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Bereich: Selbsterlebensbeschreibung (8)


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Was anderswo oft untergeht, in Archiven verschwindet - beispielsweise Getwittertes - diese kleinen Notate sollen hier thematisch gesammelt werden. An dieser Stelle selbst Erlebtes, Gedachtes & Gefühltes.

  Aus der Reihe "Bittere Schicksale": Wir haben einen Patienten, der 30 Jahre lang zur See gefahren ist und eine Fischallergie hat.

  Verklärter Herbst // Gewaltig endet so das Jahr / Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. / Rund schweigen Wälder wunderbar / Und sind des Einsamen Gefährten. // Da sagt der Landmann: Es ist gut. / Ihr Abendglocken lang und leise / Gebt noch zum Ende frohen Mut. / Ein Vogelzug grüßt auf der Reise // Es ist der Liebe milde Zeit / Im Kahn den blauen Fluß hinunter / Wie schön sich Bild an Bildchen reiht / Das geht in Ruh und Schweigen unter.// (Georg Trakl)

  Ich kann mich am musikalischen Hauptthema der finnischen Serie "Deadwind", welche ich momentan sehe, nicht satthören.

  Gestern fast bei Aldi wegen einer unsinnigen Regelung randaliert. Den Einkaufskorb soll man vor Kasse und Warenband abgeben. Im Sinn des Erfinders wäre es doch, seinen Einkauf nach dem Scannen wieder in den Korb tun zu können, um ihn später abseits in Ruhe zu verstauen. Stattdessen, gezwungen zum freihändigen Waren-An-Sich-Raffen, chancenloser Wettkampf gegen die KassierIn.

  Kniffel sagte mir gar nix. Da mußte ich paschen. Bis eben, als ich begriff, daß wir Ossis das ja als Pasch kannten und spielten.

  Ich bekomme viele Dinge wegen des äußerst limitierten Soziallebens nicht mehr mit. Aufgrund der Erschöpfung verbringe ich sehr viel Zeit im Bett. Zu Terminen muß ich mich zwingen und meide sie, wo es nur geht. Gerade heute hätte ich gegen Mittag einen Termin zur vierten Coronaschutzimpfung bei der Hausärztin gehabt, den ich aus Antriebssarmut absagte. Meine Schwellenangst zementiert sich stetig. Kleinigkeiten türmen sich vor mir auf und erzeugen eine Vorausbangigkeit und -angst. Der Brainfog verkleistert mir die Fähigkeit, klar und strukturiert zu denken. Alles verschwimmt zu einem amorphen Brei; meine Alltagstauglichkeit schwindet. Es ist nur eine Frage der Zeit bis zum endgültigen Versagen und Kollaps. An so vielen Fronten bröckelt die Fassade. Bald werde ich schutzlos und nackt dastehen. Dann Gnade mir Gott. (23.9.2022)

  Einkaufen gewesen in meinem Supersonderladen auf der berüchtigten Eisenbahnstraße. Kaufsumme beträgt EUR 10.15, ich gebe EUR 20.50 und bekomme EUR 10,20 zurück - mit der pistolenschnellen und selbstverständlichen Bemerkung: "Schulde ich dir 20 ct.!" Zu perplex gewesen, um zu intervenieren.

  I'll follow you into the dark - Wieder ein Song, den ich nicht kannte, der vielfach gecovert und gerne auch als Abschiedslied genommen wird. Frank Watkinsons Version kam in Home Before Dark in der Episode S02E07 (Das Experiment) vor.

  Da ich nicht aus dem Bett gefallen bin, ist die Fliegerbombe in der Leipziger Innenstadt nachts offenbar erfolgreich entschärft worden. Verschärfte Atheisten hätten auf erfolgreich nichtentschärft gehofft, weil dann die katholische Propsteikirche wegrasiert worden wäre, der einzige Kirchenneubau nach der Wende in den Neuen Bundesländern.

  Das Wetter spielt hier gerade die Drama-Queen.

  Nochmals bei Claudia Klinger kommentiert, nachdem sie fragte, ob ich auf Arbeit keine Kantine nutzen kann. "Das Essen bezieht sich auf alles, nicht auf die Arbeit auf Station. Während des Dienstes esse ich ohnehin selten, weil ich bei dem Streß nichts runterkriege. Nein, zuhause ist es so, daß mir Brot + Belag reichen, dazu abwechselnd Obst, Salate und Joghurt/Quark. Ich empfinde keinen Mangel und lese zwar gerne die kulinarischen Erfahrungen bei der Kaltmamsell oder Anke Groener; mir jedoch ist es "zu viel". Einmal wöchentlich sonntags ißt die (Rest)Familie zusammen Mittag. Ich bin so groß geworden, daß abends immer Brotzeit war und nicht warm gekocht wurde. Wenn, dann Bratkartoffeln oder Reste vom Eintopf. Wenn die Energiekosten für mich bezahlbar bleiben (zurzeit 30.- EUR Abschlag monatlich), dann gerne auch hin und wieder ein Nudelgericht (mit vielen im Lauf der Jahre ausgeklügelten Varianten) oder die eigentlich unverzichtbaren Pellkartoffeln. Glücklicherweise erwähne ich nicht, daß mein Erstberuf Koch war, weil dann unweigerlich 'Wie kannst du dann nicht...!' folgt." Nachtrag: "Es gibt natürlich ein Klinikrestaurant inklusive Mitarbeiterkantine, die wir Pflegekräfte aber während des Dienstes nicht nutzen können, weil wir in den Pausen, die diesen Namen kaum verdienen, präsent sein müssen. Dorthin gehen nur Ober- und Chefärzte, selbst unsere „normalen“ Ärzte schaffen es nicht weg von Station. Und ein Bringedienst ist mir nicht bekannt. Oft bestellen sich im Spätdienst Kollegen per Lieferdienst Pizza & Co. Und über die Crux mit dem übrig bleibenden Patientenessen berichtete ich vor kurzem ja schon."

  Ich muß mich auf's Weiterleben momentan schon ziemlich konzentrieren.

  Gänzlich unbekannt war mir die ZDF-Sendereihe "Nachtschicht", in die ich dank Mediathek hereingucken werde. Überhaupt bedienen mich Mediatheken gut. In dieser Woche stieß ich auf die bei Arte ausgestrahlte Miniserie "Lauchhammer - Tod in der Lausitz". Zudem gehen jetzt im September wieder die SOKOs los. Von den Ablegern Leipzig, Köln, Potsdam, Wismar und Stuttgart sind die Pilotfolgen der jeweils neuen Staffel gesendet worden.

  Kommentar auf einen Blogpost von Claudia Klinger: Mein Konsumverhalten ist wenig kapitalismusfördernd und kommt mir in diese Zeiten vermutlich zugute. Nützlich und von mir bis jetzt unbeachtet sind Hinweise bezüglich eines Stromausfalles, d.h. ich werde wenigstens für Kerzen und ein batteriebetriebenes Radio sorgen. Ich esse nur einmal am Tag, dann Brot + Käse + Salat/Obst. Kochen entfällt größtenteils: Auf meine Nudelorgien werde ich verzichten. Überhaupt spielt mir die Inflation jetzt in die Hände, weil ich unvernünftige Käufe durch einen Laden für Sonderangebote in Frage stelle und beschränken möchte. Ich verzichte auf manche Produkte, welche durch die Teuerung für mich quasi "pfui" geworden sind. Mein erworbener Geiz erstickt quasi jedes Verlangen nach ihnen; sie sind qua Preis für mich tabuisiert. Beispielsweise war mir der 500-g-Fruchtquark (Hausmarke) für ehemals 99 ct stets eine Gaumenlust. Nun kostet er 1,59 EUR und bleibt im Regal. Ich kaufe bestimmte Produkte ohnehin und immer schon nur dann, wenn sie rabattiert sind, z.B. Eis, Schokolade. Ich bin leider eine Bibbernase und hätte in "normalen" Jahren bei den Temperaturen der letzten Tage längst schon die Heizung angeschmissen. Stattdessen sitze ich jetzt mit zwei Pullovern vor dem PC, die Füße im Schlafsack. Durch meine psychosomatischen Symptome aufgrund des CFS fror ich sogar während der Hitzeperiode im Sommer in geschlossenen Räumen. Als vorteilhaft erweist sich mein Job. Duschen nur auf Arbeit. Überhaupt sähe ich, um es mal schwammig zu formulieren, im Fall einer wirklichen Knappheit das Krankenhaus als meine Notfallreserve.

  Retweet: Manche sind erst zufrieden, wenn es perfekt ist. Für mich ist es perfekt, wenn ich zufrieden bin.

  Retweet: Ich schiebe so viel vor mir her, wenn ich mal sterbe, zieht sicherlich eine riesige To-do-Liste an mir vorbei.

  Retweet: Eine Flasche Wasser kostet im: Supermarkt 0,50 EUR / Gym 1,00 EUR / Bar 2,00 EUR / Flughafen 4,00 EUR. - Es ist die gleiche Flasche, das gleiche Wasser. Das einzige was sich ändert, ist der Wert. Für das nächste Mal, wenn Du Dich wertlos fühlst: Vielleicht bist Du am falschen Ort.

  Retweet: Kennt ihr das? Dieses verlaufen im eigenen Kopf?

  "Immer mehr ist von immer weniger die Rede." (Kulturzeit vom 7. September)

  Retweet: Wann immer man denkt, dass der Tiefpunkt erreicht sein dürfte, öffnet sich eine Falltür.

  Heute ist einer jener ungünstigen Tage, die ich als "für'n Arsch" bezeichne: der freie Tag vor einem Frühdienst. Den gesamten Tag über sitzt mir die Notwendigkeit im Nacken, abends beizeiten müde zu sein, um rechtzeitg einschlafen zu können, damit ich am folgenden Morgen, was heißt Morgen, - NACHT zirka 3.45 Uhr aufzustehen schaffe. Im Nacken zudem das Wissen, mangels öfterer Frühdienste auch der Übung/Routine verlustig gegangen zu sein, also im Streß zu sein, außerhalb eines gängigen und tragenden Rhythmus Höchstleistung erbringen zu sollen. Mehrere Stressoren, die mich nach dem Dienst am Nachmittag als Wrack hinterlassen, das abgetakelt nichts Dringenderes zu tun hat, als ins Bett zu kommen, um wieder einigermaßen die Lebensfunktionen zu stabilisieren.

  Ich sehe längere Zeit einem Schwimmlehrer zu, der kleine Kinder unterrichtet, und mit welcher Hingabe er das macht. (...) Er redet die Kinder ins Wasser und unter Wasser und wieder hinaus, er redet sie vom Startblock hinab und einige sogar vom Einer, er redet auch das Mädchen, das zuerst weint, und das hinterher sehr stolz ist, vom Beckenrand ins Wasser hinein. (...) Der Schwimmlehrer von heute aber steht am Beckenrand und ruft: "Du kannst das, ich weiß doch, dass du das kannst, schwimmst du los!" Und dann springen die Kinder ins Wasser und schwimmen. Ich hätte ab und zu gerne jemanden, der so am Wochenrand steht. Der mir das von da aus zuruft und der ganz sicher ist, dass ich auch die kommenden Tage schaffen werde, weil er doch weiß, ganz genau weiß, dass ich es können werde: "Schwimmst du los!" Und dann tief einatmen und in den Montag springen. (Maximillian Buddenbohm)

  Schülerin wird gefragt: "Kommt der Glöckner von Notre Dame heute nochmal?" - Ratet, wer gemeint war!

  Retweet: Langsam komme ich in das Alter, wo man den Ruck nach dem Bremsen der S-Bahn zum Aufstehen nutzt.

  Retweet: Ich will mich ja nicht beschweren, aber es könnte alles schon ein bisschen leichter sein.

  Retweet: Wusstet ihr eigentlich, dass es in weiten Teilen Deutschlands verboten ist, unliebsame Nachbarn an Hausschweine zu verfüttern?

  Retweet: "Der Junge ist offensichtlich besessen, ich ruf den Priester an!" "Keine Ahnung was es ihm bringen soll, jetzt auch noch missbraucht zu werden."

  Retweet: Schweigen ist die am meisten unterschätzte Kommunikationsform!

  Retweet: Manche Menschen sind beim dumm sein einfach unfassbar erfolgreich.

  In einer KH-Serie erstmal auf eine Figur mit meinem Nachnamen (außerhalb des Telefonbuches) gestoßen.

  Retweet: Ich bin schwierig. Ich bin halt für Fortgeschrittene.

  Die neue externe Festplatte, die statt der angepriesenen 4 lediglich 3,6 TB bietet, verrichtet bislang (knappe Woche) einen guten Dienst, ist allerdings nur als Archiv im Einsatz, d.h. wird nur dann aktiviert = eingestöpselt, wenn ich neu Heruntergeladenes umschaufeln will. Dabei als für's nächte Mal unabdingbar eingestuft: ein Ein/Aus-Schalter. Nach getaner Arbeit muß der USB-Slot jedesmal abgemeldet und der USB-Stecker händisch herausgezogen werden, damit die HDD nicht unsinnigerweise weiterbetrieben wird. Als Hauptlaufwerk für den Tagesbedarf an Serien und Periodika dient weiterhin eine Intenso-HD mit 3,9 TB. Vor Jahren war man demnach 300 GB näher an den deklarierten 4 Terabyte. Ein großer Angstfaktor bleibt das Szenario, daß ausgerechnet das Speichermedium kaputt gehen könnte, auf dem die Musik liegt. Deren Verlust wäre der Supergau. Wie handhaben die anderen das? Backup auf einer Platte? Und wie aktualisiert / synchronisiert man eine solch riesiges Datenvolumen auf zwei verschiedenen Medien?

  "Diese Endzeit nervt mich langsam." (maschinist)

  Ein Landwirt namens Birnstengel - ich liebe solche Nebensächlichkeiten.

  Anhand eines Interviews (über Einsamkeit) auf die "Diözesan- Eremitin" Maria Anna Leenen gestoßen, die seit 25 Jahren in einer Klause nahe Ankum im Bistum Osnabrück lebt. In dem Film "Das Lied der Stille" wird sie in ihrere Spiritualität porträtiert, in verschiedenen Beiträgen auch ihr Alltag mit dem Hund, den Ziegen und der schriftstellerischen Arbeit. Worauf ich hinaus wollte, ist ihre Entscheidung und Praxis, ihre selbst gewählte Einsamkeit auch und gerade dann einzuhalten, wenn sie durch Erlebnisse den Impuls spürt, Kontakt zu anderen zu suchen, in ihrem Fall das Telefon. Sie verwehrt es sich und übt Askese bei diesem doch allzu natürlichen Drang, sich anderen mitzuteilen. Ich bedenke, wie ähnlich stark mein zwangsläufiger Reflex bei prägenden Eindrücken ist, sofort zu handeln, indem ich die Neuigkeiten und Befindlichkeiten per What'sApp, Twitter & Co in die in die Welt posaune. Im Gegensatz dazu die Beherrschung und Zurückhaltung der Eremitin, die mir imponiert und mich beschäftigt. Meine Erfahrung ist ohnehin, daß die eigenen Emotionen kaum bzw. äußerst schwer vermittelbar sind, so daß ich beispielsweise stets enttäuscht über die spärliche Resonanz bin, wenn ich in meinen Augen saukomische Sachen twittere und whatsappe, dann jedoch nicht das ernte/einfahre, womit ich gerechnet habe.

  "Mein Leben trägt nicht. Ich bin ein Alleiniger." (schizophrenist)

  Als fatal empfinde ich die Situation, daß man sich theoretisch von den Zumutungen dieser Welt (Krieg, Skandale, Inflation) bislang immer die Natur als Rückzugsort wählen konnte und dort mit Recht den Himmel auf Erden vorfand. Doch ist das Paradies bedroht und in Gefahr, d.h. das Unbehaustsein auf dieser Welt nimmt konkretere Formen an. Wenn ich all die toten Bäume ansehe, das verdorrte Laub der gerade noch lebenden, die dahinplätschernden Flüsse...

  Meinen ersten PC kaufte ich 1992. Zusätzlich ein DOS-Handbuch. Und war einige Jahre lang ganz ordentlich dabei, beginnend mit DOS, Word 5.0 usw. Einbau einer Grafikkarte oder Festplatte kein Problem. Mittlerweile habe ich den x-ten PC, die Abstände wurden immer größer und das Begreifen immer weniger. Jetzt sind zwei externe Festplatten proppevoll und der Kauf einer dritten bzw. vierten unvermeidlich. Kaufentscheidung ein Krampf; blicke angesichts der Angebotsfülle und Varianten wie das berüchtigte Schwein ins Uhrwerk. Eine ältere dritte externe Harddisk ist halbfunktionsfähig vorhanden, welche ich nutze, um Filme abzulegen, deren Verlust nicht tragisch wäre. Mein aktive Zeit, was das Verständnis von Soft/Hardware betrifft, liegt lange zurück; der aktuelle PC läuft, ohne daß ich je an ihm herumfummelte, seit bestimmt 8 Jahren. Früher spielte ich wenigstens Windows immer mal neu auf, um die Performance wiederherzustellen. Kurzum, ich bestellte eben eine externe 4-TB-Festplatte und hoffe, sie funktionsfähig und möglichst langlebig zu erhalten. Die Entscheidung traf ich nach ewigem Schwanken zwischen Intenso, Toshiba und Seagate per Würfeln.

  Meine Chefin hat mir letzte Woche mit Abmahnung gedroht, weil ich übrig gebliebene Mittagessen aus der Patientenküche gegessen habe. Diese werden, wenn die Küchenkraft zur Vorbereitung des Abendessens kommt, spätnachmittags weggeschmissen. Eine Verschwendung, die mir einfach weh tut. Ja, es ist bei uns verboten, überhaupt etwas aus der Patientenküche zu nehmen und ich werde mich notgedrungen beugen müssen, bin aber innen grantig und aufgebracht deswegen, weil so viel gutes und einwandfreies im Müll landet. Mir kommt in den Sinn, wie genüßlich die eine Küchenfrau, die mich nicht leiden kann, das Essen vom Teller in den Mülleimer befördert, während sie mir provokativ in die Augen guckt. Nicht daß sich die Patienten lukullischer Höchstleistungen erfreuen dürften, aber eine himmelschreiende Verschwendung ist es schon und oft eben auch Fisch und Reis. Klinik-Richtlinien gegen die Vernunft. Die Zornesader schwillt bedenklich. (20.8.22)

  Mieses Wetter selten als so wohltuend empfunden. Ersehnter Regen in Leipzig als Landregen bei verhangenem Himmel. Aufatmende Natur, die auch mich beruhigt und entspannt.

  Heilsamer Blick vom Balkon meines Psychotherapeuten. Die Umgebung ist auch nicht übel.

  Von der Caritas oder der Diakonie betriebene Krankenhäuser werden komplett durch den Staat finanziert. Das muß man erstmal sacken lassen. Noch mehr Gründe für eine Kirche zum Abgewöhnen.

  Ich erlebe just eine Stunde ohne Brainfog, eine Stunde Klarheit und Unbeschwertheit, die ich, auf die Jahre gerechnet, an einer Hand abzählen kann. Wie wunderbar könnte das Leben sein, wie wunderbar!

  Ein weiterer Genitiv stirbt aus: "Herr werden + Genitiv". "Den Wassermassen Herr werden". Auch hier übernimmt, wie ich zigfach beobachtete, leider der Dativ.

  Es ist gespenstisch, ausgerechnet im zwanzigsten Jahr nach der Jahrhundertflut in Sachsen Berichte zu sehen von der damaligen Überflutung von Grimma, Eilenburg, Dresden usw. und diese Bilder im Kontrast zum jetzigen Pegelstand der Elbe (9,40 m versus 1,14 m).

  Gewöhnlich weiche ich auf nicht synchronisierte Serien nur aus, wenn Alternativen fehlen, so auch bei der vierten Staffel von Whitechapel, begrüße dann allerdings den nützlichen Nebeneffekt, meinen englischen (passiven) Wortschatz zu erweitern. GP (Hausarzt), gall bladder, sweetie pie (Herzchen) - das will man doch nicht missen, oder?

  "Why do I always get the hand-holding jobs?" (Whitechapel) - MY job (nursing) is genuin a such one.

  Nachdenken über Mikroabenteuer im Alltag. Etwas in der Art schwebt mir ohnehin seit langem vor. Dinge mal anders machen, Dinge zum ersten Mal überhaupt tun oder, wie es in dem Feature mehrmals genannt wird: früh einfach loslaufen und abends mit Zug=Bus wieder zurück. Wenn man Mikroabenteuer in seinem Leben etabliert, wird sich das Leben, das zu 95% aus Alltag besteht, doch verändern?

  Krass. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen in amerikanischen Serien gehört, daß man wenigstens 1 Jahr keine Liebesbeziehung eingehen soll, wenn man eine Sucht bekämpft, weil die Endorphine dort andocken, wo auch die Suchtmittel wirken.

  Aufgeschnappt: "Vernünftig ist wie tot. Nur vorher."

  Ich war in meinem Leben selten auf Großkonzerten, der Faulheit und insbesondere dem Geiz geschuldet. Jetzt ließ ich mich überreden zu meinem ersten Metalkonzert: Judas Priest, gestern Abend in der Messehalle in Halle, wohin wir mit der S-Bahn fuhren. Bin gespannt, ob meine Superkraft, Corona von mir fernzuhalten, implodiert oder sich auch diesmal bewährt. Es war eng an eng, die Ohrstöpsel leisteten gute Arbeit und die Stimmung war toll. Trotz Rückenschmerzen kam ich gut durch die leider nur gut 1,5 Stunden Konzert (ohne Vorgruppe). Der Rückweg gestaltete sich erstaunlich komplikationsfrei, obwohl die Massen an der S-Bahn-Haltestelle anderes vermuten ließen. Am HBF sofort Anschluß und Heimfahrt mit der TRAM 7, die durch restliche Fans von RB-Leipzig, welche vom Super-Cup-Spiel gegen Bayern München kamen, gut gefüllt war. Mitternacht zuhause und dankbar für das Erlebnis von Live-Musik, welche ich mir öfter gönnen sollte. Man lebt nur einmal, dann doch besser mit Musik! (31.7.2022)

  Meine Kollegen, mit denen ich seit 11 Monaten zusammenarbeite, springen mittlerweile auf einige meiner Spleens an. Sie wissen beispielsweise, daß ich seltene Vor/Nachnamen "sammle" und machen mich aufmerksam, sobald Patienten mit solchen an Board kommen. Gestern gleich drei Vornamen kolportiert bekommen: Norma, Enno und Rigo. Ein großer Spaß, wenn man in solcher Weise im Team interagieren kann, wenn Fähigkeiten und Vorlieben zum Zug kommen und zu Vielfalt & Abwechslung beitragen.

  "Lebe den Sommer so, daß er dich auch noch im Winter wärmt" - Dieser Satz aus der Kulturzeit vom 8. Juli paßt heuer - in Erwartung eines energetischen Engpaßes - sowohl übertragen als auch buchstäblich.

  Das Geräusch eines herunterfallenden Smartphones sollte einen eigenen Begriff erhalten, der den Ärger, die Erschrockenheit, den Frust und das Szenario auf einen zukommender Kosten beinhaltet.

  "Es wird sich doch bei allem jemand etwas gedacht haben. Was wäre das sonst für eine Welt." (Maximillian Buddenbohm)

  Kürzlich twitterte ich über die drei Pappeln vor unserem Haus, von denen zwei gefällt wurden, deren Verlust ich als schmerzlich empfinde. Heute fand ich noch ein Foto aus der Zeit mit den drei intakten Pappeln aus der Sicht meines Vaters, der eine Etage tiefer wohnt. Gegenüber war die Blätterpracht ebenfalls ansehnlicher als nach der Sanierung, der die zwei Bäume vor dem Haus zum Opfer fielen. Heute Leerstand.

  Dinge kommen weg, selbst wenn man noch so sehr darauf achtgibt. Auf Station vermißten wir neulich eigens für das Personal angeschaffte Messer. Folglich wurden neue gekauft und mit Namensschild versehen. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann sich auch diese Sicherungsmaßnahme als trügerisch erweisen wird.

  Ein Freund lockte mich heraus aus meiner Hütte: vom Bootssteg Herold aus zwei Stunden paddeln. Tolles Wetter, was bis dahin nicht abzusehen gewesen war. Ich hatte schwere Spätdienste hinter mir und war gerädert und eigentlich wie sonst auch indisponiert für jegliche Aktivität. Dennoch reichte es, ins Boot zu steigen und nach wenigen Metern Leipzigs Schönheit vom Wasser aus zu genießen, neidisch auch auf diejenigen, die sich längs der Kanäle eine Bleibe leisten können. Paradiesisch. Der kleine Sohn meines Freundes fand unsere Unternehmung ebenfalls klasse und fragte: "Können wir heute noch einen Biber schlachten?" Das wäre machbar gewesen, begegnete uns nebst einem Reiher und Tausenden von Enten doch ein geschäftiger Nutria. Auf dem Hinweg zum Bootsverleih Herold machte ich aus der Straßenbahn heraus ein paar Schnappschüsse vom heutigen CSD in Leipzig. (16.7.2022)

  Am Samstag hatte ich Klassentreffen mit 20 anderen mir ehemals sehr vertrauten, in infektiologischer Hinsicht jetzt jedoch fremden Menschen, am Montag Treffen mit zirka 10 ehemaligen Kolleginnen, am Wochenende arbeitete ich mit einer Kollegin, die nun coronapositiv ist. Und mich ficht das offenbar nicht an. Ich bin nicht Supermann, aber Corona scheint mich weiterhin zu meiden. Im März 2020 hatte ich einen übelsten Infekt. Beim Hausarzt ein Abstrich; Influenza A ja, Covid 19 nein. Nun sagen neueste Erkenntnisse, eine Co-Infektion mit Influenza A hemme drastisch Coronaviren. Möglich ist demnach, daß ich dadurch besonders gegen C19 gewappnet bin und/oder es damals bereits miterlitten habe, ohne daß es laborchemisch nachgewiesen worden war. (14.7.2022)

  Gestern fand das Treffen der Klasse statt, in der ich von 1972 bis 1980 - von der 1. bis zur 8. Klasse - in Leipzig Mockau war. Die Bilder sind in einer Galerie einsehbar. In einem Unterordner versammle ich aus diesen Fotos vergrößerte Sequenzen. (10.7.2022)

  Retweet: Wenn man volljährig wird, sollte man eine Schaufel geschenkt bekommen, damit man problemlos seine Träume begraben kann.

  Retweet: Entweder gehöre ich zur Kontrollgruppe, oder man hat mich nicht ausreichend über meine Rolle in der Menschheit informiert.

  Retweet: Warum ist "Du sollst nicht töten!" erst das fünfte Gebot? Das ist locker eine Regel für die Top 3.

  Retweet: Es gibt übrigens einen Punkt im Leben, an dem plötzlich bei medizinischen Befunden das Adjektiv "altersgemäß" auftaucht.

  Retweet: Menschen enttäuschen an Stellen, da kommt Misstrauen gar nicht hin.

  Retweet: "Du bist wirklich merkwürdig!" "Danke!"

  Retweet: Am Ende des Spiels kommt der König in dieselbe Schachtel wie der Bauer,

  Retweet: Ich habe eine Zeitlang versucht, mich als dumm durchzuschlagen. Aber der Markt ist einfach zu umkämpft.

  "Du bist als Tiger gestartet und als Bettvorleger heimgekehrt." (Beck S05E04) - Das gilt oft sowohl für ein ermüdendes Tagewerk als auch für große Pläne und Vorhaben.

  Das St.-Elisabeth-Krankenhaus Leipzig, wo ich 1966 zur Welt kam, wird heuer 90 Jahre alt.

  "Ich wünschte, du würdest mehr aus dir herauskommen. Die Tür deines Hauses läßt sich nämlich nur von innen öffnen." (Six Feet Under S02E04)

  Die Geschichte der drei Pappeln, die einst vor unserem Haus standen, habe ich in einen Thread gepackt. Zudem baute ich einen neuen Thread zu den Farbspielen vorm Fenster zusammen, der nun um Grün erweitert worden ist, das, als die Pappeln noch existierten, stets die dominant Farbe war, einfach weil ich beim Blick aus dem Fenster in das dichte Laubwerk dreier wunderschöner Bäume schauen durfte. (21.6.2021)

  Ist Mascha Kaleko nicht großartig? "Ich bin als Emigrantenkind geboren / In einer kleinen, klatschbeflißnen Stadt, / Die eine Kirche, zwei bis drei Doktoren / Und eine große Irrenanstalt hat." - "Ich war schon sechs, als ich noch immer dachte, / Daß, wenn die Kriege aus sind, Frieden sei." Und schließlich auch: "Bei schönem Wetter reise ich ein Stück / Per Bleistift auf der bunten Länderkarte. / An stillen Regentagen aber warte / Ich manchmal auf das sogenannte Glück." Oder man liest gleich das ganze Gedicht "Interview mit mir selbst + Post Scriptum"!

  Zu leben erscheint einem viel zu oft als Problem. Ich wäre an einer Sauflösung interessiert.

  Bei Pixelfed taste ich mich heran und lasse als Versuchsballon zwei Fotos aus den LeipzigPeople (Original-URL) los, der Sammlung von Typen und Situationen in meiner Heimatstadt Leipzig. Zunächst heute = zu Beginn das Popcorn-Girl und den Barfuß-Mann.

  Typisch, daß mir auf Facebook Werbung für einen Tarif 16-250 MBit angeboten wird, kaum daß ich im Internet (nicht auf FB selbst!) auch nur erwähnt habe, welchen niegelnagelneuen Tarif ich seit heute habe. Gläsern, aber keine Glasfaser.

  Auf meine Nachfrage hin wurde mir als Fotoplattform jenseits von Instagram, welches ich meiden wollte, und Flickr, welches ich eher als Familienalbum sehe, Pixelfed empfohlen, wo ich mir soeben einen Account einrichtete. Pixelfed versteht sich als Teil des Fediverse, so daß ich als mastodon-User Vorteile sehe.

  Meine Schwellenangst, das Letterboxsyndrom und die Telefonphobie bewirkten, daß ich das Vorhaben, meinen DSL-Vertrag zu kündigen, seit Monaten hinauszögerte. Seit 20 Jahren bin ich bei 1&1 und eigentlich zufrieden, wenn auch der Preis von 30.- Euro für 6 Mbit längst nicht mehr zeitgemäß ist. Er wurde immer wieder auf 22.- Euro rabattiert, nur lief der Rabatt automatisch aus und ich war gezwungen, ihn neu zu verhandeln. Heute gelang mein Anruf ohne Warteschleife sofort durchgestellt; ich bekam ein Upgrade auf 16 Mbit für nunmehr 16.- Euro im Monat. Toller Tag. (16.6.2022)

  Inzwischen habe ich in Geldangelegenheiten einen solchen Nulldurchblick, daß ich Scheuklappen angelegt habe und vor Terminen regelrecht Schiß habe und sie immer wieder absage oder verschiebe, nur um nicht damit konfrontiert zu werden. Vorhin der Anruf eines Schwäbisch-Hall-Mannes: wo ich denn bleibe? Ich hatte am 10. Juni per E-Mail abgesagt; offensichtlich las er sie nicht. Jetzt erneuter Termin Ende Juni, weil er, geschult wie er ist, etwas von einem Verlust von mehreren tausend Euro sprach, der mir drohe, wenn ich nicht vor September reagiere. Eben weil ich nicht die geringste Ahnung von Bausparverträgen habe, muß ich da hin und bin ihm ausgeliefert, weil er mir alles erzählen und damit andrehen kann. Eine Zwickmühle. (16.6.2022)

  Neulich zur Dienstübergabe. "Pat. X. hat eine Coronaspritze bekommen." Wir alle: 'Hä? Seit wann gibt's denn dagegen 'ne Spritze? Das wüßte man doch." Gemeint war: Impfung; aber niemand aus dem Team hatte diese Erklärung & Auflösung parat, die uns erst am Folgetag nachgereicht wurde.

  In meinem Supersonderladen zwei Typen, die mit hegemonialer Geste hereinkommen und vielleicht dreißg Mal "Alles Schwein hier" rufen, sich eine Schlagsahnedose schnappen, sich einige Hiebe in den Mund sprühen, die Dose zurückstellen und den Raum verlassen. (16.6.2022)

  Kissenstickerei in einem Film: "Wenn ich auf mein Unglück trete, stehe ich höher."

  Die Manie, Frisörläden mit kreativen Wortneu/umbildungen zu benennen, muß nicht jedermann aufjuchzen lassen. "Schnittstelle" aber finde ich gleichermaßen lakonisch wie elegant.

  Mir ist vorhin eine Tomate durch die halbe Straßenbahn gekullert. Auch sonst war mein Tag von nur mäßiger Eleganz.

  Retweet: Ich bin der, der viel lieber im Escape Room bleiben würde. Allein.

  Retweet: Manche schließen dich so konsequent aus ihrem Leben aus, dass du noch nicht einmal mehr eine Erinnerung bist.

  Mein Arbeitgeber "bespielt" neuerdings eine Straßenbahn. Ausreichend Wäsche für die Patientenversorgung wäre allerdings eine noch bessere Idee. Oder eine Bank vor unserem Haus 10. Oder genügend Toilettenstühle. Oder - Außenwirkung mal nachhaltig - eine Neubepflanzung der Zufahrt zum Klinikum, wo mehrere gerodete Bäume ein häßliches Bild vermitteln.

  Gestern um 20:30 Uhr am Leipziger HBF. Was daraus wohl geworden ist? Ich mußte zum Dienst und konnte nicht warten.

  Retweet: "Kommst du mit?" "Sind da Menschen?" "Haste auch wieder recht."

  Retweet: "Mein Akku ist leer." "Brauchst Du ein Netzgerät?" "Nicht dieser Akku."

  Retweet: So gut wie alles, worauf ich Lust habe, ist woanders.

  Retweet: Poetisieren sie ihren Alltag, nennen sie ihre Spaziergänge nurmehr Atemwege!

  Retweet: Natürlichkeit ist unfassbar attraktiv.

  Retweet: Ich kann mir nicht vorstellen, daß es je wieder normal wird.

  Retweet: Ich: "Heute läufts gut." - Hirn: "Hier eine detaillierte chronologisch angeordnete Liste mit all deinen Fehlern, die du jemals gemacht hast."

  Polizei - dein Vorbild? Gestern um 22.30 Uhr parkte ein Einsatzwagen direkt auf unserer Kreuzung ohne Beleuchtung und ohne Warnblinker. (8.6.2022)

  Die sieben Dimensionen der Einsamkeit: Vorne. Hinten. Links. Rechts. Oben. Unten. Innen drin.

  Retweet: Wie es sich wohl anfühlt, wenn alles gut ist?

  Retweet: Und am Ende der Kraft ist noch so viel Leben übrig.

  Retweet: Es gibt so Tage, in die passen ganze Wochen.

  "Meine Mitochondrien arbeiteten im oberen, roten Bereich der Betriebstemperatur." - Oh Mann, wie ich solche Sätze liebe!

  Falls meine mentale Schieflage einmal verfilmt werden sollte, dann bitte mit Jim Carrey in der Hauptrolle.

  Retweet: Habe gerade einen Regenwurm aufgesammelt und auf die feuchte Wiese gesetzt. Da kam ein Vogel und fraß ihn auf. - Wem soll ich als nächstes helfen?

  Retweet: Ich habe mir das zwar auch anders vorgestellt, aber ich lebe das nun so zu Ende.

  Straßenpoesie: "Dieser Tag kann Spuren von Müssen enthalten".

  Gesehen auf einer Bank inmitten des Leipziger P.C. (Paunsdorf-Center = Mall). Hoffe, es hat rechtzeitig geholfen und keine Reinigungskräfte erforderlich. Das Gehirn inszeniert bei solchen Anblicken durchaus filmreife Sequenzen. (N.B.: Lopedium = Imodium = Antidurchfallmittel)

  Retweet: Realitätsflucht ist genug Bewegung.

  Retweet: Ich habe den schwarzen Gürtel in Selbstreflexion.

  Retweet: Vielleicht ist der Tod kein OneWay-Ticket, sondern nur der Rückflug.

  Manche Dienste sind für das nach Anekdoten und Kuriosa lechzende Gemüt eines Pflegers ein Hauptgewinn. Wichtig: immer sofort notieren, sonst werden Erlebnisse und Fundstücke vom ganz normalen Wahnsinn des Stationsbetriebs verdrängt und vergessen.

  Retweet: Humor als schönste Form der Verzweiflung.

  Retweet: Jeder sollte jemanden haben, mit dem er emotional nackt sein kann.

  Retweet: Wir hatten es während unserer Schulzeit ja viel schwerer als diese Kinder heute. Krieg, Inflation, Naturkatastrophen usw.: Wir mussten uns das alles mühsam in schlechten Schulbüchern anlesen anstatt es selbst anschaulich erleben zu dürfen.

  Retweet: Sich selbst im Verhalten anderer erkennen und daraufhin ändern wollen.

  Retweet: Ich kann gar nicht so schnell älter werden wie das Rentenalter steigt.

  Retweet: Lustig wie wir in einer total dystopischen Welt leben, wo Pandemie, Kriege, Klimakatastrophe, Wohnkrise und was sonst noch aufeinander treffen, aber alle tun so als wärs ein gewöhnlicher Dienstag und man müsste nur besser an seiner eigenen Mental Health arbeiten.

  Retweet: Leben bedeutet 20 oder 30 Jahre zu verplempern und sich dann den Rest des Lebens wünschen, nochmal von vorn anfangen zu können.

  Retweet: Den leichten Moment im Tag finden.

  Retweet: Ich bin ganz sicher ein Alien, ich will auch keinerlei Kontakt aufnehmen.

  Retweet: Dystopien haben mich schon immer fasziniert. Ich wollte nur nie in einer leben.

  Ein Tag heute fast ohne Erschöpfung und mentale, kognitive und pychische Einschränkungen. An den letzten erinnere ich mich nicht. Monate her? Jahre? Ein Wunder, das es zu genießen heißt! (17.5.2022)

  Früher gab es Hirtensalat bei Aldi und Kaufland. Wo ist der hin? Leider sind die Beschäftigten, welchen man in den Gängen der Supermärkte begegnet, immer solche, die erst "seit kurzem hier" sind und keine Ahnung haben, wovon ich spreche, wenn ich beispielsweise eben von Hirtensalat rede.

  Retweet: Wenn der Mensch vom Nachdenken einen Orgasmus bekäme, hätten wir auffallend weniger Probleme.

  Retweet: If men could have babies, abortion would be a scrament.

  Retweet: An alle die, die auch gerade in einen Abgrund schauen: Was für ein großartiger Anblick, nicht wahr?

  "Ohne Sie wird's nicht dasselbe sein!" (ST Voyager S04E26) würde mich schon trösten. Eine tiefschürfendere Freundschaftsbekundung bräuchte ich gar nicht.

  Retweet: Einen Notausgang für alle, die ihn brauchen.

  Retweet: Wie macht's ihr es so? Verdrängen? Ignorieren? Schönreden? Ablenken? Funktionieren?

  Es ist doch verhext. Erst ein Blaustich beim Skatabend gestern in der Hafenbar in der Leipziger Südvorstadt, dann eben, als ich aus dem Fenster guckte, weiteres Blau, nämlich drei Autos und eine Papiertonne nebeneinander. So grau der Alltag sonst auch ist, solch ein farbiger Zufall amüsiert mich dann doch. (7.5.2022)

  Bekannte waren in Santiago de Compostella und schickten mir das kurze Video einer "Weihrauchorgie", die unserem Spiritual und uns allen im Norbertinum damals eine Gänsehaut verursacht hätte und mir beim jetzigen Angucken nostalgische Gefühle auf die Seele tackert.

  Blaustich beim gestrigen Skatabend. Sogar die Streichhölzer, mit denen die Kellnerin die Kerze anzündete, waren blau. Am Ende des Abends waren dann meine zwei Kumpane auch blau. Ich, aus bekannten Gründen, nicht. (7.5.2022)

  Die Grundkonstante "Alle bekloppt!" ist kein Trost und muß sich dennoch tagtäglich vor Augen geführt werden.

  Der Thread "Kann man als erwachsener Mensch noch neue Freunde finden?" haut mich gerade von den Socken und schneidet siedendheiß in mein Gemüt. Für mich DIE existenzielle Frage, denn nur mit Freunden werde ich weiterleben können. Anderfalls war's das in sehr absehbarer Zeit.

  "den gesunden Teil des Hirns separieren" - Der maschinist mit in jedem seiner Blogbeiträge sprachlich tollen Einfällen. Hier mit diesem Resilienztipp.

  Retweet: Ich bin jetzt in dem Alter, in dem ich aus dem Alter raus bin.

  Retweet: Ein paar Nerven eintuppern und ins Gefrierfach legen, man weiß ja nie.

  Retweet: Die Rückwärtsentwicklung der Zivilisation nimmt weiter an Fahrt auf.

  Mein Patronus hat wahlweise die Gestalt eines Eisverkäufers oder Pizzabäckers.

  Hoher Suchtfaktor. Mein Dealer ist LIDL, das dieses Datteleis sporadisch anbietet.

  Retweet: Schwierig, diese Interaktion mit Menschen. Ich bleibe dran, aber schwierig.

  Retweet: Ich wüsste gar nicht, wie das alles ohne Musik gehen sollte.

  Die Neue Deutsche Welle (NDW) begleitete meine Jugend. Heute kam mir "Gummiwist (Text) der Gruppe "Der Plan" unter, welches ich noch nie hörte. "Woher weht der Wind von morgen, wozu wird das Ding gebaut? Wonach schreit der Mensch von heute, wer hat mein Gehirn geklaut? Ich frage Leute auf der Straße, in der U-Bahn, im Büro, alle woll'n Computer haben, keiner weiß genau wieso." - Genialer Text und ein zu Unrecht so unbekannter Song der NDW. - "Kann ich morgen nicht mehr leben ohne Personalcomputer? Kann ich meine Blumen nicht mehr ohne den Computer gießen? Kann ich keine Suppe kochenohne LCD-Display, und wenn ich meine Socken wasche, brauche ich ein Interface? Woll'n die Russen uns vernichten, oder sind die Amis schuld?

  Immer wenn im Krimi gesagt wird "Er hatte keine Freunde", ich so: 'Wenigstens nicht alleine". Also, allein schon, aber ein mit anderen geteiltes Schicksal, wenn auch, ähm, allein.

  Retweet: Elon Musk ist 1/2 Jahr älter als ich. Ein Wahnsinn, was die paar Monate finanziell ausmachen!

  Retweet: Leute, die ihr Leben im Griff haben, sind für mich reine Erfindung der Werbeindustrie.

  Von der US-Firma Arcturus Therapeutics stammt der neue mRNA-Impfstoff "ARCT-154" gegen Corona, dessen Phase-3-Studie abgeschlossen ist. Es wird als Trockenpulver geliefert, wodurch die Lagerhaltung extrem vereinfacht ist. Angeblich sei eine geringere Impfdosis notwendig, weil sich das Vakzin im Körper selbst vermehre.

  Mit "DOC - Es liegt in deinen Händen" eine italienische Krankenhausserie angefangen. Im Gegensatz zu den meisten anderen amerikanischen Serien, die sich auf spektakuläre chirurgische Notfälle kaprizieren, steht hier die Innere Medizin im Vordergrund, meinem Metier. Der Chefarzt erleidet eine retrograde Amnesie, die 12 Jahre ausradiert - eine reizvolle Konstellation. Vorher ein Arschloch, nun ein verunsicherter, sich in seine "neue" Zeit vortastender Ex-Chefarzt.

  Nachdem gestern die Bombe platzte, daß Elon Musk Twitter kaufen werde, schlugen die Wellen der Erregung hoch; Fluchtfantasien erfaßte und erfaßt viele. Das soziale Netzwerk Mastodon kam hurtig als mögliche Alternative auf, so daß ich mich dort heute registrierte (@Dostoevskij@mastodon.social). Wer mag, kann mir nachfolgen. Zufällig entdeckt, daß meiner alter Plurk-Account noch besteht. Bevor ich 2008 nämlich mit Twitter anfing, war ich einige Wochen zuvor bei diesem Mikrobloggingdienst gelandet.

  Tollwut, aber nicht als Infektionskrankheit.

  Den 23. April weiß ich nicht mehr zu würdigen. Tag des Buches - Ich kann nicht mehr lesen; Tag des Bieres - Ich darf nicht mehr trinken.

  Als in einer Serienfolge "Denk einfach an was Schönes" gesagt wurde, achtete ich darauf, was mir spontan einfällt, was für mich schön, erstrebens- und wünschenswert wäre, was ich lange vermißte und worauf ich eigentlich nicht mehr zu hoffen wage. Ausgeschlafen und erfrischt aufzuwachen. Nur 1 Tag ohne die schlimmen täglichen psychosomatischen Beschwerden, die mich seit 2015 martern. Das wäre mein klein-großes Glück. (22.4.2022)

  Ich gelte ja als Bill Murray der Krankenpflege. Mürrisch, aufbrausend, cholerisch, schwierig im Umgang. Dennoch humorvoll, versponnen, einfallsreich. Nicht das übelste Prädikat.

  Andere leiden am Reizdarmsyndrom. Bei mir ist's eher Reizhirn. Alle bekloppt.

  Retweet: Idee für einen Horrofilm: Du willst als behinderter Mensch einen Job außerhalb einer Werkstatt.

  "quälendes Gerangel durchs Leben" (Die Simpsons S08E23)

  Vom Spätdienst aus Eutritzsch kommend, steige ich am Leipziger HBF von der TRAM 16 in die TRAM 7 um und erlebe des öfteren Skurriles und Behaltenswertes. Gestern um 22.30 Uhr lag ein schlafenswilliger Obdachloser direkt im Wartebereich eines Gleises. Ein Fall für die Serie "LeipzigPeople". (20.4.2022)

  Von meinem alten Team, welches Ende August des vergangenen Jahres zerschlagen wurde, durch gemeinsame Treffen und eine agile Whats-App-Gruppe jedoch höchst lebendig ist, bekam ich vorgestern zu meinem Geburtstag von fast allen liebe Grüße und Glückwünsche. Von meinem neuen Team, welches ebenfalls in einer Whats-App-Gruppe formiert ist, kamen vorgestern genau zwei Glückwünsche. Von einer Kollegin, mit der ich seit 1992 gearbeitet hatte und einer, die 2021 mit mir im alten Team tötig gewesen und im September mit mir ins neue gewechselt war. Eine solche Erfahrung ist doch Indiz, wo mein Platz jetzt ist, wie angesehen und integriert ich im Team bin, oder? Oder überinterpretiere ich die so gänzlich ausgefallenen Glückwünsche? (20.4.2022)

  Bis vor kurzem gab es in unserem Klinikum eine Corona-Auffangstation, wohin alle positiv auf Covid 19 getesteten Patienten verlegt wurden. Jetzt verbleiben die Kranken auf Station und werden isoliert. Für uns ein immenser Mehraufwand und eine gestiegene Gefahr, sich selbst zu infizieren, zumal wir nicht so ausgerüstet sind, wie es erforderlich wäre. Vor allem verfügen wir nicht über eine Schleuse. Vor jedem ISO-Zimmer steht ein Tisch mit Schutzkleidung. Aber wir bewegen uns notgedrungen permanent zwischen den Covid- und den übrigen Kranken. Angesichts der so ansteckenden Omikronvariante ist das in meinen Augen so erbärmlich suboptimal, daß ich zu meinen Diensten widerwillig und aufgebracht gehe und mit der Situation hadere. (20.4.2022)

  Es ist nun wahrlich nicht überraschend, daß es mir mit 56 genau so dreckig geht wie mit 55.

  Retweet: Wäre der Übergang vom Pferd zu fossilen Brennstoffen so holprig verlaufen wie jetzt der Übergang zu Alternativenergie, dann hätte man 1920 über schrittweise Pferdereduktion bis 1990 diskutiert, Hafer staatlich subventioniert und jede Tankstelle bei Bürgerprotest sofort verboten.

  Retweet: Mittlerweile komplett unvorstellbar, wie unsere Gesellschaft jemals eine Kindersitz-Pflicht, die Gurtpflicht, ein Alkoholverbot am Steuer, Tempo 50 in Ortschaften, eine Masern-Impfpflicht oder ein Rauchverbot in Gaststätten durchsetzen konnte.

  Retweet: Kreative Menschen sind überall sehr beliebt, solange sie keinen Gebrauch von ihrer Kreativität machen.

  Neue Sprachregelungen bei meiner Arbeit. Wenn KollegIn krank ist, ist er/sie nunmehr "abwesend". Dafür werden Datenschutzgründe angegeben. Wenn Patienten am Wochenende am Samstag und/oder Sonntag nachhause gelassen werden, heißt es nicht mehr Beurlaubung oder Wochenendurlaub, sondern "Alltagsbelastungstest".

  "Es paßt nicht in die Zeit, so besessen an dieser Frage festzuhalten." Der chinesische Sprecher Wang Wenbin gereizt zu einem Journalisten. - Ich mag solche rotzigen Aussagen, die ich mir gerne merken und an geeigneter Stelle in meinem Alltag einflechten würde. Wenn die Chefin nachfragt, ob das und das erledigt wurde... "Es paßt nicht in die Zeit, so besessen an dieser Frage festzuhalten."

  Retweet: Ich [völlig übermüdet]: "Ok, Zeit fürs Bett." - Gehirn: "Dazu habe ich leider nichts gefunden. Hier sind deine schlimmsten Erlebnisse und Ängste der letzten 20 Jahre."

  Retweet: "Du hast noch dein ganzes Leben vor dir!" klingt mittlerweile wie eine Drohung.

  Retweet: Keine Firma wird abends im Bett liegen und an Dich denken.

  Retweet: Mit Sturm ist da nichts einzunehmen; Wir müssen uns zur List bequemen. (Faust-Bot)

  Retweet: Am schönsten ist der kleine Moment, wo es egal ist.

  Retweet: Heute dringend Menschendiät. Das war von allem zu viel letzte Woche. Sollte Corona wirklich irgendwann vorbei sein, brauche ich eine Wiedereingliederungsmaßnahme.

  Retweet: "Nie wieder" ist gerade jetzt wieder.

  Retweet: Deutschland 2022: Alles wird teurer, nur die Ausreden werden immer billiger.

  Ich bin etwas traumatisiert. In der letzten Nacht verblutete mir ein Patient buchstäblich in den Händen. Weil er zu unkoordiniert und schwach war, den Spuckbeutel (Kotztüte) zu halten, mußte ich das tun. Nach 1 Stunde Hin und Her - erst Versorgung auf dem WC, dann komplizierter Transfer ins Bett, Blutentnahme zwecks Tranfusionsbestellung, Gabe diverser Medikamente zum Magenschutz, dann die Notverlegung auf die ITS (Intensivstation). Teerstuhl, ja, doch so viel anhaltend frisches Blut aus Mund und Rektum gleichzeitig erlebte ich in meinen 32 Jahren als Pfleger noch nicht. (1.4.2022)

  Und nun eine weitere Episode meines an Verkorkstheiten so reichen Lebens. Ich hatte mir für heute 11 Uhr einen Psychotherapietermin gemerkt. Mein Handy hatte ich zum Laden ausgeschaltet und ans Netz gehängt. Als ich es 9.20 Uhr einschaltete, piepte mich der Alarm an und zeigte mir den Termin für 10 Uhr an. Ich schlüpfte panisch in die Straßenkleidung und stürzte zur Haltestelle und erreichte die Praxis um 9.58 Uhr. Glückliche Verbindung, es hätte eigentlich anders und ich zu spät kommen müssen. Allerdings empfing mich an der Tür nicht mein Therapeut, sondern dessen Kollegin, nur um mir zu sagen, daß jener an Corona erkrankt sei und mich eigentlich informiert haben sollte. Tatsächlich kam gestern ein Telefonat - mit unterdrückter Nummer - an, von dem ich annahm, es sei von einem Freund, denn nur er nutzt gemeinhin unterdrückte Telefonnummern. Gestern hatte ich weder Kraft noch Energie zu einem Plausch, so daß ich nicht abhob und auch die Mailboxnachricht, welche mir als Audioanhang per Mail zukommt, nicht abhörte und mich also nicht zu wundern brauche, daß der Schlamassel, den ich gerade erlebte, erstens selbst verschuldet und zweitens völlig überflüssig ist und locker hätte vermieden werden können. Zu dem Streß gesellt sich nun der Ärger, mir das eingebrockt zu haben und so prasseldumm zu sein. (1.4.2020)

  Erster Gedanke: Der Russe ist da! Dann Erleichterung - nur ein Firmenlogo.

  Ich gucke S02E10 = die letzte Folge der Staffel der kanadischen Serie "Nurses". Spannend daran, Corona nochmal als heraufziehende Bedrohung zu erleben. In der vorangegangenen Folge wird menetekelt, daß da ein so genannter Coronavoris eventuell gefährlich werden könnte. Und dann wird eine Patientin eingeliefert, wo man bei der aufgesetzten Dramatik und Verrätselung sofort weiß: Jetzt ist Corona da. Gespenstisch. Mir lief realiter eine Gänsehaut über den Rücken. "Die Sache mit dem Coronavirus hört sich an, als gäb's Krieg."

  Von der Aktion Roter Punkt in Hannover 1969 und anderen Städten erstmals gehört. Mathias Greffrath berichtet im Politischen Feuilleton davon und wie wir heute solch eine konstruktive Idee bräuchten.

  Beim Bilder sammeln zuletzt besonders gefallen hat mir die Frage "Könnt ihr noch?". Wenn jetzt selbst schon der Weg eine so essentielle Frage stellt! Das fragt man bzw. frage ich mich, weil das Gefühl, das Heft in der Hand zu halten, nicht unbedingt zu den vorherrschendsten in meinem Leben gehört.

  Retweet: Zur Pflege einer generalisierten Angststörung empfehle ich, mehrfach täglich Nachrichten zu hören.

  Retweet: Leute sagen "Es wird wieder gut", weil sie dich mögen, nicht weil es stimmt.

  Pornhub hieß bei uns noch "Erotisches zur Nacht" und lief im DDR-Fernsehen.

  Hätte man kulturelle Aneignung damals so eng gesehen, wäre der Blues in der DDR nie zu der Subkultur geworden, die uns als Jugendliche atmen ließ. - "Ich spiel den Blues der Schwarzen, weil er wollte, daß auch wir ihn versteh'n" (Stefan Diestelmann)

  Eure Zeitumstellung-Eselsbrücke? - Im Frühjahr werden die Röcke kürzer, die Nacht folglich auch: Uhr ZURÜCKdrehen. Im Herbst werden sie länger, die Nacht auch: Uhr VORstellen.

  "Ich komme immer, wenn man mich ruft, aber bleibe nur, wenn man mich braucht." Dieser Spruch aus New Amsterdam würde ich allzu gerne auf Station einbringen, fürchte aber, wegen Resonanzlosigkeit bei fehlendem Humorverständnis abzuprallen.

  Im LSF: "Blutgruppe 0 soll wohl am widerstandsfähigsten sein, aber vermutlich ist da trotzdem viel Glück dabei." - Ich: "Hikikomori UND Blutgruppe 0, fast ein Corona-Siegfried. Wie schrieb man auf Twitter: 'Wer bis heute immer noch kein Corona hatte sollte vom RKI eine kleine Christian Drosten Actionfigur bekommen.' - Was mich sehr aufregt, ist, daß der MDR-Sachsenspiegel (tägliches Fernsehjournal) bei den Coronazahlen bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Todesfallzahlen nannte, dann nicht mehr. Seitdem bei der Krankenhausbelegung die Überlastungszahl von 1300 Betten überschritten wurde, hier auch kein Hinweis mehr auf diese Zahl und daß man längst darüber hinaus ist. Eine Taktik des Stillschweigens, die mich erbost!

  Retweet: Ich bin jeden Tag dankbar, dass mein Schutzengel noch nicht hingeschmissen hat.

  Retweet: Mittlerweile kriege ich schon Seitenstechen vom bloßen Existieren.

  Retweet: Einer dieser Tage, an denen man alles anzünden möchte und dann resignierend feststellen muss, dass es bereits überall brennt.

  Retweet: Ich liebe es, wenn der Winter endet, aber meine Frühjahrsmüdigkeit macht mich fertig. Immer dieses wiederkehrende Mittagstief, das kurz nach dem Frühstück einsetzt und bis zum Abendessen anhält. Und das Jahr für Jahr von Anfang März bis Ende Februar.

  Retweet: Freu mich auf den Frühling, endlich wieder depressiv sein bei schönerem Wetter.

  Retweet: Manche verhalten sich, als wäre es ihr erster Tag als Mensch.

  Retweet: Ich habe massive Schwierigkeiten, Regeln zu befolgen, die meine Intelligenz beleidigen.

  Retweet: Man weiß gar nicht mehr, was man zuerst verdrängen soll.

  Retweet: Ich atme ein. Ich raste aus.

  Retweet: Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel auf die Beine gestellt werden kann, wenn die Flüchtenden weiß sind.

  Retweet: Es braucht immer einige Kilometer bis mich der Wald wieder repariert hat.

  Retweet: Keine Sorge, bald werden euch die enorm gestiegenen Lebensmittelpreise erfolgreich von den explodierten Energiepreisen ablenken.

  Ich hörte erstmalig den Begriff Holodomor. Der Umstand dieses monströsen Verbrechens war mir schwammig in Erinnerung, doch das Wort Holodomor habe ich entweder vergessen oder heute erst gehört.

  Ich habe heute so sehr über diesen Cartoon gelacht. Für kurze Zeit Unbeschwertheit, ein Luxus, den man nehmen sollte, wenn er sich einem bietet.

  Retweet: Je kränker man wird, desto kleiner werden die Selbstverständlichkeiten.

  Retweet: Irgendwann wird es okay sein, Trauerzeiten in den Lebenslauf zu schreiben.

  Ausgeschlossen, daß ich jemals so erwachsen werde, daß ich 'Komische Oper' nicht komisch finde.

  Retweet: Die ukrainische Flüchtlingswelle zeigt, dass Europa 2015 nie eine Flüchtlingskrise, sondern ausschließlich eine Rassismuskrise hatte.

  Retweet: An manchen Tagen muss ich mir die Kraft, die ich nicht habe, sehr gut einteilen.

  Retweet: Ich klicke seit Jahren mehrmals täglich irgendwo "Alles akzeptieren" an, aber es wirkt noch nicht.

  Retweet: Es fühlt sich immer wieder mal so an, als würde meine Kraft nicht bis zum Schluss reichen.

  Retweet: Womöglich ändern wir uns nur im Kreis .

  Retweet: In sich ruhende Menschen. Das sind meine wirklichen Vorbilder.

  Retweet: Selenskyj wirft den Abgeordneten im Bundestag vor, zu spät gehandelt zu haben. Lothar Wieler und Greta Thunberg: "Ah, du musst der Neue hier sein..."

  Retweet: Gott ist das eine Scheisse hier geworden.

  "Immer wieder das Gleiche tun und denken, daß es gut ausgeht, ist die Definition von Irrsinn." (Nurses S02E08)

  "Wenn mich mal jemand mag - Zufallstreffer." (Nurses S02E08)

  Diejenigen, die sich in diesem Jahr für den 1. April etwas Überraschendes ausdenken wollen, werden es schwer haben.

  Als ich mich noch als Bibliomane verstand und 12 bis 15 Bücher monatlich verschlang, hätte ich die Erkenntnis weit von mir gewiesen: daß Musik das umfassendste und wirkmächtigste uns allseits verfügbare Heil- und Lebensmittel ist.

  Lebenstraum: 1mal nur einem Menschen, der mir zugewandt ist und mit offenem Ohr/Herzen zuhört, gegenübersitzen und zwei-drei Stunden lang alles erzählen können.

  Um wieder/nochmal das Thema Zeitumstellung aufzugreifen... Könnte man nicht radikal gut fünzig Großkatastrophen zurück und, sagen wir mal, in die 70er zurückschalten? Zu einem Samstagabend mit Rudi Carrells 'Am laufenden Band'?

  Ich glaube, ich bin, was Leben betrifft, in der Placebogruppe.

  Was 2020 galt, gilt unvermindert.

  Langsam beschleicht mich das Gefühl, daß es in diesem Jahrhundert keine Goldenen Zwanziger geben wird.

  Retweet: Ich hatte wirklich gehofft, dass das etwas ruckartiger gehen würde, aber der Weltuntergang zieht sich sehr unangenehm in die Länge.

  Retweet: Auf der To-do-Liste steht heute: auf das letzte bisschen Leichtigkeit gut aufpassen. Die ist wichtig!

  Retweet: Mein Bedürfnis, gut informiert zu sein und mein Bedürfnis, nicht den Verstand zu verlieren, kämpfen momentan sehr miteinander.

  "Ich habe einen Gruß für dich. Vom Leben da draußen. Es fragt, wo du dich versteckst." (Kommissar Beck S05E03)

  "Wir können also eigentlich froh sein, daß Science-Fiction-Autoren unrecht hatten, weil wir sonst schon in einer galaktischen Förderation leben würden und müßten uns jeden Abend auch noch die Probleme von Mars und Venus reinziehen." (Frank Schätzing)

  Jede NachrichtensprecherIn beginnt die Sendung mit 'Guten Abend' und braucht dann 'ne Viertelstunde, um Ihnen zu erklären, warum das kein guter Abend ist." (Frank Schätzing)

  Laut Frank Schätzing sind wir Menschen nicht multikatastrophenfähig. Ehrlich gesagt, bin ich bereits mit 1 Katastrophe überfordert.

  Als 1972 der Club of Rome mit seinem Bericht über die 'Grenzen des Wachstums' herauskam, war dies nach einer mehr als zwanzigjährigen Periode des Wirtschaftswachstums ein Schock, als hätte, so die Kulturzeit, zu Luthers Zeiten jemand behauptet, es gäbe keinen Gott.

  An einer Straßenbahnhaltestelle sah ich ein Plakat, auf welchem der Effizienzwahn des deutschen Gesundheitssystems angeprangert wird. Das System der Fallpauschalen habe wesentlich dazu beigetragen und gehöre reformiert. In den letzten 15 Jahren sei die Verweildauer bei Krankenhausaufenthalten um 40 Prozent zurückgegangen, was häufig zu blutigen Entlassungen wühre. Als Träger steht oben "Bundesministerium für Gesundheitsgefährdung", was mir schlichtweg spanisch vorkommt und wofür ich beim Googlen keinen Anhalt finde. Sobald ich es nochmal zu Gesicht bekomme, knipse ich ein Foto. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Aktion eine Art analoges Phishing sein könnte.

  Retweet: "Morgen ist auch noch ein Tag" - aber dystopisch gemeint.

  Als Gott Hirn verteilte, vergaß er, vorher das Etikett 'Streng limitiert' zu entfernen.

  Retweet: Heute geschlossen wegen zu viel von allem.

  Gerade gelesen: "What doesn't kill you mutates and tries again." - Was dich nicht umbringt, mutiert und versucht's nochmal.

  Auch Leipzig liegt am Meer, wenn man mir einen blauen Stift gibt.

  Retweet: Bei der Geburt sollte man gefragt werden, ob man den AGB zustimmen möchte.

  Ich weiß grad nicht mehr, welche Kirche meinem Blutdruck mehr schadet, die Katholische oder die Orthodoxe.

  Als im Tatort "Vier Jahre" (E1188) gesagt wurde: "Der ist doch dicht wie tausend Russen!", dachte ich spontan: 'Na, einer ist es jedenfalls nicht mehr."

  Retweet: Setzt euch doch kurz zu mir in die Nesseln.

  Retweet: Ich frag mich wie lange ich stehen bleiben muss, bis der Teil dem das Leben in letzter Zeit zu schnell gelaufen ist, bei dem andren angekommen ist.

  Retweet: Diese Bruchteile von Sekunden, wenn man aufwacht und das Gehirn hat noch nicht alle Informationen hochgeladen. Das sind die leichtesten Momente des Tages.

  Maximillian Buddenbohm schaltete den Fernseher zwecks Nachrichten ein und ihn befiel "Fremdschämhorror", ein Wort, bei dem mein Gehirn sofort Klick machte in Bezug auf meine Liste bewunderswerter Wörter. Auch "jede Eilmeldung gleich weiterflanken" fordert mir Respekt ab.

  Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen. / Mein sind die Jahre nicht, die etwa mögen kommen. / Der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht / Ist der mein, der Jahr und Ewigkeiten macht. - (Andreas Gryphius)

  Retweet: Ich sage ganz sicher nicht, dass mein Leben schlecht ist, aber ein bisschen weniger anstrengend wäre schon schön.

  War einige Stunden aushäusig. Nach 19 Jahren beim Pulmologen gewesen. Routineuntersuchungen wie Anamnese, Lungenfunktionstest mit dem komplizierten Namen Bodyplethysmographie und ein Allergietest, wenn man schon mal dabei ist. Eigentlicher Grund des Facharztbesuches: ein SAS ausschließen. Bekam ein Gerät mit, welches ich mir heute Abend anschnallen muß, morgen früh die Auswertung des Screenings (Nicht-Labor-Monitoring-Systemen = NLMS). Die Indikation ist durch meine Erschöpfung gegeben und den von mir beobachteten nächtlichen Pulsattacken (Tachykardie).

  In 90% aller Beiträge ist von Lemberg die Rede. Im DLF vorhin ein Beitrag, in dem ausschließlich Lviv erwähnt worden ist. Ob allen allen klar ist, daß die gleiche Stadt gemeint ist? Selbst habe ich keine direkte Verbindungen zur Ukraine. Meine Familie väterlicherweise stammt aus dem Umkreis von Lemberg. Mein Vater wurde in Zagorze geboren, einem südlich gelegenen Dorf, welches heute Zahiria heißt. Deutschstämmige Siedler, die im 19. Jahrhundert aus einem schwäbischen Dorf nach Galizien auswanderten. Irgendwann im Zweiten Weltkrieg hieß es: Heim ins Reich und in Etappen - ein Großteil der Familie blieb in Opole hängen, gelangten mein Vater, seine Mutter und deren Großmutter mit einem Schlenker über Hamburg nach Sachsen und wurde 1945 in Großwölkau im evangelischen Pfarrhaus einquartiert, wo ich entscheidene Phasen meiner Kindheit und Jugend verbrachte und worüber ich immer wieder gerne berichte.

  Es klingt vermutlich sehr zynisch, aber meine Depression und Lebensverzweiflung läßt mich die derzeitige Lage bei Ruhepuls durchleben. Wenn man schon am Tiefpunkt ist, kann einen nichts mehr herunterziehen.

  Nach wie vor bin ich Pazifist. Ich bitte von Steinigungen abzusehen. In diesen Kriegszeiten ist meine komplette Gewalt- und Waffenverweigerung wohl schwer vermittelbar.

  Retweet: Ich habe mir den Tag, an dem Corona die Nachrichten nicht mehr dominiert, auch anders vorgestellt.

  Droht uns ein Atomkrieg und was bedeutete der Einsatz von Kernwaffen?

  Retweet: Vielleicht wird jetzt auch dem letzten klar, wie dumm und anmaßend Wörter wie 'Freedom Day' sind. So im Abgleich mit der Wirklichkeit.

  Retweet: Wie halten eigentlich all die Anderen das Leben aus?

  Das Leben betreffend bis zum letzten Atemzug ein Dilettant.

  Kritik am Klerus der katholischen Kirche wegen Mißbrauch trifft ins Schwarze.

  Retweet: Glückwunsch zum Überleben der Pandemie. Dein Preis ist der 3. Weltkrieg.

  Retweet: Damit wäre 2022 als Jahr, in dem es auf jeden Fall besser wird, auch abgehakt.

  Krieg, Pandemie, Klimakrise. Mein Antistreßball leidet unter Burnout.

  Retweet: Irgendwie wäre es mir lieber gewesen in einer Zeit zu leben, über die Historiker in 100 Jahren sagen, dass es stinklangweilig war. Das Beige unter den Zeitaltern. Eine Epoche wie eine ungesalzene Reiswaffel.

  Als ich in der letzten Nacht im Halbschlaf Hubschraubergeräusche über meinem Stadtviertel hörte, rutschte mir unweigerlich das Herz in die Schlafanzughose. Seit gestern früh hört man die Ukraine eben mit. (25.2.2022)

  Retweet: Falls grad jemand von außerhalb auf unseren Planeten schaut - Bleibt einfach weg!

  Retweet: Kann gar nicht so viel einatmen, wie ich ausatmen möchte.

  Retweet: Eine große Portion scheißegal bitte. Zum gleich fühlen.

  Retweet: Manchmal wünsche ich mir jemanden an meiner Seite, dem ich einfach sagen kann 'Regel das für mich, ich schaff das nicht!' und ich muss mich um nichts mehr kümmern.

  Retweet: Wir brauchen gar kein tödliches Virus um die Menschheit auszulöschen. Sobald man an Dummheit als Hauptdiagnose sterben kann, geht's ab.

  Retweet: Können wir Russland nicht einfach einfach ein Ukraine NFT schenken und gut ist's?

  Retweet: Man wird geboren, seufzt und verdreht viel die Augen und dann stirbt man.

  Retweet: Der mit Abstand attraktivste Körperteil ist das Rückgrat.

  Was wird mir jede Stunde so bang? - / Das Leben ist kurz, der Tag ist lang. / Und immer sehnt sich fort das Herz, / Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts; / Fort aber will es hin und hin / Und möchte vor sich selber fliehn. // (Johann Wolfgang von Goethe)

  "Wahr ist, was Sie wahr machen." (Atlanta Mdeical S03E15)

  Retweet: Ich: *versuche meine seelischen Wunden zu heilen* / Leben: "DA MUSS NOCH SALZ DRAN!"

  Retweet: When I said I wish Covid would end and we could go back to normal I didn't mean an energy crisis inside an inflation catastrophe amid the threat of a world war.

  Retweet: Sollten Sie an dieser Welt noch nicht verzweifelt sein, teilen Sie mir bitte mit, wie das geht.

  Retweet: Nennt mich anspruchsvoll, aber mir reichen 70 Jahre Frieden bei weitem nicht.

  Retweet: Schonmal sämtliche Unsicherheiten für morgen rauslegen.

  Retweet: Vladimir, laß es, NIEMAND HAT BOCK!

  Ich bin mir ganz sicher, irgendwann sagt einer: "Computer, Holo-Simulation beenden!"

  Retweet: Ich bin übrigens immer noch Covid-Jungfrau. Wer noch?

  Retweet: Sich schwungvoll in den Tag reinzögern.

  Retweet: Menschen gehen in Therapie wegen Menschen, die nicht in Therapie gegangen sind.

  Ich arbeite mit KollegInnen, deren Eltern jünger sind als ich. Ist das überhaupt erlaubt?

  Wie vehement Markus Gabriel und Daniel Kehlmann ausschließen, daß Künstliche Intelligenz jemals terminatorlike auftreten könnte. Mein Skepsis hebt nur spontan die Hand. Wie zahlreich sind doch die Dinge, die früher für unmöglich und undenkbar gegolten hätten. Deswegen sind die Zukunft betreffende Aussagen retrospektiv oft so ridikül und absonderlich.

  Was mich sowohl erheiterte als auch betrübte, ist der Umstand, daß Bruder Otto als Eremit ganz offensichtlich mehr Sozialkontakte hat als ich.

  "Schwächen: Du hattest keine. Ich hatte eine. Ich liebte." (Bertolt Brecht)

  Muffensausen. Am 18. September hatte ich meinen letzten Frühdienst. Das ist 5 Monate her. Seit September arbeite ich auf einer neuen Station und wurde anfangs gefragt, welche Dienste ich bevorzuge und welche nicht. Und nachdem ich den Frühdienst als meinen Haßdienst deklariert hatte, bewahrte mich meine Chefin und Dienstplankönigin bis jetzt vor ihm. Der Vorteil, keinen absolvieren zu müssen, birgt den Nachtteil in sich, ihn quasi zu verlernen. Die Arbeit besteht nunmal überwiegend aus Routine, die mir infolge der Seltenheit jetzt abhanden kommt. Deswegen der Bammel vor dem bevorstehenden Frühdienst-Wochenende. Am nervigsten ist es, (heute Abend) rechtzeitig ins Bett zu kommen UND einschlafen zu können UND morgen früh um 4 Uhr aufzustehen, um die Straßenbahn um 4.18 Uhr zu erwischen. Vor Aufregung werde ich wohl kein Auge zudrücken und die Befürchtungen treffen dann wegen Schlafmangel und Zerrüttung als selffullfilling prophecy ein. (11.2.2022)

  Ich gucke gerade den zweiten Columbo (Lösegeld für einen Toten) von 1971. Das ist SO lange her; denn die Stieftochter der Mörderin wird gefragt: "Ist es nicht etwas früh, um fernzusehen?" - Das erinnerte mich an meine Kindheit. Immer wenn ich bei meiner Oma war, durfte der Fernseher wochentags nicht vor 18 Uhr angestellt werden. Samstags war es etwas anderes, weil Professor Flimmrich. Sowieso bestand kein Bedarf daran, tagsüber Fernsehen zu schauen, weil wir auf dem Dorf in den Ferien je nach Jahreszeit bis 18 oder 19 Uhr draußen waren. Sonntags bei der Oma war der Vormittag vom Gottesdienstbesuch beschlagnahmt, dann opulentes Mittagessen und erst dann Glotze. Zu früh fürs Fernsehen ist also durchaus ein selbsterlebter Fakt.

  Sei sanft, wenn du kannst, / das Leben ist sowieso hart und schwer. // Vielleicht hat es das früher gegeben, / jetzt gibt es das nicht mehr: / Leicht sein und einfach leben / ohne Nutzungs- und Musterungsschein. // Wenn wir uns nicht Liebe geben, / uns umfangen und uns erheben, / betonieren sie uns ein. // (Eva Strittmatter)

  Eine Steuererklärung (SE) habe ich noch nie abgegeben. Heute erhielt ich ein allgemeines Schreiben, in dem ich "erinnert" werde, eine Steuererklärung bis zum XX.XX.2022 abzugeben, falls ich dazu verpflichtet sei, verbunden mit der Drohung einer Strafe, derer ich zu gewärtigen habe, falls ich dann keine abgäbe. Ich nahm immer an, als Lediger mit Steuzerklasse I und keinen sonstigen Einkünften vom Zwang einer SE befreit zu sein, und fasse das heutige Schreiben folglich als Nebelkerze und Schuß ins Blaue hinein seitens des Finanzamtes auf. Anderfalls wäre das Schreiben doch eher als Mahnung denn als Erinnerung betitelt, oder? Mein Entschluß besteht darin, es zu ignorieren. Für eine SE fehlt mir nun wahrlich die Energie. Atmen füllt mich derzeit gänzlich aus. (8.2.20200)

  Retweet: Ich bin sehr sportlich. Zum Beispiel ringe ich viel mit mir selbst

  Retweet: Mit Ü40 kannst du vielleicht keine Buchstaben mehr aus der Nähe erkennen. Dafür aber Deppen schon aus der Ferne.

  Retweet: Meine Zahnbürste leuchtet rot, wenn ich zu viel Druck ausübe, und ich finde schade, dass nichts aufleuchtet, wenn der Druck auf mich generell zu groß wird.

  Retweet: "ICH KAM SCHON SCHREIEND ZUR WELT!!!"

  Retweet: Freiheit ist übrigens nicht die einzige, die fehlt. Gehirn und dessen adäquate Benutzung sind auch Mangelware.

  Retweet: Meine Zahnbürste leuchtet rot wenn ich zu viel Druck ausübe und ich finde schade dass nichts aufleuchtet wenn der Druck auf mich generell zu groß wird.

  Mich hat jemand, mit dem ich sehr selten und dann auch nur kurzen Kontakt habe, gefragt, wie es mir gehe. Ich: "Stabile Seitenlage". Bin regelrecht begeistert über diesen Einfall.

  Du bist erst dann als trockener Alkoholiker anerkannt, wenn dir Mon Cheri bewußt nicht angeboten wird.

  Tagtägliches Bedauern, daß sich als lustig Empfundenes kaum weitervermitteln läßt. Schicke ich's doch mal wieder weiter, ernte ich seltenst die erhoffte Reaktion. Ein komisches, trotzdem leidvolles Luxusproblem, mit sich alleine lachen zu müssen!

  Retweet: Manchmal muss man die Schrauben im Kopf etwas lockern, damit das Leben wieder Spiel hat.

  Retweet: Wer nicht an Zeitreisen glaubt, hat nie richtig Musik gehört.

  Retweet: Dieser schmale Grat zwischen eisernem Wille und totaler Resignation.

  "In meinem Herzen ist kein graues Haar." (Klaus Hoffmann)

  Neues in der Rubrik "Kuriosa & Alltag": Interessantes Sitzgefühl beim Kurvenschreiben auf Arbeit. / Was will man mir mit diesem Aufkleber an meinem Spind sagen?

  Retweet: Diese seltsamen Momente, in denen du deutlich spürst, dass Weiterleben dein aktives Zutun erfordert.

  Retweet: Im Anamnesebogen unter Allergien fast "Substantivierung auf -ung" geschrieben.

  Retweet: Kennt jemand den Plan?

  Retweet: Therapeutin: "Sie hätten das doch delegieren können. Wäre es denn so schlimm gewesen, wenn es etwas schief geworden wäre?" / Ich: "Ich bin seit 35 Minuten hier. Ihr Teppich liegt schief. Seit 32 Minuten versuche ich heimlich, ihn mit meinen Füßen gerade zu schieben. Noch Fragen?"

  Retweet: Seid Ihr an oder mit Corona verrückt geworden?

  Retweet: "Du siehst schlecht aus. Du solltest mehr unter Menschen." - "DA KOMME ICH GERADE HER!"

  "Wenn's schief läuft, ist es perfekt für's Fernsehen." (Hauptsache Kultur, 11.3.2021)

  Daß ich ein Letterbox-Sydrom habe, erwähnte ich vor geraumer Zeit. Unfähig, den ganzen Papierkram eines Haushaltes und persönlichen Lebens reibungsarm zu verwalten. Mir scheint, mit zunehmendem Alter wird der Überblick erschwert. Hinzu kommt die Dependenz von elektronischen Erfordernissen. Mein Vermieter nötigt mich, eine Mieterapp zu installieren, damit ich die nunmehr monatliche Energiekostenbescheinigung nicht per Snailmail zugeschickt bekomme, wofür 85 ct zu den Nebenkosten gerechnet würden. Die Post, die bei Bankverkehr, den Bausparverträgen und dem Fondsdepot anfällt, läuft seit Jahren ausschließlich elektronisch. Einerseits ist das gut, weil ökologisch, andererseits stelle ich fest, daß ich früher beim rein papierbezogenen Schriftverkehr besseren Überblick hatte und ein sichereres Gefühl. Mir erscheint die bloße digitale Verwaltung so entscheidender Vorgänge, die die eigenen Finanzen und die Person betreffen, weniger nachvollzieh- und überschaubar. Begleitend stets das mulmige Gefühl, etwas zu übersehen oder zu verpassen UND etwas später nicht zur Hand zu haben, wenn man gezwungen wäre, einen Nachweis zu erbringen. Stringente Ordnung auf der Festplatte sowie die permanente Sicherheit aller Daten (auch in und für die Zukunft) ist anstrengender und erfordert Disziplin und Können, welches, wenn man ein Letterboxsyndrom hat, nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann. (24.1.2022)

  Als mir eine Userin ein Kompliment zu dieser Webseite aussprach, vermerkte ich, daß sie lediglich das Relikt eines ehemaligen, zelebrierten Bücherlebens sei. Dabei fiel mir ein, daß das Leipziger Bücherlei heuer 26 Jahre alt wird und daß der Preis, den Oliver Gassner und ich 1997 erhielten, auch schon wieder 25 Jahre her ist. Ich erinnere mich noch gut, wie verloren Marion Gräfin Dönhoff in ihrer Eigenschaft als Mitherausgeberin der Wochenzeitung 'Die Zeit' herumsaß und so gar nicht wußte, worum es bei diesem Internet-Literaturpreis überhaupt ging. Und Iris Radisch fällt mir noch ein, mit der ich beim gemeinsamen Abendessen angeregt plauderte. (23.1.2022)

  Seit Juli 2017 kein Buch mehr gelesen. Der Wunsch nach Literatur war lange abgewürgt, erwacht jetzt zu neuem Leben. Hörbücher schienen eine Alternative, weil meine Augen nach der Laserung das Lesen von Büchern verunmöglichten. Noch zögernd robbe ich mich an Literatur heran und beginne mit zwei Hörbüchern: "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm und "Frau Jenny Treibel" von Theodor Fontane. Bestenfalls gelingt dank Kindle und großem Schriftbild die Wiederannäherung ans gedruckte Buch. Ich möchte es anstreben; denn gelesene und gehörte Literatur unterscheiden sich wesentlich. Hörbücher sehe ich als Notbehelf an. Sie widerstreben mir eigentlich. Nur war der Appetit auf Literatur zuletzt so stark geworden, daß ich selbst in diesen sauren Apfel beißen will. Literatur - besser gehört als nicht gelesen! (22.1.2022)

  Retweet: Retten wir wenigstens die Bienen. Für uns sind wir zu doof.

  "Die Begier, Unheimliches zu schauen, hielt ihn noch fest." Gaffertum gab's also schon damals zu Schimmelreiterzeiten, glaubt man Theodor Storm.

  Schade, daß die Evolution es nicht hinbekommen hat, daß wir uns den ganzen Tag lange schadlos die Hucke vollsaufen können.

  "Ich bin ein von der Bauart her bis ganz tief drin unvernünftiger Mensch, der sich selbst am meisten wundert, dass er immer noch lebt und nicht schon längst irgendwo ungesichert runtergefallen ist." (der maschinist)

  Die Frage nach einer Löffelliste. Käme stark darauf an, wieviel Zeit man noch hat. Deswegen mehrere Listen bzw. eine Übersicht.

  Retweet: Mit dem Alter merkt man, was wirklich wichtig ist bei der Partnerwahl: der Beruf des Partners! Er sollte Physiotherapeut sein.

  Retweet: Mach kein Drama draus, du bist nicht Shakespeare.

  Retweet: Ich habe keine Hintergedanken. Ich bin ja schon froh, wenn ich die vorne auf die Reihe kriege.

  Den Tag, der auf eine oder mehrere Nachtschichten folgt, bezeichnen wir als Ausschlaftag. Offiziell ist er ein freier Tag. Dadurch daß man jedoch morgens aus der (letzten) Schicht kommt und schlafen muß, wacht man im besten Fall erst am Nachmittag auf. Stundenmäßig kommt das auf dasselbe hinaus, als hätte man einen Frühdienst absolviert. Fazit: der Tag ist für'n Arsch, zum einen weil man zeitmäßig nicht über einen kompletten Tag verfügen kann, zum anderen weil der Jetlag jede Unbeschwertheit hinwegfegt. Die meisten fühlen sich durchgemüllert und kommen erst am nächsten, also dem zweiten freien Tag richtig zu sich. Der Ausschlaftag ist eine Zumutung, weswegen ich ihn in meinen Aufzeichnungen konsequent als pseudofreien Tag kennzeichne.

  Retweet: Man wird gegen seinen Willen geboren und dann soll man auch noch freundlich sein.

  Als wir bis 23 Uhr zwei Zugänge bekommen hatten und eigentlich ganz anderen Aufgaben hätte nachgehen müssen, so daß sich naturgemäß die To-do-Liste auftürmte und drängender wurde, kam ich, nachdem wir auch noch drei Abgangsbetten geputzt hatten, damit wir die neuen Patienten überhaupt in ein Bett legen konnten, schweißgebadet ins Dienstzimmer. Ich: "Ich bin zu alt für diesen Scheiß!" Dienstarzt: "Der Papierkram?" Ich: "Nein. Alles."

  Auf der Heimfahrt vom Spätdienst gestern spätabends in der Straßenbahn. An einer Haltestelle öffnet die Tür. Draußen versuchen zwei Leute, einen auf einer Wartebank Sitzenden hoch- und in die Bahn zu zerren. Dieser ist offensichtlich so betrunken, daß er zwar aus dem Sitz in den Stand gelangt, dann aber unversehens zusammenknickt und mit dem Körper gegen die Bahn fällt, der Kopf knallt gegen die Scheibe. Ich stürze zu den Dreien und versuche, den Hingefallenen aufzuhieven, allerdings vergeblich, weil: nasser Sack. Eine der ebenso betrunkenen Personen brüllt: "Hinein!" und zieht am Daliegenden herum. Brenzlige Situation, weil ich mit einem Bein in der Bahn bleiben muß, damit der Fahrer die Tür nicht schließt und ohne mich abfährt. Leider war ich selbst zu müde, um geistesgegenwärtig das Heft komplett in die Hand zu nehmen; denn ich hätte mit einem stabilen Griff unter die Arme den quasi Bewußtlosen durchaus in die Bahn bugsieren können. Als ich kurz rückwärts in den Fahrgastraum zurückging ging, nutzte es der Fahrer, schloß die Tür und wir rauschten ab. (9.1.2022)

  Ich habe ständig die Befürchtung, anderen auf den Geist zu gehen, es zu übertreiben mit meinen Impulsen, Ideen und Dingen, die ich ihnen übermittle, beispielsweise durch What's App. Während meines stationären Aufenthaltes sagte mir damals meine Therapeutin, daß schizoide Persönlichkeiten wie ich dieser Gefahr ausgesetzt sind, bisweilen in dem Bestreben, den Anschluß an andere nicht zu verlieren bzw. ihn wiederzuerlangen, überschießend zu reagieren und sie somit zu brüskieren, zu erschrecken oder gar zu vergraulen. Deswegen wurde ich in der vergangenen Zeit in meinen Augen immer zögerlicher, kann dies jedoch nicht objektivieren. Möglicherweise verhält es sich anders. Feedback wäre vonnöten. Wem gehe ich auf den Sack? Konkret: Wieviel Output ist anderen pro Tag zuträglich, wieviel darf ich raushauen? Momentan getraue ich mich kaum 1 Bild, 1 Videochen oder 1 Sprüchlein zu versenden und zucke doch stets mit der Angst zusammen, gehauen, gescholten oder geblockt zu werden. (8.1.2022)

  Retweet: Die wirklich lauten Kämpfe trage ich in aller Stille aus.

  Retweet: Ich bin so alt, bei uns gabs sogar noch den Glauben an eine bessere Zukunft.

  Retweet: Ich finde, die Borg könnten uns jetzt langsam mal assimilieren.

  Retweet: Zwischenmenschliche Beziehungen sind zum Scheitern verurteilt, wenn ich beteiligt bin.

  Retweet: In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten anonym sein.

  "Am Baum der guten Vorsätze gibt es viele Blüten, aber wenig Früchte." (Konfuzius)

  Viel Erfolg für alle Pflegekräfte, die heute Kurven vorschreiben müssen, und viel Spaß beim Korrigieren!

  Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns / gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll / nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; / und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel / fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, / die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen. / (Rainer Maria Rilke an Clara Rilke, 1. Januar 1907)


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