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Allgemeine Zitate I

A

Achard, Marcel

  • Man braucht nicht geistreich zu sein, um zu beweisen, daß man begabt ist. Aber man braucht viel Geist, um zu verbergen, daß man keine Begabung hat.

Adair, Gilbert

  • Für manche Leute ist das Blut des Feindes wie ein feiner Qualitätswein.
  • Ich halte nichts von Ideen. (...) Für die Hälfte alle Probleme in der Welt sind Ideen verantwortlich.

Adamic, Louis

  • Leben ist, als müsse man Honig von Dornen lecken.

Adorf, Mario

  • Es ist doch immer dasselbe: Zuerst hat man eine Frau im Herzen, dann auf den Knien, dann im Arm und dann am Hals.
  • Unter Verzicht verstehen Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen.

Adorno, Theodor

  • Glück ist ein Zustand, den man sich erst vergegenwärtigt, wenn man ihn verlassen hat.
  • Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.

Allen, Woody

  • Das Schwierige im Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen zusammenzuarbeiten - in meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.
  • Es gibt da (...) eine etwas lächerliche Tendenz, die eigenen Neurosen zu glorifizieren, indem man sie an etwas Großes hängt. Narzisstische, von sich selbst besessene Menschen reden gern vom Schicksal der Menschheit, von der Welt als einem bedauerlichen, verworfenen, schrecklichen Ort. Dabei geht es in Wahrheit nur um ihr eigenes blödes kleines Problem.
  • Meine Beziehung zum Tod hat sich über die Jahre nicht verändert. Ich bin total dagegen.
  • Geld ist besser als Armut - wenn auch nur aus finanziellen Gründen.

Altenberg, Peter

  • Hüte dich vor dem Imposanten! Aus der Länge des Stiels kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen.

Amanshauser, Gerhard

  • Selten sind die Kühnsten diejenigen, die auch das Wissen besitzen.

Anderson, Sherwood

  • Wir leben nur in seltenen Augenblicken.

Andersch, Alfred

  • Die Wissenschaft kann Versuchsreihen veröffentlichen, der Künstler niemals.

Anonymus

  • Altenpflege, gerade im Heim, gehört zu den härtesten, anstrengendsten Jobs, die unsere Gesellschaft zu vergeben hat.
  • Erwachsenwerden von den Eltern, aus deren Obhut, aus deren Fürsorge, aus deren Wohnung, aus deren finanzieler Unterstützung. Sich immer weiter entfernen, das ist Erwachsensein.

Anouilh, Jean

  • Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.
  • Geistreich sein heißt, sich leicht verständlich machen ohne deutlich zu werden.

Antunes, Antonio Lobo

  • Beerdigungen sind der beständige Kitt der Familie.
  • Ich habe mich nie ans Erwachsenensein gewöhnt.
  • Ich will gleichzeitig in Ruhe gelassen werden und doch nicht, geliebt werden und nicht geliebt werden, gerufen, aber auch vergessen werden.
  • In dieser merkwürdigen Zeit erscheint Intelligenz dumm und Dummheit intelligent, und es ist ratsam, aus Gründen der Klugheit, beiden zu mißtrauen.
  • Die Frauen verabscheuen Männer, die zu berechenbar sind, sie finden einen gewissen Grad an Überraschung wunderbar.
  • Hin und wieder haben wir das Glück, auf einen Menschen wie sie zu stoßen, der uns nicht trotz unserer Fehler mag, sondern mit ihnen, in einer zugleich mitleidslosen und brüderlichen Liebe, Reinheit von Bergkristall, Morgenröte im Mai, Velasquezrot.
  • Was würde ich tun, wenn ich an meiner Stelle wäre?

Arendt, Hannah

  • Ich muß gestehen, daß mir dieser Entlaubungs- und Abholzungsprozess sehr nahe geht. Altwerden bedeutet die allmähliche Umwandlung einer vertrauten Welt mit vertrauten Gesichtern in eine Wüste, die von fremden Gesichtern bewohnt wird.

Armstrong, Louis

  • Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.

Arnim, Elizabeth von

  • Unter keinen Umständen erfährt der Einmischer je Dankbarkeit.
  • Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.
  • Wer eine Aufgabe zu erfüllen hat, verbringt seine meiste Zeit damit, die besten Dinge zu versäumen.

Asimov, Isaac

  • Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.

Asmussen, Fips

  • Die wenigsten Raucher sterben heute an Lungenkrebs. Die meisten erfrieren auf dem Balkon.

Astaire, Fred

  • Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft.

Atkinson, Rowan (Mr. Bean)

  • Bigamie bedeutet, eine Frau zu viel zu haben. Monogamie ist dasselbe.

Atwood, Margret

  • Auge um Auge führt nur zu noch mehr Blindheit.
  • Frauen sammeln Ressentiments, hegen Mißgunst und verändern ständig ihre Form. Sie fällen harte, legitime Urteile, im Unterschied zu den kurzsichtigen Mutmaßungen der Männer, die von Romantik und Ignoranz und Zuneigung und Vorurteil umnebelt sind. Frauen wissen zuviel, man kann sie weder täuschen, noch kann man ihnen trauen. Ich verstehe, warum Männer sie fürchten, was ihnen ja häufig nachgesagt wird.
  • Füllfederhalter kommen wieder. Irgendwo in der Vergessenheit stehen all die alten Dinge und Apparaturen und Kostüme Schlange und warten darauf, daß sie an der Reihe sind, zurückzukehren.
  • Liebhaber gehen denselben Weg wie alte Fotografien, sie bleichen allmählich aus, wie in einem langsamen Säurebad.

Aubyn, Edward St.

  • Das ist das Wesen des Charmes: über alle Bösartiges zu sagen, abgesehen von dem Menschen, mit dem man zusammen ist, so daß dieser sich im Privileg der Ausnahme sonnen kann.
  • Von seiner Erziehung sollte ein Kind später sagen können: Wenn ich das überlebt habe, kann ich alles überstehen.

Augustinus

  • Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären will, der fragt, weiß ich es nicht.

Aurel, Marc

  • Das Leben eines Menschen ist gefärbt von der Farbe seiner Vorstellungskraft.
  • Wenn dich äußere Dinge quälen, so sind nicht diese es, die dich stören, sondern dein eigenes Urteil über sie. Und es steht in deiner eigenen Macht, dieses Urteil auszulöschen.

Austen, Jane

  • Ich möchte nicht, daß die Leute sehr freundlich sind, so erspare ich mir die Mühe, sie allzu sehr zu mögen.

Auster, Paul

  • Ich weiß auch, wie schnell es geht, dass eine Generation vergisst, worunter die vorherige noch zu leiden hatte.

B

Babel, Isaak

  • Jeder Dummkopf ist dumm genug, um sentimental zu werden, und nur der Weise zerreißt mit seinem Lachen den Schleier des Seins.

Bacon, Sir Francis

  • Bedenke, daß die Jahre vergehen, und achte darauf, nicht immerfort das Gleiche zu tun.
  • Der Ruhm ist wie ein Fluß, der leichte und aufgedunsene Dinge hochspült und schwere und feste Dinge untergehen läßt.
  • Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.
  • Reichtum ist wie Stallmist: Er nützt nur, wenn man ihn ausstreut.
  • Wohlergehen in Verbindung mit Reichtum ist erwünscht, aber das Wohlbefinden in Verbindung mit Pech wird bewundert.
  • Zorn macht langweilige Menschen geistreich.
  • Zweifelt irgendjemand daran, daß vom Geist vieler Menschen - befreite man ihn von törichten Überzeugungen, eitlen Hoffnungen, falschen Werturteilen, allerlei Einbildungen und dergleichen - nur ein armseliges verschrumpeltes Etwas voller Trübsinn und Unlust übrig bliebe, das sich selbst zuwider ist?

Badde, Paul

  • Auch wer sich vom biblischen Gott und seinen Geboten abwendet, hat es danach also nie weit zu allen anderen Göttern.

Baeriswyl, Michael

  • Da gelingt es der Menschheit, auf den Mond zu fliegen, Marssonden auszusenden und künstliche Biosphären zu schaffen, der natürlichen Evolution mit dem Klonen von Schafen nachzuhelfen, die Reifungs- und Zerfallszeiten von Lebensmitteln beinahe beliebig zu verändern, altersschwache Organe bei Bedarf auszuwechseln und möglicherweise gar den Schlüssel zu ewigem Leben zu entdecken - sozial verträgliche Wirtschafsstrukturen zu schaffen scheint jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.
  • In der Küche ist die Globalisierung längst Wirklichkeit.
  • Nicht die Geburtsurkunde, sondern der Führerschein ist das eigentliche Dokument der amerikanischen Staatsbürgerschaft.
  • Viele wirtschaftspolitische Publikationen beziehen ihre Anregungen aus der Militärwissenschaft und liefern so den schlagenden Beweis dafür, daß die moderne Wirtschaft bloß die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist.
  • Wer den Tanz ums goldene Blechkalb als Fetischierung kritisiert, rührt an ein Sakrileg der Moderne.
  • Wirtschaftlicher Erfolg rechtfertigt bekanntlich jeden Schwachsinn.

Bahr, Hermann

  • Ein charmantes Kompliment ist ein geglückter Seiltanz zwischen Wahrheit und Übertreibung.

Bahr, Iris

  • Liebe ist selten etwas anderes als eine Einbahnstraße.

Baier, Lothar

  • Die Hauptbeschäftigung der liberalen Wissensgesellschaft scheint derzeit die Erforschung von Sparmöglichkeiten zu sein, was unvermeidlich zu allererst auf Kosten eines Wissens geht, das nicht vorwiegend der Verwertung, Kommunikation und farbenfrohen Unterhaltung dient.
  • "Ihr Geld interessiert uns", dieser Werbespruch einer französischen Bank ist in dieser Hinsicht veraltet. Ihre Zeit interessiert, lautet die allerdings nicht laut ausgesprochene Parole der vereinigten Kommunikationsindustrien.
  • Ohne mitgelieferte Zeit bedeutet mehr Möglichkeiten der Information keineswegs mehr Information.

Baker, Josephine

  • Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.

Baker, Nicholson

  • Bevor man etwas als wahr akzeptieren kann, braucht man die Empfindung, die Illusion, daß es direkt zu einem gesagt wird oder daß der Gedanke jemandem gekommen ist, der einem selbst so ähnelt, daß er einem als emotionaler Mandatar dienen kann.
  • Wenn man sich einmal für einen Beruf entschiede hat, blättert man durch die Vergangenheit zurück, um frühe willkürliche Anzeichen einer Neigung zu dem gewählten Interessengebiet zu suchen, und man bläht sie zu einer falschen Bedeutsamkeit auf.

Bakker, Gerbrand

  • Nach Hause zu kommen, wenn man an einem ganz anderen Ort gewesen ist, hat immer etwas Seltsames. Liegt das daran, daß zu Hause alles noch genauso ist, wie man es zurückgelassen hat? Während man selbst ja etwas erlebt hat, so unbedeutend es auch gewesen sein mag, und älter geworden ist, wenn auch vielleicht nur um ein paar Stunden?

Baltsar, Judith

  • Zum Fernsehglotzen habe wir unser aufwendiges Hirn sicher nicht, dafür würde auch das Rückenmark reichen.

Balzac, Honore de

Bamm, Peter

  • Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
  • Ein Wunsch kann durch nichts mehr verlieren als dadurch, daß er in Erfüllung geht.
  • Optimisten haben gar keine Ahnung von den freudigen Überraschungen, die Pessimisten erleben.
  • Tätig ist man immer mit einen gewissen Lärm. Wirken geht in der Stille vor sich.
  • Was der liebe Gott vom Gelde hält, kann man an den Leuten sehen, denen er es gibt.

Banville, John

  • Es gibt nichts Langweiligeres als die Träume anderer.
  • Trotz allem, was ich weiß, trotz all der Dinge, die ich gesehen und getan habe, halte ich hartnäckig die Welt für grundsätzlich gut. Ich kann diese Überzeugung nicht begründen - ich meine, sieh dir die Welt doch an -, und dennoch kann ich mich nicht von ihr trennen.

Barbery, Muriel

  • Auf eine neue Weise hineinzubeißen, das ist wie ein neues Gericht zu kosten.
  • Außer der Liebe, der Freundschaft und der Schönheit der Kunst sehe ich nicht viel anderes, was das menschliche Leben nähren könnte.
  • Das Elend ist ein Schnitter: Er mäht alles, was wir an Fähigkeit zum Umgang mit dem anderen besitzen, in uns nieder und hinterläßt uns leer, gefühllos, um uns die ganze Trostlosigkeit der Gegenwart erträglich zu machen.
  • Der Schönheit verzeiht man alles, sogar die Vulgarität.
  • Gewisse Leute sind unfähig zu erfassen, was das wahre Leben und der eigentliche Odem dessen ist, was sie betrachten, und verbringen eine ganze Existenz damit, über die Menschen zu harangieren, als wären es Automaten, und über die Dinge, als hätten sie keine Seele und ließen sich zusammenfassen in dem, was im Laufe von subjektiven Einfällen über sie gesagt werden kann. (Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels, S. 29)
  • Im Grunde sind wir programmiert, an das zu glauben, was nicht existiert, weil wir Lebewesen sind, die nicht leiden wollen. So wenden wir unsere ganze Kraft auf, uns zu überzeugen, daß es Dinge gibt, die es wert sind, und daß das Leben daher einen Sinn hat.
  • Man kann sagen, was man will, man kann große Reden schwingen über die Evolution, die Zivilisation und jede Menge anderer Wörter mit "tion", der Mensch ist seit seinen Anfängen nicht weit gekommen. Er glaubt immer noch, daß er nicht zufällig hier ist und daß mehrheitliche wohlwollende Götter über sein Schicksal wachen.
  • Niemand scheint an die Tatsache gedacht zu haben, daß, wenn die Existenz absurd ist, darin zu glänzen und Erfolg zu haben keinen höheren Wert hat, als darin zu scheitern . Es ist nur angenehmer. Wenn überhaupt: ich glaube, der Scharfblick macht den Erfolg bitter, während die Mittelmäßigkeit immer noch auf etwas hoffen läßt.
  • Wenn ich etwas hasse, dann sind es die Leute, die ihre Ohnmacht oder ihre Psychoknackse in eine Credo umwandeln.
  • Unsere Fähigkeit, uns selbst zu manipulieren, damit der Sockel unserer Überzeugung nicht ins Wanken gerät, stellt ein faszinierendes Phänomen dar.

Barnes, Julian

  • Ab dem Alter von vierzig Jahren läßt sich das Grundprinzip des Lebens mit einem einzigen Begriff zusammenfassen: Entsagung.
  • Am patriotischsten verhält sich, wer seinem Land Bescheid sagt, wenn es sich ehrlos, dumm und böse verhält.
  • Beim Leben ist das Problem, so kommt es mir vor, daß sich da herausstellen kann, daß es zu spät ist, und man hat es immer noch nicht verstanden.
  • Die Ehe ist das einzige Abenteuer, das auch dem Feigling offen steht.
  • Ein Urteil über andere Länder ist selten fair oder präzise: Die Magnetkraft wirkt in Richtung Verachtung oder aber Sentimentalität.
  • Es ist so eine Art primitive Überlebensregel - such dir jemand, der noch schlechter dran ist als du, und neben denen blühst du auf.
  • Es heißt, je älter man wird, desto besser erinnert man sich an seine ersten Jahre. Eine der vielen Panzerfallen, die da vor uns liegen: die Rache der Senilität.
  • Für den religiösen Menschen zerstört der Tod den Körper und befreit den Geist; für den Künstler zerstört der Tod die Persönlichkeit und befreit das Werk.
  • Geteiltes Leid ist, meiner Erfahrung nach, nicht halbes Leid, sondern über die gewaltige Lautsprecheranlage des Klatsches in die Welt hinausposauntes Leid.
  • Hatten Sie noch nie das Gefühl, daß die Welt sich mittlerweile 'allzusehr' fürs Essen interessiert? Ich meine, es kommt ja ziemlich bald danach am anderen Ende raus.
  • Man hat nur in den Augen anderer Leute die Pflicht, optimistisch zu sein, nicht vor sich selbst.
  • Man kann anderer Leute Schmerzen nicht fühlen, das ist das Problem. Das ist immer das Problem, das Problem der ganzen Welt. Wenn wir nur lernen könnten, anderer Leute Schmerzen zu fühlen.
  • Das Kunstwerk ist eine Pyramide, die einfach so nutzlos in der Wüste steht: Schakale pissen unten dran, und Spießbürger kraxeln darauf herum.
  • Die Lust erwächst zuerst aus der Vorfreude, danach aus der Erinnerung.
  • Warum sind eigentlich alle immer auf der Seite der verfickten Schildkröte? Feuern wir doch zur Abwechslung mal den Hasen an.
  • Wenn Geld sich mit Liebe vergleichen läßt, dann ist die Ehe die Quittung.
  • Wenn man mit einem Menschen über längere Zeit zusammenlebt, verliert man allmählich die Kraft, ihn glücklich zu machen, während das Vermögen, ihn zu verletzten, nicht nachläßt. Und vice versa, natürlich.
  • Wir können jahrzehntelang Akten wälzen, doch immer wieder sind wir versucht, verzweifelt die Arme hochzuwerfen und zu erklären, daß Geschichte auch nur ein weiteres literarisches Genre ist: Die Vergangenheit ist eine autobiografische Erzählung, die sich als Palamentsprotokoll ausgibt.

Barnes, Simon

  • Es gibt etwas an Hitler, an den Nazis und an allen Formen von Diktaturen, das in britischen Augen ebenso komisch ist wie lüsterne Pfarrer, Bananenschalen, Schwiegermütter oder Schotten.

Barnum, P.T.

  • Geld ist ein fürchterlicher Herr, aber ein ausgezeichneter Diener.

Baron, Ulrich

  • Angesichts der Dämonen unseres Alltags, angesichts der Unwirtlichkeit unserer Städte haben die alten und neuen Schauergeschichten und Gespensterhäuser den Vorzug, dass man sich ihnen freiwillig aussetzt.

Barres, Maurice

  • Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.

Bartoszewicz, Kazimierz

  • Dummheit ist ansteckend, Verstand wächst sich kaum zur Epidemie aus.

Baumgarten, Hermann

  • Ein Volk, das täglich reicher wird, macht keine Revolution.

Beaumarchais, Pierre Augustin Caron de

  • Wenn eine Medizin nicht schadet, soll man froh sein und nicht obendrein noch verlangen, daß sie etwas nütze.
  • Ich beeile mich, über alles zu lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen.

Beauvoir, Simone de

  • Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein.

Beckett, Samuel

  • Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt.
  • Wenn Frauen nicht mehr wissen, was sie tun sollen, ziehen sie sich aus, und das ist wahrscheinlich das Beste, was Frauen tun können.

Bedford, Sybille

  • Wenn man die richtige Miene aufsetzt, kommt man mit allem durch.

Beethoven, Ludwig van

  • Sich selbst darf man nicht für so göttlich halten, daß man seine eigenen Werke nicht gelegentlich verbessern könnte.

Begley, Louis

  • Ich bin zwar immer sehr gespannt auf andere Menschen, aber das bedeutet nicht, dass ich auch gleich mit ihnen sprechen muss.

Beigbeder, Frederic

  • Wenn Kunstwerke schwer zugänglich sind, wird man in der Regel für seine Mühe belohnt; das Gehirn vergißt die Schwierigkeit, nicht aber die Bilder. Was natürlich nicht immer der Fall ist, ein Buch kann nämlich durchaus kompliziert und inhaltsleer zugleich sein.

Bellow, Saul

  • Als ich aus dem Krieg zurückkehrte, hatte ich vor, Schweinzüchter zu werden, und das veranschaulicht vielleicht, was ich vom Leben allgemein hielt.
  • Der Umgang mit Menschen geht über meine Kraft. Allein bin ich vielleicht gar nicht so übel, aber ich brauche nur unter Menschen zu kommen, dann ist der Teufel los.
  • Ein Mann kann viel Verrücktes tun, und solange er dafür keine Theorie hat, verzeihen wir es ihm. Steht aber hinter seinen Taten eine Theorie, dann fällt jeder über ihn her.
  • Im Hinblick auf die Wahrheit sei der Mensch vielleicht nur bereit, das hinzunehmen, was er von vornherein als wahr betrachtet.
  • Leiden ist so ungefähr das einzige zuverlässige Sprengmittel für den Schlaf des Geistes.
  • Man sagt, die Luft sei die letzte Heimstatt der Seele; ich finde jedoch, für unsere Sinne gibt es wahrscheinlich kein lieblicheres Element als das Wasser.
  • Sex ohne Eros ist nichts anderes als Turnen ohne Geräte.

Belmondo, Jean-Paul

  • Die Frau ist das einzige Geschenk, das sich selbst verpackt.

Benjamin, Walter

  • Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können.

Benn, Gottfried

  • Das größte Vergnügen aller Geizhälse besteht darin, sich ein Vergnügen zu versagen.

Bennett, Alan

  • Mit achtzig gibt es keine Ereignisse mehr, nur noch Wiederholungen.
  • Sag Wahrheit ganz, doch sag sie schief - der Umweg bringt Gewinn.

Berg, Sibylle

Bernanos, George

  • Irgendwie hat jedes Bekenntnis etwas Lächerliches.
  • Mit der Wahrheit spielt man ebensowenig wie mit dem Feuer.

Bernhard, Thomas

  • 1968 - diese nur mit halben Augen den Franzosen abgeschaute Bewegung.
  • Ab einem gewissen Alter ist es lächerlich, sich noch preiskrönen zu lassen.
  • Das Aufsuchen eines Wirtshauses ist oft die einzige Rettung vor dem Zusammenbruch.
  • Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!
  • Der Abgrund ist es, der uns alle am Leben erhält, nichts als der Abgrund.
  • Der denkende Mensch ist von Natur aus ein unglücklicher Mensch.
  • Der Mensch verweigert sich der Störung durch den Störenfried.
  • Der Wille zur Wahrheit ist, wie jeder andere, der rascheste Weg zur Fälschung eines Sachverhalts.
  • Die Existenz ist immer extrem 8nd die Anstrengung zu existieren an sich schon größenwahnsinnig.
  • Die heutige Zeit ist eine durch und durch brutalisierte Zeit.
  • Innerhalb der Irrenhäuser ist der allgemein anerkannte Irrsinn [...], außerhalb der Irrenhäuser der illegale Irrsinn.
  • Man muß aufpassen, daß man nicht länger lebt, als man dazu fähig ist.
  • Überstürzung und Übereilung sind die fürchterlichsten Eigenschaften dieser heutigen Welt.
  • Wem es gelingt, auf dem Totenbett eine Komödie oder eine reines Lustspiel zu schreiben, dem ist alles gelungen.
  • Wir sollten immer daran denken, daß es auch noch etwas anderes auf der Welt gibt als die Gewöhnlichkeit. Aber wir sind umgeben von Gemeinheit und ersticken jeden Tag unweigerlich in der Dummheit.

Bertrand, Russel

  • Die Frage ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.

Beutelrock, Friedrich

  • Manchmal braucht man viele Menschen, um einen einzigen zu vergessen.

Bielenstein, Daniel

  • Früher war man als Mann anerkannt, wenn man das Geld nach Hause brachte. Heute muss man dazu noch sportlich sein, die wichtigsten Bücher gelesen haben, gut aussehen, witzig, cool, stark und sensibel sein. Worunter Frauen schon länger leiden, verschiedene Rollen spielen zu müssen, gilt mittlerweile auch für Männer.

Bierce, Ambrose

  • Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.

Biermann, Wolf

  • Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen.
  • Ich kann kein Pazifist sein, denn ich lebe doch überhaupt nur in dieser Demokratie, weil die Alliierten mit der Waffe in der Hand die Nazis niedergekämpft haben. Wäre das nicht passiert, würden die Deutschen heute noch Heil Hitler schreien.
  • Wir alle wollen doch bei einem guten Gedicht vor allem uns selbst genießen. Wir wollen von einem Dichter nicht wissen, wie die Welt ist. Das wissen wir in der Regel besser. Wir wollen vom Dichter wissen, wie die Welt auf sein Gemüt wirkt - um uns selbst mit ihm vergleichen zu können. Deswegen muss der Dichter "ich" sagen im Gedicht. Nur darum, nicht aus Eitelkeit.

Billings, Burt

  • Wenn eine verheiratete Frau heutzutage mit ihrem Haushaltsgeld auskommt, sollte der Ehemann stutzig werden.

Birkerts, Sven

  • ...daß unsere Kultur bei all ihrem vermeintlichen Reichtum das Gefühl des Verarmtseins erweckt.

Bismarck, Otto von

  • Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

Blake, William

  • In böser Absicht mitgeteilte Wahrheiten sind schlimmer als die schlimmsten Lügen.

Blanc, Henri-Frederic

  • Das Beste ist der Feind des Guten.
  • Das Lachen gibt dem Hirn seine ursprüngliche Elastizität zurück.
  • Das Vergnügen, das die Frauen uns verschaffen, entschädigt bei weitem nicht für die Qualen, die sie uns bereiten.
  • Den Tod zu vernachlässigen heißt, sein Leben verfälschen.
  • Der Mensch ist nunmal ein Geschöpf der Dämmerung.
  • Die Fische wissen nichts von ihrem Glück. Und das ist die erste Voraussetzung zum Glücklichsein.
  • Die Leute, die alles haben, schnallen nichts. Aber die, die leiden, können manchmal ganz nah an ein großes Geheimnis rankommen.
  • Die Leute führen ihr Leben wie eine Firma. Wenn sie reden, sagen sie nicht, was sie denken, es ist nur Eigenwerbung...
  • Die Schönheit ist das, was den Blick irreführt, das Verständnis aus dem Sattel wirft, die Logik zu Staub werden läßt - die Unendlichkeit, die sich durch Endlichkeit ausdrückt.
  • Die Spinner werden oft nur zu Spinnern wegen der Liebe. Sie haben an das Glück geglaubt und enden in der Klapse. Das Leben Leben ist traurig wie ein Leichenzug, wenn du das richtig verstanden hast, ist gleich alles viel lustiger.
  • Die totale Hellsicht verleiht das Aussehen eines Idioten.
  • Die Wahrheit ist keine Pyramide von Ideen, sondern ein Schmetterling, den du im Flug erhaschen mußt.
  • Eine geniale Idee kann dumm und gefährlich werden, wenn sich die Umstände ändern.
  • Eine Gesellschaft, die den Großteil der Leute dazu verdammt, bei heulendem Geklingel aufzustehen, in Windeseile einen Kaffee runterzustürzen und sich dann in einem rollenden Sarg zu setzen, um Kilometer zu fressen, ist keine Zivilisation mehr, sondern eine Fleischmühle für Menschen.
  • Ein Mensch, der in aller Freiheit einem anderen Menschen gibt, ohne Belohnung zu erwarten, das ist meine Religion.
  • Ein schönes Ideal kann die Menschen retten und sie unter anderen Umständen oder in einer anderen Epoche dazu treiben, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen.
  • Es gibt Heilige, die noch nie von Gott gehört haben, und Scheißkerle, die die Bibel auswendig können.
  • Freundschaften halten nur, wenn man ein gemeinsames Ziel hat.
  • Gott erschuf die Welt in einem Lachanfall. Wer mit zerfurchter Stirn und aufgestütztem Kinn die Wahrheit finden will, ist genauso lächerlich wie ein Affe, der seine Flöhe mit dem Fernrohr sucht.
  • Kehr der Realität den Rücken, dann kriegst du sie in den Arsch.
  • Lassen Sie sich Zeit, und fürchten Sie nicht, sie zu verlieren. Was man später am meisten liebt, fällt einem nicht sofort ins Auge.
  • Man kann bestimmte Dinge nur sichtbar machen, indem man sie entstellt.
  • Man kann Mitleid haben mit Leuten, die leiden, aber nicht mit denen, die so tun, als ob sie glücklich sind.
  • Nagt an euren Knochen, soviel ihr wollt ..., aber laßt mich meine Flügel ausbreiten.
  • Seine Illusionen behutsam zu verlieren, ohne der Verzweiflung anheimzufallen, das ist die Hauptaufgabe im Leben.
  • Vor der Schwelle des Paradieses auf der Stelle zu treten ist schlimmer, als in der Hölle herumstapfen.
  • Was am wahrsten ist, ist für manierierte Geister am wenigsten faßbar. Um das Wesentliche zu begreifen, darf man nicht allzu subtil sein, ebenso wie man das lebendige Wasser, das aus den Felsen sprudelt, nicht mit Eleganz trinken kann.
  • Wenn die Freiheit darin besteht, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft, bis man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, dann zum Teufel mit der Freiheit.
  • Wenn ein Mensch vor Unglück wahnsinnig ist, sehen die Menschen nicht das Unglück, sondern den Wahnsinn.
  • Wenn man etwas Großes und Schönes zustandebringt, verschwören sich alle Feiglinge gegen einen, jeder Kleingeist wird zum Feind, man ist das schwarze Schaf, das die Schäferhunde beißen dürfen, um sich abzureagieren.
  • Wenn man etwas Neues machen will, muß man das Persönlichkeitsprofil eines Mörders haben.
  • Womöglich liegt der Schatz nicht in der Tiefe des Schlosses, sondern in der Hütte des Gärtners.
  • Zuflucht in einer Leidenschaft suchen: eine Leidenschaft ist eine uneinehmbare Festung.

Birkerts, Sven

  • Die Vorstellung, auch nur einen Tag (ganz zu schweigen von einer Woche) angeschnitten vom Zugriff auf unseren Gerätepark verbringen zu müssen, hat für uns etwas Unerhörtes, ja Unheimliches.
  • Denken ist eine verschlungene Choreografie von Bewegung, Übergang und Ruhe, ein Aufscheinen der Muskulatur des Geistes.

Blake, William

  • Wer Wünsche hat, aber nicht handelt, brütet Pestilenz aus.

Bloch, Ernst

  • Keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt.

Boccaccio, Giovanni

  • Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, daß man nichts genossen hat.
  • Alle Dinge, die über Maß und Zeit gehen, sind von kurzer Dauer.

Böhm, Maxi

  • Auch in einer Träne kann sich die Sonne spiegeln.

Böll, Heinrich

  • Es ist bitter genug, Torheiten zu begehen, noch bitterer aber sind vergebliche Torheiten.
  • Das einzige, wovor Jugendliche geschützt werden müssen, sind die Erwachsenen.
  • Die Humanität eines Landes läßt sich daran erkennen, was in seinem Abfall landet, was an Alltäglichem, noch Brauchbarem, was an Poesie weggeworfen, der Vernichtung fuer wert erachtet wird.
  • Heiligkeit und Genie entziehen sich der Definition.
  • Höflichkeit ist doch die sicherste Form der Verachtung.
  • Schweigen ist ein Argument, das kaum zu widerlegen ist.

Börne, Ludwig

  • Die äußere Freiheit des Geistes ist der Humor, er ist immer souverän.
  • Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstande, wie andere mit ihrem Gelde.
  • Man heilt Leidenschaften nicht durch Verstand sondern nur durch andere Leidenschaften.
  • Ob wir spotten oder ernst sind, kriechen oder hüpfen, zaudern oder fortstürmen, hoffen oder fürchten, glauben oder zweifeln - am Grabe begegnen wir uns alle.

Bohlen, Dieter

  • Erfolg ist eine ziemlich launische Diva, die auf Händen getragen werden will und um die man sich Tag und Nacht kümmern muss.
  • Ich wollte mit 18 auch mit dem Kopf durch die Wand, aber manchmal ist es besser, wenn man schaut, ob nicht 20 Zentimeter daneben ein Fenster ist.

Bolano, Roberto

  • Das Lachen ist kein schlechtes Gegengift, um bei Verstand zu bleiben. Lachen ist so gesund wie sonst kaum etwas und über den Tod zu lachen das Gesündeste überhaupt, selbst wenn einem nur noch wenige Sekunden Leben bleiben.
  • Wäre die Zeit auf meiner Seite, würde ich sicher weniger arbeiten.

Bolitho, William

  • Es ist nicht die wichtigste Sache auf der Welt, immer mehr Gewinn zu machen. Das kann jeder Dummkopf. Wirklich wichtig ist nur, aus seinen Verlusten zu profitieren. Das erfordert Intelligenz. Und dies ist der Unterschied zwischen einem vernünftigem Menschen und einem Dummkopf.

Boller, Ralph

  • Manche Karrieremacher sind wie Efeu: Kriechend wachsen sie über sich selbst hinaus.

Bonfiglioli, Kyril

  • Heiliger im Haus, bleibts Wunder aus.
  • Man sollte nie einer Rasse trauen, die kein eigenes Nationalgetränk erfunden hat.
  • Wenn es etwas gibt, das ermüdender ist als ein humorloser Mensch, dann ist es ein humorloser Mensch, der sich verpflichtet fühlt, Witzchen zu reißen.

Bornemann, Winfried

  • Er kam vom Regen unter Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße.

Bosch, Manfred

  • Kritik an der Kirche trifft immer ins Schwarze.

Bove, Emmanuel

  • Es geschieht häufig, daß Freunde, wenn sie sich nach zweijähriger Trennung wiederbegegnen, verlegen sind, daß sie nicht mehr wissen, was sie miteinander reden sollen. Der von jedem zurückgelegte Weg ist so unterschiedlich, daß sie den Eindruck haben, sich gar nicht zu kennen. Das ist üblich.
  • Es ist eine Manie von Kleingeistern, ständig zu befürchten, daß noch ihre unbedeutendsten Handlungen schwere Folgen haben würden.
  • Ist nicht der wahre Geist der Familie, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, mit all ihren Fehlern, und sich nicht darum zu kümmern, daß sie uns in Mißkredit bringen könnten?
  • Wenn wir leiden, können uns nur die helfen, die selber leiden.
  • Wie verändert der Körper ist, der sich uns darbietet, wenn wir aus einem Schlaf erwachen, in dem wie in vergessen hatten.

Bovenschen, Silvia

  • Das Alter ist zunehmende Zukunftslosigkeit.
  • Der Tod ist keine Erfahrung, sondern eine Widerfahrung, die nicht mehr zur Erfahrung werden kann.
  • Die Wichtigkeit des Geldes im Kampf um die Erhaltung der Würde im Alter.
  • Durch Wechselspiel zwischen Diffusion und Konzentration in der Balance gehalten werden.
  • Einsamkeit: daß man, älter geworden, allein ist mit seinen Erinnerungen; (...) daß die Jugenderinnerungen für die jetzt Jugendlichen klingt wie eine Erzählung aus dem Dreißigjährigen Krieg.
  • Eitelkeiten, die nicht auf sichere äußere Gewinne zielen, sind liebenswert.
  • Erinnerungen ... begehbare Räume der Vergangenheit.
  • Für eine alternde behinderte Mehrfachkranke ist der Glaube an einen zentralen Verursacher mehrfach behindert. Man muß entweder eine schlechte Meinung von sich selbst oder von dem Verursacher haben.
  • Nachruf (...) - Die Unerhörtheit einer endgültigen Abwesenheit.
  • Untrügliches Anzeichen des Älterwerdens. Ich ertappe mich beim Konsum von Tierfilmen im Fernsehen.
  • Vermutlich wechseln wir alle immer mal wieder die Kulissen und die Beleuchtungen, in die wir unsere Erinnerungen stellen.
  • Was ist das nur für eine Einrichtung, daß man an schlechten Tagen mehr am Leben hängt als an den guten Tagen?
  • Wie angenehm sind doch Ratschläge, die den eigenen Neigungen entgegenkommen.

Bräker, Ulrich

  • Wo viel Gebote sind, da giebt's auch mehr Uebertretung.

Brahms, Johannes

  • Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.

Brandstetter, Alois

  • Auch für uns, die wir Rom nicht gründen müssen, ist das Leben ein Kampf.
  • Das Optimum, das der Mensch erreichen kann ist allenfalls die Nachhaltigkeit, von Ewigkeit keine Spur.
  • ... daß Karl Kraus aber den Feuilletonisten als einen bezeichnet hat, der das Kunststück zuwege bringt, auf einer Glatze Locken zu drehen.
  • Das Schöne ist nämlich immer zeitgemäß, das Unansehnliche aber, ich sage nicht das Häßliche, das ebenfalls ein hohes ästehtisches Niveau erreichen kann, das Unansehnliche aber ist zwar an der Tagesordnung, aber eigentlich ein Anachronismus, ein ewiges Ärgernis.
  • Die Begegnung mit einem großartigen Bauwerk kann ein ganzes Leben bestimmen, auch verändern.
  • Die Karriere eines Künstlers beginnt immer mit einer schlechten Note in Mathematik.
  • Es gibt in allen Ländern eine gewisse Aversion gegen die Kapitale. Und immer mit einem gewissen Recht, denn überall steigt den Hauptstädtern das Kapitale in den Kopf.
  • "Geistige Onanie" heißt ein immer wieder gerade gegen die 'reine' Philosophie erhobener Vorwurf.
  • Heute hörst du, wenn Krieg ist, kaum von einem gefallenen Politiker.
  • Nicht nur eingefleischte Pessimisten sagen, daß es genaugenommen keinen Fortschritt gibt und wir uns im alle in einem Tanz begriffen finden, dessen Schritte lauten: Fortschritt, Rückschritt, Wechselschritt.
  • Pfingsten aber ist ein Beispiel dafür, wie weit es sogar ein bloßes Zahlwort bringen kann. Damit konnte man nicht rechnen. Der Geist weht wo er will.
  • Verglichen mit den jetzt geläufigen Umschreibungen und Sprachregelungen sprechen ja die alten Grabsteine eine starke und deutliche Sprache!
  • Wir werden es noch erleben, wohin es führt, wenn alles abgeschafft wird, "was sich nicht rechnet", und alles weggeschnitten, was übersteht. Am Schluß werden wohl die "Abschaffer" selbst abgeschafft, weil sie sich auch nicht mehr rechnen.

Brant, Sebastian

  • Ein Narr, der nicht will lassen schlendern, was er doch nicht vermag zu ändern.

Braun, Werner von

  • Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.

Brecht Bertold

  • Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
  • Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.
  • Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.
  • Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
  • Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.
  • Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

Brightbill, C.K.

  • Die Zukunft gehört nicht nur dem Gebildeten, sondern demjenigen, der so gebildet ist, daß er seine Freizeit klug nutzt.

Brodkey, Harold

  • Es gibt nur drei Dinge, die die Leute fesseln: Geld, die Frage, wie man Überlegenheit über andere gewinnt oder behält, und Sex.
  • Konversation sollte leicht und absichtslos betrieben werden und doch Pointen haben - aber sie müssen überraschend kommen, wie der Duft einer lieblichen, schönen Blume.
  • Wenn Leute nicht über Geld reden wollen, dann ist das, als wollten sie nicht über Sex reden. Ich wette, sie haben bloß Angst, in aller Öffentlichkeit in Erregung zu geraten.
  • Wie wenig man sagen kann, ohne zu lügen.

Brjussow, Valerlij

  • In der Musik hängt von der Wahl der Tonart stets das Ganze ab. Die ersten Worte bestimmen immer die Richtung des Gespräches. Unseres ersten Handlungen in einem neuen Milieu bestimmen unser weiteres Verhalten.

Bronner, Gehard

  • Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören.
  • Das Drama aller Zeiten hat eigentlich nur ein einziges Thema gehabt: die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu leben.

Bronner, Markus

  • Wirklich abergläubisch ist, wer auf sein 13. Monatsgehalt verzichtet.

Bronte, Charlotte

  • Das Leben scheint mir zu kurz, um es mit gehegtem Haß und Erinnerung an einst ertragenes Unrecht zu verbringen.
  • Es ist eitel zu behaupten, der Mensch solle sich mit Ruhe und Geborgenheit zufriedengeben. Der Tatendrang wird immer wieder durchbrechen, sei es auch nur in der Phantasie.

Browne, Thomas

  • Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse.

Brown, Rita Mae

  • Wenn wir uns so sehen, wie wir sind, fangen wir vielleicht an, uns zu bessern. Humanismus besteht jedenfalls nicht darin, daß man Illusionen kultiviert.
  • Zuweilen kann die bloße Form einen retten, bis man einen Ausweg findet.

Broyard, Anatole

  • Auf einem bestimmten Niveau ähneln sich alle Sprachen, wenn es um Liebe, Ehre und Gewissen geht.
  • Das Verwunderlichste bei einem Rückblick auf das eigene Leben ist die ursprüngliche Fähigkeit, an etwas zu glauben. Älter werden heißt, diese Fähigkeit verlieren, aufhören an etwas zu glauben, oder unfähig werden, an etwas zu glauben.

Bruckner, Pascal

  • Das wirkliche Altsein, das des Geistes, fängt mit zwanzig oder sechzig dann an, wenn man mit anderen nichts anderes mehr austauschen kann als Klagen und Stöhnen, wenn sein Leben zu beklagen und zu bejammern das beste Mittel bleibt, nichts zu seiner Veränderung zu tun.

Brudzinski, Wieslaw

  • Mit der Zeit vollbringen unsere Vorfahren immer ruhmreichere Taten.
  • Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.
  • Aschenhaufen haben es gern, wenn man sie für erloschene Vulkane hält.
  • Ratten, die das Schiff verlassen haben, nehmen es ihm übel, wenn es nicht versinkt.

Brunner, John

  • Sobald eine Spezies sich vorm eigenen Nachwuchs zu fürchten beginnt, ist es allerhöchste Zeit, daß sie auf der großen Müllkippe der Weltgeschichte landet, wo schon die Dinosaurier verschimmelt sind.

Bruyere, Jean de la

  • Das Leben ist eine Tragödie für die, die fühlen, und eine Komödie für die, die denken.
  • Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.

Bruyn, Günter de

  • Einer Frau Beachtung schenken, heißt immer auch: ihre auf sich ziehen.
  • Freund und Frauen kann man zurücklassen auf den unteren Etagen, nur seinen Ehrgeiz nicht.
  • Männliche Haushaltsratschläge sind auch für Frauen ohne hausfraulichen Ehrgeiz beleidigend. Es geht ihnen damit wie den Männern mit Sport.
  • Mauern schützen zwar, versperren aber auch die Sicht.
  • Sterben für eine Idee ist leichter als für eine leben.
  • Wenn Urlaub Sinn haben soll, muß er vor allem Urlaub von der Familie sein.
  • Wem nützt denn die Freiheit, den Herrscher zu loben, wenn die, ihn zu tadeln, nicht besteht?
  • Wenn ich die Verschiedenheit und Unberechenbarkeit menschlicher Entwicklungen bedenke, wird mir unbegreiflich, wie Ehen jahrzehntelang halten können.
  • Wer leiden will, findet immer seinen Peiniger.
  • Wer will entscheiden, ob wir lieben, was uns ähnlich ist, oder ob wir dem ähnlich werden, was wir lieben.

Büchner, Georg

  • Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.

Bülle, Jorge

  • Als Bürger eines Landes, in dem auch Reiter ein Nummernschild am Pferd tragen müssen, um bei Ordnungswidrigkeiten identifiziert werden zu können, weiß ich nie so genau, wovor konkret ich denn jetzt Angst haben soll.
  • An jeder Ecke erschlägt einer den anderen mit Worthülsen, für die man vor 15 Jahren noch Nachsitzen aufgebrummt bekommen hätte.
  • Wenn ich mal Alzheimer kriege, möchte ich wenigstens etwas haben, das zu vergessen sich lohnt.

Buck, Pearl S.

  • Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen. Stecken Sie einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde, stecken Sie zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert.

Bukowski, Charles

  • Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.
  • Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren.

Bunuel, Luis

  • Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm ist.

Burbank, Luther

  • Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren.

Burger, Hermann

  • Die psychiatrische Klinik ist der Suizid als Hotelbetrieb.
  • Die unheilbar Gesunden, Robusten, deren kategorischer Imperativ sich im Recht auf Lebensgenuß erschöpft, empfinden jede Krankheit als Störung, reden aber, sobald sie nur eine Migräne befällt, tagelang von diesem unerhörten Ereignis.
  • Gehen ist immer bereits Landschaftsinterpretation.
  • Ich hänge am Radio wie an einer Infusion.
  • Man muß wissen, wie weit man zu weit gehen darf.
  • Nichts erinnert uns so sehr an die Vergänglichkeit wie abgestandener Rauch - und das Beseitigen von Zigarettenkadavern.

Burgess, Anthony

  • Lache, und die Welt wird mit dir lachen. Schnarche, und du wirst alleine schlafen.

Burke, Edmund

  • Die einzige Voraussetzung für den Triumph des Bösen ist, daß gute Menschen nichts tun.

Burroughs, William C.

  • Wenn du am Boden bist, bist du auf dem Weg nach oben.

Busch, Wilhelm

  • Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
  • Die gute Unterhaltung besteht nicht darin, daß man selbst etwas Gescheites sagt, sondern das man etwas Dummes anhören kann.
  • Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
  • Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen.
  • Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat.
  • Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.
  • Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.
  • Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft.
  • Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
  • Was ist am schwersten zu erreichen? Das man sich selbst hinter die Schliche kommt.
  • Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.
  • Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.

Buschheuer, Elke

  • Konsens reimt sich nicht umsonst auf Nonsens.

Butler, Samuel

  • Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.
  • Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.

Buzzati, Dino

  • In einem gewissen Alter stellt Hoffen eine große Anstrengung dar.

Byatt, Antonia S.

  • Wir alle verfügen über die schier unbegrenzte Fähigkeit, uns von unseren Wünschen narren zu lassen, zu hören, was wir hören wollen.

C

Calbraith, John Kenneth

  • Wenn wir gezwungen sind, entweder unsere Ansichten zu ändern oder zu beweisen, dass dies nicht nötig ist, machen sich die meisten sofort mit Feuereifer an den Beweis.

Calvino, Italo

  • Nicht daß ich an Vorzeichen glaubte, aber für einen nervösen Menschen ist an neuen Orten jedes Ding, das er sieht, immer ein Vorzeichen.

Campert, Remco

  • Man braucht seine Mutter nur für einen bestimmten Teil seines Lebens, danach wird es ein unnötiges In-die-Länge-Ziehen eines schwindendes Gefühls.
  • Träume kennen kein Lebensalter.
  • Warum muß eigentlich immer alles mit aller Gewalt gesund sein im Leben?

Camus, Albert

  • Das Gefühl der Absurdität kann einen beliebigen Menschen an einer beliebigen Straßenecke anspringen.
  • Das menschliche Herz hat eine fatale Neigung, nur etwas Niederschmetterndes Schicksal zu nennen.
  • Charme ist die Art, wie ein Mensch 'ja' sagt, ohne daß ihm eine bestimmte Frage gestellt worden war.

Canetti, Elias

  • Auf Reisen nimmt man alles hin, die Empörung bleibt zu Haus. Man schaut, man hört, man ist über das Furchtbarste begeistert, weil es neu ist. Gute Reisende sind herzlos.
  • Ganz unmöglich ist es, über die Ungerechtigkeit der Lebensalter hinwegzukommen.
  • Im Regen sehen die Menschen aus, als hätten sie viel vor. In der Sonne sehen die Menschen aus, als verdienten sie es, zu leben.
  • Wie gerne würde ich mir als Fremder einmal zuhören, ohne mich zu erkennen, und später erst erfahren, dass ich es war.

Canning, Georg

  • Die ganze Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, was man nicht sagen darf.

Capote, Truman

  • Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu sein. Nur merken es die meisten nie.
  • Der Jammer mit der Menschheit ist, daß die Klugen feige, die Tapferen dumm und die Fähigen ungeduldig sind. Das Ideal wäre der tapfere Kluge mit der nötigen Geduld.
  • Ehe man den Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen hat.
  • Erfolg ist so ziemlich das letzte, was einem vergeben wird.
  • Slang ist der durchgescheuerte Hosenboden der Sprache.

Carlyle, Thomas

  • Im Lachen liegt der Schlüssel, mit dem wir den ganzen Menschen entziffern.
  • Konformismus: die kollektive Weisheit individuellen Unwissens.
  • Mache einen anständigen Menschen aus dir selbst - und du kannst sicher sein, daß ein Schuft weniger auf der Welt ist.

Carnegie, Dale

  • Sich körperlich auszuarbeiten, ist meiner Meinung nach der beste Sorgenbrecher. (Dale Carnegie)
  • Wenn eine Frau über ihre Probleme scherzen kann, statt hysterische Anfälle zu bekommen, kann sie nicht nicht mehr viel umwerfen.

Carter, Jimmy

  • Die Theorie ist eine Vermutung mit Hochschulbildung.

Cather, Willa

  • Was die Menschen glücklich macht: an das Geheimnis und die Wichtigkeit ihres eigenen kleinen individuellen Daseins zu glauben. Es macht uns glücklich, unsere kreatürlichen Bedürfnisse und körperlichen Triebe mit soviel Pomp und Gepränge wie nur möglich zu umgeben. Die Kunst und die Religion (sie sind letzten Endes natürlich das gleiche), haben dem Menschen das einzige Glück gegeben, das ihm je widerfahren ist.

Carrell, Rudi

  • Nachrichtensprecher fangen stets mit 'Guten Abend' an und brauchen dann 15 Minuten, um zu erklären, daß es kein guter Abend ist.
  • Der größte Aberglaube unserer Zeit ist der Glaube an die Vorfahrt.

Castaldo, Enriyeu

  • Wenn eine Frau nicht spricht, soll man sie um Himmels willen nicht unterbrechen.

Cechov, Anton

  • Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.
  • Die Masse, die in Religion und Moral immer zum Anthropomorphismus neigt, schätzt am meisten jene Götzen, die die gleichen Schwächen haben wie sie selbst.
  • Ehe ich liebte, wußte ich auch sehr gut, was Liebe ist.
  • Ein Spiegel ist ein Gerät, an dem die Frau zehmmal am Tag ihre Waffen prüft.
  • Ein wahrhaft glücklicher Mensch ist derjenige, der nicht nur an das denkt, was ist, sondern auch an das, was nicht ist.
  • Es gibt Menschen, von deren Stimme und Lachen man auf ihren Verstand schließen kann.
  • Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und das Weib von allen Seiten.
  • Kein Zynismus kann das Leben übertreffen.
  • Menschen, die zu fremdem Leid nur eine dienstliche oder geschäftliche Beziehung haben, zum Beispiele Richter, Polizisten und Ärzte, stumpfen mit der Zeit kraft der Gewohnheit so ab, daß sie sich zu ihren Klienten nur noch formal verhalten können, selbst wenn sie anders wollten.
  • Mutter Natur ist das Buch, das man lesen und sehen muß.
  • Über unsere Zeiten kann man ohne weiteres mit den Worten Shakespeares sagen: In unserer bösen, verderbten Zeit muß sogar die Tugend das Laster im Verzeihung bitten.
  • Wahres Glück ist ohne Einsamkeit nicht möglich!
  • Wenn ein Mensch unbefriedigt ist und sich unglücklich fühlt, wie banal erscheinen ihm dann diese Linden, diese Schatten, diese Wolken, all diese selbstzufriedenen und gleichgültigen Schönheiten der Natur.
  • Willst du gesund und normal sein, dann geh in die Herde.
  • Wir alle sind Meister, in betrunkenem Zustand das Maul aufzureißen, und kaum ist was, klemmen wir schon den Schwanz ein...
  • Wir sprechen und lesen nur von der Liebe, selbst aber lieben wir wenig, und das ist wahrhaftig nicht gut.

Cela, Camilio Jose

  • Die Menschen sind Schmeichler aus Dummheit und lächeln manchmal, obwohl sie im Grunde ihrer Seele einen ungeheuren Ekel empfinden, einen Abscheu, den sie kaum unterdrücken können.
  • Wenn du nur willst, so weißt du ganz genau, was dir am besten nutzt.

Celine, Louis-Ferdinand

  • Der Mensch ist nur dazu auf der Welt, um eine Grimasse zu schneiden, die er sich sein ganzes Leben hat zurechtlegen müssen, und manchmal bringt er sie nicht einmal zustande.
  • Dem amerikanischen Geschäftsgeist entgeht man nicht.
  • Vielleicht sucht man nichts anderes im Leben als den größten Schmerz, der m,öglich ist, um einmal man selbst zu sein, bevor man stirbt.
  • Wahrscheinlich sieht man immer alles falsch, wenn man sich in die Gefühle anderer hineindenken will.
  • Wenn man keine Phantasie hat, dann ist Sterben eine Kleinigkeit, wenn man welche hat, ist Sterben zuviel.

Cervantes, Miguel de

  • Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet.

Chabrol, Claude

  • Verrücktheit ist unendlich faszinierender als Intelligenz, unendlich tiefgründiger. Intelligenz hat Grenzen, Verrücktheit nicht.

Chamfort, Nicholas de

  • Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
  • Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.

Chamfort, Sebastien

  • Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.
  • Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf. Man kann nicht mit dem Herzen Schach spielen.
  • Wer sich in der eigenen Gesellschaft nicht wohl fühlt, hat gewöhnlich ganz recht.

Chandler, Raymond

  • Die meisten Leute laufen durchs Leben und wenden ihre halbe Energie an den Versuch, eine Würde zu wahren, die sie nie besessen haben.
  • Die Tragödie des Lebens besteht nicht darin, daß die schönen Dinge jung sterben, sondern daß sie alt werden und gemein.
  • Ein Bursche wie ich hat im Leben nur einen einzigen großen Moment, wo er Schwung genug kriegt, um am Hochtrapez die perfekte Welle zu schaffen. Den Rest seiner Zeit verbringt er dann mit dem Versuch, nicht vom Gehsteig in die Gossen zu rutschen.
  • Erfolgreiche Leute sind ja meist alles andere als Geistesriesen.
  • Hat der Mensch überhaupt je genug Geld, wenn er glaubt, er kann noch mehr kriegen.
  • Ich habe ja so ein schönes Liebesverhältnis mit mir - und das Schönste daran: keine Nebenbuhler.
  • Mit dem Alkohol ist es wie mit der Liebe. Der erste Kuß ist magisch, der zweite vertraut, der dritte schon Routine. Danach dann zieht man das Mädchen aus.

Canetti, Elias

  • Zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, daß wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus häßlichen Zauberapparaten.

Chaplin, Charlie

  • Die Jugend wäre eine viel schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.
  • Der Gipfel der Faulheit ist, wenn jemand mit dem Cocktail-Shaker in der Hand auf ein Erdbeben wartet.
  • Lachen sorgt dafür, daß die Bösartigkeit des Lebens uns nicht ganz und gar überwältigt.

Chateaubriand, François-René Vicomte de

  • Mord wird in meinen Augen nie ein Gegenstand der Bewunderung und ein Argument der Freiheit sein; ich kenne kein Wesen, das knechtiger, verächtlicher, niederträchtiger, beschränkter wäre als ein Terrorist.

Chaucer, Geoffrey

  • Eine unbeherrschte Zunge tötet den Geist dessen, der schimpft, wie auch desjenigen, der beschimpft wird.
  • So geht es mit den Frauen allerwärts, / Wo der Erfolg ist, da ist auch ihr Herz!
  • Wahr ist es, daß die Herrschaft wie die Liebe / Am liebsten ohne Mitbewerber bliebe.

Cheever, John

  • Der Mensch ist so sicher fürs Unglück geboren, wie Funken nach oben fliegen.
  • Die Erinnerung macht oft mehr her als die Wirklichkeit selbst.

Chesterfield, Philip

  • Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
  • Sprich über das Moderne ohne Verachtung und über das Alte ohne Vergötterung.

Chesterton, Gilbert Keith

  • Abenteuer sind für diejenigen bestimmt, die am wenigsten mit ihnen rechnen - die sie, mit anderen Worten, am meisten als Abenteuer erleben. Abenteuer sind für die Schüchternen, sind, so gesehen, für die Abenteuerunlustigen da.
  • Alles, was mit Gewalt und Unterjochung beginnt, endet auf diese Weise.
  • Daß wir kein von Grund auf demokratischer Staat sind, erweist sich allein schon an unserer beständigen Frage, was wir mit den Armen machen sollen.
  • Definieren ließe sich Bigotterie grosso modo als die Wut von Menschen, die keine Meinung haben. Sie ist der Widerstand, den die große Mehrheit mit ihren unendlich haltlosen Ideen gegen feste Ideen leistet. Definieren ließe sie sich als die schreckliche Manie der Gleichgültigen.
  • Deftiger und zum Brüllen komischer Humor kam schon immer von Menschen, die nicht nur zu Sentimentalität, sondern zu überaus törichter Sentimentalität fähig sind.
  • Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, daß ihm die Idee nicht ganz klar ist.
  • Der neue neunmalverfluchte Unfug vom Richtigmachen lehrt die Menschen, Gutsein mit Geldmachen zu identifizieren.
  • ...die Bürde des Dilettanten: das maßlose Zuviel an Ästhetizismus.
  • Die Landkarte rot auszumalen, daran ist nichts Großes; es ist ein harmloses Kinderspiel. In Kontinenten zu denken ist genauso leicht wie das Denken in Kopfsteinen. Schwierig wird die Sache erst, wenn es darum geht, die jeweilige Substanz zu erkennen.
  • Die Menschheit besteht tatsächlich aus ganz verschiedenen Tiergattungen, die alle als Mensch verkleidet sind.
  • Die modernen Gesetze hingegen sind fast immer so angelegt, daß sie zwar für die Beherrschten, nicht aber für die Herrschenden gelten.
  • Die Religion ist genau das, was nicht weggelassen werden kann - denn in ihr ist alles enthalten. Noch der zerstreuteste Mensch kann nicht seine Reisetasche packen und dabei die Tasche weglassen.
  • Einer Frau stehe ihre Kleidung nie so gut, als wenn sie den Eindruck macht, ihr nur durch einen Zufall gut zu stehen.
  • Es gibt kein klareres Zeichen für strotzende Gesundheit als die Orientierung an hochgesteckten, phantastischen Idealen; die Sterne vom Himmel holen wollen wie im ersten Überschwang der Jugend.
  • Golf ist nur eine teure Variante des Murmelspiels.
  • Häresien verändern immer die Moralität, wenn sie nur häretisch genug sind.
  • Ich glaube nicht an ein Schicksal, das einem Menschen zuteil wird, was immer er auch tut. Aber ich glaube an ein Schicksal, das ihm zuteil wird, wenn er nichts tut.
  • Ich will eine Revolution haben, keine französische, sondern eine englische. Gott hat jeder Rasse ihre eigene Art zu meutern gegeben.
  • Irrlehren sind wild gewordene Teilwahrheiten.
  • Kurz vor dem Vergehen sieht alles immer am schönsten aus.
  • Leute, die klagen, sind liebenswerte schwache menschliche Wesen, die man bedauern kann. Aber Leute, die klagen, das sie niemals klagen, sind es Teufels.
  • Nicht die ungezähmten, sondern die gezähmten Ideale sind der Ruin der praktischen Welt.
  • Sie werden das Gute in den Menschen niemals erreichen, solange Sie nicht durch das Böse hindurch sind.
  • So fängt auch ein Mensch zum ersten Mal an, sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigen, wenn sein Körper kaputt ist. Lebenskräftige Organismen reden nicht über ihren Stoffwechsel, sondern über das, was sie vorhaben. Es gibt keinen besseren Beweis dafür, daß ein Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte ist, als wenn er frohen Mutes on einer Reise ans anderen Ende der Welt spricht.
  • Wahrheiten werden zu Dogmen, sobald über sie gestritten wird. Wer immer einen Zweifel ausspricht, umreißt eine Religion.
  • Was dem Leben die Romantik und die Fülle hinreißender Möglichkeiten bewahrt, sind jene großen einfachen Grenzen, die uns allesamt zwingen, mit Dingen fertig zu werden, die wir nicht mögen oder mit denen wir nicht rechnen.
  • ... weil alle Unwiderruflichkeit notwendig tragisch ist.
  • Wenn ein Volk dabei ist, in allen Dingen schwach und untüchtig zu werden, dann fängt es an, von Effizienz zu reden.
  • Wer mißverstanden wird, genießt gegenüber seinen Feinden stets den Vorteil, daß sie seinen Schwachpunkt oder seine Strategie nicht kennen.
  • Wer über eine lebendige Kenntnis des menschlichen Seelenlebens verfügt, sollte allen, die Künstler zu sein beanspruchen und viel über Kunst reden, zutiefst mißtrauen. Kunst ist etwas Richtiges und Menschliches, wie Gehen oder Beten; aber sobald jemand anfängt, in gewichtigem Ton über sie zu reden, kann man ziemlich sicher sein, daß sie ins Stocken und irgendwie in Schwierigkeiten geraten ist.

Chevalier, Maurice

  • Die Liebe ist ein Feuer, das im Laufe der Jahre mehr Rauch entwickelt als Hitze.

Chirbes, Rafael

  • Erinnerungen sollten wie Gebrauchsanweisungen sein, die nur dazu dienen, die alltäglichen Dinge zu verrichten: etwas Technisches ohne innere Dichte, ohne Gefühle. Was bewirken die Erinnerungen denn anderes als Schmerz, da nichts von dem, was sie uns bringen, wiederkehren wird?

Churchill, Winston

  • Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.
  • Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler aus denen man lernen kann, möglichst frühzeitig zu machen.
  • Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber keineswegs die Zuhörer.
  • Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen.
  • Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie kann deine Chance sein.
  • Mit bösen Worten, die man ungesagt herunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
  • Uns Menschen ist es zwar gelungen, das Raubtier in uns auszuschalten - nicht jedoch den Esel.
  • Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich sicher sein kann, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer Demokratie lebe.
  • Wir sind noch nicht am Anfang, wir sind auch noch nicht am Ende, aber wir sind am Anfang vom Ende.

Cicero, Marcus Tullius

  • Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück.
  • Dum spiro, spero. (Solange ich atme, hoffe ich.)

Cioran, E. M.

  • Die Verneinung genießt in meinen Augen ein derartiges Prestige, daß sie mich vom Rest der Dinge abgeschnitten und in ein borniertes, eigensinniges, krankhaftes Wesen verwandelt hat. So wie einige im Zauber des "Fortschritts" leben, lebe ich in dem des Nein.
  • Je älter ich werde, umso mehr verblüfft mich die Tatsache des Todes. Stets habe ich gedacht, das Gegenteil würde eintreten. Aber je mehr ich darüber sinne, umso mehr finde ich den Tod unvorstellbar, unannehmbar und peinlich banal.
  • Man möchte zuweilen ein Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen sondern um ihn auszukotzen.

Clair, Rene

  • Weniges auf dieser Welt verbindet so stark wie eine gemeinsame Abneigung gegen einen Dritten.

Clarin, Hans

  • Ein Snob ist jemand, für den Hummer nur die Vorspeise zu einer Pellkartoffel ist.

Clarke, James Freeman

  • Ein Politiker denkt an die nächste Wahl; ein Staatsmann an die nächste Generation.

Claudel, Paul

  • Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht doch wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten.
  • Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber Unordnung ist die Wonne der Phantasie.

Claudius, Matthias

  • Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
  • Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.
  • Es gibt einige Freundschaften, die im Himmel beschlossen und auf Erden vollzogen werden.
  • Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.

Cocteau, Jean

  • Gute Erziehung besteht darin, daß man verbirgt, wieviel man von sich selber hält und wie wenig von den anderen.

Cogan, Alma

  • Liebe ist wie Pilzgericht: erst hinterher kann man mit Bestimmtheit sagen, ob es unschädlich war.

Colbert, Jean-Baptiste

  • Steuern zu erheben heißt, die Gans so zu rupfen, daß man möglichst viele Federn mit möglichst wenig Gezische bekommt.

Coleridge, Samuel Taylor

  • Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.

Colette

  • Ein schönes Päckchen Schwächen und die Angst vor Spinnen sind unser unentbehrliches Requisit im Verkehr mit den Männern.
  • Sobald ein Mann anfängt, sich lächerlich zu benehmen, weiß man daß er es ernst meint.

Collins, Wilkie

  • Die Macht des Reichtums darf ungestraft vieles tun, aber sie darf nicht eines Mannes gute Meinung von sich selbst beleidigen.
  • So seltsam eingeengt ist eines Menschen Wahrnehmungsvermögen, wenn er auf seiner eigenen Bedeutung besteht.
  • Wenn man andere Leute um Rat fragt, kriegt man nie den Rat, den man möchte.

Compton-Burnett, Ivy

  • Anscheinend braucht etwas nur zu passieren, und schon ist es an allen vier Weltecken bekannt. Gute Nachrichten reisen nicht so schnell.
  • Auf mich paßt jedes einschlägige warnende Sprichwort.
  • Die Menschen gewinnen ungemein, wenn sie erst einmal tot sind.
  • Es gibt den Verlust, den keiner kennt, der ihn nicht erlitten hat.
  • Gerade die Komplimente, die wir theoretisch gar nicht verdienen, gehen uns um so lieblicher ein.

Conrad, Joseph

  • Die Wahrheit ... ist nicht ein wunderschönes Wesen, das in einer Quelle wohnt, sondern ein scheuer Vogel, den man am besten mit List fängt.
  • Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.
  • Komische Sache, dieses Leben - diese geheimnisvolle, gnadenlos logische Ordnung zu einem sinnlosen Zweck. Das Äußerste was man davon erwarten kann, ist ein bischen Wissen über das eigene Ich.
  • Schutz ist das dringlichste Verlangen von Reichtum und Überfluß.

Corbusier, Le

  • Jeder hat seinen Lieblingsgegner. Ohne ihn wäre unser Glück nicht vollkommen.

Cortazar, Julio

  • Das Leben ist nichts wert, aber nichts ist das Leben wert.
  • Die Pazifisten müssen ihr ganzes Leben lang Krieg führen.
  • Eine meiner Schwächen ist der Klatsch, obwohl ich zu meiner Verteidigung anführen muß, daß mich nur bestimmte, gehobene Formen von Klatsch interessieren, wie zum Beispiel die Geschichte.
  • Mir gefallen die Frauen, die vor kein Problem stellen als das ihrer eigenen Person, was schon genug ist.
  • Neben dem Schachbrett häufen sich geschlagene Bauern und Springer, aber leben heißt, den Blick fest auf die Figuren konzentrieren, die noch im Spiel sind.
  • Vielleicht liegt der Fehler genau darin, daß wir unsere Grenzen nicht überschreiten wollen. Vielleicht ist das der sicherste Weg, um zu scheitern, auch im alltäglichen und gesellschaftlichen Bereich.

Crouch, Stanley

  • Wahre Kultur kann man mit einem Wort beschreiben: "Willkommen"

Csikszentmihalyi, Mihaly

  • Die Kontrolle über das Bewußtsein kann nicht institutionalisiert werden.
  • Diese einfach Wahrheit - daß die Kontrolle des Bewußtseins die Lebensqualität bestimmt - ist schon lange bekannt.
  • Ein wirklich ganz erfülltes Leben werden wir nur dann führen, wenn wir fühlen, daß wir Teil von etwas sind, das unser Selbst an Größe und Dauer übersteigt.
  • Glück ist unter anderem so schwer zu erreichen, weil das Universum nicht erschaffen wurde, damit die Menschen sich wohlfühlen. Es ist fast unermeßlich groß, vorwiegend feindselig, leer und kalt.
  • Langfristig gesehen ist es jedoch immer einschränkend, wenn man die Welt nur aus dem kleinen Fenster des eigenen Selbst betrachtet.
  • Um Freude an komplexen Tätigkeiten zu haben, bedarf es einer Aktivierungsenergie.

Cunnigham, Michael

  • Lieben wir Kinder zum Teil nicht deswegen, weil sie in einer Welt ohne Ironie und Zynismus leben?

D

Dahlmann, Ron

  • Wenn man den Leuten ihre Gesundheit nimmt, ist das eine Sache. Aber wenn man den Leuten die Möglichkeit des Konsums entzieht, dann werden sie zu sabbernden, zombiehaften, durchdrehenden Monstern, die auch Politiker weit rechts von Stoiber wählen würden, nur um mal wieder was kaufen zu können.

Dali, Salvador

  • Wer interessieren will, muß provozieren.
  • Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.
  • Ohne Schnurrbart ist ein Mann nicht richtig angezogen.
  • Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, daß man nicht mehr dazugehört.

Dall, Karl

  • Man wird alt, wenn die Leute anfangen zu sagen, daß man jung aussieht.

Damerau, Burghard

  • Bei Menschen kann man nie wissen.

D'Annunzio, Gabriele

  • Eine Liebe neu zu entfachen ist wie eine Zigarette ein zweites Mal anzuzünden. Der Tabak wird giftig, die Liebe auch.
  • Ein Künstler, der in seiner Geisteskraft getroffen ist, muß seine eigene Beschränktheit nicht erkennen, wie sich auch der Verrückte der eigenen Verwirrung nicht bewußt ist.
  • Männer von Geist, erzogen im Kult der Schönheit, bewahren immer, auch in der schlimmsten Verderbtheit, eine bestimmte Ordnung. Der Gedanke der Schönheit ist sozusagen die Achse ihres inneren Seins, um die alle ihre Leidenschaften kreisen.

d'Arc, Jeanne

  • Wenn ich es nicht tue, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dekkers, Midas

  • Was ist Trost? Daß es immer noch schlimmer kommen kann.

Delius, Friedrich Christian

  • Die Technik ist gerade erst am Anfang, wir brauchen neuen Lebensraum, was sag ich, Räume... Da oben, im Unendlichen, schauen Sie nach oben! (...) Der Sprung von unsrer Erde zu den Himmelskörpern ist so entscheidend wie der Übergang des Lebens vom Wasser auf festen Boden...
  • Was vergangen ist, wirkt so oder so wie ein Filmstreifen: Bekannte Bilder mit neuen Bildern geschnitten, die auch nur eine neue geschnittene Mischung aus alten Bildern sind.
  • Wer sich nicht ab und zu mal selbst widerspricht, der landet sowieso im Irrenhaus der Normalität.

Dement, William C.

  • Irgendwo auf dem Weg der Evolution zwischen Hefepilz und Hirschkuh entstand der Schlaf.

Demosthenes

  • Jeder glaubt gern, was er wünscht, die Dinge sind aber oft anders beschaffen.

Desartes, Rene

  • Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jederman ist überzeugt, daß er genug davon habe.

Deschner, Karl-Heinz

  • Zur Liebe braucht man mehr Phantasie als Verstand, mehr Sinn fürs Ganze als für Details und alle Leidenschaften zusammen.

Dickens, Charles

  • Alles müsse in der Welt schiefgehen, weil sie wahrscheinlich schlampigerweise dazu bestimmt sei.
  • Es ist eine traurige, aber wahre Tatsache, daß selbst große Männer arme Verwandte haben.
  • Man soll nur an die Vergangenheit denken, wenn man daraus Nutzen für die Gegenwart ziehen kann.
  • Wahre Zuneigung, selbst wenn sie von einem Tiere dem Menschen gegenüber ausgeht, besitzt eine Feinheit der Beobachtung, hinter der der schärfste Verstand zurückbleibt.

Diderot, Denis

  • Der einzelne kann sich vervollkommnen. Aber die Menschheit als ganzes wird weder besser noch schlechter.

Diogenes

  • An seinen Feinden rächt man sich am besten dadurch, daß man besser wird als sie.

Dobrovolny, Herbert

  • Manche Leute, die Karriere machen wollen, sind wie Efeu - kriechend wachsen sie über sich selbst hinaus.

Doderer, Heimito von

  • Bei manchem Fachgelehrten sind drei Viertel seines Auffassungsvermögens und Verstandes wissenschaftlich erschlagen, und mit dem vierten Viertel wird's dann meistens auch nicht weit her sein.
  • Der Weg ist immer mehr als das Ziel.
  • Die Statistik als Methode kann, infolge einer dabei immer bestehenden Gefahr der Haarspaltung, sehr leicht zur Geisteskrankheit führen, ja manchen behaupten, sie sei überhaupt schon das Symptom einer solchen.
  • Ein ordinärer Kerl ist immer ein vortrefflicher Menschenkenner.
  • Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte.
  • Es ist kaum zu glauben, wie wenig unter gewissen Umständen auch Tatsachen überzeugend wirken.
  • Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer, ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider und Kostüme wechseln, wie er will.
  • Was sind schon Intentionen? Wir bewirken ja doch nie das von uns Gemeinte.

Döblin, Alfred

  • Dem Menschen ist gegeben die Vernunft, die Ochsen statt dessen bilden eine Zunft.

Dostoevskij, Fedor M.

Dreiser, Theodore

  • Wenn der Mensch der kurzen Spanne seines Lebens auch nur ein wenig mehr Freude entlocken soll, muß er in Gedanken und Plänen die Dinge nicht nur für sich alleinbesser machen, sondern auch für seinen Nächsten, denn die Freude an ihm selbst hängt von seiner Freude an andern ab und von ihrer an ihm.

Düffel, John von

  • Je näher man sich stehe, desto verstellter die Sicht auf die Person.

Dürrenmatt, Friedrich

  • Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, dass es sterben wird. Die Verdrängung dieses Wissens ist das einzige Drama des Menschen.
  • Je planmäßiger Menschen vorgehen, deso wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen.
  • Keucht unser krankes Christentum nicht auch unter dem Joche der unnatürlichen Einehe?
  • Wir lernen nicht die Vernunft kennen, studieren wir die Götter, unser Unterbewußtsein fletscht unds entgegen.
  • Wenn man einmal ins Heldentum geraten ist, gibt es keine Weigerung mehr.
  • Ob du jemanden verhaftest oder heiratest, ist schließlich dasselbe.
  • Wir können uns unmöglich empören, wo wir schmunzeln müssen.

DuGard, Roger Martin

  • Die erste Wirkung der Beschäftigung mit der Wissenschaft auf eine neugierige und leidenschaftliche Intelligenz bedeutet immer eine Steigerung des Hochmuts und eine Schwächung des Glaubens. Ein wenig Wissen entfernt von Gott, viel Wissen führt zu ihm zurück.

Durrell, Lawrence

  • Das beste, was man mit einer großen Wahrheit machen kann, ist, wie schon Rabelais entdeckt hat, sie unter einem Gebirge von Narretei vergraben, wo sie in aller Ruhe auf die Spitzhacke und Schaufeln der Erwählten warten kann.
  • Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.
  • Das Leben ist komplizierter, als wir glauben, aber sehr viel simpler, als man es sich vorzustellen wagt.
  • Die größten Gedanken sind den wenigsten Menschen zu gänglich. Warum müssen wir uns so quälen? Weil das Verstehen keine Funktion der Ratio, sondern des psychischen Wachstums ist.
  • Es ist die Pflicht jedes Patrioten, sein Land schöpferisch zu hassen.
  • Gute Kunst zeigt nur, wie ein Kranker, der zum Reden zu schwach ist.
  • Ist nicht das Leben selbst ein Märchen, für das uns mit zunehmendem Alter das Verständnis abhanden kommt?
  • Jede Psyche ist ein Ameisenhaufen einander widerstrebender Veranlagungen. Eine mit festen Eigenschaften ausgestattete Persönlichkeit ist eine Illusion, aber eine notwendige, wenn wir lieben sollen!
  • Kein Mensch kann lange ein Rebell sein, ohne sich in einen Autokraten zu verwandeln.
  • Leben heißt wählen. Ständiges vorsichtiges Beurteilen und ständiges Wählen.
  • Liebende sind wie Ärzte; sie färben eine ungenießbare Medizin, damit der Ahnungslose sie leichter schluckt.
  • Man kann nicht mehr als ein Dutzend Liebesbriefe schreiben, ohne in die Verlegenheit zu geraten, daß einem nichts Neues mehr einfällt. Die reichste der menschlichen Erfahrungen ist auch die begrenzteste in ihren Ausdrucksmöglichkeiten.
  • Nur die Tapferen können im Unglück leichten Herzens sein.
  • Schon die Perfektion des Universums gibt einem die Gewißheit, daß es einmal enden wird.
  • Vermutlich ist es gesünder, ganz ohne Hirn zu sein.
  • Warum soll der Künstler ewig versuchen, die Welt mit seinem eigenen Kummer zu übersättigen?
  • Wenn die Dinge immer das wären, was sie scheinen, wie verarmt wäre die Phantasie der Menschen.
  • Wie kann ein ernsthaft denkender Mensch sich in der sogenannten realen Welt wohlfühlen, wenn er sich nicht ständig mit Zweideutigkeiten gegen die Dummheit verteidigt.
  • Wir sind so töricht und ungewitzt, wenn es darauf ankommt, zu leben, aber Riesen sind wir, wenn wir uns über das Universum äußern sollen.

Dylan, Bob

  • Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt.