 5/5 kam ein Jüngelchen barfuß in die Bahn, aus dessen Ohrstöpsel man klassische Musik dröhnen hörte.
[16:44]
Die Leserunde zu Bertha von Suttners Die Waffen nieder verfolgt und das Buch aus dem PG eben mit dem Gutenberg ePub Generator zum epub umgeformt und auf den Kindle geladen.
[16:28]
Der gestrige Büchermarkt widmet sich dem ersten Schauerroman der Literaturgeschichte: Das Schloss von Otranto. Im Klassikerforum gibt es eine entsprechende Leserunde.
[16:11]
Bericht über den Bürgerverein Sellerhausen-Stünz. Genau hier wohne ich.
[8:10]
Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Keine Lektüre seit mehr als vierundzwanzig Stunden.
Sonntag, 3. August 2014
[9:24]
... muß aus dem Bauch heraus geschehen sein, also dem Zentralmassiv des körperlichen Südens. Der Norden des Körpers aber ist der Kopf, und alles wird besser, wenn er beteiligt ist, gibt er doch Klarheit, Verstandeskühle. Ebendeshalb gilt es ja auch als moderne Tugend, cool zu sein, also nördlich. (Roger Willemsen)
[9:02]
Was will mir der Captcha "live. love. internet." sagen?
[8:18]
Mit Bei Regen im Saal erschien ein neuer Roman von Wilhelm Genazino. Spontan geweckte Leselust.
[8:06]
Neuer Patient, der sich übers Internet besorgtes Morphium rektal eingeführt hat. Hatten wir bisher noch nicht. Muß ich mal googlen.
[7:55]
Sobald ein Patient mit Doktortitel bei uns auftaucht, sofort die stereotype Frage: Was für ein Doktor? Wobei das Interesse, wenn es kein Mediziner ist, sofort erlischt.
[7:48]
Gestern hatte ich den richtigen Riecher. Der verlegte Patient mit Bauchschmerzen hatte eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) mit bereits phlegmonösem Befall des Bauchfells (Peritoneum).
Samstag, 2. August 2014
[15:38]
Gleich allen Genies ging ihm die Ausübung seiner Begabung derart
selbstverständlich von der Hand, dass er sich ebenso wenig
vorstellen konnte, sein Geld auf andere Weise zu verdienen wie
unter Wasser zu leben. (Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson
River)
[15:35]
Edith Wharton: Der Vollkommenheit galt Großmamas Leidenschaft.
[15:29]
In der Tat konnte Vance Weston Stabilität nicht von Stagnation unterscheiden, in der Religion ebenso wenig wie im Berufsleben. (Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River)
[15:27]
Der Sekundenzeiger auf meiner Uhr dreht sich so dermaßen langsam, dass man es glatt für Arbeitsverweigerung halten könnte. (Rita Falk: Schweinskopf al dente)
[8:59]
Meine Chefin fragte in der vergangenen Nacht einen reichen Mann (mich!), warum er kein Auto habe. Finde die Verbindung!
[8:13]
Von glaubwürdiger Quelle einer durch Twitter literarisch Verbündeten wurde mir versichert, daß La Boum - Die Fete sehenswert sei. Quellen angezapft...
[8:05]
Berufserfahrung und Intuition vs. Medizinstudium. Heute Nacht verlegten wir einen Patienten mit Verdacht einer akuten Appendizitis, an dem ich festgehalten habe und die diensthabende Ärztin sanft in diese Richtung gestoßen habe. Bin gespannt, ob mein Bauchgefühl Recht hatte.
[7:57]
Gestern mokierten sich gleich 2 Kolleginnen, daß ich La Boum - Die Fete nicht kenne. Fehler oder Feature?
[7:50]
Ich kam gestern Abend ohne Ticketkontrolle und damit ohne Strafzahlung zur Arbeit. Unterwegs die Kartongeschichte von Helmut Krausser begonnen.
Freitag, 1. August 2014
[19:32]
Als Notfallmaßnahme für die Situation ohne Kindle wurde mir "BuchzuBuchBeatmung" empfohlen.
Ich muß jetzt ohnehin los zu Nachtdienst 3/5 und werde ein
Papierbuch mitnehmen (Hoffentlich lacht keiner in der Bahn),
auch wenn ich unterwegs, wie ich mehrfach
schrieb, kaum lesen kann, und ich es zudem hasse, ein Buch
parallel zu einem bereits begonnenen anzufangen, anzulesen.
[19:11]
Nach reichlich 8 Stunden Schlaf aufgewacht und im Postfach seit
langer, langer Zeit eine persönliche Mail als Resonanz auf meine
Aktivitäten hier auf der Webseite, in den Miszellen bekommen.
Ich freue mich sehr! Die wenigen Leser und Besucher, denen ich
also weiß, genügen völlig, um mich zufrieden zu stellen - gemäß
dem nicht sehr originellen, trotzdem, wie ich meine, sehr feinen
Motto, das ich im RL (real life) habe: Wenn du nur 1 Menschen
zum Lachen gebracht hast, hat sich der Tag gelohnt. Und so
auch hier: Wenn nur 1 sich amüsiert hat oder mit einem Impuls,
einem Lacher, einer Idee, einem Aha hervorgeht, hat sich die
Sache gelohnt. Der Dank gilt heute besonders dem fast
gleichaltrigen Leipziger aus dem Süden, der mir die Mail
schickte und mir so den Tag vergoldete!
[8:42]
Der Katastrophenfall ist eingetreten: Ich habe meinen Kindle auf Station vergessen. Was nun?
BTW vergaß ich auch meine ABO-Karte für die Tram. Das Bußgeld würde ich ohne Wimperzucken zahlen... Aber ohne Kindle? Völlig hilflos...
Geld habe ich auch keins dabei - alles auf Arbeit. Und das nur, weil ein Chrystal-Meth-Süchtiger
bei uns liegt und ich meine Wertsachen ausnahmsweise mal einschloß, früh jedoch vergaß, sie wieder
in die Tasche zu packen. Das Bier war allerdings nicht gesichert und ist somit nun auch vorhanden.
Jede Tragödie hat ihre positiven Seiten.
Donnerstag, 31. Juli 2014
[19:40]
Nachtrag zum Eintrag von heute Morgen bezüglich der bonprix-Bestellung:
meine E-Mail an den Kundenservice wurde schnell beantwortet und die
Fragen zur Überweisung meiner fälligen Schuld geklärt.
[19:37]
Der heutige Nachtdienst 2/5 kann ja heiter werden. Konnte nur etwas
mehr als 4 Stunden schlafen und quälte mich stundenlang, Schlaf
nachzuholen. Bin jetzt urst gejetlagt und muß heute wegen Krankheit
einer Kollegin zudem mit einer Aushilfsmitarbeiterin (Mitarbeiterpool)
arbeiten. Und die Situation auf Station verlangt größtmögliche Aufmerksamkeit
und Fitneß, weswegen ein Durchhänger nicht in Frage kommt. Das ist
dann, zusätzlich zum anfallenden Situationsstreß, ein psychischer
"Basisstreß", den ich heute Nacht zu bewältigen habe. God bless me...
[9:49]
"Ich halte heute Abend noch einen Vortrag 'Die schädliche Wirkung des Alkohols'. Mit anschließendem Selbstversuch." (Wilsberg Und der Mord ohne Leiche)
[9:44]
Alles, was dem Patienten verabreicht wird, muß gut beschriftet sein. Nach Verabreichung müssen die Restmaterialien ohne jedwede Beschriftung entsorgt werden. Bemerkt jemand die logistischen Hürden bzw. die Schwierigkeiten, die solche Anordnungen in einer Stationspraxis aufwerfen?
[9:30]
Ich habe bei Bonprix etwas bestellt und auch korrekt geliefert bekommen,
aber die Rechnung entweder versiebt oder nicht geliefert bekommen.
Mit diesem Service wollte ich die
kostenpflichtige 0180-Nummer umgehen und bekam auch eine Dame ans Telefon,
der ich schilderte, daß ich gerne meine Rechnung bezahlen möchte,
aber mir die entsprechenden Daten fehlten. Sie wollte mich an jemanden
anderes weitervermitteln. Jedoch war alles besetzt. Die Frau gab mir
wiederum die kostenpflichtige Servicenummer. Circulus vitiosus.
Es scheint einfacher, auf eine 1. Mahnung zu warten. Zumindest habe
ich noch per Mail versucht, an die Rechnungsdaten zu kommen und warte
nun, ob ich auf diesem Weg einer Antwort gewürdigt werde, bei der keine
weiteren Kosten anfallen.
Mittwoch, 30. Juli 2014
[6:50]
In Navy CIS S10E24, dem Finale der Staffel, verschanzt sich Gibbs Team in einer selbstgebauten
rustikalen Holzhütte ohne Strom. Plötzlich klopft es, Gibbs öffnet, McGhee steht im Türrahmen.
Gibbs: "Komm rein, McGhee, nimm dir 'n Baumstumpf und setz dich!"
[5:25]
Gestern im Biergarten mit einem Freund gewesen. Wir saßen bei Regen an
einem laubbekränzten, überdachten Tisch in der Leipziger Hafenbar (Kochstraße 4)
und genossen die angenehme Frische.
[5:21]
Lektüre pausiert seit 2 Tagen bei Der Distelfink von Donna Tartt, wourch meine primäre Mutmaßung, sie könnte sich bis Weihnachten hinziehen, nicht mehr allzu abwegig erscheint.
Dienstag, 29. Juli 2014
[14:01]
"... war er in Washington DC, Iraq, Israel und Pakistan." "Habe Waffen, reise gern." (CSI Las Vegas S12E09)
[13:52]
"Selbstverständlich finden Sie Bücher in einem Raum voller Waffen." (CSI Las Vegas S12E09)
[13:01]
Mrs. Barbour stammte aus einer Society-Familie mit einem alten
holländischen Namen und sah so kühl, so blond, so monochrom aus,
dass es manchmal den Eindruck erweckte, man habe einen Teil ihres
Blutes abgelassen. Sie war ein Meisterwerk der Gefasstheit;
nichts brachte sie je durcheinander oder versetzte sie in
Aufregung, und obwohl sie nicht schön war, hatte ihre Ruhe die
magnetische Anziehungskraft der Schönheit – eine Stille, die so
mächtig war, dass die Moleküle sich um sie herum neu ordneten,
sobald sie einen Raum betrat. (Donna Tartt: Der Distelfink)
Montag, 28. Juli 2014
[20:49]
"Ist dir klar, daß wir dich irgendwann nicht mehr brauchen, wenn du uns immer erzählst, wie du deinen Job machst?" (Navy CIS S10E23)
[9:23]
Wenn ich nicht meine Brötchen im Schweiße meines Angesichts verdienen müßte, würde ich in den Tag hinein lesen.
[9:16]
Menschen sind schnell - beim Schlußverkauf und bei Vorverurteilungen. (Wilsberg "Unter Anklage")
Sonntag, 27. Juli 2014
[18:45]
Buch begonnen: Der Distelfink von Donna Tartt.
Ein über 1000-seitiger Wälzer, der mich bestimmt bis zu Weihnachten einige Zeit beanspruchen wird.
Samstag, 26. Juli 2014
[7:27]
Buch beendet: "Humoristische Meisternovellen", Hesse & Becker, 130 Seiten.
Freitag, 25. Juli 2014
[8:09]
LOL. Im Tatort "Lastrumer Mischung" benennen sie zur Werbevermeidung Tabletten in "Reloc Tok" um. Original heißen sie "Beloc zok". Sehr originell!
Donnerstag, 24. Juli 2014
[19:20]
Die letzten 14 Tage waren erschöpfend. Zum einen fehlte mir ein freier Tag,
gerade nachdem ich 6 Nachtdienste zu absolvieren hatte, zum anderen die
Hitze, die mir offensichtlich mehr zusetze, als ich dachte; denn heute,
nachdem es etwas abgekühlt war, nahm sich mein Körper wohl das, was er
brauchte, um weiterzumachen. Kurzum, ich schlief heute tagsüber ganze
9 Stunden. Der Tag ist also hinüber für was auch immer...
[9:40]
Als ich eines Tages aber gar ein paar Tropfen Kölnisches Wasser, vom Toilettentisch meiner Schwester stibitzt, auf dieses Tuch gesprengt hatte, sagte er mir, den Toilettenluxus erschnüffelnd, meinen Untergang in energielosem Wohlleben mit schmerzlichem Bedauern voraus. (Rudolf Presber: Der Globus)
[8:55]
Buch beendet: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand von Harald Welzer, Fischer-Verlag, 336 Seiten.
[7:20]
Retweet: Der Hefeteig soll jetzt laut Rezept 120 Min. gehen. Bei diesem Wetter kann er anschließend sprechen und ruft eine Republik aus.
Mittwoch, 23. Juli 2014
[22:42]
"Fremdgehen, und sich nicht rausschmeißen lassen, das ist Alpha-Tier. Aber nicht Fremdgehen und sich trotzdem rausschmeißen lassen, das ist Teletubbies." "Danke. Was hätt' ich denn machen sollen?" "Du hast zu viele Opferhormone." (Der letzte Bulle S05E05)
[21:33]
"Ich muß mich entschuldigen für meinen ungebremsten Optimismus heute Vormittag". (Navy CIS S10E22)
[21:30]
Vielerorts komplett braune Kastanienbäume. So deprimierend.
[19:55]
Man kann nicht bequem eigener Meinung sein, es sei denn, sie wäre identisch mit der aller anderen. (Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand)
[15:05]
"Shopping-Gulag" (Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand)
[15:14]
Harald Welzer: Das Bystander-Phänomen //
Absinkende Innovationskurve //
Rebound-Effekt //
Differente Subgruppen.
[15:05]
In jeder gesellschaftlichen Subgruppe, egal ob man diese nach Schicht, Geschlecht, Ausbildung oder Beruf differenziert, bleiben die Anteile der Intelligenten (20%), der Durchschnittlichen (40%) und der Doofen (40%) konstant. (Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand)
[7:02]
Stets wiederkehrende Traummuster etwa sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass in unserem Leben etwas nicht stimmt. Typische Trauminhalte für den Wunsch nach radikaler Lebensänderung sind das Laufen auf der Stelle und der Fall ins Bodenlose. (Jörg Zittlau: Langweiler leben länger. Über die wahren Ursachen eines langen Lebens)
[7:00]
Als Thales noch in den Zwanzigern war, drängte seine Mutter ihn zur Heirat, doch der antwortete nur: "Noch ist nicht die Zeit dazu." Als sie ihn einige Jahre später wieder danach fragte, erklärte er ebenso knapp: "Jetzt ist die Zeit dazu vorüber." (Jörg Zittlau: Langweiler leben länger. Über die wahren Ursachen eines langen Lebens)
[6:50]
Jörg Zittlau: Kant, Bier & Wein //
Sekundärtugenden.
Dienstag, 22. Juli 2014
[22:07]
"Ich habe hier schon 'ne Menge Ärsche gesehen. Den meisten direkt in die Augen." (Der letzte Bulle S05E04)
[21:03]
Retweet: "Du bist ja nicht normal!" "Danke, ich gebe mir Mühe."
[21:01]
Retweet: Immer, wenn ich Pornos gucken will, möchte der Flashplayer upgedatet werden. Mittlerweile machen mich Update-Ankündigungen geil.
[21:00]
Klischees sind immer noch am einfachsten. In Navy CIS S10E21 reisen Siva und Toni nach Berlin.
Toni bringt McGhee natürlich eine Lederhose mit. Und er trinkt in einem Berliner Cafe,
wo Blasmusik dudelt, eine Maß Bier. 3 grundlegende Klischees, die uns Deutsche in US-amerikanischen
Augen definiert: Bier, Lederhose und Blasmusik.
[20:13]
Moderne Nachfrage bezüglich erfolgter Amputation: "Whats ab?"
[20:12]
Und nun log ich wie ein geprüfter Forstadjunkt. (Rudolf Presber: Mein Patient)
[20:11]
Bei Rudolf Presber auch gelernt, daß Kopfschmerzen nach reichlich Alkohl als "Haarweh" bezeichnet worden sind.
[20:04]
Reizende Idee, einer 'Alkoholleiche" insgeheim ein Bein einzugipsen.
[19:59]
Die Rede hätte auf alles gepaßt. Er hätte damit ebensogut eine Geweihausstellung eröffnen, als einen von Zulus erschlagenen Missionar bestatten können. (Rudolf Presber: Mein Patient)
[19:57]
Zwei Stunden Lektüre haben mich nach 12 Tagen wegen Arbeit Dahinvegetierens wieder zum Menschen gemacht.
[19:53]
Nach zahlreichen Alkoholika in Rudolf Presbers "Mein Patient" war man "weidlich animiert".
[19:46]
Bei Rudolf Presber eben gelernt, was Knickebeine sind.
[19:37]
Retweet: Wieso gibt's eigentlich nicht so eine Art Anti-Mikrowelle, in der man ein warmes Bier in drei Minuten kühlen kann? Ich würde sowas kaufen!
[19:34]
Buch begonnen: "Humoristische Meisternovellen", erschienen 1930 im Verlag Hesse & Becker.
[19:32]
Thomas Conradin war ein grundanständiger, ehrlicher Kerl. Aber bei der Erfindung des Schießpulvers war er im Nebenzimmer gewesen. (Rudolf Presber: Mein Patient)
[18:47]
Kinder, Betrunkene und neu ins Amt berufene Minister sagen die Wahrheit. (Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand)
[18:33]
Um die Umstände & Probleme damaliger Pferdehaltung wußte ich überhaupt nicht.
[18:29]
Die Geschichtslosigkeit der Ökobewegung hat daher nicht zufällig zu jener auf den ersten Blick überraschenden Technikgläubigkeit geführt, die etwa darin zum Ausdruck kommt, dass man Elektrofahrräder für einen ökologischen Fortschritt hält, obwohl ihr Unterschied zum traditionellen Fahrrad hauptsächlich darin besteht, dass sie Strom verbrauchen und schwerer sind.
(Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand)
[18:04]
Ausgeschlafen (was sich dann freier Tag schimpft). Weiter mit Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand von Harald Welzer.
[8:50]
Retweet: Wäre der Nahe Osten eine Schulklasse, würde man die Betroffenen einfach auseinander setzen.
Montag, 21. Juli 2014
[8:56]
"Ein Betrunkener kann sich ausschlafen, aber ein Narr kann nicht klüger werden." (Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners)
Sonntag, 20. Juli 2014
[8:41]
Buch begonnen: "Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand" von Harald Welzer.
[8:40]
Buch (heute Nacht) beendet: Langweiler leben länger. Über die wahren Ursachen eines langen Lebens von Jörg Zittlau, Gütersloher Verlagshaus, 192 Seiten.
Samstag, 19. Juli 2014
[19:50]
Auf zum Nachtdienst 3/5. Lektüre zurzeit auf Sparflamme, d.h. in der
Straßenbahn einige Seiten
"Langweiler leben länger. Über die wahren Ursachen eines langen Lebens"
von Jörg Zittlau. Zuhause momentan vormittags bis gegen 11 Uhr
Tatorte oder Inspector-Barnaby-Folgen. Bin etwas durch den Wind,
wenn man das bei dieser Hitze überhaupt so formulieren darf.
Schlaf dann bis vorhin 19.15 Uhr.
[8:29]
Ich wage es kaum zu sagen, aber ich habe einen ziemlich angenehmen Nachtdienst (2/5) hinter mir. Die innere Kündigung zurückgezogen.
[8:17]
... ist bekannt, dass in Deutschland um 22 Uhr noch 800.000
Kinder im Kindergartenalter vor dem Fernseher sitzen, um 23 Uhr
sind es noch 200.000, und selbst um Mitternacht schauen noch 50.000
Kinder unter sechs Jahren fern. (Manfred Spitzer: Digitale
Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen)
[8:11]
Noch nicht einmal gegen so etwas wie "Vater Staat" kann man
verlässlich demonstrieren wie noch 1968, da sich heute
schlimmstenfalls die betroffenen Politiker nach Lektüre einiger
Umfrageergebnisse der Demonstration gegen sich selbst anschließen
werden. (Manfred Lütz: BLUFF! Die Fälschung der Welt)
[7:55]
Manfred Lütz: Burnout gibt es nicht.
Freitag, 18. Juli 2014
[19:42]
Ziemlich doof, daß Pessimismus keinen allzu guten Effekt auf die Lebenserwartung hat. Was meine Abneigung gegen Optimisten nur steigert...
[19:36]
"Resiliente Menschen werden älter als andere." Na dann, gute Nacht, Markus!
"Nichtresiliente Menschen verharren auf einem gesundheitsschädlichen Streßniveau."
Resiliente Menschen besitzen die "Fähigkeit zur richtigen Einschätzung des eigenen Unglücks."
[19:30]
Nachtdienst bedeutet, daß man von einem Patienten über einen Flugzeugabsturz informiert wird.
[19:16]
Aus der psychologischen Forschung weiß man mittlerweile, dass unser Willensreservoir nicht unbegrenzt ist und durch viele kleine Entscheidungen zügig aufgebraucht wird – und dass diese ausgezehrten Reservoirs dann in anderen wichtigen Angelegenheiten fehlen. (Jörg Zittlau: Langweiler leben länger)
[19:11]
Wortperlen: "Rundumfrust" (Jörg Zittlau: Langweiler leben länger)
[18:59]
Ventilatoren haben den kurzzeitigen Effekt, unerträgliche Hitze zu mildern, und den langzeitigen, durch Zugluft einen Schnupfen hervorzurufen.
[9:16]
Mein HbA1c und die Ergebnisse der 24-Stunden-Blutdruckmessung haben meine Hausärztin besänftigt.
[9:11]
Nach 'ner Kneipenschlägerei - Boerne: "Ich hatte mal den grünen Gürtel!" Thiel: "Und jetzt ein rotes Taschentuch." (Tatort: Frauenflüsterer)
[8:40]
Der so genannte Pflegeschlüssel, d.h. wie viele Pflegekräfte wie viele Patienten
versorgen müssen, differiert zwischen den Fachbereichen, Krankenhäusern und
Ländern. In Schweden herrschen in unseren Augen paradiesische Bedingungen.
In Dubai, wo eine deutsche Krankenschwester arbeitete, kamen 12 Pflegekräfte
auf 20 Patienten. Bei uns sind es im Frühdienst 1 Pflegekraft, die 12 Patienten
betreuen muß. Im Spätdienst müssen 2 Pflegekräfte 36 Patienten versorgen (1:18).
[8:27]
Als Grundempfehlung gilt: Jeder sollten einen stationären Aufenthalt im KH meiden wie die Pest.
[8:25]
Gerüchtehalber soll es positiven Streß geben. Wenn ihn einer sieht, soll er ihn mal vorbeischicken.
[8:20]
Patienten, die mit 3 Promille Alkohol auf Station aufschlagen
und in diesem Zustand für Probleme sorgen, indem sich sie
beispielsweise die Infusion entfernen und ein so genanntes
"Blutbad" anrichten, das mit 20 Minuten Säuberungsaktion
verbunden ist, sind nicht unbedingt beliebt.
[7:55]
Nach mehreren Leseversuchen mit Büchern aus dem Sachbuchbereich, die
mich enttäuschten, lese ich seit gestern Abend
Langweiler leben länger. Über die wahren Ursachen eines langen Lebens
von Jörg Zittlau und bin endlich mal wieder angetan bei einem
Buch, das weder dümmliche Banalitäten, Ressentiments, flache
Witze noch strukturlose Rundumschläge beinhaltet, sondern
durchaus mir neue Fakten bringt und solche, deren Wiederholung man sich
durchaus gönnen kann bzw. die, in neuen Zusammenhängen gebracht,
bei der Wiederholung eher gewinnen als verlieren. -
Ralf Sotschecks
"Nichts gegen Engländer. Psychogramm eines merkwürdigen Volkes"
brachte ich gestern im Schnellwaschgang gerade noch
zuende.
Jörg Schneiders
So komme ich in die Hölle. Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion
mußte ich aber nach 30 Seiten beiseite legen. Dann doch lieber
Deschners Kriminalgeschichte des Christentums, wenn ich jemals
dazu kommen werde, als diese zusammengeschusterte chaotische
Giftbrühe.
Donnerstag, 17. Juli 2014
[19:20]
"Wäre dein IQ fünf Punkte niedriger, müßter man dich täglich gießen."
[18:51]
Johnny Winter, "weißer Papst der schwarzen Kunst", ist mit 70 gestorben.
Dank der Amiga-Veröffentlichung kenne ich ihn seit meiner Jugend.
[18:50]
Ursprünglich sollte bereits am 3. August ein neuer Tatort gesendet werden. Nun verlängert sich die Sommerpause bis Ende August.
[18:17]
Die Baronin ist sozusagen das Küken des Altersheims: Sie ist
unter 60 und kann mühelos zwei zusammenhängende Sätze
formulieren, die sie hin und wieder gar mit einem Relativsatz
garniert. Unglücklicherweise hält ihre Geisteskraft nicht mit
ihrem rhetorischen Geschick mit. (Ralf Sotscheck: Nichts gegen
Engländer. Psychogramm eines merkwürdigen Volkes)
[18:11]
Constanze Kleis: Sterben mit Staubsaugerkenntnissen.
[8:40]
Vor Nachtdienst 1/5. Lektüre - "Nichts gegen Engländer. Psychogramm eines merkwürdigen Volkes" von Ralf Sotscheck.
Mittwoch, 16. Juli 2014
[20:42]
"Meine Augen haben Tinnitus." "Hä?" "Sie sehen nur Pfeifen."
[19:00]
William S. Maugham: Der zu zahlende Preis.
[18:58]
"Was Sie für einen ungewöhnlichen Namen haben", bemerkte er, nur
um etwas zu sagen. "Es ist ein sehr alter Yorkshire-Name. Es hat
einmal eine Zeit gegeben, wo das Haupt unserer Familie einen
ganzen Tagesritt brauchte, um seine Güter zu umrunden, aber die
Herrlichkeit ist dahin. Zu flotte Frauen und zu träge Pferde."
(William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:55]
Die Korrekturbögen waren durchgesehen; der Band sollte unter den Neuerscheinungen sein, die im Frühjahr herauskamen, wenn die Leserschaft sich von der Flut der Weihnachtsbücher erholt hatte. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:53]
William S. Maugham: Ich bedauere nichts.
[18:48]
"Der sieht aus wie ein Anarchist", meinte Mildred. "Ist er auch. (...) Er trägt immer eine Bombe bei sich, und das macht den Umgang mit ihm ein bisschen schwierig, denn wenn man etwas sagt, das ihm nicht gefällt, legt er sie vielsagend auf den Tisch."
(William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:44]
"Die Illusion des Menschen von der Freiheit seines Willens ist so
tief verwurzelt, dass ich bereit bin, sie anzuerkennen. Ich
handle, als wäre ich ein freies Wesen. Ist die Handlung jedoch
vollbracht, wird klar, dass alle Kräfte des Weltalls von Ewigkeit
her verschworen waren, sie zustande zu bringen; nichts, was in
meiner Macht lag, hätte sie verhindern können. Sie war
unvermeidlich. Wenn sie gut war, kann ich kein Verdienst
beanspruchen, war sie schlecht, keinen Tadel hinnehmen."
(William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:40]
Wie alle schwachen Menschen legte er übertriebenen Wert darauf, an einem einmal gefassten Entschluss festzuhalten. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:37]
Ihr Parfüm (in Blackstable benützte niemand etwas anderes als Eau de Cologne, und das nur sonntags oder bei Migräne) war aufregend und exotisch. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:34]
Er konnte den Gedanken an ein teutonisches Fest nicht ertragen. Er bekam Gänsehaut, wenn er an den aggressiven Frohsinn dieser Zeit dachte, und um dem zu entrinnen, beschloss er, an Heiligabend zu reisen. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:33]
Ein Beweis der Größe eines Schriftstellers ist es, dass unterschiedlich denkende Menschen unterschiedliche Inspirationen bei ihm finden können. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:27]
Der Sommer kam über das Land wie ein Eroberer. Jeder Tag war schön. Der Himmel hatte ein herausforderndes Blau, das die Nerven aufpeitschte. Das Grün der Bäume war grell und aufdringlich, und die Häuser leuchteten, wenn die Sonne sie beschien, so weiß, dass es schmerzte. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:26]
In Frankreich herrscht Handlungsfreiheit: Man kann machen, was man will, und niemand kümmert sich darum, aber man muss denken wie alle anderen. In Deutschland muss man machen, was jeder andere macht, aber man kann denken, was einem beliebt. (William S. Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:21]
Auch offenbarte die immer leiser werdende Stimme eine Atemnot, eine Seelenerkältung, die sich Tittel an der Schlechtigkeit der Welt zugezogen hatte. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:18]
Übrigens, heute ist: Nach Nachtdienst 6/6 = Freier Tag 1/1.
[18:15]
Für das Stadtkind, das nur eine gezügelte und halbverfälschte Feriennatur kannte, waren die Gattungen der Tiere nichts Gleichberechtigtes und Selbstverständliches. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:13]
Einer der katzenjämmerlichen Sommertage war’s, von katarrhalischen Himmeln überwölbt, denen so stumpf zu Mute ist, daß sie sich zu keinem Regen entschließen können. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:10]
... während sie selber leider schon einundzwanzig Jahre alt sei, schlechtgerechnet. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:05]
Jörg Schneider: Der nörgelnde Oberaufseher.
[18:03]
"souveräner Abgang in Richtung geschlossene Anstalt" (Jörg Schneider: So komme ich in die Hölle)
[17:49]
Jörg Schneider: Mit der ewigen Verdammnis drohen.
[17:41]
Menschen, die lieben, was sie tun, es aber aus irgendeinem Grund nie zeigen, sind dazu verdammt, missverstanden zu werden. (Förster/Kreuz: Hört auf zu arbeiten!)
Dienstag, 15. Juli 2014
[9:05]
Zwischendurch als Überbrückungslektüre gelesen: "Hört auf zu arbeiten! Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt" von Anja Förster und Peter Kreuz (Pantheon, 230 Seiten); "Vom grauen Alltag zum Abenteuer" von Al Kàro (Kindle Edition, zirka 50 Seiten).
[8:45]
Nach Nachtdienst 5/6. Von gestern zu heute eine 24-Stunden-Blutdruckmessung; deswegen noch
nicht im Bett. Und kann jetzt auch nicht mehr, weil der gewisse Punkt übersprungen ist,
an dem Einschlafen nach der Nachtschicht gelingt. Lesen geht in solch einer Verfassung
schon gar nicht. Also eine Serie...
Sonntag, 13. Juli 2014
[16:56]
Sie litt an Zwangsvorstellungen der Reinlichkeit. Alles Fremde, zumal wenn es einer geringeren Lebensklasse angehörte, erschien ihr als 'unhygienisch'. Fremdheit und Ansteckungsgefahr waren ein und dasselbe. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[16:43]
Die Welt? Phantasiegewölk der vielen Bücher, und im Mittelpunkte er selbst, in seinem Bette sich rekelnd, lesend. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[16:31]
... mit dem belästigten Gesicht eines Virtuosen, dem man eine unerwünschte Zugabe abzwingt. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[16:30]
Wache bei verhangenem Himmel und Regen auf. Vor Nachtdienst 4/6. Weiter mit "Kleine Verhältnisse", Erzählung von Franz Werfel.
Samstag, 12. Juli 2014
[18:47]
Plakat an einem Fenster gesehen: "Mir geht euer sportfanatischer Nationalismus auf die Eier!"
[18:36]
Miss Filpotts, die unbestechliche Anhängerin eiskalten Wassers, körperlicher Ertüchtigung und starrer Nervenruhe... (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:31]
Fräulein Tappert aber erhielt nach einer kurzen Besprechung der Herrschaften ein eigenes Zimmer angewiesen, weil Hugo immerhin elf Jahre alt war und die fortgeschrittene Wissenschaft allerhand Lehren über das frühzeitige Erwachen des Menschen verbreitete. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:24]
Dieses Kinderzimmer war überaus geräumig, hell und in blendendem Weiß gehalten. Der gummibelegte Fußboden, die blitzenden Turngeräte, die mächtige Schulbank und -tafel, die Anordnung der eingebauten Wandkästen, das weiß-geschmeidige Bett, all dies erweckte den Anschein, als hätten sich in diesen Räumen Hygiene, Erziehungskunst und Luxus zusammengefunden, um aus einem gesegneten Kinde einen Vollmenschen ohnegleichen zu modeln.
Man sieht, dieses Haus und seine Herren gehörten zu den Auserwählten, denen die Zeichen der Zeit nicht näherkamen als es für einen ernsthaften Gesprächsstof notwendig ist. Ihr Schicksal war so gut gedämmt, daß es die Sturmfut nur vom Hörensagen kannte. Der schwere Wermutstropfen der Zeitläufte hatte hundert immer feinere Siebe passiert, ehe er als zerstäubter Duft ins Bewußtsein dieser Glücklichen trat, wo seine Bitterkeit sogleich als edle Gesinnung die Lebensmeinungen würzte.
(Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:21]
Man trug damals den Kopf noch nicht geschoren, und dick-lastendes Blondhaar galt als das Sinnbild eines vertrauenerweckenden Herzens. (Franz Werfel: Kleine Verhältnisse)
[18:22]
Buch begonnen: "Kleine Verhältnisse", Erzählung von Franz Werfel.
[18:11]
Buch beendet: "Der Menschen Hörigkeit" von William Somerset Maugham, Diogenes, 976 Seiten.
[17:55]
Gestern Abend begegnete ich einem Pulk junger Männer, die einen Junggesellenabschied feierten. Sie hatten dunkelblaue T-Shirts mit der Aufschrift "Hurra, Rolf heiratet" an. Nur einer hatte ein rotes an, auf dem stand: "Scheiße, ich bin Rolf".
[17:39]
Philip war nie imstande gewesen, einen Charakterfehler zu überwinden, von dem er wusste, dass er seinem starken Wunsch, ein geregeltes Leben zu führen, im Wege stand: seiner Leidenschaft, statt in der Gegenwart in der Zukunft zu leben. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[17:33]
Als Captcha eben "run amok". Was will man machen...
[17:10]
Vor Nachtdienst 3/6. Irgend etwas habe ich mir eingefangen und fühle mich krank.
Durch den letzten Nachtdienst geschleppt, früh fast auf allen Vieren nach Hause
gekrochen, bis 16:50 Uhr geschlafen. Darauf, wie ich die noch ausstehenden 4
Nachtdienste bewältigen werde, bin ich gespannt.
Freitag, 11. Juli 2014
[17:47]
'Ich habe eine scheußliche Veranlagung', sagte er sich. 'Ich sehe voll Sehnsucht einer Sache entgegen, und wenn es dann so weit ist, bin ich immer enttäuscht.' (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[17:22]
Philip dachte an die unzähligen Millionen Menschen, für die das Leben nur eine endlose Arbeit ist, nicht schön, nicht hässlich, sondern einfach hinzunehmen wie die Jahreszeiten. Ein ohnmächtiger Zorn ergriff ihn, weil alles so sinn- und zwecklos schien. Er konnte sich nicht damit aussöhnen, dass das Leben keinen Sinn hatte, und doch überzeugten ihn seine Erfahrungen und seine Gedanken immer mehr, dass es so war. Aber der Zorn, der ihn ergriff, war fast ein freudiger Zorn. Das Leben verlor seinen Schrecken, wenn es sinnlos war, und er stellte sich ihm mit einem seltsamen Gefühl der Macht. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[16:57]
So ist auch der Zugang Joseph Ratzingers und Jorge Mario Bergoglios zum Fußball sehr verschieden geraten. Bei Ratzinger: reine Kopfsache. In einer frühen Reflexion über die Fußball-WM 1978 spricht er von einem «Tun, das ganz frei ist, ohne Zweck und ohne Nötigung, und das dabei doch alle Kräfte des Menschen anspannt». Im Heraustreten aus dem versklavenden Ernst des Alltags handele es sich um eine «versuchte Heimkehr ins Paradies», in den «freien Ernst dessen, was nicht sein muss und gerade darum schön ist».
(Gucken zwei Päpste Fußball)
[16:50]
Vermutlich habe ich bei der Versuchsanordnung, die sich 'mein Leben' nennt, das Placebo bekommen.
[16:07]
Kurze Zeit hatte es so ausgesehen, als würde ich etwas von den 19 Tagen Urlaub, die ich 2014 noch
nehmen muß, in allernächster Zeit bekommen, weil heute unsere Station für die kommenden Wochen
von 72 auf 36 Betten reduziert wird und das Personal dementsprechend reichlich zur Verfügung
stände und ich am entbehrlichsten gewesen wäre. Trugschluß! Denn die Hälfte unseres Teams
wird auf andere Stationen und, schlimmer noch, andere Teilkliniken unseres Krankenhauses an anderen
Standorten verteilt. Der Personalschlüssel bleibt also wie gewohnt eng und ich muß meinen
Dienst nach bestehendem Plan weiterschieben. Noch 5 Nachtschichten bis Mittwoch früh.
[15:55]
Die Anstrengung stand in keinem Verhältnis zu dem erreichten Resultat. Die leuchtenden Hoffnungen der Jugend mussten mit bitterer Ernüchterung bezahlt werden. Schmerz, Krankheit und Unglück lasteten schwer auf der Waagschale des Lebens. Was bedeutete es alles? (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[15:22]
Vor Nachtdienst 2/6. Weiter mit "Der Menschen Hörigkeit" von William Somerset Maugham.
Das erste Mal 6 Nachtdienste am Stück und nach nur 1 freien Tag
5 weitere. Die nächsten 12 Tagen werden demnach sehr, sehr
anstrengend und es entsprechend ruhig hier.
Donnerstag, 10. Juli 2014
[18:01]
Der Idealist zog sich zurück, weil er das Gedränge der menschlichen Menge nicht ertragen konnte; er hatte nicht die Stärke zu kämpfen und bezeichnete daher den Kampf als vulgär. Er war eitel, und da ihn seine Freunde nicht in seiner Eigenart akzeptieren wollten, tröstete er sich damit, diese Freunde zu verachten. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[16:41]
... ist Religion eine Sache des Temperaments; man glaubt an alles
Mögliche, wenn man eine religiöse Ader hat, und wenn man diese
nicht hat, ist es gleichgültig, welcher Glaube einem beigebracht
worden ist, man entwächst ihm. Vielleicht ist Religion die beste
Schule für Moral. Sie ist wie eine jener Arzneien, die Sie in der
Medizin verwenden, um eine andere in eine Lösung zu verwandeln.
Sie hat selbst keine Wirkung, aber sie ermöglicht es der anderen,
absorbiert zu werden. Man nimmt die Moral hin, weil sie mit der
Religion verbunden ist; verliert man die Religion, bleibt die
Moral zurück. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[12:58]
Wie jeder, der mit Krankenhausverhältnissen vertraut ist, fand er, dass man mit männlichen Patienten leichter zurechtkommt als mit weiblichen. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[12:50]
"Sie haben einen absolut sicheren Instinkt für Mittelmäßigkeit." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[12:41]
Das Leben war ein unentwirrbares Durcheinander. Die Menschen eilten dahin und dorthin, von Kräften getrieben, die sie nicht kannten; und der Sinn all dessen entglitt ihnen; sie schienen sich nur um des Eilens willen zu beeilen. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[12:07]
Wird eigentlich, wenn Deutschland Weltmeister wird, Benedikt XVI. wieder amtierender Papst?
Mittwoch, 9. Juli 2014
[18:24]
Durch den Umgang mit Studenten und armen Leuten hatte er einen etwas gönnerhaften Ton und dadurch, dass er immer mit Kranken zu tun hatte, die dem Gesunden eigene joviale Herablassung. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:14]
"Wie sind die Beiden denn ertrunken?" "Ich habe keinen blassen Schwimmer!"
[18:14]
"Ich kann diese sehr unerhebliche Tatsache, dass er sich unbehaglich fühlt, ganz gut ertragen." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:00]
Er handelte, als wäre er eine Maschine, die von zwei Kräften
angetrieben wird: seiner Umwelt und seiner Persönlichkeit; sein
Verstand war wie ein Zuschauer, der die Ereignisse beobachtete,
aber nicht die Macht hatte einzuschreiten: wie jene Götter des
Epikur, die die Taten der Menschen von den himmlischen Höhen aus
sehen, aber keine Macht haben, auch nur den kleinsten Teil
dessen, was geschieht, zu verändern. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[12:11]
Was kann es Besseres geben, als, mit einem Kater aufgewacht, eine Doku namens Im Augenblick des Todes zu gucken.
Dienstag, 8. Juli 2014
[18:57]
"Ich bin ein Versager", murmelte er. "Ich eigne mich nicht für die Brutalität des Lebenskampfes. Alles, was mir zu tun bleibt, ist, beiseitezutreten und die gewöhnliche Masse, die den guten Dingen hinterherjagt, vorbeihasten zu lassen." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:55]
Retweet: Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich erst, wenn eine zweite Kasse aufgemacht wird.
[18:53]
Wenn er zwei oder drei Glas Whisky getrunken hatte, neigte er dazu, sich elegisch zu geben. (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:33]
"Es ist widerlich, dass sich nur die ganz gemeine Mittelklassenbravheit lohnt." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[18:16]
Schöne Dinge werden angefüllt mit den Gefühlen, die sie in nachfolgenden Generationen wecken. Darum sind alte Sachen schöner als moderne. Die 'Ode auf eine griechische Urne' ist nun lieblicher als zu dem Zeitpunkt, an dem sie geschrieben worden ist, weil sie hundert Jahre hindurch immer wieder von Liebenden gelesen worden ist und so manches kranke Herz in ihren Zeilen Trost gefunden hat." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
[17:55]
Unter Verdacht
ist eine ZDF-Dokumentation innerhalb der Sendereihe
"37 Grad", die den Alltag von Rechtsmedizinern zeigt
und darauf verzichtet, reißerisch zu sein. Gelungen und informativ.
Der gravierendste Unterschied zu den so gerne in TV-Filmen/Serien gezeigten
Gerichtsmedizinern besteht darin, daß in realiter auch Lebende untersucht werden,
wenn der Verdacht auf eine kriminelle Handlung besteht und
die Mediziner Gutachten bei Schwerverletzten auf Internsivstationen
erstellen müssen.
[17:44]
Freier Tag 1/2. Lektüremäßig noch mit "Der Menschen Hörigkeit" von William Somerset Maugham zugange.
Allerdings las ich gestern nichts und heute wenig, weil mich nachmittags ein dreistündiger
Rekonvaleszenzsschlaf heimsuchte und ich vormittags am PC verlemperte.
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