Navigation

Bücherlei Miszellen (26) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Freitag, 8. April 2016

[16:53] Retweet: Ich denke nicht nach, ich höre auf mein Bauchgefühl. Damit bin ich bis jetzt ganz gut gescheitert!

[16:52] Retweet: In Zukunft trinke ich Alkohol nur, wenn ich glücklich bin. Juhu, die Ampel ist grün.

[16:51] Retweet: Merke: Rotwein erst entkorken, dann atmen lassen. Patienten erst atmen lassen, dann entkorken.

[16:50] Retweet: Morgens, wenn man sich niedlich aus den Kissen knäuelt und noch überlegt, wo man wieder den Bastelbogen für diese Realität hingelegt hat.

[16:49] Retweet: Ich staune, wie es Leute schaffen, stets mit missbilligender Leichenbittermiene durch's Leben zu laufen. Das kann doch keinen Spaß machen.

[16:48] Retweet: Kennen Sie das, wenn Sie ein Buch fertig lesen müssen, weil Sie es 3mal verlängert haben in der Bibliothek und die es gern wieder hätten.

[16:47] Retweet: "Haben Sie Haustiere?" "Mit oder ohne Wollmäuse?"

[16:46] Retweet: Im Schwabenland muß man eigentlich nur 2 Regeln befolgen: 1. Grüße, was sich bewegt. 2. Was sich nicht bewegt, wird geputzt!

[16:45] Retweet: Notarztdienst. Patientin im Alkoholentzugskrampf. Könnte mir nicht passieren. Apropo...erstmal gucken, was die noch so rumstehen hat!

[16:44] Retweet: "Willst du mit mir gehen?" "GEHEN? SPINNST DU? HAST DU KEIN SOFA, ODER WAS?"

[16:43] Retweet: Im Osten nichts in meiner Größe. (Erich Maria Primarque)

[16:42] Retweet: "Was hat er, das ich nicht habe?" "Bücher gelesen."

[16:41] Nie hatte Johanna verstanden, woher die Mediziner ihre unermüdliche Kurzsichtigkeit nahmen, jeden Etappensieg zu feiern, als wäre er der finale Triumph. "Hey, wir haben einen komplizierten Hirntumor kentfernt!" Dass in der nächsten zerebralen Arterie schon der Schlaganfall lauerte – was kümmerte es den Neurochirurgen heute? (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[16:33] Licht am Horizont. Heute geht es zum letzten (Nacht)Dienst. Zum Feierabend morgen früh um 6.30 Uhr beginnt der 19-tägige Urlaub. Heißersehnt. Dummerweise vermag ich meine Erwartungen an ihn nicht zu zügeln und werde im Fall einer Enttäuschung damit leben müssen. Der morgige erste Tag wird, das kann ich jetzt schon behaupten, leider ein holpriger Beginn & Einstieg sein. Denn den Jetlag, der dem ersten arbeitsfreien Tag nach einem Nachtdienstzyklus stets innewohnt, kann ich nicht bekämpfen, weil ich abends eine Zusammenkunft mit Freunden in einem Biergarten entgegen sehe und ich mich also nicht medikamentös abschießen kann, um wenigstens erst einmal auszuschlafen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als morgen so zu schlafen zu versuchen, wie es die Umstände und mein Körper hergeben, und dann am Abend mehr schlecht als recht bei einem Wasser die biertrinkenden Freunde zu bespaßen und zu versuchen, das Skatblatt vor Müdigkeit nicht aus der Hand fallen zu lassen.

[16:22] "Na gut", sagte sie in einem Tone, der mit "gut" nicht im siebenten Grade verwandt. (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[15:25] Du bist eigentlich immer noch ein Kind, doch alle sehen nur einen Erwachsenen in dir, den man leichter treten kann als einen, der älter und erfahrener ist. Niemand will dich mehr beschützen. Du bekommst ständig neue Aufgaben aufgehalst. Niemand fragt dich, ob du irgendetwas verstanden hast von dem, was du neuerdings zu tun hast. Richtig schlimm wird es nach der Heirat. Plötzlich bist du nicht nur für dich, sondern auch für andere verantwortlich, und es werden immer mehr, die auf deinem Buckel mitfahren wollen. In deinem Herzen bist du aber noch das Kind, das du schon immer warst, und du bleibst es noch lange. Wenn du Glück hast, wirst du halbwegs erwachsen, wenn du alt bist. Dann erst bist du in der Lage, Mitleid für diejenigen zu empfinden, die jung sind. Vorher beneidest du sie, warum auch immer. (Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe)

[14:33] Mein letzter Eindruck von New York stammte aus einem Film, in dem ein Irrer einen Mann ein Jahr lang ans Bett fesselte und langsam verhungern ließ, ohne daß die Nachbarn etwas davon mitbekamen. In einem Reiseführer stand, daß die New Yorker Behörden irgendwann beschlossen hätten, die Irrenhäuser abzuschaffen, weil die Insassen draußen sowieso nicht auffielen. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[14:20] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 115. Lektürestatistik: gestern 47 Seiten. Weiter mit "Die Unglückseligen" von Thea Dorn.

Donnerstag, 7. April 2016

[14:55] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 114. Lektürestatistik: gestern 104 Seiten. Weiter mit "Die Unglückseligen" von Thea Dorn.

Mittwoch, 6. April 2016

[19:55] Auf geht's zu den letzten 3 Nachtdiensten vor dem Urlaub mit 19 arbeitsfreien Tagen. In solch einen verkürzten Zyklus geht man psychisch gleich viel entstepannter.

[19:53] Immerhin hatte ich meine Linguistik-Prüfungen auch bestanden, nur bei der abschließenden Frage, was ein "Wort" sei, war ich ins Stottern geraten. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[19:50] Da ich in orthographischer Hinsicht schon immer meine eigenen Wege gegangen war... (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[14:11] Ein morgendlicher Spaziergang. Seit ich weiß nicht wie vielen Monaten war ich draußen, abgesehen von Einkäufen und den Arbeitswegen. Die Sonne lockte heute früh, und ich war nach 10-stündigem Schlaf zeitig wach. Ich durchquerte erstmalig den Bürgerpark im Grünen Bogen in Paunsdorf, schoß viele Fotos und war von dieser Stunde Fußmarsch durch einen sonnenbeschienen, aber arschkalten Morgen verzaubert. Es tat gut. Hernach fuhr ich in die Stadt und besuchte ein Antiquariat und zwei Buchhandlungen, was ich in den letzten Wochen häufiger machte, um nach der so ausgedehnten Durststrecke das Feeling im Umgang mit Büchern wiederzugewinnen und zu stabilisieren. Sich durch Menschenmassen zu quälen, ist wenig erholenswert und nervig. Mir genügt es bereits, quer durchs Stadtzentrum zu kaufen, um wieder bedient zu sein für die nächste Woche. Zumindest brauche ich Pausen und Zäsuren zwischen solchen Aktionen. Im Antiquariat war ich ruhig, aber schon im ersten Buchladen war es mit der Konzentration vorbei und ich fühlte mich gehetzt und orientierungslos. Die Tour war unergiebig. Die Strategie muß geändert werden.

[7:07] Thea Dorns fällt es in "Die Unglückseligen" leicht, durch ihren Johann Wilhelm Ritter Zivilisationskritik anzubringen. Als Johanna und Ritter in Deutschland einreisen, werden Eindrücke und Bilder geschildert, die Ritter vom jetzigen Zustand Deutschlands aufnimmmt und mit seinen Erinnerungen an das Deutschland seiner Zeit und vieler früheren Perioden vergleicht, beispielsweise als er als GI das zerbombte Köln erleben mußte. Schon berührend, wie er wehmütig Vergangenem hinterhersinnt.

[6:25] Als ich den hervorragenden Kurzfilm Wrapped gestern postete, dachte ich: du hast das doch früher gesammelt. Wo sind denn nur die ganzen Links zu den Clips hin? Es gibt die Sammlung noch. Aber es werden wohl nur noch wenige Links funktionieren und ich habe keine Zeit, sie zu überarbeiten. Immerhin stieß ich auf den zuletzt von mir im entsprechenden (nur Mitgliedern zugänglichen) Thread im LSF gesposteten Kurzfilm Partly Cloudy, welchen ich lange nicht sah. Hat sich demnach gelohnt, daran gedacht zu haben.

[6:07] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 113. Lektürestatistik: gestern 102 Seiten. Weiter mit "Die Unglückseligen" von Thea Dorn.

Dienstag, 5. April 2016

[18:42] Wrapped.

[10:29] Aus der Neurologie kenne ich zum Thema Epilepsie ja hinreichend Fallbeispiele.

[9:50] Teilzeitarbeit könnte deinen Tag etwas lebendiger gestalten. (Family Guy S02E15)

[9:34] Thea Dorns "Die Unglückseligen" mit einer reizvollen Konstellation. Modernster Forscherdrang in Person der Molkularbiologin Johanna trifft auf ethische und neugierige Fragen in Person Johanns, des Physikers und Forschers aus dem 18. Jahrhunderts. Ein naiver Blick, ein Nachfragen kann dem in den Laboratorien anzutreffenden High-Tech-Impetus nur nützen. Keine ganz neue Frage, ob die Wissenschaft den Blick aufs Ganze verloren hat, wie weit sie gehen darf. Wir hecheln mit der aus der Zeit gefallenen Figur Johann Wilhelm Ritter den uns und ihm meistens unverständlichen Erkenntnissen hinterher; er stellt die Fragen, die wir uns stellen. Sein Blick steht an Stelle des unsrigen. Dies macht den Reiz des Buches (bis jetzt) aus. An sich mag ich künstlerisch verarbeitete Anachronismen. Ob das Konzept mir in den noch ausstehenden zwei Dritteln nicht noch auf die Nerven gehen wird, werden die nächsten Stunden zeigen.

[9:24] Buchtipps zum Thema Achtsamkeit. Habe ich doch glatt zu erwähnen vergessen.

[9:08] "Oh, that’s wonderful – how nice!", gab Yo-Yo mit der Begeisterung zurück, die nur Amerikaner für Nachrichten aufzubringen vermochten, die sie nicht im Geringsten interessierten. (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[8:41] Das Brimborium, welches Lehrer mit einem Klassenbuch veranstalten, läßt sich mit dem vergleichen, welches auf Station (und viel mehr noch in der Altenpflege) mit der Patientenkurve betrieben wird. Der Vergleich stammt von einem Lehrer und leuchtete mir als Pflegekraft sofort ein.

[8:00] Durch Thea Dorns Ritterfigur, die altertümlich spricht und denkt, Linien und Skrupel als ehemalige Längenmaße kennengelernt, wobei 12 Scrubel 1 Linie ergaben und 10-12 Linien 1 Zoll. Das Scrupel war auch ein Massemaß: 1 Pfund = 12 Unzen = 72 Dram = 288 Scrupel = 5760 Gran.

[7:33] Weiter mit "Die Unglückseligen" von Thea Dorn, von dem ich, seit ich es am Samstag begann, nur Häppchen von 30 bis 50 Seiten lesen konnte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt durchhalten will.

[7:30] Nachdem ich gestern von 12 Uhr bis 18.30 Uhr geschlafen hatte, gelang es mir bei einfallender Müdigkeit, zwischen 22.30 Uhr und 6.30 Uhr nochmals acht Stunden nachzulegen und erwachte vorhin frischer, als ich gehofft und vermutet hatte. Zumindest spürte ich mich innerlich gerade gerückter. Und ausnahmsweise einmal wieder tagsüber wach sein zu dürfen, hat doch was, oder? Heute muß ich nachmittags zu einer Dienstberatung, die ich sonst mit Hinweis auf den einzigen freien Tag der Woche für mich abschmettere. Für die heutige wurde ich aber gebeten zu kommen.

[6:42] Freier Tag 2/2. 16 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatistik: gestern 39 Seiten.

Montag, 4. April 2016

[19:57] Eine Gesamtausgabe der Theaterstücke Friedrich Dürrenmatts gibt es bei Diogenes in einem Band. Durch diesen DLF-Beitrag wurde mir die Edition bekannt gemacht.

[8:16] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 111. Lektürestatistik: gestern 44 Seiten.

Sonntag, 3. April 2016

[19:44] Buchentdeckungen: Die letzten Dinge. Lebensendgespräche von Iris Radisch. - "Der Band versammelt siebzehn Interviews, in denen Iris Radisch mit bedeutenden Zeitzeugen feinsinnig und ehrlich über die 'letzten Dinge' diskutiert. Zu den Interviewten zählen u.a. Amos Oz, Marcel Reich-Ranicki, Günter Grass, Martin Walser, Imre Kertész, Péter Nádas, Ilse Aichinger, Julien Green, Peter Rühmkorf, Antonio Tabucchi, Patrick Modiano, Ruth Klüger, George Tabori, Claude Simon, George Steiner, Sarah Kirsch und Friederike Mayröcker."

[19:32] Lars Gustafsson, einer meiner Langzeitfavoriten, ist gestorben. „Requiem aeternam dona ei, Domine: et lux perpetua luceat ei. Requiescat in pace. Amen.“

[15:12] "Doch was frommte mir alle Gesundheit, wenn ich abermals dazu verdammt wäre, in Lebensumstände zurückzukehren, die im Alphabet des Kummers keinen einzigen Buchstaben ausließen?" (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[14:55] "Ich sehnte mich nach Einsamkeit und Natürlichkeit, nach Einfachheit! Einmal noch wollte ich das Glück der völligen Mirselbstgehörigkeit genießen." (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[13:53] Die Waage zeigt knapp 95 kg an = 18 kg Gewichtsverlust seit dem 16. Dezember, dem Tag, als das Bauch-Aua losging.

[13:44] Der Schnittkäse bei ALDI ist noch billiger geworden. Jetzt kostet die 400-g-Packung Edamer, Tilsiter, Gouda oder Butterkäse nur 1.59 Euro. Auch der Mittelaltergouda und die 250-g-Packung Käseaufschnitt wurden heruntergesetzt.

[12:55] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 110. Lektürestatistik: gestern 56 Seiten. Weiter mit "Die Unglückseligen" von Thea Dorn.

Samstag, 2. April 2016

[19:46] Ich bin zu Tode erschöpft, ein Wrack, ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich bin so entkräftet, daß ich nicht weiß, wie ich die beiden Nachtdienste noch überstehen soll. Meine Nerven liegen blank. Ich könnte schreien.

[19:44] Auch heute wieder keine bzw. nur wenige Seiten Lektüre. Kaum hatte ich zu lesen begonnen, kam unerwartet Besuch. Und wenn man nur 2 Stunden täglich zur freien Verfügung hat, weil der Rest für Arbeitswege, Arbeit und Schlaf drauf geht, und in diesen beiden Stunden jemand kommt, dann ist der Tag wieder vorbei und vom hehren Wunsch nach Lektüre bleibt nurmehr heiße Luft übrig.

[19:40] Geduld ließ sich von der Ahnung, dass jegliches Tun sinnlos war, nicht aus der Ruhe bringen. Ausdauer drängte ans Ziel. Geduld ließ sich vom Geschehen treiben. Ausdauer stürmte nach vorn, auch wenn sie dies mit einer Geschwindigkeit tat, die dem unbewaffneten Auge als Stillstand erscheinen musste. Geduld sang den Choral der Unterwerfung. Ausdauer war Zorn in Zeitlupe. (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[16:37] Selbst wenn ich es vermeide, nach dem Aufstehen die Twitter- und Facebooktimeline zu durchforsten, dauert es, bis ich endlich dasitze und zu lesen beginne, zirka 30 bis 40 Minuten. MIT dem Hinterherhecheln stattgefundener virtueller Schauplätze, zu denen auch Webforen u.v.m. gehören, ist mindestens 1 Stunde weg. Das muß sich, das muß ich ändern, weil mein Zeitrahmen immer häßlicher, immer enger, immer atem/geistraubender wird. Aufstehen, Tee kochen, E-Mails abrufen, Downloads starten, der tägliche Status-Miszelleneintrag, Leselisten aktualisieren fertig. Das sind 30 Minuten, dann muß ich lesen. Adieu also Twitter & Facebook, jedenfalls an den 5 wöchentlichen Arbeitstagen.

[16:24] Wortperlen: "Tränen" = Höllenrotz, Schöpfungsauswurf. (Thea Dorn: Die Unglückseligen)

[15:56] Buch begonnen "Die Unglückseligen" von Thea Dorn.

[15:55] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 109. Lektürestatistik: gestern 97 Seiten.

Freitag, 1. April 2016

[17:19] Buch beendet: "Der Umweg" von Gerbrand Bakker, Suhrkamp, 231 Seiten.

[15:34] Zu den obligaten Routinen, wenn ich nachmittags oder abends aufwache, gehört es inzwischen, den Wikipedia-Nekrolog aufzurufen, um zu sehen, wer nun schon wieder gestorben ist. RIP, Hans-Dietrich Genscher.

[15:20] Gestern nach einem Zahnarzttermin, der bei mir stets nach einem Nachtdienst als erster Patient um 7.30 Uhr stattfindet, war ich gegen 8.50 Uhr im Bett und muß sofort eingeschlafen sein, so erschöpft und durch die lokale Anästhesie der Spritze vor der Behandlung breit geklopft war ich wohl. Geschlafen bis 19.45 Uhr = unmittelbar bis zum Start zum folgenden Nachtdienst, also 11 Stunden. Nur mal so erklärend, warum gestern wirklich keinerlei Lektüre möglich gewesen war. Noch 6 Dienste (bis Sonntag und nächste Woche Mittwoch bis Freitag), dann ist Urlaub.

[15:11] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 108. Lektürestatistik: gestern keine Lektüre; vorgestern 134 Seiten. Weiter mit "Der Umweg" von Gerbrand Bakker.

Mittwoch, 30. März 2016

[16:26] Jochen Schmidt: Nur wenn man schreiben muß // Damals in der Christenlehre // Bücherklau // Das indianische Denken // Ein Kartoffelnetz voller Bücher.

[16:21] Es ging doch nur darum, mit seiner Begeisterung nicht allein zu sein. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[16:09] Ich hätte gern eine Zigarette geraucht, ein friedlicher Moment zwischen dem unerreichbaren Gestern und dem ungewissen Morgen. So eine Zigarette gab einem den Anschein, sein Schicksal im Griff zu haben oder zumindest nicht zu fürchten und ein Mann der Tat zu sein, der sich einen ruhigen Moment gönnt, dabei aber schon wieder Pläne schmiedet. Außerdem sah jeder, daß man die Last der Erinnerungen nur mit wohldosierten Drogen, aber trotzdem standhaft ertrug. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[16:06] Meine elektrische Schreibmaschine mit dem einzeiligen Display war ein Entwicklungssprung, ich konnte jetzt schneller schreiben als denken. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[16:04] In der Bibliothek baute ich einen Berg aus Büchern vor mir auf. Man nahm sie einfach aus dem Regal und konnte sie sogar vorher durchblättern. In Berlin mußte ich zu dieser Zeit noch für jedes Buch Zettel mit Geburtsdatum, Adresse der Eltern, eidesstattlicher Erklärung des Vermieters und polizeilichen Führungszeugnis ausfüllen, nur um eine Woche später gesagt zu bekommen, daß es ausgeliehen war. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[16:00] In dem Außenbezirk von Berlin, der den symbolträchtigen Namen "Buch" trug, wo es keine Kneipe gab, kein Kino, nicht einmal Fußgänger, nur einen Park, der nachts den Exhibitionisten aus der anliegenden Nervenheilanstalt vorbehalten war... (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[15:48] ... wo (...) mitten auf dem Weg ein kaputtes Motorrad stehen konnte, als sei es in voller Fahrt verendet. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[15:45] Beim Anblick der Studenten konnte man meinen, daß einem von geistiger Anstrengung die Haare ausfielen. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[11:43] Retweet: Wenn du bei Twitter nicht eloquent genug bist, bringt dich das ganz schön in die Bretagne.

[11:42] Retweet: Blassen Mitmenschen empfehle ich gerne die Trendsportart Empörung, sorgt für frische Gesichtsfarbe und ist gut für den Kreislauf.

[11:41] Retweet: Wenn Dir das Leben einen Apfel gibt und Du nur für Zitronen trainiert hast.

[11:40] Retweet: Wenn ich Sohn auf dem Arm durch die Wohnung trage, puste ich ihm unaufällig ins Gesicht, damit er das Gefühl von Fahrtwind kriegt.

[11:34] Weitere Buchentdeckung: Die Zensoren. Wie staatliche Kontrolle die Literatur beeinflusst hat von Robert Darnton. Vorgestellt unter anderen von Michael Andre und von Michael Opitz im Deutschlandradio.

[11:26] Bin beim Rezensionen hören... "Jenseits aller Grenzen" ist ein Buch über den größten Reisenden der Weltgeschichte, so auch der Untertitel: "Auf den Spuren des großen Abenteurers Ibn Battuta durch die Welt des Islam". So eine Art Marco Polo des Islam.

[11:05] Nach dem Betten einer Pflegepatientin sind wir dabei, das Zimmer zu verlassen und verabschieden uns: "See you later!" - Die Patientin: "Hä? Wieviele Kilometer?"

[2:44] Als ich vor drei Monaten durch einen Festplattencrash aller Leselisten verlustig ging, bestand das zusätzliche Problem darin, daß ich nach einer mehr als zweijährigen Leseblockade auch jedes Gespür für Bücher, für das Auffinden von Nachfolgelektüren verloren hatte und ich mich nicht mehr wie früher selbstverständlich in einem Büchermeer fortbewegen konnte, ohne die Orientierung zu verlieren und ohne daß mir die Puste ausging. Ich stand als Leser am Nullpunkt, verfügte nur ansatzweise über Ideen, was als nächstes zu lesen wäre, sah nur Wald und keine einzelnen Bäume mehr. Früher hatte ich so genannte Jahresautoren, eine Riege von 30 bis 40 Autoren, von denen ich alljährlich wenigstens 1 Buch lesen wollte, was meist auch gelang. Da ich bei diesen bereits weit fortgeschritten war, war es von Bedeutung, einen bibliografischen Rückhalt über die noch verbleibenden ungelesenen Werke zu haben. Dadurch daß das mehr als 20-jährige Zusammentragen solcher Übersichten mit einem Schlag umsonst gewesen ist, fällt ein Neuanfang schwer; denn er erforderte bei den meisten der Autoren eine langwierige Recherche in Online-Katalogen. Immerhin nahm ich meinen Mut zusammen und bibliografierte einigen Namen hinterher und habe somit zumindest einen Startpunkt für Lektüreentscheide. Mir als ungeduldigem Menschen behagt so ein schrittweises Vorgehen kaum. Der Verlust der Leselisten schmerzt, wenn er mir bewußt wird, jedes Mal von neuem.

[2:03] Eine schöne Art, das Verstreichen der Zeit zu messen: am Weiterziehen der Sonne, die plötzlich an einer ganz anderen Stelle steht, ziemlich tief schon wieder, an den wandernden Schatten, am Ortswechsel einer Gruppe von Kühen, die gemächlich und ganz leise fortgetrottet sind. Sie nahm diese Dinge zum ersten Mal bewußt wahr... (Gerbrand Bakker: Der Umweg)

[1:55] Auch 'ne Möglichkeit: einfach noch mal von vorne anfangen: "Mühsam ging sie die Treppe hinauf und legte sich auf die Chaiselongue im Arbeitszimmer. (...) Zwei Stunden später begann sie den Tag noch einmal, diesmal besser." (Gerbrand Bakker: Der Umweg)

[1:06] "Temperamentmäßig gleiche ich eher einer geschlossenen Eisdecke als einem Vulkan." (dasnuf)

[1:00] Claudia Klinger hatte sich über den Karfreitag Gedanken gemacht. Etwas spät hier verlinkt, was mir gleichzeitig klar macht, daß ich einige hochgeschätzte Blogs öfter aufsuchen sollte.

[0:01] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 106. Lektürestatistik: gestern 71 Seiten, das heißt, ich habe Gerbrand Bakkers "Der Umweg" noch gar nicht wirklich begonnen, sondern mich mit dem physischen Unvermögen bei allgemeiner Erschöpfung herumgeschlagen und die Zeit mit Herumsurfen, Twitter, Facebook und multiplen Schlafversuchen verplempert. Noch 8 Dienste (= 1,5 Arbeitswochen) bis zum Urlaub.

Dienstag, 29. März 2016

[23:34] "Leipziger Sachspendenzentrale lädt zum Schlüpfer-Tausch" (Leutzscher Straßenbahnhof, 3. April).

[23:17] Denis Scheck war im Büchermarkt gänzlich hingerissen von diesem Ende letzten Jahres erschienenen SF-Wälzer (Neal Stephenson: Amalthea, 1056 Seiten). Da SF für mich immer nur falkultativ bleiben wird, fehlt mir das Sensorium für eine Lektüreentscheidung. Jemand Näheres? Die anderen beiden DLF-Redakteure Hajo Steiner und Hubertus Winkels machten sich über Schecks Eskapaden und Ausflüge in die Popkultur immer wieder lustig.

[12:55] Schwarzer Tee gehört zum ersten, was ich täglich aufnehme. Von grünem Tee weiß der Durchschnittsdeutsche daneben am öftesten. Rooibos wurde irgendwann in den letzten 20 Jahren Mode und ist seitdem etabliert. Schon exklusiver ist weißer Tee, den ich wie Rooibos noch nie trank. Daß Oolong halbfermentierter Tee ist, lernte ich vorhin, als ich mir ein neues Baumwollteesieb besorgte und seit vielen Jahren wieder mal einen Teeladen frequentierte. Ich, als geiziger Mensch, begnügte mich seit langem mit dem ALDI-Angebot, d.h. der Ostfriesenmischung und den sporadisch angebotenen Schwarztees, zuletzt einem im Preis von 4.85 Euro auf, weil ihn ALDI-Kunden offenbar verschmähten, schließlich 3.- Euro herabgesetzten Bio-Darjeeling in der 150-g-Packung. Gelben Tee nun sah ich wirklich zum ersten Mal. Ich mag kräftigere, gut fermentierte Tees und nehme diese Sorte sowie den stolzen Preis allenfalls zur Kenntnis.

[12:31] Buch begonnen: "Der Umweg" von Gerbrand Bakker.

[8:05] Die meisten Bücher, über die ich nachlese und nachhöre, gehören zur Kategorie "Würde ich gerne lesen, wenn mehr Zeit vorhanden wäre". Das ist die Crux. Denn übrig für ein Leseleben können ja nur die wenigen bleiben, die man dann tatsächlich lesen kann. Die Prozedur, diejenigen aus der ersten, größeren Gruppe in die zweite, kleinere (und mit zunehmendem Alter immer kleiner) werdenden Gruppe zu überführen, ist leidvoll, weil mit Verzicht verbunden, mit dem Entsagenmüssen, dem traurigen Hinterblicken, wenn die Titel ungelesen am Horizont verschwinden und im Orkus verschwinden, aus dem sie höchst selten wiederauftauchen, wiederauftauchen dürfen, was dann allemal ein besonderes Fest ist.

[7:00] Buch beendet: "Die Nacht der Amazonen" von Herbert Rosendorfer, dtv, 285 Seiten.

[5:30] Das, was mir an den Arbeitstagen zu lesen gelingt, kann man getrost in den Skat drücken. Das Leben, das kein Leseleben mehr sein kann, ist keines mehr. Unbedingt gehört etwas daran geändert.

[3:58] Schade, daß der Ausdruck "Kraft durch Freude" wegen der saudämlichen Nazis auf ewig besetzt ist. Eigentlich ein schöner Gedanke, der Freude solche Wirkung zuzuschreiben. Ihr Schöpfer, Reichsorganisationsleiter Robert Ley, prägte auch den Ausdruck "Soldat der Wirtschaft" bzw. "Soldat der Arbeit" für den gemeinen Arbeiter.

[3:33] Freier Tag 2/2. 15 Wochen ohne Alkohol. Geschlafen von 17.30 Uhr bis eben 3 Uhr. Tee gekocht, was immer das erste nach dem Aufstehen ist. Seit gestern Nachmittag nichts passiert, nur zwei Spammails, keine relevanten Foreneinträge. Lektürestatistik: gestern keine Lektüre.

Ostermontag, 28. März 2016

[15:17] Gisela Elsner, eine Vergessene der deutschen Nachtkriegsliteratur. Mehrmals stieß ich auf ihren Namen, konnte mich auch nach dem verlinkten Artikel noch nicht dazu durchringen, einen ihrer Bücher auf die Leseliste zu setzen, an der ich in den letzten Stunden, vor und nach dem Familienmittagessen, gefrickelt habe.

[12:00] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 104. Lektürestatistik: gestern 40 Seiten.

Ostersonntag, 27. März 2016

[17:12] Daß Goebbels einen Roman namens "Michael" geschrieben hat, wußte ich bis dato auch nicht.

[17:11] Weil ich das schöne Verb eben las und lange nicht las, gleich anwenden: "Ich bin dazu vergattert, nachher zu Nachtdienst 5/5 zu gehen."

[16:55] Ein Narr, ein Krüppel, ein Morphinist lehren Deutschland, was Rasse ist. (Herbert Rosendorfer: Die Nacht der Amazonen)

[16:48] Eine Masse eint man nie, nie für etwas. Die Masse kann man immer nur gegen etwas einen. (Herbert Rosendorfer: Die Nacht der Amazonen)

[16:45] Eine diktatorische Bewegung schlägt je schärfer durch, desto verquollener ihre Argumente sind. (Herbert Rosendorfer: Die Nacht der Amazonen)

[16:41] "Wo arbeitest du?" "AG Urin & Kacke." "AkutGeriatrie?". "Yep".

[16:30] "Ich habe Kriegserfahrungen!" "Du hattest Nachtdienst auf Station." "Yep".

[16:27] Darf der Buchhändler oder Antiquar einem 1 Attest ausstellen, das einem zum Behufe des Lesens vom nächsten Nachtdienst befreit?

[16:24] Patientin bat mich beim Betten, nicht mehr von Leichen zu reden. Fällt einem auf 'ner Geriatrie aber auch urst schwer.

[16:15] "An apple a day keeps the docor away" - außer, wenn mißbräuchlich, bei Diabetikern.

[16:13] Eine der Hauptdiagnosen auf der Geriatrie: Gebrechlichkeit. In meinen 26 Berufsjahren zuvor so nie gesehen.

[16:11] Wenn ich deutsch meine, denke ich nicht mehr "uns". (Herbert Rosendorfer: Die Nacht der Amazonen)

[15:55] Eben gelernt, daß es nicht nur "Leninbrause" (Himbeerlimonade), sondern auch "Himmlersekt" (Mineralwasser) gegeben hat.

[15:07] Retweet: "Ich möchte..." "Stellen Sie sich hinten an!" "Ich bin privatversichert." "Aber..." "PRIVAT! Also, zwei Normale und eine Quarktasche."

[14:53] Momentan komme ich mit dem Sortieren neu eingegangener Bücher/Lesewünsche nicht hinterher und damit eben auch mit dem leidvollen Hintanstellen von Büchern.

[14:50] Herbert Rosendorfers "Die Nacht der Amazonen" ist derzeit absolut die passende Lektüre, hochaktuell und brisant, verbunden mit erstaunlichen Ahaeffekten, wenn man den Aufstieg der Nazis in den 20er und 30er Jahren mit dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung (AfD, Rechtsruck in Europa) liest. Ich komme mit den Anstreichen gar nicht mehr hinterher. Bei allen, die jemals behaupten werden, sie hätten von nichts gewußt, weiß ich, sie haben "Die Nacht der Amazonen" nicht gelesen. Höchste amüsant, eben ein Rosendorfer auf der Höhe seiner UND unserer Zeit.

[14:41] Meine größte Lebensleistung besteht darin, dass ich es geschafft habe, eine große vereinte Familie zu gründen – allesamt vereint gegen mich. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:36] Hast du dich im Dunkeln geschminkt, oder hat deine Kosmetikerin Parkinson? (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:30] Diese Frau hat mir immer erzählt, sie wolle nur mein Bestes, und auf die Welt gebracht hat sie mich dann doch. Also, wenn man mal überlegt, wie viele Krimiserien oder Gefängnisse, Ermittlungen und Strafprozesse wegen Mord es gibt – aber wegen Geburt hat meines Wissens noch nie jemand vor Gericht gestanden. Weder wegen vorsätzlicher Geburt noch wegen fahrlässiger oder billigend in Kauf genommener Geburt und schon gar nicht wegen Aufhetzung zur Geburt! Und man muss ja auch bedenken, dass die Verbrechensopfer in dem Fall alle minderjährig sind! (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:14] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 103. Lektürestatistik: gestern 80 Seiten. Weiter mit "Die Nacht der Amazonen" von Herbert Rosendorfer.

[3:30] Die Patienten sind so merkwürdig ruhig. Die hecken doch was aus!

[2:00] Retweet zur Zeitumstellung: "Eine Stunde weniger um alle zu hassen."

[1:13] Nachts dieses Allmachtsempfinden auf Twitter, weil es mir gelingt, meiner Timeline zu überblicken.

Karsamstag, 26. März 2016

[13:23] Eine Pflegepatientin nannte ihren Mann einen "Ratten-Katholiken". Ich mußte den Ausdruck erst googlen. Jemand, der Wasser predigt und Wein trinkt. Jemand, der pro forma Katholik ist.

[13:21] Als Patientenessen gab es auf Station gestern zum Karfreitag übrigens Broiler. In einem atheistischen Umfeld zu leben, hat Vorteile. Alle Scherze bezüglich eines Fastens am Karfreitag prallten auf Station mangels Wissen über Traditionen an Patienten UND Kollegen ab.

[13:16] Retweet: Lebenserhaltene Sofortspaßnahmen.

[13:15] Aufgeschnappt: "The man who invinted Autocorrect has died. Restaurant In Piece."

[13:14] Patientin in der vergangenen Nacht zu uns: "Halt den Kopf kühl und die Füße warm, das macht den besten Doktor arm."

[13:13] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 102. Lektürestatistik: gestern 40 Seiten. Weiter mit "Die Nacht der Amazonen" von Herbert Rosendorfer.

Karfreitag, 25. März 2016

[14:09] Retweet: Wenn man in seinem momentanen Leben viele gute Karmapunkte bekommt, bekommt man dann im nächsten Leben mehr Lesezeit?

[14:08] In Deutschland darf man bis heute sein Kind nicht Judas nennen.

[13:26] Retweet: Das Dümmste, was einem Menschen passieren kann, ist intelligent auf die Welt zu kommen.

[13:25] Wenn man auf Station ausnahmsweise mal Zeit hat, sind Pflegefälle ja durchaus auch drollig.

[12:46] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 101. Lektürestatistik: gestern 54 Seiten. Weiter mit "Die Nacht der Amazonen" von Herbert Rosendorfer.

Gründonnerstag, 24. März 2016

[19:26] Die Krimiautorin Sabine Trinkaus schlägt aus ihrem Namen reichlich Kapital. Mit solch beredten Buchtiteln wie "Schnapspralinen", "Schnapsdrosseln" und "Schnapsleiche".

[19:22] Als ich heute Morgen in der Straßenbahn saß, hörte ich es, obwohl niemand vorher am Fahrkartenautomaten zugange gewesen ist, plötzlich klimpern und konnte 4,40 Euro "bergen".

[17:06] Wir betten einen Pflegefall. Die Patientin sagt alle 10 Sekunden monoton: "Ja". Nach mehreren Malen frage ich sie: "Sie können wohl nur Ja sagen?" Wie aus der Pistole geschossen kommt furztrocken: "Ich kann Ihnen auch gleich in die Fresse hauen!"

[17:00] Vor Nachtdienst 2/5. 100 TAGE OHNE ALKOHOL!! Lektürestatistik: gestern 257 Seiten. Buch begonnen: "Die Nacht der Amazonen" von Herbert Rosendorfer.

Mittwoch, 23. März 2016

[16:01] Die obligatorischen 24 Stunden seit der letzten Mahlzeit sind vorüber. Nach dem Essen werde ich mich vor dem Nachtdienst 1/5 wie immer am Mittwoch nochmals ins Bett legen und auf wenigstens zwei Stunden Ruhe und bestenfalls Schlaf hoffen. Noch 2,5 Arbeitswochen (13 Arbeitstage) bis zum Urlaub.

[16:00] Gestern und heute lange Stunden ungestörter Lektüre mit Christoph Heins jüngstem Roman "Glückskind mit Vater". Sage und schreibe 460 Seiten seit gestern Nacht, als ich zirka 3 Uhr an meinem zweiten und eigentlichen und einzigen richtigen freien Tag damit fortfuhr, nachdem ich am Sonntag die ersten 65 Seiten gelesen hatte. Dadurch tauchte ich ungewöhnlich tief und lange in das Buch ab und empfand es auch intensiv. Eventuelle negative Rezensionen werden mir nichts anhaben können. Ich lese sowieso alles von Christoph Hein und werde es weiterhin tun, solange er Bücher schreibt. Über eine lange Strecke bewegt sich das Buch in einer Zeit der DDR, die ich selbst nicht erlebt habe, der man in literarischer Aufbereitung jetzt auch nicht SO oft begegnet. Die Auseinandersetzung mit jener jungen DDR hatte ich vor einem Jahr mit Stefan Wolles Der große Plan. Alltag und Herrschaft in der DDR 1949-1961 nicht gescheut. Heins Roman kam nun zur rechten Zeit und ließ mich tief mitempfinden mit dem Protagonisten Konstantin Boggosch. Ein Lektüre-Highlight dieses sich dem Ende zuneigenden Monats.

[15:42] Buch beendet: "Glückskind mit Vater" von Christoph Hein, Suhrkamp, 527 Seiten.

[5:40] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 99. Lektürestatistik: gestern 205 Seiten. Weiter mit "Glückskind mit Vater" von Christoph Hein.

Dienstag, 22. März 2016

[16:52] Retweet: Diese Freudentränen werden Ihnen präsentiert von: Urlaubsanfang.

[14:42] Heute wird sich mit Spagetthi Bolognese dem Gewichtsverlust entgegengestemmt. Aber jetzt noch nicht, gekocht wird später. Erst noch den Inspector Barnaby zuende gucken und hernach vielleicht noch eine oder zwei weitere Serienfolgen. Zuletzt zeigte die Waage knapp 97 kg. Bis zum 16. Dezember waren es noch 113 kg.

[14:25] Patient vor einigen Tagen zu uns: "Und? Fühlen Sie sich in Ihrer Rolle wohl?" Derselbe etwas später: "Machen Sie Ihre Arbeit ordentlich! Sonst kriegen Sie gleich paar aufs Maul!"

[14:22] In einen grob chronologisch gezimmerten Leseplan habe ich meinen SUB eingearbeitet.

[14:11] Lektüremäßig kackt der März gegenüber den beiden Vormonaten ab, was nicht an nachlassender Lesefreude liegt, sondern an durch die Erschöpfung fehlenden Gelegenheiten und Lesezeiten. Ich nutze meine freie Zeit seit Januar schon konsequent, um zu lesen, verfüge aber über zu wenig, um zufrieden sein zu können. Der Schlaf, die Nachtdienste engen meinen Lebens- und Aktionsradius zu sehr ein, so daß mir nichts anderes übrig bleiben wird, als Konsequenzen zu ziehen. Als Zäsur böte sich der bevorstehende 50. Geburtstag an, der in meinen Urlaub fällt, den ich als Auszeit auch und gerade dafür gedacht habe, meine Situation zu überdenken und zu einem Entschluß hinsichtlich meiner Arbeit als Krankenpfleger im Dauernachtdienst zu kommen.

[14:00] Der Montag blieb, wie in den letzten Wochen auch, komplett lektürefrei, weil ich mir angewöhnt habe, nach dem letzten Nachtdienst Serien zu gucken, dann am späten Mittag etwas zu essen und bis in die Nacht hinein zu schlafen, um die Nachtstunden zur Lektüre nutzen zu können, die statistisch dann bereits für den Dienstag zählen, meinen einzigen richtigen freien und einigermaßen unbeschwerten Tag der Woche. Ganze 13 Stunden Schlaf waren mir gestern vergönnt - von 13.30 Uhr bis heute früh 2.30 Uhr. Seitdem las ich mit Unterbrechungen (Einkauf & Internet lesen).

[13:54] Nach vielen Stunden befriedigender Lektüre nun Kontrastprogram mit Inspector Barnaby S16E03 - "Der Trüffelschwein-Mörder".

[4:38] Freier Tag 2/2. 14 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatistik: gestern keine Lektüre. Weiter mit "Glückskind mit Vater" von Christoph Hein.

Montag, 21. März 2016

[8:44] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 97. Lektürestatistik: gestern: 65 Seiten.

Sonntag, 20. März 2016

[14:55] Buch begonnen: "Glückskind mit Vater" von Christoph Hein.

[14:51] Buch beendet: "Die Ernte des Bösen" von Robert Galbraith, Blanvalet, 672 Seiten.

[14:50] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 96. Lektürestatistik: gestern: 149 Seiten.

Samstag, 19. März 2016

[12:42] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 95. Lektürestatistik: gestern: 113 Seiten. Weiter mit "Die Ernte des Bösen" von Robert Galbraith.

Freitag, 18. März 2016

[13:22] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 94. Lektürestatistik: gestern: 0 Seiten.

Donnerstag, 17. März 2016

[20:00] Nahezu 12 Stunden geschlafen, wodurch die heutige Lektüre komplett ins Wasser fällt. Nach einem Imbiß direkt zum nächsten Nachtdienst. Was für eine Existenz!

[19:15] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 93. Lektürestatistik: gestern: 188 Seiten.

Mittwoch, 16. März 2016

[17:00] Auch so eine öde, schematische Grundkonstante: Wenn Detektive ermitteln, darf die Polizei nur aus tumben Toren bestehen.

[16:24] Eine neue Arbeitswoche beginnt. Mein Mittwoch ist ja euer Montag. Bis zum Urlaub sind es noch 18 Arbeitstage, also 3 volle Arbeitswochen und eine weitere mit nur 3 Arbeitstagen, so daß mein Urlaub an einem Samstag (9. April) beginnen wird. Auf ihn freue ich mich unbändig. Er wird zudem der erste seit ich weiß nicht wie vielen Jahren sein, den ich nüchtern werde erleben dürfen und der folglich endlich die Kriterien würde erfüllen können, die ich mir von einem Urlaub stets erhofft, nie aber hatte einlösen können: Spaziergänge & Lektüre. Denn immer mündeten jedwede hehren Vorhaben & Entschlüsse unweigerlich im nächsten Gang zum Getränkemarkt. Hofft also mit mir, daß ich durchhalte und demnächst 19 arbeitsfreie Tage wirklich werde genießen können. Ein Lektüregroßprojekt steht zur Debatte, das diese 2,5 Wochen bereichern soll. Ich werde es erst am ersten Urlaubstag benennen; bis dahin dürft ihr raten.

[10:17] Ein zündelnder Feuerwehrmann sollte ein wasserfestes Alibi haben.

[9:35] Die Künstlerin Miranda July hat mit Somebody eine App erfunden, mit der man sich in kommunikativ diffizilen Situationen helfen lassen kann. Wenn man jemandem etwas mitteilen will, schickt man per 'Somebody' einen Stellvertreter zu ihm, der das schwierig zu Sagende über die Lippen bringt.

[9:28] "... und bündelt ihre Energien maximal (Wenn Sie schon ein Buch lesen müssen, dann tun Sie es doch gleich neben dem Bücherregal und halten den Finger in die Lücke, damit Sie es dann wieder zurückstellen können!)." Über die Protagonistin in Miranda Julys Buch Der erste fiese Typ.

[6:33] War es ein Verbrechen, im Leben nur spazieren und lesen zu wollen? Wenigstens beging man dann keine anderen Straftaten, das müßte der Gesellschaft doch etwas wert sein. Es gab so viele geheimnisvolle Autoren zu entdecken, und dahinter verbarg sich eine ganze Riege noch geheimnisvollerer Autoren, die in früheren Jahrhunderten totgeschwiegen oder vergessen worden waren. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[6:30] Sein Widerwille gegen elektronische Navigationsgeräte gründete darauf, dass Papier keine Zeit für den Download brauchte und die Informationen sich unter ungünstigen Bedingungen nicht einfach in Luft auflösen konnten. (Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen)

[6:26] Wenn man sich Zeit nahm und eigens danach Ausschau hielt, ließ sich beinahe überall Schönheit finden. Im täglichen Überlebenskampf vergaß man allzu leicht, dass dieser kostenlose Luxus existierte. (Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen)

[6:25] ... fuhren sie an zahllosen Reihenhauskolonnen vorbei – die Art von Stadtlandschaft, die Lowry gemalt hatte. Der Bienenstock, in dem die arbeitende Bevölkerung lebte. (Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen)

[4:45] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 92. Lektürestatistik: gestern: 145 Seiten. Weiter mit "Die Ernte des Bösen" von Robert Galbraith.

Dienstag, 15. März 2016

[14:20] War es ein Verbrechen, im Leben nur spazieren und lesen zu wollen? (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[8:17] Vermischen sich zwei Bereiche, übt das einen speziellen Reiz aus. Wenn Menschen, die ich aus dem Internet beispielsweise als Blogger, als Twitterer oder als Forenschreiber kenne, ein Buch veröffentlichen, ist dies so ein Fall. Plötzlich gewinnt ein Mensch, den man von diversen Postings, Aktionen und Kommentaren kennt, eine neue, ungewohnte Facette, die mit dem bisherigen Status so gar nichts zu tun hat. Es entsteht eine reizvolle Mixtur aus ziemlich unterschiedlichen Ingredenzien. Isabel Bogdan lief mir im virtuellen Leben immer wieder über den Weg, zuerst vermutlich vor vielen Jahren mit ihrem ehemaligen Antville-Blog. Seit geraumer Zeit gibt es das Interview-Projekt Was machen die da?, das Bogdan und Maximilian Buddenbohm unterhalten, ein zweiter, zum Schriftsteller mutierter Blogger und Netzbürger, dessen Erstling Zwei, drei, vier. Wie ich eine Familie wurde ich las. Nun von Isabel Bogdan ihr Debut Der Pfau, das in der Märzsendung des Schweizer Literaturclubs besprochen wurde und auf das ich durch Petra Gust-Kazakos aufmerksam geworden bin, der ich mich virtuell ebenfalls nah fühle. Und so zieht eins das andere nach sich. Am Anfang dieser Vermischung zweiter Welten stand 1997 der deutsch-tschechische Schriftsteller und Poetryslammer Jaromir Konecny, dem ich mich aus biografischen Gründen verbunden fühle. Nicht neu für Leser dieser Notizen ist mein Interesse für Alban Nikolai Herbst. Ich schätze, daß es künftig noch weitere Bekanntschaften und Kontakte aus dem virtual life geben wird, die sich in die Riege der Autoren eingliedern werden und die ich dann von beiden Seiten betrachten darf, ihrem Tun im trotz allem noch neuen Medium Internet und ihrem Schreiben, dem auf das gute alte Medium Buch ausgerichtete Tun. Der Wiener Misanthrop Christian Köllerer wird wohl noch eine Weile in der Welt herumgondeln, bevor er in seiner Privatbibliothek zum Stift greift.

[1:05] Freier Tag 2/2. 13 Wochen ohne Alkohol. Gestern keine Lektüre.

Montag, 14. März 2016

[8:26] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 90. Lektürestatistik: gestern: 41 Seiten.

Sonntag, 13. März 2016

[16:11] Morgen Abend liest Alban Nikolai Herbst im Haus des Buches (Beginn: 19.30 Uhr). Auch wenn ich mich nicht erinnern kann, wann ich, außer für Einkäufe und Arbeitswege, zuletzt das Haus verlassen habe, geschweige denn daß ich zu einer Dichterlesung gegangen wäre, reizt mich der Abend. Denn ANH ist der wohl aktivste im Internet präsente ernsthafte Schriftsteller, den ich kenne. Momentan gehts ihm nicht so gut.

[14:24] ... war er Zeuge ihres Scheidungsprozesses geworden, der mit dem kalkulierten Risiko einer Schachpartie unter Großmeistern geführt wurde. (Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen)

[14:09] Verwandtenbesuch. Ein Patient ließ minutenlang an sich herumrütteln, um seine Nächsten, die zuhauf sehr besorgt um ihn herum saßen, anzublaffen: "Was fummelt ihr wie an einer Leiche an mir herum?"

[13:22] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 89. Lektürestatistik: gestern: 97 Seiten. Weiter mit "Die Ernte des Bösen" von Robert Galbraith.

Samstag, 12. März 2016

[16:45] Buch begonnen: "Die Ernte des Bösen" von Robert Galbraith. Der dritte Cormoran-Strike-Roman von Joanne K. Rowling unter ihrem Pseudonym. Ich mochte die ersten beiden sehr, ich mag die Figur des Privatermittlers und dessen Sekretärin und inzwischen kongenialer Sidekick, so daß ich mit der Lektüre dieses dritten Bandes wenige Tage nach Erscheinen beginne, was früher nicht meine Art war. Aber Dinge ändern sich, selbst in einem Leseleben.

[16:44] Buch beendet: "Begrabt mich hinter der Fußleiste" (PT) von Pawel Sanajew, Antje Kunstmann, 235 Seiten. Dieses Buch entpuppte sich als Schocker. Anfangs dachte ich - und hatte auch Lust darauf -, naja, eine weitere Kindheitsgeschichte mit den üblichen Erinnerungen an früher, Freuden, einige Entbehrungen, kleine und größere Leiden. Aber hier? Es ist eine Kindheitshölle, der wir zusehen bzw. zulesen müssen. Das gibt es nichts Gutes, nur sehr, sehr wenig Trost, das gehütet werden muß wie ein Schatz. Es ist eine Bernhardsche Verwerfung mit freilich anderen stilistischen Mitteln und trotzdem berührend und einen sprachlos hinterlassend.

[16:43] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 88. Lektürestatistik: gestern: 72 Seiten.

Freitag, 11. März 2016

[14:20] Wir wechseln bei einer Patientin die Windelhose und lagern sie: Sie: "Was soll'n das hier". Ich: "Wir müssen Ihre Windel wechseln. Die ist naß." Sie: "Aua. Raus hier!" Ich: "Wenn wir fertig sind." Sie: "Aua. Es zieht". Ich: "Gleich fertig. Wir kommen dann noch einmal um 4 Uhr." Sie: "Aua. Raus hier! Licht aus!" Ich: "Sind schon weg." Sie: "Ist auch besser so!"

[14:13] Auf Station ein sehr hohes Pflegeaufkommen. Einige Tage lang der letzten Arbeitswoche war die Situation entspannter und Gelegenheit zum Luftholen. Jetzt wieder 8 Stunden im Schweinsgalopp durch die Patientenzimmer. Und sich gegenseitig immer an regelmäßiges Trinken erinnern, damit man nicht selbst wie in der Geriatrie allgemein üblich, wegen Exsikkose behandelt werden muß.

[14:07] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 87. Nachdem ich gestern überhaupt nichts lesen konnte, weil ich nach dem obligaten Zahnarzttermin direkt nach dem ersten Nachtdienst der neuen Arbeitswoche (7.30 Uhr), wo mir eine Teilkrone eingesetzt worden ist, bis abends 19.45 Uhr im Bett lag (davon freilich stundenlang im Halbschlaf verbrachte, insgesamt ein furchtbarer Tag), nachdem also keine Lektüre, weil ich nach dem rasch heruntergeschlungenen Essen, dem einzigen des Tages - wenigstens bleibe ich so meinem Essensplan treu -, sofort auf Arbeit fahren mußte. Heute nach 1 Tag Lesepause weiter mit "Begrabt mich hinter der Fußleiste" von Pawel Sanajew.

Mittwoch, 9. März 2016

[16:06] Buch begonnen: "Begrabt mich hinter der Fußleiste" von Pawel Sanajew.

[11:55] Buch beendet: "Der Pfau" von Isabel Bogdan, Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten. Interessanter Einfall, mittels eines durchgedrehten Pfaus quasi eine Screwball-Komödie als Kammerspiel zu inzensieren, dabei den Ton sachlich berichtend zu halten. Vielleicht in der zweiten Hälfte zu sehr auf dieses Szenario fokussiert gewesen, wobei es dann ein wenig überkonstruiert wirkte, weil Bogdan immer wieder erklärte, worum es gehe. Dennoch ein Lesevergnügen und ganz im Sinne meiner Vorliebe für skurrile kleine Romane.

[3:03] Isabel Bogdans "Der Pfau" ist mal wieder einer jener Rundum-Wohlfühlbücher, wie sie jeder Leser kennt und liebt und sich in seiner Entscheidung für die Literatur als Laster bestätigt sieht. Meine Vorliebe für Bücher mit skurrilen Inhalten oder Motiven wird bedient, indem Bogdan eine Gruppe Investmentbanker zu einem Gruppenseminar in der schottischen Pampa zusammenkommen läßt. Ein verrückt gewordener Pfau, der auf alles losgeht, was blau ist, verkompliziert die Situation zusehends, auch und gerade, als er schon längst tot ist. Eine wunderbare Farce und ein Kabinettsstück, in dem gruppendynamische Prozesse eine Rolle spielen und spezifische charakterliche Sonderlichkeiten der Personen hervorstechen. Bogdan erzählt schnörkellos, sachlich und linear. Ein wenig fühle ich mich an Hartmut Lange erinnert, der in seinen Novellen stets ein unheimliches Moment einbaut, das eine Stimmung erzeugt, von der man sich wundert, wie sie ob der prinzipiell banalen Situationen und Geschehnisse überhaupt bestehen kann. Als Autoren, die ähnlich abstruse Geschichten schrieben, mag ich Michael Schulte, Henri-Frederic Blanc, Amelie Nothomb, Dino Buzzati und eben und insbesonders Hartmut Lange.

[0:50] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 85. Weiter mit Isabel Bogdans "Der Pfau".

Dienstag, 8. März 2016

[14:11] "Wie ist das, wenn man 'ner Hummel klar macht, daß sie eigentlich gar nicht fliegen kann." (Tatort E937 - Hundstage)

[14:00] ... besorgte ich mir vietnamesische Bastmatten, die sich in kürzester Zeit in vietnamesische Bastmattenfussel auflösten. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[13:41] ... zog sich auch die Renovierung meiner eigenen Wohnung in die Länge, weil ich diese Aufgabe nur in kleinen Etappen angehen konnte, sie nahm sieben Tage in Anspruch, die sich auf sieben Jahre verteilten. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[12:29] Wenn die Friseurin gut aufgelegt ist, nimmt sie für meinen Haarschnitt (Maschine, ohne Aufsatz = 0,8 mm) nach der eigentlichen Schneidemaschine noch den Konturenschneider, der die Haare nochmals kürzt und mir, so ich zu ihr, gerne "eine weitere Woche bringt". Dies war bisher immer zum Einheitstarif geschehen. Heute berechnete mir der Azubi, der mich geschnitten hatte, 9 Euro statt den gewohnten 7 und meinte auf meine verwunderte Nachfrage hin, der Aufpreis sei für "zwei verschiedene Längen". Der Einwand, mein Wunsch wäre EINE Länge, nämlich die kürzest mögliche gewesen, fand kein Gefallen, der sich pekuniär ausgewirkt hätte.

[12:12] Buch begonnen: "Der Pfau" von Isabel Bogdan.

[12:11] Buch beendet: "Kommt ein Pferd in die Bar" von David Grossman, Carl Hanser, 256 Seiten.

[3:51] Kennt ihr diese einsamen Seelen, die sonst keinen Menschen zum Reden haben? Die holen die Sätze zur Not mit der Zange, irgendwie kriegen sie die schon aus einem raus. Du bist ihre letzte Chance; danach reden mit denen nur noch die Ampeln für Blinde. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[2:34] turi2 edition, die Vierteljahresschrift für Medien und Marken, ist jetzt mit Ausgabe 1, Thema: “Print. Ein Plädoyer für Slow Media”, an über 1.000 Presse- und Bahnhofskiosken zu haben.

[2:27] "betrunkener Pöbel, der sich ebenfalls als Volk betrachtete". Sogar Fürst von Metternich kannte *egida schon.

[1:49] ... dass wir nach meiner Geburt beide eine postnatale Depression hatten. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[1:44] ...der Zugführer in unserem Camp. Bei uns hieß er Eichmann – war ja seinerzeit ein üblicher Spitzname in unserem Land für Leute mit unterentwickeltem Mitgefühl. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[1:03] Alle Welt redet heute von Integration. Ich habe bereits als Kind den präzisesten Test entwickelt, um festzustellen, ob Kinder integriert sind oder nicht. Nämlich den Schnürsenkeltest. Was das ist? Stellt euch eine Gruppe von Schülern auf dem Heimweg vor. Sie gehen, lachen, reden, lärmen. Kinder eben. Dann bückt sich einer, um sich den Schuh zuzubinden, und jetzt Achtung: Wenn die anderen stehen bleiben, und zwar alle, auch die, die vor ihm gelaufen waren und gar nicht sehen konnten, dass er sich bückt, wenn sogar die auf der Stelle stehen bleiben und auf ihn warten, dann wisst ihr zweifelsfrei: Der Junge ist integriert. Wenn aber kein Mensch mitkriegt, dass einer stehen geblieben ist, und erst, sagen wir, in der zwölften Klasse mal jemand fragt: Sagt mal, was ist eigentlich aus dem Typ geworden, der damals stehen geblieben ist, um sich den Schuh zuzubinden, dann wisst ihr mit Sicherheit: "der Typ" war ich. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[0:01] Freier Tag 2/2. 11 Wochen ohne Alkohol. Lesestatistik: gestern keine Lektüre.

Montag, 7. März 2016

[8:50] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 83. Lesestatistik: gestern 34 Seiten.

Sonntag, 6. März 2016

[16:24] Plötzlich kommt eine Soldatin aus der Baracke des Kommandanten gerannt, Feldwebel war die wohl, rumms, rumms, rumms, trampelnd, sie ist nicht sehr groß, hat aber ein ausgesprochen spezifisches Gewicht, platzt fast aus der Uniform, Gazellenbeine, ich meine, jedes Bein eine Gazelle... (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[15:33] ... rennt auf der Bühne hin und her, will durch heftige Bewegung Strom erzeugen. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[15:19] Eine Riiiiiesenbrille, die Gläser kurz vorm Blindenhund. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[15:15] Im Klassikerforum schrieb ich, daß ich Matthias Nawrats "Die vielen Tode unseres Opas Jurek" abbrach, weil mir der Erzählton zu flapsig war und schon nach wenigen Seiten auf die Nerven fiel. Dann: "Ich kanns nicht ändern. Mir sagte gerade die euphemistische Verfremdung überhaupt nicht zu. 'Dieses Mal' muß ich vielleicht sagen. Mein Bauchgefühl hat bei jeder weiteren Seite geraunt: Nein, nein nein. Also muß ich ihm folgen, nützt ja alles nichts." Weiter: "Grossmann, den ich gerade lese, löst das Grauen ganz anders - mit einem Zynismus, der mir wiederum sehr gefällt."

[14:53] Ich rede hier über einen Jungen von gerade mal vierzehn Jahren, Dovik, Dovele, seiner Mutter Augenstern. Und jetzt guckt mich an: noch ganz derselbe, die Glatze, die Bartstoppeln und der Menschenhass mal weggedacht. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:42] Witzig! Mitten im Text ein Befehl an den Lektor: "...wie stark du am Leben festhältst, deinen breiten, großen, freigiebigen, tanzenden Körper - und wage ja nicht, mir hier auch nur ein Adjektiv zu streichen! -," (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:09] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 82. Lesestatistik: gestern 43 Seiten.

Samstag, 5. März 2016

[18:45] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 81. Lesestatistik: gestern 44 Seiten. Heute logischerweise noch keine Lektüre, denn ich bin gerade erst aufgestanden, habe dafür 10,5 Stunden geschlafen und dadurch das Defizit beglichen, welches durch die Probleme der letzten Tage entstanden war.

Freitag, 4. März 2016

[15:17] Die sicherste Methode, um geachtet zu werden, ist einfach nicht da sein. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:55] Ich war schon als Kleinkind sowas von defekt. (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:50] Damals weilte ich noch in den Morgennebeln meiner Autobiographie... (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)

[14:22] Buch begonnen: "Kommt ein Pferd in die Bar" von David Grossman. Matthias Nawrats "Die vielen Tode unseres Opas Jurek" nach 38 Seiten abgebrochen. Der Erzählton ist mir zu flapsig und ging mir schon nach wenigen Seiten auf die Nerven.

[12:36] Buch begonnen: "Die vielen Tode unseres Opas Jurek" von Matthias Nawrat.

[12:35] Buch gestern Abend beendet: "Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand" von Aprilynne Pike, Verlag cbj, 381 Seiten.

[12:27] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 80. Lesestatistik: gestern 191 Seiten.

Donnerstag, 3. März 2016

[14:14] Nachdem sich mein Gewicht stagnierend zirka zwei Wochen lang bei 100 bis 101 kg eingependelt hatte, stieg ich gestern Nacht auf die Stationswaage, die zu meinem Referenzgerät geworden ist, und sah: 98,8 kg. Das ist mir geradezu unheimlich. Man bedenke das Ausgangsgewicht, das im Dezember noch bei 113 kg lag.

[14:09] Nachdem ich heute nach dem ersten Nachtdienst der neuen Arbeitswoche einen weiteren Zahnarzttermin zu absolvieren hatte, bei dem als Vorbereitung einer Teilkrone der Zahn geschliffen und ein Abdruck genommen wurde, lag ich "pünktlich" zur Presseschau des Deutschlandfunks um 8.50 Uhr im Bett, konnte aber nicht einschlafen, sondern verbrachte die Stunden bis 13.15 Uhr im Halbschlaf, verbunden mit ziemlichem Herumgewälze. Nun sitze ich übernächtigt, frustriert und unkonzentriert am PC, erledige tägliche Routinen und schütte Schwarztee in mich hinein. Zu dem, was ich als 'Routine am Computer' umschreibe, gehörten heute: Mails abrufen, Kindle mit neuen E-Books bestücken, einige Downloads koordinieren, in meinen Hausforen vorbeischauen, die Twittertimeline sichten, Lesestatistik und Miszellen aktualisieren und einiges mehr. Eine Stunde ist hierbei schnell vergangen.

[13:47] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 79. Lesestatistik: gestern 190 Seiten.

Mittwoch, 2. März 2016

[13:37] Judiths Vater hatte ein Arbeitszimmer im Keller, das er nie benutzte. Nur durch ein kleines Fenster unter der Decke fiel Tageslicht herein, es war immer kühl hier unten, und die Bücher, zehn Bände 'Kirchliches Dogma', alte Predigtkommentarzeitschriften, Philosophen in zerfallenden Ortsausgaben, rochen feucht und muffig. Schlug man einen Band auf, waren die Wörter sauber mit Lineal und verschiedenfarbigen Kugelschreibern unterstrichen. Er mußte das alles gelesen haben, vielleicht neigte er deshalb zur Migräne. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[13:28] "Ich hab nur auf dem Bett gelegen und überlegt, wie ich mich umbringen kann, ohne daß es meinen Eltern Arbeit macht." (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[9:11] Ihr Zimmer war so klein, daß man alles im Sitzen erreichen konnte. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[9:08] Die meisten dieser Projekte scheiterten aber daran, dam man sie realisieren mußte. Dafür gelang ihm ein völlig spontanes Projekt, das gar nicht geplant gewesen war: Seine Nachbarin wurde von ihm schwanger. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[1:42] Als wir kürzlich zur Bettenrunde versuchten, einen Patienten gerade hinzulegen und auch die verrutschen und verknitterten Laken und Unterlagen geradezurücken, meinte ich: "Vorsicht beim Pflege-Tetris. Nicht daß am Ende der Patient verschwunden ist."

[1:34] Retweet: Vorschlag zur Güte: Wenn der NPD-Chef nach 1 Flasche Korn noch verständlich "Schweinefleischpflicht" sagen kann, bleibt die Partei erlaubt.

[1:27] "Carl Cevin-Key Coste ist neuer Vorsitzender der Jungen Liberalen Hamburg." Kannste dir nicht ausdenken.

[1:25] Retweet: Ich jammere nicht. Ich stelle wehleidig fest.

[1:24] Retweet: Wurde das Nachtdienstverbotsverfahren eigentlich schon eröffnet?

[1:21] Retweet: Seit ich Twitterer bin und mit 140 Zeichen auskomme, sind meine Todesbescheinigungen übersichtlicher. "Patient tot.Aus Gründen.So schade."

[1:20] Retweet: "Hör mal, mein Smartphone macht gerade ganz komische Geräusche!" "Du bekommst einen Anruf." "Ich bekomme WAS?!"

[1:19] Retweet: Bin ja auf dem Land aufgewachsen. Da konnte man morgens nur einmal snoozen. Danach war der Hahn tot.

[1:00] Buch begonnen: "Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand" von Aprilynne Pike. Etwas abseits meiner Lesegwohnheiten. Erstens Mystery-Thriller, zweitens Jugendbuch. Aus der Bibliothek entliehen. Der Impuls kam von einer Bewertung im Literaturschockforum.

[0:50] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 78. Lesestatistik: gestern 163 Seiten.

Dienstag, 1. März 2016

[15:07] Buch beendet: "Schluckspecht" von Peter Wawerzinek, Galiani, 457 Seiten.

[14:20] Im LSF soll man 25 Bücherfakten über sich selbst angeben. Natürlich konnte ich nicht widerstehen.

[13:22] Ich finde nichts Ehrenrühriges daran, der Realität durch Lektüre zu entkommen. SO anheimelnd sind die Bedingungen nicht, unter denen man gemeinhin leben muß. Allein schon, daß man arbeiten muß. Gäbe es ein BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen), wäre ich der Erste, der davon schmarotzen würde, um zu lesen. Das "echte" Leben gegen das durch Bücher erlesene auszuspielen, halte ich für unverständlich. Ich bin froh, daß es Bücher gibt, die man als Geisteserweiterung verwenden kann.

[3:27] "Zu Melvilles Roman (Moby Dick) griff ich wieder, weil ich nach Eckers Bahnhof von Plön Angst vor einem Absturz hatte. Auf Höhen müssen Höhen folgen, oder wir zerknirschen. Uns wird übel. Man möcht' dann nur noch speien." (Alban Nikolai Herbst)

[0:33] Läßt sich nicht so einfach umstülpen, das Leben. (Peter Wawerzinek: Schluckspecht)

[0:15] Mittlerweile schaffe ich keine ganze Portion Spaghetti Bolognese mehr. Dadurch daß ich seit dem 16. Dezember meine Nahrungsaufnahme so rigide zurückgefahren habe, muß sich mein Magen aus Verdruß zusammengezogen haben. Ich hatte mich auf die Spagetthi als Ausnahme sehr gefreut und war dann enttäuscht, weil es mir kaum schmeckte, sich schnellstens Völlegefühl und leichte Übelkeit einstellten. Ich werde diese Experimente folglich sein lassen und künftig nurmehr meine 2-3 Vollkornbrotscheiben bzw., als Diätkompromiß an freien Tagen, 2-3 Brötchen essen. Die Waage zeigte während der letzten Nachtschicht 99.6 kg.

[0:08] Freier Tag 2/2. 11 Wochen ohne Alkohol. Gestern keine Lektüre. Vormittags, nach dem Heimkommen vom letzten Nachtdienst, schaute ich bis mittags Serien, kochte dann eine Nudelmahlzeit, was sich als Fehler erweisen sollte, und wurde nach dem Essen rasch müde, ging gegen 13 Uhr ins Bett, wälzte mich dort geraume Zeit herum, schlief irgendwann ein und wachte vorhin 23.40 Uhr auf. Nach dem Tee kochen, der Aktualisierung der Leseliste, dem Checken der Twittertimeline und diesem Eintrag in den Miszellen ist es nach Mitternacht, ein neuer Tag, mein einziger ordentlicher freier Tag und hoffentlich heute Lektüre.

Montag, 29. Februar 2016

[11:37] "38. Jahrhundert. Dienstag." (Doctor Who S09E09)

[8:21] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 76. Lesestatistik: gestern 50 Seiten.

Sonntag, 28. Februar 2016

[15:22] Mein Leben ist eine abwärtsführende Rutschbahn in Flaschenhalsgrün. (Peter Wawerzinek: Schluckspecht)

[14:20] Sind Oecotrophologen anwesend? Ich hätte gern gewußt, ob und wie man seinen Grundumsatz wieder steigern kann. Der Körper ist ja grausam schlau und fährt, wenn man falsch und schnell abnimmt, seinen Grundumsatz herunter, so daß man, wenn man danach auch nur ein Quentchen mehr ißt - das, was man früher als normal bezeichnet hätte -, sofort zunimmt. Der Körper braucht jetzt offenbar viel weniger Energie. Gibt es einen Weg, den Grundumsatz anzupassen, so daß man wieder etwas mehr essen kann? Denn es erscheint mir wahnsinnig schwer, sich für den Rest des Lebens auf diesem niedrigen Niveau ernähren und eben hungern zu müssen, nur um den Jojoeffekt zu vermeiden. Oder paßt sich der Organismus nach einer längeren Zeit an die nunmehrigen Gegebenheiten an?

[13:57] Angelo Bajorek: Wie sieht heute Ihr Tag, Ihre Woche aus? - Janosch: Immer Hängematte. (Interview mit Janosch)

[13:55] Angelo Bajorek: Wie würden Sie Ihr Leben zusammenfassen? - Janosch: Ich habe es durch unzählige Wunder sehr gut überlebt und halte mich für einen Sieger. Was die Freude am Leben angeht. ("Kein Gott und kein Schnaps, alles vorbei")

[13:33] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 75. Lesestatistik: gestern 72 Seiten. Nun weiter mit Peter Wawerzineks "Schluckspecht".

Samstag, 27. Februar 2016

[13:44] Jens gab in kürzester Zeit den gesparten Sold für Essen und Alkohol aus und begann danach, sich seine Brötchen von den Paletten zu klauen, die damals noch nachts vor der Kaufhalle abgestellt wurden. Er wollte an der Kunsthochschule Malerei studieren, aber ein Selbstbildnis beim Onanieren überzeugte seine Eltern nicht davon, daß sie ihn unterstützen mußten, sondern daß es Zeit für ihn war auszuziehen. Er schaffte seine ganze Habe in eine besetzte Wohnung, es war ja nur eine Matratze und viele Kassetten. Von seinen 100 Begrüßungsgeld kaufte er sich Schallplatten, aber nicht solche, die jeder gekauft hätte, sondern solche, auf deren B-Seite eine halbe Stunde lang die Geräusche von Fledermäusen zu hören waren. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[13:36] Ich war damals jederzeit bereit, Komplimente anzunehmen, auch wenn sie auf einer Fehleinschätzung beruhen mußten. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)

[13:11] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 74. Lesestatistik: gestern 70 Seiten. Weiter mit Peter Wawerzineks "Schluckspecht".

Freitag, 26. Februar 2016

[13:14] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 73. Lesestatistik: gestern nur 33 Seiten.

Donnerstag, 25. Februar 2016

[16:11] Warum erinnert mich niemand daran, daß ich lesen wollte? Ich bin 15.05 Uhr wach geworden, und mittlerweile ist bereits mehr als 1 Stunde vergangen, die am PC verbracht wurde, den ich an Arbeitstage ausgeschaltet lassen wollte, weil ich weiß, daß andernfalls die Stunden nur so vergehen, ohne daß mir der schnurstrackse Weg in ein Buch gelingt.

[16:05] Mein Zahnarzt fragte mich heute früh, ob er nächste Woche bei der Wurzelfüllung, die, nachdem sie sich heute durch das Kontrollröntgen als nicht ausreichend erwiesen hat, wiederholt werden muß, weitermachen oder lieber die Teilkrone an einem anderen Zahn installieren solle. Ich antwortete, das sei mir wurscht, die vor einigen Wochen anläßlich der furchtbaren Schmerzen endlich begonnene Behandlung sei ohnehin eine neverending story, deren Plot durchaus variiert werden könne, ohne daß es ihm an der nervenzehren Spannung gebräche. - Es kann passieren, was will, ich hasse Zahnarztbesuche. Abgesehen von den Kosten. Für ein Implantat beispielsweise, welches er mir einreden konnte, würden 1800.- Euro anfallen. Und das ist beileibe nicht der einzige Kostenpunkt, sondern nur ein Beispiel, womit dann die Frage, wofür ich jahre/ jahrzehntelang gespart habe, auch geklärt wäre.

[15:54] Peter Wawerzinek hat mit "Rabenliebe" sozusagen ein Comeback hingelegt, nachdem er jahrelang vom literarischen Radar verschwunden war. Biografische Hintergründe finde ich hierbei interessant. Was macht ein Autor, der sich als solcher begreift und mit diesem Selbstverständnis eine Existenz aufgebaut hat, in dieser Zeit, in der er nichts publiziert, insofern er nicht an einem opus magnam schreibt?

[15:51] In meinem Haus- und Magenforum stieß ich auf einen Schriftstellernamen, den ich noch nie gehört habe: Gunstram Vesper. Gerade erst entdecke ich Peter Wawerzinek, den ich gleich weiterlesen werde, sobald ich mich durch die Foren gehangelt habe, die ich möglichst täglich verfolge. Über mangelnden Input brauche ich nicht zu beklagen; dabei kam ich in den letzten Wochen gar nicht dazu, Buchbesprechungen des Deutschlandfunkes oder -radios zu hören, die meine Leseliste erfahrungsgemäß am schnellsten anschwellen lassen.

[15:24] Nachdem ich heute morgen einen weiteren Zahnartzttermin hatte, kam ich 8.40 Uhr ins Bett und muß kurz nach 9 Uhr eingeschlafen sein. Bei nur 6 Stunden fehlt mir heute zwar Schlaf, den sich mein Körper - das weiß ich inzwischen - mit Sicherheit zurückholen wird.

[15:23] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 72. Lesestatistik: gestern 167 Seiten. Weiter mit dem vorgestern begonnenen "Schluckspecht" von Peter Wawerzinek. Der Schriftsteller ist eine literarische Entdeckung für mich.

Mittwoch, 24. Februar 2016

[13:31] Nach wie gilt die Regel, daß mindestens 24 Stunden vergangen sein müssen, bevor ich wieder etwas esse. Folglich gibt es bei mir nur einmal täglich eine Mahlzeit, die letzte gestern 13.30 Uhr. Ich könnte also jetzt... Und müßte eigentlich auch, denn, bevor ich heute Abend um 20 Uhr zum ersten Nachtdienst dieser neuen Arbeitswoche aufbreche, muß ich noch ein wenig schlafen. Der letzte Schlaf war von gestern 14.30 Uhr bis heute Nacht 1.45 Uhr. Weil ich kaum vor morgen Vormittag 9 Uhr ins Bett kommen werde, wäre ein Zeitraum von dann 31 Stunden ohne Schlaf einfach zu lang.

[13:27] Heute stieß ich durch dasnuf (Patricia Cammarata) auf Black Mirror, eine SF-Miniserie, deren erste Staffel bereits 2011 lief und nun durch den Streamingdienst Netflix angeboten wird und als Dystopie die problematischen Seiten unserer Technologien zeigt.

[12:42] "Welcher Schriftsteller ist kein Kotzbrocken?" - ein amüsantes Interview mit dem Cheflektor des Suhrkamp-Verlages, der auch über seine prominentesten Autoren, Johnson, Bernhard und Handke, plaudert.

[12:35] Die Leipziger Stadtteilbibliothek in Gohlis erhält den Namen Erich Loests. Zudem wird es ab nächstem Jahr einen Erich-Loest-Preis geben, mit dem vornehmlich mitteldeutsche Autoren ausgezeichnet werden sollen.

[12:26] Retweet: Im Erste-Hilfe-Kurs gelernt, dass man mit Bewußtlosen sprechen soll. Lehrer kennen das auch als "Deutschunterricht".

[11:35] In "Maigret und der Treidler der 'Providence'" übermittelt Maigret ein Funkbild der einem Verdächtigen zuvor abgenommenen Fingerabdrücke. Leider kennt Wikipedia das Wort als Eintrag nicht. Auch das schnelle Googlen verrät nicht, wie das Prinzip funktioniert. Mein technisches Verständnis ist sowieso wenig lobenswert. Muß ich halt dumm sterben, jedenfalls was Funkbilder anbetrifft.

[11:22] Buch beendet: "Maigret und der Treidler der 'Providence'" von Georges Simenon, Diogenes, 167 Seiten. Zugestanden, ich begann das Buch nicht erst, wie angegeben, heute früh, sondern bereits gestern Abend. Es ist der 4. Maigret-Band (von 75) und mein 42. Maigret.

[2:22] Buch begonnen: "Maigret und der Treidler der 'Providence'" von Georges Simenon.

[2:10] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 71. Lesestatistik: gestern 69 Seiten von Peter Wawerzineks "Schluckspecht".

Dienstag, 23. Februar 2016

[14:32] Retweet: Es gibt Menschen, die hätte ich gerne als Buch.

[11:37] "Du weißt, ich bin 2000 Jahre alt. Ich könnte dein Messias sein. (Doctor Who S09E08)

[4:24] "Du solltest mal sehen, wie Menschen, die zweisprachig aufgewachsen sind, sich komplett verändern, wenn sie von der einen in die andere Sprache wechseln. Alles verändert sich, ihre Gesten, ihre Mimik, ihre Stimme. In der einen Sprache sind sie Draufgänger, in der anderen Presbyter." (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[4:22] "Ja, du hast die Figur eines Mannequins." "Stimmt, ich bin so mager, wenn man aus mir Suppe kocht, schaut nicht ein einziges Fettauge aus dem Topf. Wenn ich mich auf einen Gulden setze, weiß ich sofort, ob ich auf der Seite der Königin sitze oder nicht." (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[4:21] Dort sind Burschen rumgelaufen, die auch zu viert die schriftliche Division nicht verstehen, aber garantiert können sie wahnsinnig gut Slowfox tanzen. (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[4:15] ... wurden ihre Brillengläser immer dicker, und vor der Tür der Spirituosenhandlung Uleman hörte ich ihn sagen: "Sie kann allmählich nichts mehr sehen. Nicht mehr lange, dann können wir sie aufhängen, ohne ihr vorher die Augen zu verbinden." (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[4:11] Sein Vater habe ihm an seinem Hochzeitstag den Rat gegeben: "Schlafe nie morgens mit deiner Frau, im Laufe des Tages kann dir immer noch etwas Besseres begegnen." (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[2:10] Freier Tag 2/2. 10 Wochen ohne Alkohol. Lesestatistik: gestern 120 Seiten.

Montag, 22. Februar 2016

[22:54] Buch beendet: "Das letzte Abenteuer" von Heimito von Doderer, C.H. Beck, 120 Seiten.

[8:13] Buch begonnen: "Das letzte Abenteuer" von Heimito von Doderer.

[8:00] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 69. Lesestatistik: gestern 66 Seiten.

Sonntag, 21. Februar 2016

[17:25] Buch beendet: "Unter dem Deich" von Maarten 't Hart, Piper, 272 Seiten.

[15:22] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 68. Lesestatistik: gestern 106 Seiten.

Samstag, 20. Februar 2016

[17:55] Du bist für ’ne Tischdecke zu klein und für ’ne Serviette zu groß. (Maarten 't Hart: Unter dem Deich)

[16:08] Ich fühle mich sehr alt. Nachdem ich kürzlich bei zwei Kolleginnen abgeblitzt bin, die noch nie etwas von Ilja Richter und "disco" gehört hatten, seufzte ich gestern Nacht "Ach, Umberto" in meinen Bart. "Umberto wer?" Und ich so: Umberto Eco? Der Name der Rose? Der Film? Mit Sean Connery und Christian Slater? Und der wunderbaren Sexszene, deretwegen wir damals mehrmals in den Film gingen?" Sie kennt weder Autoren noch Film.

[15:56] Ich wurde darauf hingewiesen, daß die gestrige Zahl von 66 Tagen Alkoholabstinenz eine Schnapszahl bedeuten. Wie überaus passend!

[15:52] Momentan auf Arbeit alles furchtbar. Eine gewaltiges Pflegeaufkommen, kein Durchatmen, sondern wilde Nächte mit entsprechender Erschöpfung.

[15:50] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 67. Lesestatistik: gestern 51 Seiten.

Freitag, 19. Februar 2016

[18:53] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 66. Lesestatistik: gestern 49 Seiten.

Donnerstag, 18. Februar 2016

[19:44] Durch den Zahnarzttermin heute früh um 7.30 Uhr kam ich erst gegen 8.45 Uhr ins Bett und war naturgemäß nicht mehr in der Lage, einzuschlafen. Keine Ahnung, wie lange ich mich herumwälzte; ich habe nicht auf die Uhr gesehen, um mich nicht noch mehr zu ärgern. Kein Wunder also, wenn ich folglich bis 18 Uhr schlief. Und dann drängt sich alles. Kaffee kochen, Mails lesen, eine Überweisung tätigen, kurze einige wichtige Netzpunkte ansurfen, und zack, ist schon wieder 'ne Stunde um. Noch essen und gleich muß ich wieder zur Arbeit fahren. Das ist doch kein Leben.

[18:04] Buch begonnen: "Unter dem Deich" von Maarten 't Hart.

[18:03] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 65. Lesestatistik: gestern 164 Seiten.

Mittwoch, 17. Februar 2016

[11:44] Seit neun Wochen, also seitdem ich keinen Alkohol mehr trinke und auf die sehr opulenten Nudelmahlzeiten an jedem Nichtarbeitstag verzichte, nahm ich 10 Kilogramm ab. Mir passen mittlerweile Hosen wieder, die ich, wäre ich nicht so faul, längst weggeben hätte.

[10:55] Buch beendet: "Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft" von Thomas Bernhard, Suhrkamp, 164 Seiten.

[10:00] Morgen erscheint mit Macht ein neuer Roman von Karen Duve.

[9:06] Meine Arbeit hat mich gelehrt, daß Menschen immer und ausschließlich das tun, was sie wollen. Sie fragen nach Ratschlägen, aber eigentlich brauchen sie fremde Meinungen nicht. Aus jedem Satz filtern sie nur das heraus, was ihnen gefällt. (Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe)

[9:03] Du bist eigentlich immer noch ein Kind, doch alle sehen nur einen Erwachsenen in dir, den man leichter treten kann als einen, der älter und erfahrener ist. Niemand will dich mehr beschützen. Du bekommst ständig neue Aufgaben aufgehalst. Niemand fragt dich, ob du irgendetwas verstanden hast von dem, was du neuerdings zu tun hast. Richtig schlimm wird es nach der Heirat. Plötzlich bist du nicht nur für dich, sondern auch für andere verantwortlich, und es werden immer mehr, die auf deinem Buckel mitfahren wollen. In deinem Herzen bist du aber noch das Kind, das du schon immer warst, und du bleibst es noch lange. Wenn du Glück hast, wirst du halbwegs erwachsen, wenn du alt bist. Dann erst bist du in der Lage, Mitleid für diejenigen zu empfinden, die jung sind. Vorher beneidest du sie, warum auch immer. (Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe)

[7:06] Mittels 1 Rezension gleich 2 Bücher auf die Leseliste setzen zu können, ist zwar zunächst ein Glücksfall, bei näherer Betrachtung aber hoffentlich eine Ausnahme. Nicht auszudenken, wenn mir das bei jeder gehörten oder gelesenen Buchbesprechung widerführe. In einem Gespräch über ihr Buch "Alles zählt" gibt Verena Lueken als einer der eindrücklichsten Bücher über den Tod "Die Geschichte meines Todes" von Harold Brodkey an.

[4:20] Wenn ich mich in meinem Alter noch über Menschen wundern würde, käme ich nicht einmal mehr zum Zähneputzen. (Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe)

[2:36] Eher spielerisch, ohne festgeklopfte Intention einer weitergehenden Lektüre, las ich die ersten Seiten von Rolf Vollmanns "Die wunderbaren Falschmünzer. Ein Roman-Verführer" zweit, welches ich vor 19 Jahren erstmals gelesen hatte. Er beginnt willkürlich mit dem Jahr 1800, rekurriert aber auf viele zuvor erschienene Werke. Frustrierend war, daß ausgerechnet eines der in der einleitenden Rückschau gelobten und empfohlenen Werke überhaupt nicht in einer vernünftigen deutschen Ausgabe auf dem Buchmarkt ist. Ein herber Anschlag auf die erwachende, noch spärlich brennende Flamme des Enthusiasmus, was Klassikerlesen jenseits bisher erprobter und begangener Pfade betrifft. Es handelt sich übrigens um Charles Nodiers Räuberroman "Jean Sbogar".

[1:57] Eine Kollegin erzählte mir, daß sie vor vielen Jahren in einem Buch aus dem Verlag "Volk & Wissen" gelesen habe. Dort wurden u.a.v. Benimmregeln dargestellt. So auch, daß man, wenn man eine Krankenschwester in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen sehe, ihr selbstverständlich einen Sitzplatz anzubieten habe; denn eine Krankenschwester habe einen sehr verantwortungvollen und anstrengenden Beruf. Leider ließ sich der Titel des Buches nicht rekonstruieren bzw. ist möglicherweise die Erinnerung an den Verlag falsch. Unter dem Titel "Meine Gesundheit" oder "Unsere Gesundheit" gibt es im Verlag "Volk & Wissen" kein gleichnamiges Buch. Möglicherweise in einem anderen DDR-Verlag? Ich stellte eine Anfrage im LSF.