Bücherlei Miszellen (34) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch
Montag, 28. November 2016
[22:51]
Zur
Wiedererweckung
des Klosters Neuzelle als Ordensstandort hat der Deutschlandfunk
berichtet.
[22:20]
"Religion abschaffen ist auch keine Lösung, weil der Wahnsinn weiter geht,
weil unsere Partner und unsere Kinder uns in den Wahnsinn treiben, ganz
zu schweigen von all den Menschen, die wiederum wir dorthin treiben."
[22:11]
Es gibt fleischfressende Pflanzen, milliardenschwere US-Präsidenten. Und es gibt
Buddhistische Sterbebegleitung.
[22:01]
Bürokratie hoch zehn. Fehlte nur noch das Theater mit den Fingerabdrücken. Bei allem und jedem verlangen sie gleich sämtliche davon. Von beiden Händen. Sogar von den kleinen Fingern. Ist ihr Nationalsport. Ich wundere mich, daß sie nicht auch noch die Zehenabdrücke nehmen. Wußten Sie, daß es ein Argentinier war, der das Zeug erfunden hat? Die sind da drüben ganz versessen darauf.
(Sibylle Lewitscharoff: Killmousky)
[22:00]
Es gab Kaffee aus einer rechteckigen Kanne mit forschem Schnäuzchen und die obligatorische Zuckerzwickzange. Am Henkel eines schnittigen Gebildes, mit dem man jedes Silberdosenrennen hätte gewinnen können, harrte sie ihrer Aufgabe.
(Sibylle Lewitscharoff: Killmousky)
[21:56]
Sie gehörte zu denen, die in jungen Jahren nicht sonderlich hübsch sind, aber dafür mit einem guten Alterskopf entschädigt werden.
(Sibylle Lewitscharoff: Killmousky)
[21:51]
Ein bißchen Bibliomanie & Romantik: The Romantic Introvert's Dilemma.
[21:49]
Überhaupt vermied er es, sich beim Fahren aufzuregen. Seine Ehemalige hatte gern behauptet, er hocke im Auto wie ein evangelischer Pfarrer, unterwegs auf Krankenbesuch.
(Sibylle Lewitscharoff: Killmousky)
[21:48]
Eine verhuschte graue Maus in aufwendigem Fummel, der nicht darüber hinwegtäuschen konnte, daß sie nicht zu den Frauen zählte, für die ein Mann den Eiffelturm hochkletterte.
(Sibylle Lewitscharoff: Killmousky)
[9:48]
Thomas Mann:
Zwischen Traum & Tag.
[9:41]
"Ich wollte nicht gehen, ohne mit dir gesprochen zu haben, damit du
nicht denkst, ich mache mich heimlich davon." Sie ratterte ihn
herunter, mit der eisigen Stimme, die sie immer für ihre emotionalen
Hinrichtungen benutzte. (Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[9:40]
Wie jeder schöpferische Mensch wußte sie genau, was sie wollte, ohne
der Beratung zu bedürfen. (Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[8:22]
Nach Nachtdienst 3/3 = Freier Tag 1/4. Tage ohne Alkohol: 349.
Lektürestatus: gestern 100 Seiten.
Sonntag, 27. November 2016
[20:11]
Eben einen
Kindle Paperwhite Wlan
bestellt. Aus zwei Gründen. Erstens gibt es ihn noch bis morgen
für 80.- statt für 120.- Euro; zweitens häufen sich die Pixelfehler
auf meinem inzwischen fast 5 Jahre alten "einfachen" Kindle der ersten
Generation, so daß abzusehen ist, daß ich recht bald schon nur noch
sehr erschwert hätte lesen können.
[17:40]
Buch beendet:
"Selbstmord"
(DNB)
von
Édouard Levé,
Matthes & Seitz, 128 Seiten.
[17:35]
Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 348.
Lektürestatus: gestern 127 Seiten.
Weiter mit "Das Teufelsmoor" von George Sand.
Samstag, 26. November 2016
[19:14]
Nebenlektüre, die in den letzten Wochen peu a peu immer so
ein Seiten in der S-/Straßenbahn "abgeworfen" hat und
nun langsam, da sie auf die Zielgerade einbiegt, erwähnt
werden muß: "Selbstmord" von Édouard Levé.
[19:13]
Buch begonnen: "Das Teufelsmoor" von George Sand.
[19:12]
Buch beendet:
"Briefe an Charley"
(DNB)
von
Annette Pehnt,
Piper, 173 Seiten.
[19:10]
Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 347.
Lektürestatus: gestern 110 Seiten.
Freitag, 25. November 2016
[2:12]
Jeder hatte so seine neurasthenischen Zeiten, in denen er sich
unfreundlich gab, um sein Mißfallen an der Welt zu bekunden. (Mario
Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[2:11]
"Du hast es nicht gemerkt, aber Elena hat auch ein paar dicke Tränen
vergossen", sagte Simon. "Selbst ich hätte mich euch angeschlossen,
wenn ich kein Belgier wäre. Durch meine jüdischen Vorfahren neige
ich zum Weinen. Aber der Wallone war stärker. Ein Belgier gibt sich
nicht den Rührseligkeiten tropischer Südamerikaner hin." (Mario
Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[2:04]
Sie hatten ihn adoptiert, als der Junge vier oder fünf Jahre alt war
- nicht einmal sein Alter kannten sie mit Bestimmtheit -, über die
Caritas, nach entnervenden Formalitäten, auf die Simon in heiteren
Selbstgesprächen seine Theorie vom unvermeidlichen Verfall der
Menschheit durch die schwärende Wunde der Bürokratie gründete.
(Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[2:01]
Mario Vargas Llosa:
AllgFab (2) //
Verlegerdasein //
AllgFab (1).
[2:00]
Außer mit Bleisoldaten war Salomon Toledanos Wohnung auch mit
Wörterbüchern und Grammatiken aller möglichen Sprachen vollgestopft.
Und der kleine Fernseher stand als extravagante Note auf einem
Wandbord gegenüber dem WC. "Fernsehen ist für mich das beste
Abführmittel", erklärte er mir. (Mario Vargas Llosa: Das böse
Mädchen)
[1:45]
In einer Anmerkung im Litteraturforum
ergänzte ich die Tatsache, daß
Karel Capek
durch sein Drama
R.U.R.
den Begriff Roboter in die Literatur einführte. Er übernahm den
Begriff von seinem Bruder Josef Capek,
einem bedeutenden tschechischen Künstler, von dem just 2016
"Gedichte aus dem KZ" erschienen, die er in
Sachsenhausen
geschrieben hat; gestorben ist Capek tragischerweise wenige
Tage vor Befreiung von
Bergen-Belsen.
Letztens hörte ich eine
Besprechung
seines Gedichtbandes.
[1:44]
Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 346.
Lektürestatus: gestern keine Lektüre.
Donnerstag, 24. November 2016
[17:29]
Nachdem ich im Februar durch
dasnuf
Black Mirror
entdeckt hatte, guckte ich lediglich S01E01 und erst
seit einigen Tagen weitere Folgen und bin just bei
S02E02 (White Bear). Auch Patricia Cammarata hat
sich anläßlich der vor kurzem angelaufenen dritten
Staffel nochmals
in einem Beitrag
zu dieser fantastischen dystopischen Serien geäußert.
Felix Schwenzel steht ihr wesentlich skeptischer
gegenüber.
[16:35]
... kleidete sie sich selten zweimal auf diesselbe Weise; den einen
Tag trug sie einen weiten Clowns-Overall und eine Melone auf dem
Kopf und den anderen einen Minirock, der praktisch kein Geheimnis
ihres Körpers der Phantasie der Passanten überließ. (Mario Vargas
Llosa: Das böse Mädchen)
[16:34]
Er war sehr liebenswürdig. Er lachte herzlich, als er mich nach
meinen "langfristigen" Plänen fragte und ich ihm antwortete: "An
Altersschwäche in Paris sterben." (Mario Vargas Llosa: Das böse
Mädchen)
[16:33]
Nadja erzählte ihr von den beiden Möglichkeiten und dachte in den
Atempausen, was sie diesem Kind antäte, es bei dieser Mutter
aufwachsen zu lassen. So brachte sie es doch auf denselben Weg.
Vielleicht wären Onkel Wanja und Tante Irina bessere Ersatzeltern.
Diese Ex-Moskauer Ruheständler hatten immerhin etwas erfrischend
Unsibirisches und außerdem Geld. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[10:57]
Er geht etwa einmal die Woche auf einen möglichst
alten, vermoosten und vergessenen Friedhof und liest
die Namen der Toten auf den Grabsteinen laut vor.
Man darf ihn dabei nicht stören, es ist eine Aufgabe,
die er übernommen hat, weil auch er sich wünscht,
in dreißig oder fünfzig Jahren noch einmal beim
Namen gerufen zu werden. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)
[10:50]
"abgehetzte Vorweihnachts-Kaufirren" (Annette Pehnt: Briefe an Charley)
[9:24]
Wer um das Vollkommene wirbt, der fördert das Gute. (Thomas Mann: Unordnung und frühes Leid, Erzählungen 1919-30)
[8:53]
... hat er ein recht labiles und reizbares Nervensystem mitbekommen,
leidet schwer unter den Mißhelligkeiten des Lebens.
(Thomas Mann: Unordnung und frühes Leid, Erzählungen 1919-30)
[8:51]
Wenn es ein digitales Exemplar gibt, bekommt der Besucher das materielle Buch nur auf Anfrage: Für die Deutsche Nationalbibliothek gelten neue Leseregeln.
(Bildschirm als Schonung)
[8:50]
Würde Jesus heute geboren, gäbe es wohl ein
Hipsterweihnachten.
[8:41]
"Polybios (und nach ihm noch viele andere) hat im
2. Jhd. v. Chr. über den sogenannten
Verfassungskreislauf
geschrieben. Stark vereinfacht ist damit gemeint, dass
Regierungsformen einer Art natürlicher Degeneration
unterworfen sind. (Auf
anacyclosis.org
ist das sehr anschaulich dargestellt.)
Für die Demokratie würde das bedeuten, dass am Anfang die Menschen
motiviert und interessiert sind und ihre neuen Rechte und Pflichten
gewissenhaft und mit Freude wahrnehmen. Mit der Zeit werden diese
Rechte aber zur Gewohnheit und die Pflichten (z.B. sich zu
informieren, bevor man seine Stimme abgibt) zur mühevollen Last. Von
da an entwickelt sich die Demokratie (Herrschaft aller) zur
Ochlokratie (Herrschaft des Pöbels – man verzeihe die heute nicht
mehr korrekte Wortwahl). An diesem Punkt kann ein potentieller
Despot seine Chance wittern. Die träge gewordene Masse lässt sich
manipulieren, sie lässt zu, dass ihr Informationen vorenthalten
werden (Pressefreiheit!) und sie folgt fügsam dem vermeintlichen
starken (An-)Führer. Das klingt wirklich gefährlich, nicht wahr? Und
das ist es auch." (Kommentar bei dasnuf)
[7:35]
Emma Braslavsky:
AllgFab (2) //
AllgFab (1) //
Vorindustrielles Zeitverhältnis.
[7:34]
Er brachte ihr ein Glas Selters. Mit einem Zug trank sie es leer,
stieß etliche Male auf und sah ihn an wie der Teufel, der Lamm nicht
vertragen kann. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[7:33]
Er gab zu, daß er sich in seinem Leben einmal verliebt hatte, als
Student in Berlin. In eine junge Polin, die so katholisch war, daß
ihr nach jedem Liebesakt vor Reue die Tränen kamen. (Mario
Vargas Llosa: Das böse Mädchen)
[7:21]
"Es muß sich noch zeigen, wie stark sich die Wähler durch Merkels politische Seligsprechung durch Barack Obama beeindrucken lassen." (Südwestpresse, Ulm)
[6:44]
Freier Tag 4/4. Tage ohne Alkohol: 345.
Lektürestatus: gestern keine Lektüre.
Mittwoch, 23. November 2016
[22:00]
"Und was machen Sie jetzt?" "Ich freue mich, daß ich nicht mehr zum Töten beitrage." "Hm, also arbeitslos." (Polizeiruf 110: Wendemanöver)
[21:37]
Da lag das Zyklische verborgen: Nackt und ungebunden betrat man die
Bühne, klammerte sich dann an dies und das, um es schließlich am
Ende wieder loszulassen. Heimat ist doch nur eine vergängliche
Strecke im kosmischen Kreis. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[21:36]
... lief zum Fenster, sah gegenüber den Windstoß mit den Gardinen
kollidieren. Wir müssen der Wind sein, nicht die Gardinen! (Emma
Braslavsky: Aus dem Sinn)
[21:35]
... weil Ella immer wieder wissen wollte, wie es ihr gehe.
Und dir? Anna fiel auf, daß sie das Ella zum ersten Mal fragte. A
wo, wie soll's einem alten Weib schon gehen? Und wie geht es einem
alten Weib? Du siegst ja. Net anders. In einem komplizierten Fall is
die Antwort oft formal. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[19:37]
Retweet: Wenn dieses Jahr rum ist, werde ich es verschnüren, in Ketten legen, anzünden, vergraben, zuschütten, die Stelle planieren und asphaltieren.
[19:36]
Retweet: Nach 4 Jahren Beziehung will mir die Frau immer noch die Klamotten vom Leib reißen. Zwar bloß damit die Waschmaschine voll wird, aber HEY!
[19:35]
Retweet: "ICH BRAUCHE EINE NEUE TASTATUR!" "Ja, und? Deswegen brauchst du doch nicht so zu schreien!" "ICH SCHREIE NICHT! DIE FESTSTELLTASTE KLEMMT."
[19:34]
Retweet: Hab mir gerade einen Hugo gemixt. Schmeckt aber wie Horst.
[19:33]
Warum es beim Schach so oft Remis gibt und ob, wie es
José Raúl Capablanca
prophezeite, einst einen
Remistod
geben wird, klärt Julian Ritter in der ZEIT.
[19:12]
Erbrechen war auch ein Akt der inneren Reinigung, den sich die
Religionen leider nicht zur Tradition gemacht hatten.
(Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[19:11]
... sollte nachmittags die wöchentliche Doppelkopfpartie
stattfinden. Der Tisch wurde zur Tafel gemacht, nackt gelassen,
damit keine Karte unter der Tischdecke verschwinden konnte und
vielleicht auch, um ordentlich auf das Eichenholz hauen zu können.
Bei einer Tischdecke ist es nicht leicht, seine Manieren aufzugaben.
(Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[19:10]
Das Licht brach sich an jeder alten Mauer, an der es gleich betagt
aussah, zu Licht aus der Vergangenheit wurde. (Emma Braslavsky: Aus
dem Sinn)
[18:55]
Eduard hatte frei und wartete auf Paul, der nie pünktlich war und
Zeit als Scheideweg auffasste: Rechts ging es in die Vergangenheit,
links in die Zukunft; auf einer von beiden hatte er sich für
gewöhnlich verlaufen. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[16:50]
Von draußen wurden Schritte hörbar. Die stockdustere Treppe zum
Keller hatte ein paar zerschlagene Stufen, an denen die ANSen
erkennen konnten, ob ein Fremder herabgestiegen kam. Sie hörten es
am Laufrhythmus 1212leer 1212leer 12huch! 1212leer.
(Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[16:27]
Im Klassikerforum eine
Einlassung
zum gestern gelesenen Erzählband
"Raumpatrouille"
(DNB)
von
Matthias Brandt,
dem schauspielernden und nun auch schriftstellernden Sohn von
Willy Brandt. Normalerweise hätte ich solch ein Buch nicht gelesen, weil ich künstlerischen Quertreibern skeptischer gegenüber trete als anderen. Malende Rockmusiker, bildhauernder Schriftsteller, in Leistungssport dilettierende Autoren... Doch bei Brandt kann ich nicht widerstehen, hatte ich letztens erst meine wachsende Vorliebe für solche semifiktionale, autobiografisch grundierte Bücher beschrieben. Eine Kindheit in den 70ern mit vielen Momenten, in denen ich sah, daß im Osten wie im Westen nicht immer nur die äußeren politischen Gegebenheiten entscheidend waren, sondern ganz einfach auch das Alter, in dem man viele Dinge in einem bestimmten Blickwinkel erlebt.
[16:10]
Im Februar 2016
stieß ich
durch
dasnuf (Patricia Cammarata)
auf Black Mirror,
eine SF-Miniserie,
deren erste Staffel bereits 2011 lief und nun durch den Streamingdienst
Netflix angeboten wird
und als Dystopie die problematischen Seiten unserer Technologien zeigt.
Gestern erwähnte ich sie im Zusammenhang mit einem Tatort. In den letzten
Tagen mehrten sich die Hinweise auf diese Serie; sie scheint endlich
eine größere Verbreitung zu finden. Auf ZEIT online heute unter
dem Titel
Die Serie, die Trump voraussah
einen weiteren Erwähnung, die zeigt, wie sehr sich Black Mirror offenbar
am Puls der gegenwärtigen und bald wohl anbrechenden Zeit befindet.
[15:45]
Hanns-Josef Ortheil:
Kaffeekochen im Grunewald //
Der Internationale Frühschoppen.
[15:42]
"diensthabender Genosse Fleischfachverkäufer" (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[15:40]
Emma Braslavsky
schreibt in ihrem Debütroman
"Aus dem Sinn"
(DNB)
vom Froschtest,
einem Schwangeschaftstest, der, bevor die Chemie in die Labore
Einzug hielt, zur Feststellung, ob man Guter Hoffnung sei,
Verwendung fand. Das Schöne an mangelndem Wissen und
ungebrochener Neugierde - die zwei treffen sich bei mir
erstaunlich oft - ist der Moment, in dem man auf bisher
Ungewußtes stößt. So auch hier wieder.
[3:27]
"Affe der Vergangenheit" (= Gegenwart) [Jean Paul: Titan]
[3:01]
"Morgenschlummer des Lebens" (= Kindheit) [Jean Paul: Titan]
[2:44]
Die Chefärztin unserer Onkologie, Frau Dr. Luisa Mantovani-Löffler,
erhält
heute die Bundesverdienstmedaille. Unsere Station gliedert sich
in die Bereiche Onkologie / Geriatrie. Für die Onkologie mit
14 Betten an unserem Standort Grünau ist ebenjene nun geehrte
Chefärztin zuständig, wenn sie hier auch nur wöchentlich bzw.
zweiwöchentlich erscheint. Die tägliche Arbeit
macht Oberarzt Dr. Falk Moritz, der merkwürdigerweise auf der
Webseite
der Onkologie unserer Klinik keine Erwähnung findet. Die
andere Abteilung unserer Station mit 22 Betten ist die
Akutgeriatrie.
Zusammen behandeln und pflegen wir also 36 Patienten. Die
Zweiteilung der Fachrichtungen ist im praktischen Alltag
nicht einfach.
[2:10]
Wie im Tatort
Echolot
die kleine Tochter ihre verstorbene Mutter in
der Pathologie besucht, berührt und mit dem Tablet
fotografiert, ist beängstigend. Diese Kommunikation
mit einem Computerprogramm, das einen Menschen simuliert,
ist hier eindrücklicher als in dem Black-Mirror-Pendant,
eben weil ein Kind mitspielt ist.
[0:33]
Gestern sah ich S02E01 der britischen Serie
Black Mirror,
die eine nahe Zukunft beschreibt, in der technische
Errungenschaften vor allem im Bereich der Medien
prägnant das Leben beeinflussen. In der erwähnten Folge
"Wiedergänger" wird der verstorbene Mann einer auf dem
Land lebenden jungen Frau quasi wiedererschaffen - aus
den Spuren = Informationen, die von ihm in den Medien
existierten. Und gerade begann ich den Tatort E998
(Echolot)
und begegne quasi demselben Szenario, als die Kommissare
anfangs ziemlich verwirrt mit der mutmaßlichen Toten
kommunizieren, die sich dann aber als virtuelles Abbild
der tatsächlich Toten erweist. Solche Koinzidenzen
erlebe ich immer wieder und, wie mir vorkommt, in
letzter Zeit vermehrt. Und daß ein Auto einem
Hijacking
zum Opfer fällt, sah ich kürzlich in einer Folge
der Serie "CSI Cyber". Und auch die thematische Nähe
zum erst vor einigen Wochen gelaufenen Tatort E991
(HAL),
in der eine Firma mit virtuellen Welten agiert, ist
be(d)rückend.
[0:06]
Neue Bibliomane Plauderei:
Zeiten, in denen man nicht liest.
[0:05]
Freier Tag 3/4. Tage ohne Alkohol: 344.
Lektürestatus: gestern 136 Lektüre.
Dienstag, 22. November 2016
[23:55]
Retweet: Tiersendungen sind auch nur Kochsendungen, die etwas früher ansetzen.
[23:54]
Retweet: Aufwachen, und direkt alles Scheiße finden. - Ich kann's noch.
[23:53]
Retweet: Wenn dich einer ärgert, schreib alles, was dich stört, in einen Brief und verbrenn ihn." "Ok, und was mache ich dann mit dem Brief?"
[23:52]
Retweet: Wenn ich meinen Hund frage, wie ich aussehen, sagt er "Wau". Deshalb mag ich ihn so gerne.
[23:51]
Retweet: Weihnachtsmarkt ist ja, solange Glühwein zu trinken, bis man Sachen aus Filz toll findet.
[23:45]
Retweet: Ich bin Weltspitze im Relativieren. Also vermutlich eher Mittelmaß. Andererseits, wohl im oberen Bereich. Der aber weit nach unten reicht.
[23:44]
Retweet: Alle Nachbarn haben nun vollumfänglich ihre Gärten weihnachtlich beleuchtet. Teile der hiesigen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
[23:43]
Retweet: "Hinter der Dresdner Semperoper steht ein Mann und nötigt Passanten, eine grosse Gartenanlage zu besuchen." "Das ist der Dresdner Zwinger."
[23:42]
Retweet: 'Was ist der Unterschied zwischen einem Comedian und einem Kabarettisten? Der Eine macht es wegen dem Geld, der Andere wegen des Geldes.'
[23:41]
Retweet: Also ich weiß nich... Ich glaub, das mit den Gefühlen ist nicht so meins. Kann ich den Alkohol nochmal sehen?
[23:40]
Retweet: Beim Bügeln versehentlich Raum und Zeit mitgefaltet. Bitte Vorsicht, auch die kleineren Saurier können gefährlich sein!
[23:14]
"Mach dich doch für eine Weile dünn! Laß die doch ihren Kram
machen... Eduard ließ die Tür ins Schloß fallen. 'Ich habe
wirklich eine Gesellschaftspause nötig'." (Emma Braslavsky:
Aus dem Sinn) - Solch ein Aussetzen, eine Gesellschaftspause,
eine Pause von den sozialen Medien, vom ständigen Gemeintsein,
Angesprochensein bzw. Sich-Angesprochen-Fühlen, vom Hamsterrad
nie nachlassender Aufmerksamkeit und ob des Dauerfeuers durch
den Impulsbeschuß bröckelnder Konzentration erscheint sehr
verlockend und nötig.
[23:13]
Die Einäscherung war nicht schlimmer als ein Weihnachtsfest im
Familienkreis oder das Zusammensein im Umkleideraum mit einer Rugby-
Mannschaft, der man widerwillig angehört. (Julian Barnes: Metroland)
[23:12]
"... hatte (...) die Herzen der Juroren des Kinderwettbewerb
'Eure Ideen für das Reich' im Sturm erobert." Trotz Googlens fand
ich nicht heraus, ob Emma Braslavsky in ihrem Debütroman "Aus dem
Sinn" diesen Wettbewerb aus dem Dritten Reich im Sinne des späteren
"Jugend forscht" (BRD) oder "Messe der Meister von Morgen" (DDR)
erfunden hat oder es ihn tatsächlich gegeben hat.
[23:11]
Gegenüber lebten die sogenannten "Simskissenstützer": das Ehepaar
Hoffmann (...), das jeden Tag zwischen acht und zehn schweigsam
aus dem Fenster sah, wenn gegenüber ein Gottesdienst und eine
Gesangsstunde abgehalten wurden. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
[23:10]
Den heutigen Tag komplett verschlafen, nachdem ich bis heute früh
TV-Serien und einen Film ("Die Simpsons - Der Film") geguckt hatte
und erst morgens um 6.30 Uhr ins Bett gekommen war. Mit einer
Unterbrechung gegen 10.30 Uhr schlief ich bis vorhin 21 Uhr,
zusammen mehr als 14 Stunden.
[23:09]
Buch beendet:
"Raumpatrouille. Geschichten"
(DNB)
von
Matthias Brandt,
Kiepenheuer & Witsch, 176 Seiten.
[1:52]
"Ms Carsy ist etwas streng." "Streng? Sie half letztes Jahr in der Grundschule
aus und sogar der Direktor wurde wieder zum Bettnässer." (Father Brown S04E02)
[1:51]
Freier Tag 2/4. 49 Wochen ohne Alkohol.
Lektürestatus: gestern keine Lektüre.
Montag, 21. November 2016
[21:46]
Sein Geiz, den er vormals verschämt zu tarnen suchte, nahm
allmählich den Charakter unverblümten Vergnügens an. Sein Hund
Ferdinand starb ziemlich bald, nachdem Arthur befunden hatte, daß in
Hundefutter unnötig viel Fleisch ist. Eine Mischung von 50 Prozent
Pal und 50 Prozent Sägespänen machte Ferdinand den Garaus. Arthur
hätte ihm auch das Wasser verdünnt, wenn er gewußt hätte wie.
(Julian Barnes: Metroland)
[21:17]
Öl auf die Mühlen der Kirchenhasser: "Der Raum dient normalerweise als Gefängniskapelle. Deshalb verfügt er standardmäßig über eine sehr gute Überwachungstechnik." (Tatort: Es lebe der Tod) - Wegen der Gefangenen oder wegen der Kleriker?
[20:23]
Vielleicht ist das Wissen, daß man falsch eingeschätzt wird, auch mit einer gewissen Lust verbunden. (Julian Barnes: Metroland)
[20:18]
Aber gehört es nicht zum Erwachsenwerden, daß man Ironie reiten
kann, ohne abgeworfen zu werden? (Julian Barnes: Metroland)
[20:03]
Warum sieht man es den Leuten immer an, wenn sie einem Gemeinheiten
sagen wollen? (Julian Barnes: Metroland)
[20:02]
Unser Mittagessen bestand aus langen, röhrenförmigen Sandwiches vom
Ausmaß eines kleinen Dackels. (Julian Barnes: Metroland)
[20:01]
Zuerst kam sie mir, auf französische Art, beängstigend gebildet vor;
sie handhabte Theorien ebenso leicht, wie sie Spaghetti um die Gabel
wickelte. (Julian Barnes: Metroland)
[20:00]
Bis ich Annick kennenlernte, war ich mir immer sicher gewesen, der
bissige Zynismus und das Mißtrauen, in dem ich mir gefiel, im Verein
mit einem ergebenen Glauben an die Worte jedweden Schriftstellers
mit Phantasie seien das einzige Werkzeug, mit dem sich Wahrheiten
aus dem sie umschließenden Quarzgestein von Heuchelei und Täuschung
unter Schmerzen und Mühen heraushebeln ließen. (Julian Barnes:
Metroland)
[19:59]
Es war einer von den Briefen, die man einmal überfliegt, drüber
lächelt und weglegt. Bei absolut Unerfahrenen haben Ratschläge einen
gewissen Sinn; doch bei jenen, für die das Leben sauer oder aber
lächerlich süß ist, kann man sich das Porto sparen. (Julian Barnes:
Metroland)
[10:14]
Retweet: Habe gelesen, daß jedes Bier, das man trinkt, das Leben um 9 Minuten verkürzt. Habe mal nachgerechnet. Bin 1624 verstorben.
[10:13]
Retweet: Immer wenn man mal 'Läuft doch gut' denkt, hört das der Problemgott und brüllt: "Da hat noch jemand Kapazitäten frei!"
[10:12]
Retweet: Ich habe gerade versucht, Muffins für meine Freundin zu backen. Wer Türstopper braucht, kann sich bei mir melden.
[10:11]
Retweet: Manche Leute sind so dämlich, die haben statt einer Geburtsurkunde ein Entschuldigungschreiben vom Kondomhersteller.
[10:01]
Retweet: "Liebes höheres Wesen, das gelieferte Leben weicht erheblich von der Artikelbeschreibung ab." "Sorry. Privatverkauf, keine Rücknahme!"
[10:00]
Retweet: Ganz schön einfach, jemand zu finden, der nicht zu einem passt.
[9:59]
Retweet: Wissen Sie warum ich Sie anhalte?" "Alter! Ich bin so blau, ich weiß nicht mal mehr wohin ich fahren wollte."
[9:58]
Retweet: "Vor 5 Minuten haben Sie noch genau das Gegenteil behauptet!" "Ich habe mit der Vergangenheit abgeschlossen."
[9:57]
Retweet: Tagsüber ein Brüderchen fordern und nachts keine Zeit für die Bestellung lassen. Das Verhalten des Sohnes ist erschreckend inkonsequent.
[9:56]
Retweet: Ich kann heute nicht kommen Chef. Bin in der Kindermenge eingeklemmt die im Bus stand. Sind auf dem Weg zur Schule. Wir haben gleich Mathe.
[9:55]
Retweet: Memo an mich: Nicht ständig vergessen, eine Klebefusselrolle einzukaufen. Aber zur Not tuts auch immer die Klebeseite einer Slipeinlage.
[9:54]
Retweet: Egal wie es heute läuft, ich hatte hier als Erster schlechte Laune. Das kann mir keiner nehmen.
[9:53]
Retweet: "Ich hab mir ein Geschicklichkeitsspiel gekauft." "Und, wie ist es?" "Keine Ahnung, ich krieg's nicht aus der Verpackung."
[9:52]
Retweet: Es ist an der Zeit, sich erotisch an der Heizung zu reiben.
[9:51]
Retweet: Statt eine Stunde das Bad zu putzen, drücke ich dreimal auf das Raumspray und tausche die Glühbirne gegen eine mit weniger Leuchtkraft.
[9:50]
Retweet: Wenn es so weitergeht, dann habe ich ab morgen die Blutgruppe Rotwein.
[9:49]
Retweet: Es ist sehr schwer kein Klugscheißer zu sein, wenn alle anderen so unerträglich dumm sind.
[9:48]
Retweet: Einmal so zugedröhnt sein, wie die Macher von Serien für Kleinkinder.
[9:47]
Retweet: Immer, wenn in einem Hollywood-Film mit zu viel Pfeffer gekocht wird, muss Liam Neeson.
[9:46]
Retweet: Nur wer die Sprache beherrscht, ist in der Lage, dem Gegner Ravioli zu bieten.
[9:45]
Retweet: Meine Erkältungsstimme ist auf dem Level von "besonders obszön" angekommen, ich bin bereit für meine Telefonsexkarriere.
[9:44]
Retweet: Diagnose: Hypocoffeinämie
[9:43]
Retweet: Ich bin so alt - ich kannte Rapunzel noch mit Kurzhaarschnitt.
[9:42]
Retweet: Warum gab es zu Zeiten der französischen Revolution keinen Kaffee? - Die wollten Liberté.
[9:41]
Retweet: Hier im Altersheim gibt es 2 Frauen, die sich verabscheuen. Manchmal vergessen sie das wegen ihrer Demenz und gehen Hand in Hand spazieren.
[9:40]
Retweet: Über Gott gelacht. Jetzt kein Klopapier. Keiner reagiert schneller.
[9:39]
Er lernte die heikle Kunst, das Ego intellektueller Primadonnen zu
streicheln. (Ian McEwan: Honig)
[9:38]
In schwierigen Situationen tut es gut, sich die Frage zu stellen,
was man eigentlich am dringlichsten will, und dann zu überlegen, wie
man es erreichen kann. Wenn das nicht geht, nimmt man das
Zweitbeste. (Ian McEwan: Honig)
[9:37]
Ich wurde wieder zu einer regelmäßigen Zeitungsleserin. Vor allem
die Meinungsseiten faszinierten mich, die Anklagen und Lamentos, die
man im Fachjargon, so erfuhr ich, die Warum-nur-Stücke nannte. (Ian
McEwan: Honig)
[9:30]
Als Edmund und Jean in der Wohnung in Chalk Farm wieder
zusammenfinden und miteinander schlafen, stößt Jean beim Orgasmus
eine Reihe hoher Töne aus, so rein und gleichmäßig wie das
Zeitzeichen der BBC. (Ian McEwan: Honig)
[9:29]
Diejenigen, die sich über zunehmende Kriminalität beklagen, beklagen
sich auch über Graffiti und Müll auf den Straßen und hegen allerlei
unappetitliche Vorurteile über Einwanderer und Gewerkschaften,
Steuern, Krieg und Todesstrafe. (Ian McEwan: Honig)
[9:27]
Krebs. Die frühen Siebziger waren die letzten Ausläufer einer Zeit,
als man bei diesem Wort automatisch die Stimme senkte. Krebs galt
als Schande - für den, der daran erkrankte, wohlgemerkt -, als ein
Versagen, etwas Schmähliches und Schmutziges, ein Makel der
Persönlichkeit, nicht des Leibes. (Ian McEwan: Honig)
[8:39]
Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/4. Tage ohne Alkohol: 342.
Lektürestatus: gestern 140 Seiten.
Sonntag, 20. November 2016
[18:15]
Buch begonnen: "Raumpatrouille. Geschichten" von Matthias Brandt.
[18:11]
Buch beendet:
"Drehtür"
(DNB)
von
Katja Lange-Müller,
Kiepenheuer & Witsch, 223 Seiten.
[16:21]
Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 341.
Lektürestatus: gestern 124 Seiten.
Samstag, 19. November 2016
[16:36]
Buch begonnen: "Drehtür" von Katja Lange-Müller.
[16:35]
Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 340.
Lektürestatus: gestern 112 Seiten.
Freitag, 18. November 2016
[18:39]
Buch beendet:
"Killmousky"
(DNB)
von
Sibylle Lewitscharoff,
Suhrkamp, 223 Seiten.
[16:55]
Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 339.
Lektürestatus: gestern 111 Seiten.
Weiter mit "Killmousky" von Sibylle Lewitscharoff.
Donnerstag, 17. November 2016
[16:10]
Die Stunde der Wahrheit auf der Waage fällt weniger dramatisch,
ja geradezu optimistisch aus: 83,5 kg. Nach den Exzessen war
sie auf 87,5 hochgeschnellt. Freilich habe ich in den sechs
Tagen seitdem keine 4 kg abgenommen. Ein leerer Magen und ein
ordentlicher Stuhlgang machen allein schon 1,5 bis 2 kg aus.
Trotzdem bin ich zufrieden, wieder auf dem richtigen Weg zu
sein. Kurioserweise fällt es heute weniger schwer mit der
Diät, weil ich weniger Zeit habe, in der sie als leidvoll
empfunden werden könnte; denn ich habe bis 14.45 Uhr geschlafen
und muß bis zur Mahlzeit um 18.40 Uhr weniger Zeit wach
herumbringen. Natürlich ist, jetzt da ich wieder arbeiten muß,
auch die Lesezeit knapper und Lektüreerfolge von 150 oder 200
Seiten am Tag dementsprechend unmöglich.
[16:09]
Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 338.
Lektürestatus: gestern 162 Seiten.
Weiter mit "Killmousky" von Sibylle Lewitscharoff.
Mittwoch, 16. November 2016
[20:05]
Buch begonnen: "Killmousky" von Sibylle Lewitscharoff.
[19:51]
Ich bemerkte Fleischfalten an den unmöglichsten Stellen, sogar unter
seinen Armen. Wie seltsam, dass mir in meiner sofort unterdrückten
Überraschung nicht der Gedanke kam, dass ich meine eigene Zukunft
vor Augen hatte. Ich war einundzwanzig. Was ich für die Norm hielt -
straff, glatt, geschmeidig -, war der kurzlebige Spezialfall der
Jugend. (Ian McEwan: Honig)
[19:50]
Ein uralter Chorherr, sein Blick von Osteoporose zu Boden gerungen... (Ian McEwan: Honig)
[18:14]
Morgen Nachmittag nach meinem ersten Dienst und dem Schlaf
werde ich die Waage befragen, um zu sehen, wo auf dem Weg
zu dem Gewicht, das ich bereits erreicht hatte, ich mich
befinde. Die gute Nachricht: Heute ist der fünfte Tag der
Restriktion ohne Rückfall; die schlechte Nachricht: Es
bleibt ein Kampf und erweist sich als ungewöhnlich schwierig,
bis zur abendlichen Mahlzeit durchzuhalten. Mein Organismus nimmt
es mir offenbar übel, daß ich ihn verscheißert habe.
Mindestens 10 Tage fütterte ich ihn mit dem Mehrfachen
dessen, was ich eigentlich zu mir nehmen sollte.
Zum Beispiel täglich Eis, mal "nur" 900 bzw. 1000 ml, mal
gleich zwei Packungen davon, zusätzlich zu einer üppigen
Mahlzeit. Jetzt, auf dem Weg zurück, bietet der Körper
wohl alles an Ressentiment auf, was er mobilisieren kann
und macht mir die Rückkehr zu einem Kalorienmanagment,
das mich bei den erreichten 82 kg Körpergewicht hatte
bleiben lassen, äußerst schwer. Mal sehen, wer trotziger
ist und gewinnt...
[17:51]
Buch beendet:
"Aus dem Sinn"
(DNB)
von
Emma Braslavsky,
claasen, 362 Seiten.
[11:50]
Der Urlaub ist vorüber. Und zum Einstieg - wie früher -
ein Zyklus mit gleich 5 Nachtschichten. Wie früher?
Bis Mitte September. Seitdem arbeite ich nur noch 32
Wochenstunden, habe also 3 freie Wochentage. Als Trost
darf gesagt werden, daß ich in der kommenden Woche
dafür nur 3 Tage arbeiten muß und mich auf 4 freie Tage
freuen kann. Der nächste Urlaub 2017, wann genau, weiß
ich noch nicht, die Urlaubsplanung interessiert mich
kaum, weil ich eh immer zuhause bleibe.
[11:13]
Vor Nachtdienst 1/5. 11 Monate ohne Alkohol.
Lektürestatus: gestern 200 Seiten.
Weiter mit
"Aus dem Sinn" von Emma Braslavsky.
Dienstag, 15. November 2016
[12:15]
...die alte weiße Schüssel mit dem würzigen Rucola, und daran, wie
Tony in Sekunden den Salat anmachte, mit Öl und einer halben
Zitrone, die er, so kam es mir jedenfalls vor, wie beiläufig in
seiner Faust ausdrückte, während er den Salat zum Tisch trug. (Meine
Mutter braute ihre Salatsaucen auf Augenhöhe zusammen wie ein
Industriechemiker.) (Ian McEwan: Honig)
[12:12]
Wortperlen: "Tinnitus des Zweifels" (Ian McEwan: Honig)
[12:11]
"Möwe" war zu Shakespeares Zeiten ein Ausdruck für "Dummkopf". (Ian McEwan: Honig)
[10:03]
Buch begonnen: "Aus dem Sinn" von Emma Braslavsky.
[10:02]
"Wehe der Nation, deren Literatur durch den Eingriff der Macht
unterbrochen wird." (Alexander Solschenizyn, Nobelpreisrede
von 1970)
[10:00]
Ian McEwan:
Lesezeichen (2) //
Groschenhefte, Hochliteratur und alles dazwischen //
Marode englische Wohnungen //
Leichte Lektüre //
Lektürefragen //
Lesezeichen (1).
[8:50]
Zur gestern Abend angeschauten ZDF-Dokumentation
"Pflege im Akkord"
verfaßte ich einen
Tagebucheintrag.
[8:26]
Urlaub 16/16. 48 Wochen ohne Alkohol.
Lektürestatus: gestern 200 Seiten.
Montag, 14. November 2016
[22:02]
Gehört: Künftig wird es nicht mehr die Aufgabe sein, den Konsens zu befördern, sondern den Dissens zu organisieren.
[21:50]
Interview
mit Leon de Winter über Trump. Aufschlußreich auch dieses
Video
mit Stimmen zur US-Wahl und den möglichen Folgen.
[20:06]
Nach einem guten Lesetag gönne ich mir jetzt Streams und
Serien und beginne mit der Dokumentation
Pflege im Akkord
aus der Sendereihe 37 Grad
(Facebook),
die im Mai lief, die ich aber nicht kannte.
[19:40]
Buch beendet:
"Die Berlinreise. Roman eines Nachgeborenen"
(DNB)
von
Hanns-Josef Ortheil,
Luchterhand, 284 Seiten.
[14:31]
Heute der dritte Tag, an dem ich versuche, meine Ernährung
nach den Exzessen der letzten beiden Wochen wieder in den
Griff zu bekommen. Gestern war es wegen des beträchtlichen
Hungergefühls schrecklich. Ich esse ja nur einmal am Tag,
und zwar, wie sich das herauskristallisiert hat, pünktlich
um 18.40 Uhr während des "Hintergrunds" im Deutschlandfunk.
Vorgestern war ich noch "abgefüllt", gestern aber litt ich
mich durch den Nachmittag und schaffte es nur unter
Aufbieten aller Kräfte und mittels Ablenkung bis zum Abend.
Leben ist Leiden. Doch bin ich motiviert, mir das Erreichte
nicht kaputt zu machen und die 30 kg Gewichtsverlust nicht
aufs Spiel zu setzen. Bleibt nur zu hoffen, daß der unserer
Familie anhaftende Sturkopf einmal positive Auswirkungen hat.
[12:05]
Das wußte ich bislang nicht. In der DDR gab es
1957-1962 und 1964-1973 eine "Neue BILD-Zeitung" (NBZ).
Es handelte sich um ein inhaltlich abgeändertes
Exemplar des Originals. Aufmachung und Tonfall
wurde ihm nachempfunden. Der vom Nationalrat der
Nationalen Front
herausgegebene Blatt erschien wöchentlich ohne
genaues Tagesdatum zum Preis von 10 Pfennig.
Das Impressum verriet die Herkunft nur verschleiert
durch Angabe einer Postadresse. In
Hanns-Josef Ortheils
"Die Berlinreise"
machen Vater und Sohn am 4. Mai 1964 eine
Stadtrundfahrt. Der Westberliner Stadtführer
darf nicht mit in den Ostteil der Stadt.
Nach Grenzübertritt übernimmt ein dem DDR-Regime
getreuer Stadtführer die Erklärungen und verteilt
den Bild-Clone an die Besucher.
[10:17]
Nihil novi sub sole. Oder: wie Lektüre einen an aktuelle
Szenarien erinnern kann. In meinem Fall wurde ich bei
Ian McEwans "Honig" daran erinnert, wie politische,
wirtschaftliche und gesellschaftliche (Schief)Lagen
wiederkehren, wie sie sich ähneln, so daß der
Erleuchtungseffekt beim Lesen
enorm sein kann.
[9:23]
Wir waren die einzigen Kunden im Keller des Ladens, Fenster gab es nicht, nur zwei nackte Glühbirnen. Dazu ein angenehm einschläfernder Staubgeruch, als hätten die Bücher den größten Teil der Luft verbraucht.
(Ian McEwan: Honig)
[9:02]
"Wir haben uns umgehört, man hält ihn für vielversprechend. Obwohl ein Insider uns sagte, das sei die Standardbezeichnung für jeden jungen Schriftsteller."
(Ian McEwan: Honig)
[8:33]
Urlaub 15/16. Tage ohne Alkohol: 335.
Lektürestatus: gestern 222 Seiten.
Weiter mit "Die Berlinreise" von Hanns-Josef Ortheil.
Sonntag, 13. November 2016
[19:50]
Buch begonnen: "Die Berlinreise. Roman eines Nachgeborenen" von
Hanns-Josef Ortheil.
[19:49]
Buch beendet:
"Honig"
(DNB)
von
Ian McEwan,
Diogenes, 464 Seiten.
[9:06]
Urlaub 14/16. Tage ohne Alkohol: 334.
Lektürestatus: gestern 126 Seiten.
Weiter mit "Honig" von Ian McEwan.
Samstag, 12. November 2016
[18:10]
Jetzt geht es erstmal mit der Straßenbahn nach
Eutritzsch zu einem Freund zum Skatabend.
Heute noch keine TV-Serien geguckt wie in den
letzten Tage pausenlos. Der PC war auch aus.
[18:08]
So wie ich mich kenne, wäre es kein Wunder, wenn ich
wieder mit dem Saufen begänne. Mein Lebensglück ist
dergestalt, daß die Dämme immer dann brechen, wenn man
glaubt, ein Ziel erreicht zu haben oder kurz davor ist.
Als ich glaubte, nach über 30 kg Gewichsverlust endlich
STABIL ein Ziel erreicht zu haben, ließ ich die Zügel
locker, und schwupps, ging's schon wieder rapide in die
Gegenrichtung. So war es in meinem Leben immer.
Es wird sich auch kaum je ändern. So eine verfluchte
Scheiße.
[17:53]
Weil meine Ernährung in den lezten 12 Tagen (des Urlaubs)
völlig aus dem Ruder gelaufen ist, ich mich nicht mehr
auf die Waage getraut hatte, war das Ergebnis heute auch
dementsprechend verry shocking: 87,5 kg. Ich habe mehr als
5 kg zugenommen. Entweder kann ich das Ruder wieder herumreißen
oder das war's und ich kann schon mal 10XL-Hosen im Internet
bestellen. Ich werde berichten und starte nach den Exzessen
der letzten Tage heute den ersten Versuch der Restriktion.
Die Hürde dabei ist, daß man mehrere Tage braucht, um sich
wieder auf ein niedrigeres Level einzugewöhnen; denn der
Körper gewöhnt sich viel schneller an ein Mehr als ein
Weniger. Zuerst überwiegt das Hungergefühl, das es auszuhalten
gilt und welches sich erst nach und nach wieder mäßigt,
wenn sich der Organismus an die geringere Nahrungszufuhr
gewöhnt hat. Diesen Übergangsprozess gilt es zu bestehen,
zu meistern. Danach, wenn man wieder auf der Spur ist,
geht es viel einfacher.
[17:20]
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Halbkugel verlassen, um in die nördliche einzudringen. Sicherlich nicht als Freunde. Denn sie werden kommen, um sie zu erobern. Und sie werden sie erobern, indem sie die nördliche Halbkugel mit ihren Kindern bevölkern. Der Leib unserer Frauen wird uns den Sieg bescheren.
(Houari Boumedienne, 1974)
[17:19]
Bei Claudia Klinger eine
hochinteressante Diskussion
über unsere politische und gesellschaftliche Lage, in die ich
mich gerade nicht einklinken kann, weil ich nachher zum
Skatabend mit Freunden aufbreche.
[8:55]
Urlaub 13/16. Tage ohne Alkohol: 333. Eine Schnapszahl.
In knapp vier Wochen ist das erste Jahr Abstinenz geschafft.
Gestern keine Lektüre, ein ziemlich löchriges Leseleben
zurzeit. Heute beabsichtigter weiter mit "Honig" von Ian McEwan.
Freitag, 11. November 2016
[21:14]
Dr. Kelzo: "Softeis im Ohr, hm? - Der Pädophile war's!" (Scrubs S05E13)
[16:00]
Auf die Frage, wie mir
"Schöne Tage"
(DNB) von
Franz Innerhofer
gefallen habe, schrieb ich im KF: "Daß er mir gefallen
hat, schrieb ich nirgendwo. Es ist kein Wohlfühlbuch.
Stattdessen Brechreiz erregende Grausamkeiten,
archaisches Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft.
Die Unwirtlichkeit und Spröde der
Handlung
wird durch die Sprache gestützt. Kein Wunder, daß es,
wie ich gerade erst mitbekam, in Österreich Schulstoff
ist. Ich bin während der Lektüre dankbar auf die Knie
gesunken, in der Stadt in zivilisierten Verhältnissen
groß geworden zu sein. Ich mußte mich durchs Buch
kämpfen.
[12:55]
Mit Integrität kann man nichts falsch machen. Läßt sich gut
bewundern. Bresson hatte so viel davon, daß er einmal, als er das
Schweigen eines trauervollen Waldes filmen wollte, Männer mit
Gewehren losschickte, um die unpassend munteren Vögel abzuschießen.
(Julian Barnes: Metroland)
[12:54]
Meine Blase füllte sich den ganzen Tag mit der Geschwindigkeit eines
Toilettenspülkastens (Julian Barnes: Metroland)
[10:12]
...war ich im letzten Schuljahr Kapitän unserer Schachmannschaft.
Man muss ein wenig historische Phantasie walten lassen, um zu
verstehen, was es damals für ein Mädchen bedeutete, in der Schule
einer Nachbarstadt anzutreten und irgendeinen überheblich grinsenden
Klugscheißer vom Brett zu fegen. (Ian McEwan: Honig)
[8:44]
Urlaub 12/16. Tage ohne Alkohol: 332.
Lektürestatus: gestern 100 Seiten.
Aktuell mehr oder weniger bei "Honig" von Ian McEwan.
Donnerstag, 10. November 2016
[23:05]
In den Stasi-Akten wird der Liedermacher Wolf Biermann als "Lyriker" geführt.
Nur so für diejenigen, die sich so gar nicht vorstellen können, daß
Bob Dylan als Musiker den Literaturnobelpreis bekommt.
[21:59]
Neues aus der Hirnforschung zur Willensfreiheit: Wie das Gehirn entscheidet (Audio).
[21:30]
Das DeutschlandRadio brachte ein 26-minütiges
Feature
(Audio)
über das Kino der Jugend hier im Leipziger Osten,
5 min Fußweg von meiner Wohnung entfernt, in das
ich als Jugendlicher noch zu Konzerten und Filmen
ging. Leider ein unpassendes Bild auf der zur Sendung
gehörigen Webseite; zwar Eisenbahnstraße, aber
nicht das ehemalige Kino...
[20:47]
Allein in China zucken sie wohl wegen Unerheblichkeit die Schultern.
[20:33]
"Es wird niemals einen schlechteren Präsidenten geben als Bill Clinton." (Die Simpsons S19E11)
[19:34]
Retweet: Gibt es auf Twitter irgendwo einen versteckten Button, um ganze Länder zu blocken?
[19:33]
Retweet: Nachts sind alle Katzen #434343.
[19:32]
Retweet: Langsam wird es ziemlich teuer, sich die Welt schön zu trinken.
[19:31]
Retweet: Es wird Zeit mit einem Irrtum aufzuräumen. Die Maschinen werden nicht immer intelligenter, sondern der Mensch immer dümmer.
[19:30]
Retweet: Es passiert jetzt immer öfter, dass sich die Wähler falsch entscheiden. Das fällt mir jetzt echt schon unangenehm auf.
[19:29]
Retweet: Weil uns heute früh - aus mir unbekannten Gründen - zahlreiche Anfragen erreichen: Nein, die Mars-Habitate sind noch nicht bezugsfertig.
[19:27]
Retweet: In meinem Alter stellt man sich ja nach dem Sex keine blöden Fragen mehr. Man reibt sich mit Franzbranntwein ab und geht schlafen. Um 21 Uhr.
[19:26]
Retweet: "Du musst geduldiger werden" "Dauert das lang?"
[19:25]
Retweet: Ich mag den Herbst, weil es jeden Tag Konfetti gibt
[19:24]
Retweet: “Willst du mich heiraten?” “Nein.” 3 Stunden peinliches Schweigen im Heißluftballon.
[19:23]
Retweet: Leider bin ich aus beruflichen Gründen gezwungen zu arbeiten.
[19:22]
Retweet: "Papa, was ist ein Alkoholiker?" "Siehst du die 4 Bäume da? Ein Alkoholiker sieht da 8!" "Da sind aber nur 2"
[19:21]
Herjemine, vor der Tür steht Paul Austers opus magnum. Es erscheint im Januar 2017 unter dem Titel "4 3 2 1" mit 880 Seiten in der Originalausgabe, die bei Macmillan erscheinen wird.
[19:05]
In der Sendung "Kultur heute" des DLF sagte die Moderatorin heute "Versprochen, bis 18 Uhr werden Sie das Wort 'Präsident' nicht mehr hören!"
[19:04]
Ich versichere Ihnen, dass sämtliche Dissidenten unter den
Republikanern, die Trump angeprangert haben, schon Schlange
stehen, um seinen Ring zu küssen, auf dem garantiert ein
großes, goldenes T prangt. Sie wollen ihm die Speckschmiere
von den Fingern lecken.
(Jarett Kobek)
[19:03]
Wenn sich die ganze Welt, mit Ausnahme von etwa 15.000 Menschen, einig ist, der Neoliberalismus sei komplett gescheitert, ist es womöglich eine dumme Idee, als Parteikandidatin die Inkarnation des neoliberalen Establishments von Washington und der Universität Georgetown aufzustellen.
(Jarett Kobek)
[14:01]
Im Bistum Görlitz gründen
die
Zisterzienser
einen neuen
Konvent
in Neuzelle,
der vor 199 Jahren säkularisiert worden war. Wahrscheinlich
2018, zum 750-jährigen Gründungsjubiläum des
Stifts Neuzelle,
soll der Konvent
als Priorat mit acht Mönchen
wiedererrichtet
werden. Für jene, die sich wundern, warum eine solche Mitteilung
in den Miszellen auftaucht: mein Interesse am monastischen Leben
erlosch nie.
[13:47]
Facebook sandte mir eben erstmals die Anfrage, ob ich jemandem nachträglich zum Geburtstag gratulieren möchte. Kann es sein, daß das nur bei Verwandten passiert?
[11:48]
"Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte"
läuft
heute in den Kinos an. Ein Dokumentarfilm über Peter Handke.
Vorstellung gibt es
bei YouTube.
[11:30]
Trump hat noch nicht einmal ein Schattenkabinett. Niemand
weiß, was und wer - außer dem Wirrkopf an der Spitze -
kommen wird. Im Wahlkampf hat er entweder nichts Konkretes
geäußert oder wenn, dann behauptete er kurze Zeit später
das Gegenteil,
meint
Alois Berger.
[11:24]
Ich habe ein Problem mit dem Ausdruck "Rechtspopulismus".
Was ist daran verwerflich, wenn ein Volkvertreter das tut
und sagt, was das Volk will, was ihm gefällt?
[10:55]
Trump zu wählen ist, wie mich zu bitten, zu fahren. (Stevie Wonder)
[10:25]
In einem Artikel über die USA-Wahl
gelesen, daß Strafgefangenen in den Staaten kein Wahlrecht haben.
Der Ausdruck
Gefängnisindustrie klingt bedenklich.
Die USA schlitterten, so hörte ich im DLF, in eine Armutskrise.
"Wer Arbeitslosen saubere Luft verspricht, ist nicht nur ignorant, sondern zynisch. Die Demokraten hätten diese Wahl gewinnen können, wenn sie in ihrer Wahlkampfstrategie mehr darauf gehört hätten, was die „unten", die eher Ungebildeten, die Einkommensschwachen zu sagen haben."
[9:52]
Kommentar im LSF
zum Trump-Desaster: "Deswegen ärgern mich solche Äußerungen wie
'Was habt ihr bloß? Die Welt steht ja noch!' kurz nach dieser
Wahl. Ein Frosch, der in einem Topf sitzt, dessen Wasser erhitzt
wird, wird zerkocht, weil er die stetig ansteigende Wärme nicht
als Bedrohung auffaßt. 'Wir werden uns noch wundern, was in den
nächsten Monaten alles möglich sein wird.' (derStandard.at).
Auch der Satz 'Es war doch eine demokratische Wahl' beruhigt
mich nicht. Nicht alle Tyrannen sind illegal an die Macht
gekommen. Insgesamt ein Tr(i)ump(f) der Dummheit. Wenn ich es
könnte, würde ich die 1. Staffel Trump nicht ansehen. Alleine
schon die Besetzung. Außerdem mag ich Horror ohnehin nicht
sonderlich. Wie sagt man auf Twitter so schön: 'Könnte ich den
anderen Planeten noch mal sehen?'" Als mir dann vorgeworfen
wurde, auch gebildete Bürger hätten Trump gewählt, erwiderte
ich: "Bildung hat mit Dummheit nichts zu tun. Dummheit ist
dem Menschen offenbar nicht abzugewöhnen. Bildung kann erworben
werden." Außerdem: "Dieses doofe Wahlsystem aber auch. Clinton
hat arithmetisch mehr Stimmen bekommen. Meine Logik sagt mir:
mehr Menschen, gewonnen. Aber Systeme sind bürokratisch und
eben doof." Schon Friedrich Schiller wußte: "Mit (der) Dummheit
kämpfen Götter selbst vergebens."
[9:38]
Ich habe Richard Nixon und George W. Bush überstanden. Aber das? (T.C. Boyle)
[8:47]
Die neue Rubrik des Bücherlei - Editionen - beinhaltet jetzt
fünf Einträge:
Deutschsprachige Erzähler
(Sammlung Dietrich) //
Jaroslav Hasek //
William Somerset Maugham //
Anthony Powell //
Anton Cechov.
[8:40]
"Wir werden uns noch wundern, was in den nächsten Monaten alles möglich sein wird",
schrieb derStandard, sagt die gestrige
Internationale Presseschau.
[8:38]
Urlaub 11/16. Tage ohne Alkohol: 331.
Mittwoch, 9. November 2016
[17:12]
Der zweite lektürebefreite Tag in Folge übrigens. Scheußlich.
[17:11]
Ganz ehrlich? Der Postillon geht mir meistens auf den Sack.
[16:56]
Auch deswegen liebe ich den DLF. Ein Beitrag mit dem
Thema "Das Wichtigste am Morgen außerhalb der US-Wahl II".
Aufschlußreich das Interview
mit Gregor Gysi, der mutmaßt, daß eines der wenigen positiven
Dinge, die aus der Präsidentschaft Trumps hervorgehen könnte,
ein besseres Verhältnis zu Rußland sein könnte mit Konsequenzen
auf den Syrienkrieg.
[16:15]
In einer
Reportage
gelernt, daß in den USA alles, was für die Landesverteidigung
eingesetzt wird, auf amerikanischem Boden produziert werden muß.
[15:33]
Bei Herrn Köllerer kommentierte ich:
"Welch ein Tr(i)ump(f) der Dummheit. Schlimm auch viele
Kommentare bei Twitter und Facebook. Immerhin sei es eine demokratische Wahl gewesen usw. Besonders Brechreiz fördernd die Bemerkung: Die Welt stehe ja noch. Wenn ich es könnte, würde ich die 1. Staffel Trump nicht ansehen. Alleine schon die Besetzung. Außerdem mag ich Horror ohnehin nicht sonderlich."
[14:44]
Hinsichtlich von Werk-, Teilwerkausgaben und Editionen,
zu denen in letzter Zeit mehrere Fragen aufgeworfen worden
waren, habe ich eine neue Rubrik aufgemacht, die alles, was
bisher zusammengekommen ist und fortan dazukommt, bündeln wird:
Editionen.
Mit dem gestrigen
Tagebucheintrag
begann die Herumsucherei in Datenbanken der Nationalbibliothek
und bei Amazon. Das
Posting im Klassikerforum
zu Erzählungen Maughams war der erste Versuch eines Überblicks,
der seinen Niederschlag nun in der neuen Rubrik findet.
[13:08]
Den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Erzählungen
von W.S. Maugham habe ich in das
Ursprungsposting
meiner Anfrage eingebaut. Da die 10-bändige Taschenbuchausgabe (1976)
inhaltlich auf der 4-bändigen von 1972 aufbaut und die zweibändige,
gebundene von 2005 ebenso wie die 1976er 91 Erzählungen enthält,
gehe ich von einer Kongruenz aus und ziehe als Fazit für mich, der
ich bereits sieben der zehn Bücher der Taschenbuchausgabe besitze,
die restlichen drei nachzukaufen. Wie sich die sechs, zur Hälfte
mit neuem Titel veröffentlichten Erzählbände von 2008 zu den drei anderen Editionen
verhalten, muß noch beantwortet werden.
[13:07]
Urlaub 10/16. Tage ohne Alkohol: 330. Gestern keine Lektüre.
Dienstag, 8. November 2016
[11:12]
Wenn ich dagegen destruktiv, reizbar oder bockig war, dann
definierten mir meine beschämend toleranzgepolsterten Eltern
lediglich meinen Zustand ("Ist immer schwierig, Christopher, wenn
man erwachsen wird"). Diese Definition war das Äußerste an Vorwurf,
was ich aus ihnen herausholen konnte. (Julian Barnes: Metroland)
[11:11]
Gert Loschütz: Mitglied einer Familie.
[11:07]
Ein Hauptkommissar Rausch beim Drogendezernat - da muß der Drehbuchschreiber bei
der SOKO Köln ziemlich gut drauf gewesen sein (S09E15 - "Atemlos").
[10:26]
Buch beendet:
"Schöne Tage"
(DNB)
von
Franz Innerhofer,
dtv, 215 Seiten. - Wenn ich diesen Bauernroman von 1974 gelesen habe, brauche ich
doch den anderen von 2016 nicht lesen, gell (Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald)?
[10:25]
Urlaub 9/16. 47 Wochen ohne Alkohol.
Lektürestatus: gestern 215 Seiten.
Montag, 7. November 2016
[9:05]
Urlaub 8/16. Tage ohne Alkohol: 328.
Lektürestatus: gestern keine Lektüre.
Sonntag, 6. November 2016
[20:55]
Wer mal sehen will, wo ich täglich bin - das ZDF brachte heute eine Dokumentation über die Eisenbahnstraße. Hier kaufe ich ein, hier steige ich um (Arbeitsweg), hier kenne ich seit 50 Jahren jede Ecke. Der kehrende Herr am Anfang sitzt immer an der Haltstelle und liest meist Zeitung. An dieser Ecke ist auch mein Supersonderladen. Selbst mein Optiker Maul wird gezeigt.
[18:01]
Der Roman
"Null K"
von
Don DeLillo
war im
heutigen Büchermarkt
das
Buch der Woche.
Ich habe den Namen DeLillo immer an meinen Ohren
vorbeirauschen lassen. Der Funke sprang nie über,
was offenbar nicht nur mir so geht; denn andernfalls
existierte ein
Thread
(im KF, den ich hiermit initiierte) zu diesem Amerikaner,
der immer wieder auch als Kandidat für den Literaturnobelpreis
im Gespräch ist. Sigrid Löffler
meinte,
das Werk DeLillos verknappt sich, je älter der Autor
wird. Hat ihn jemand mal gelesen?
[12:38]
Aus seinem Gesicht sprach Entschlossenheit. Er war sechzig, doch
seine angeborene Vitalität triumphierte über die fortschreitenden
Jahre. Ungeachtet seiner Korpulenz waren seine Bewegung rasch, und
er ging mit schwerem, resolutem Schritt, als wollte er der Erde sein
Gewicht einprägen. Seine Stimme war laut und barsch. (William
Somerset Maugham: Honolulu. Erzählungen)
[12:36]
"Wenn ich Alkohol so schlecht vertrüge wie er", bemerkte der andere,
"würde ich in den Kinderwagen zurückklettern und dort bleiben." Wer
hätte gedacht, daß dieser jämmerliche Mensch in seiner Art eine
romantische Figur war oder daß sein Leben alle Stadien von Jammer
und Entsetzen enthielt, die, wie der Theoretiker behauptet, zur
wirklichen Tragödie gehören? (William Somerset Maugham: Honolulu.
Erzählungen)
[12:34]
Wir reichten einer sehr schönen jungen Person die Hand. Sie war ein
gutes Stück größer als der Kapitän, und selbst das übliche Kleid der
Inseln, das die Missionare einer vergangenen Generation im Hinblick
auf die gute Sitte den unwilligen Eingeborenen aufgezwungen hatten,
vermochte die Schönheit ihrer Gestalt nicht zu verbergen. (William
Somerset Maugham: Honolulu. Erzählungen)
[12:05]
Es gibt nur wenige Familien ohne ein Mitglied, das sie, wenn es der
liebe Nachbar gestattete, gerne vergäßen, und sie können sich
glücklich preisen, wenn im Laufe von ein oder zwei Generationen
seine Streiche einen gewissen romantischen Glanz annehmen. (William
Somerset Maugham: Honolulu. Erzählungen)
[12:00]
William Somerset Maugham: Regen.
[11:33]
Retweet: "Schatz, ich habe dir rohe, vegane Rote Bete-Limette Chips mitgebracht!" "Kannst du nicht einfach wie jeder andere Schluss machen?!?"
[11:32]
Retweet: "Bekommst du durch deine Arbeit in der Brauerei auch was umsonst?" "10 Kästen pro Monat." "Was machst du mit dem Rest?" "Kauf ich im Laden."
[11:31]
Retweet: Horrorfilme sind unrealistisch. Nie dreht einer durch weil er Verpackungen an der dafür vorgesehenen Stelle öffnet und dann renovieren muss.
[11:30]
Retweet: Mein Kaffee ist heute so dünn, Karl Lagerfeld hat schon einen 3-Jahres-Vertrag angeboten.
[11:29]
Retweet: Wenn ihr im Supermarkt die Wahl habt zwischen dem Tee "Innere Ruhe", "Seelen-Harmonie" und "Winterwonne" - welchen Rotwein kauft ihr dann?
[11:28]
Retweet: Hätte ich einen Bauernhof, säße ich den ganzen Tag in einem Gartenmöbel, würde Ostfriesentee trinken und meinen Hühnern Flaubert vorlesen.
[11:27]
Retweet: Viele Sachen erledigen mich von selbst.
[11:26]
Retweet: Jetzt wäre der richtige Moment für: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich in letzter Zeit echt wacker geschlagen. Hier ist Ihre Insel!"
[11:25]
Retweet: Ich habe mich gerade gewogen. Laut Wasserwaage liege ich perfekt auf der Couch.
[10:41]
Schließlich kam auch Mr. Davidson zu ihnen. Auf der Fahrt
sprach er hie und da sehr höflich mit den Macphails; doch
besaß er nicht das gesellige Talent seiner Frau und hatte
fast die ganze Zeit lesend zugebracht. Er war ein stiller,
eigentlich mürrischer Mensch, und man spürte, daß
Liebenswürdigkeit eine Pflicht für ihn bedeutete. (William
Somerset Maugham: Honolulu. Erzählungen)
[10:02]
Anthony Powells
12-bändiger
Romanzyklus
"Ein Tanz zur Musik der Zeit"
(DNB / A Dance to the Music of Time)
erscheint bis Ende 2018
sukzessive
im Berliner
Elfenbeinverlag.
Bisher liegen 7 Bände
vor. Im Klassikerforum habe ich die
Übersicht
zu den Bänden der Edition festgehalten.
[9:21]
Retweet: Der Mond ist das älteste Fernsehen.
[8:20]
Tim Parks
Theorie der polarisierten Werte
hat mich zum Topf-Deckel-Prinzip des Literaturgeschmacks
geführt, das ich in einer neuen Plauderei
notiert habe.
[7:05]
Wenn nichts gelingt, ist es besser, man lässt den Tag gewesen sein.
(Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen)
[7:04]
Anna Weidenholzer:
Zwei Möglichkeiten //
Holz.
[7:03]
Welche Situationen stressen Sie am meisten? (...)
Bei mir ist es an manchen Tagen die Außenwelt, wenn ich
weiß: Ich muss mich anziehen, ich muss mich waschen, ich
muss hinaus. Margit würde sagen: Du bist ein Freund der
Menschheit, aber nicht der Menschen... (Anna Weidenholzer:
Weshalb die Herren Seesterne tragen)
[7:02]
Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die so gut ist, dass keine
Hoffnungen auf ein Leben nach dem Tod aufgespart werden müssen.
(Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen)
[7:01]
Mögen Sie Möwen?, fragt die Wirtin. Nein, sagt Karl nach
einer Weile, es sind unangenehme Vögel, die nur gemocht
werden, weil sie an Urlaube erinnern. (Anna Weidenholzer:
Weshalb die Herren Seesterne tragen)
[6:59]
Ich werde ihr eine Orchidee mitbringen, ohne Übertopf,
wir haben noch genug im Keller, von den Vorgängerpflanzen,
die ihre Pflege nicht überlebten. (...) Eine Orchidee
ist anspruchslos, am Sonntag für ein paar Minuten ein
Wasserbad, nicht zu kalt, nicht zu warm. Was früher der
Kaktus war, ist heute die Orchidee. (Anna Weidenholzer:
Weshalb die Herren Seesterne tragen)
[6:58]
Buch beendet:
"Weshalb die Herren Seesterne tragen"
(DNB)
von
Anna Weidenholzer,
Matthes & Seitz, 192 Seiten.
[6:57]
Urlaub 7/16. Tage ohne Alkohol: 327.
Lektürestatus: gestern 192 Seiten.
Samstag, 5. November 2016
[19:08]
Mal wieder ein Bericht über die Arbeit in der Krankenpflege, dieses Mal auf einer neurochirurgischen ITS.
[16:40]
Buch begonnen: "Schöne Tage" von Franz Innerhofer.
[16:33]
Buch heute früh begonnen: "Weshalb die Herren Seesterne tragen"
von Anna Weidenholzer. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich
durchhalten werde. Vorhin kam ich mit der Lektüre nicht weiter
und begann ein anderes, jetzt ging es wieder ein paar Seiten...
[9:02]
Wieder einmal im 1-Euro-Antiquariat, dem
Plagwitzer
Buchlager
(Facebook / Video)
gewesen und folgende Bücher (5 Bücher = 5 Euro) erworben:
1. Johann Gottfried Schnabel: Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier (Insel)
2. Gilbert Keith Chesterton: Don Quijotes Wiederkehr (Grethlein & Co)
3. Eine Braut kommt nach Yellow Sky. Amerikanische satirische & humoristische Erzählungen (Eulenspiegel)
4. Jurek Becker: Erzählungen (Hinstorff) -
5. Hermann Burger: Erzählungen (S. Fischer) --
Zu 1.: Wenn ich schon die Insel Felsenburg noch nicht besitze, lächelte mich dieses
mir bisher unbekannte Werk gestern in der schönen Inselausgabe von 1973 mit Holzstichen von Hans-Joachim Walch an; und die Lektüre
der ersten beiden Seiten weckte Leselust. / Zu 2. Chesterton wird hierzulande eher stiefmütterlich behandelt.
Meine Ausgabe des Romans stammt aus einem Verlag
Grethlein & Co, von dem ich bis dato nie etwas hörte. Die letzte deutsche Ausgabe
von "The return of Don Quixote" wurde vor vierundzwanzig Jahren durch Matthes und Seitz besorgt. /
Zu 3. Immer wenn ich eine Anthologie erblicke, die "humoristische" oder "satirische" Erzählungen
verspricht, greife ich zu. Bei diesem Querschnitt
sind Texte aus dem 19. und 20. Jahrhundert enthalten; alle großen Namen sind in diesem wuchtigen,
fast 500-seitigen Sammelband dabei. Dank wiederum an den Eulenspiegelverlag dafür! /
Zu 4. Für einen Euro Erzählungen von Jurek Becker, das nimmt man mit, wenn man sich schon beim
Anlesen diverser Erzählungen auf die Gesamtlektüre freut. / Zu 5.
Die von MRR besorgte Ausgabe
der Erzählungen von Burger suchte ich in der
DNB (Deutsche Nationalbibliothek) vergebens, dabei ersetzt sie mir gleich drei Bücher mit
Erzählungen, die sich überschnitten hatten. Endlich eine ordentliche gebundene Ausgabe mit
allen wichtigen Erzählungen dieses großen Autors,
auch die bibliomanen (z.B. "Blankenburg. Zustandsbericht eines Leselosen";
"Als Autor auf der Stör").
[7:26]
"Wenn Blicke töten könnten, läge ich hier schon längst in der Leichenhalle. Auf so ’ner Edelstahlanrichte."
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:24]
"Zu Onkel Nico kannst du jederzeit mit deinen Problemen kommen. Solange kein zu teures Preisschild daran hängt."
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:20]
Um an das Gummiband ihrer ziemlich groß ausgefallenen Unterhose zu kommen, musste ich den Strumpfhalter hochziehen. Was ich da hinunterschob und wofür ich beide Hände brauchte, war ein bedeutend stattlicheres Textilstück, als ich bei meinen Freundinnen in Nimwegen gewöhnt war. Wenn ich die Augen schloss, erschien das Wort SCHLÜPFER in zynischen Neonbuchstaben auf meiner Netzhaut.
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:18]
"Wen bringst du dafür mit?"
Lange nicht gehört, diesen Satz. Er wurde früher in meinem Dorf von B gesagt, wenn A drohte, B zusammenzuschlagen. A: "’ne Tracht Prügel kannste kriegen." B: "Wen bringste dafür mit?"
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:16]
"Man kann sich ja wünschen, dass die Leute weniger dumm wären, aber ich sehne mich allmählich danach, selbst ein Stück dümmer zu werden als die meisten Dummbeutel. Dann würde das Leben auch ein Stück weniger wehtun."
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:11]
Wie immer hatte er zu wenig alkoholische Getränke besorgt,
wobei Damentröpfchen wie Advocaat Zwarte Kip, Himbeerlikör
und Zitronengenever unproportional stark vertreten waren.
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[7:01]
A.F.Th. van der Heijden:
AllgFab (2) //
AllgFab (1).
[7:00]
"Das ideale Brautpaar", hatte jemand sie an ihrem Hochzeitstag
genannt. Liebe, wusste ich jetzt für alle Zeiten, war ein
blutiger Kampf mit ungewissem Ausgang, der mit dem Mund
weiter ausgetragen werden musste. (A.F.Th. van der Heijden:
Das Biest)
[6:57]
Buch beendet:
"Die Nacht mit Nancy"
(DNB / DLF)
von
Wilson Collison,
Louisoder-Verlag, 270 Seiten.
[6:56]
Urlaub 6/16. Tage ohne Alkohol: 326.
Lektürestatus: gestern 223 Seiten.
Freitag, 4. November 2016
[11:27]
Buch begonnen: "Die Nacht mit Nancy" von Wilson Collison.
"Ein Roman wie eine Screwball Comedy aus guten alten Hollywoodzeiten:
rasante Dialoge, anspielungsreiche Szenen und überraschende
Auflösungen. Eine Entdeckung - und eine rundum amüsante Lektüre."
[11:26]
Urlaub 5/16. Tage ohne Alkohol: 325.
Lektürestatus: gestern 100 Seiten.
Donnerstag, 3. November 2016
[18:27]
"Die Frau schmeißt ihn raus. Das ist doch kein Grund, gleich nett zu werden." (Ellerbeck S01E06)
[18:06]
"Die Speisekarte kenne ich auswendig: 5 x Fleisch, 3 x Fisch und 1 x Rasen." (Kommissar Beck - Die letzte Zeugin)
[16:22]
Buch beendet:
"Das Biest"
(DNB)
von
Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden,
Suhrkamp, 303 Seiten.
[12:02]
Urlaub 4/16. Tage ohne Alkohol: 324.
Lektürestatus: gestern 100 Seiten.
Mittwoch, 2. November 2016
[22:16]
"Eine neue Geschichte des Lebens. Wie Katastrophen den Lauf der Evolution bestimmt haben"
(DLF /
Audio)
von Joe Kirschvink und Peter.
"Eine neue Geschichte des Lebens vereint erstmals die erst in
den letzten Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse verschiedener
Fächer von der Geologie über Paläontologie, Geo- und Astrobiologie,
Physik, Chemie bis zur Genetik, Zoologie und Botanik in einer
großen, umfassenden Erzählung. (...) Peter Ward und Joe Kirschvink
schildern das spannende Zusammenspiel von Lebewesen und Ökosystemen,
von Atmosphäre und Klima, das mehrmals im Lauf der Evolution
dazu führte, dass sich die Bedingungen auf der Erde gravierend
veränderten und Lebensformen massenhaft ausstarben."
[20:55]
Eine teure Matratze im Eimer. Wir hatten gerade die Sommerseite nach oben gedreht.
(A.F.Th. van der Heijden: Das Biest)
[19:35]
Die Bundespräsidentschaft als "zivil-religiöses Amt", wie
dies gerade in der DLF-Diskussion Kandidaten für Schloss Bellevue und Kanzleramt gesucht
formuliert wurde.
[18:48]
"Schlafen Sie eigentlich nie?" "Nein, jedenfalls nicht nachts, das ist nur was für Amateure!" (Beck S02E05 - Der Einsiedler)
[17:58]
Ob ich eine Jean-Paul-Angstneurose entwickle?
[16:38]
Buch bestellt. Wollte Vorkasse abwickeln. PIN vergessen.
Hotline angerufen, neue PIN angefordert und daraufhin
diesen Tagebucheintrag geschrieben.
Mein Abonnement auf ein Pechvogeldasein wird es gewiß so
hinbiegen, daß meine Login-Fehlversuche dafür sorgen, daß
auch die neue Online-PIN nicht mehr funktionieren wird,
was ich aber erst verifizieren kann, wenn in einigen Tagen
die Brieftaube an Fenster picken wird.
[15:37]
Da ich sehr gerne Wälzer und Grundlagenwerke wenigstens sichte
und für ein ominöses Wer-weiß-wann-man-das-noch-gebrauchen-Kann
auf die innere und virtuelle Pinnwand tackere, hier ein nagelneues
944-Seiten-Buch, das den geschichtlichen Eurozentrismus relativiert:
"Licht aus dem Osten. Eine neue Geschichte der Welt"
(PT)
von Peter Frankopan.
[6:57]
Retweet: Bei manchen Schriftstücken weiß man ja echt nicht, ob das am Ende eine Unterschrift ist oder ein Screenshot vom EKG.
[6:55]
"Ich war auch Gymnasium, habe aber kein Abo abgeschlossen." "Das war Fehler." "Ja, wen sagst Du." "Dich."
[5:19]
Mit seinem literarischen Schaffen konnte er [Cechov] ins Herz der russischen
Gesellschaft vordringen und zugleich Abstand wahren, da er zu
politischen Fragen nicht Stellung bezog und Dinge schrieb, die die
Menschen nicht erwarteten, vor allem Kurzgeschichten, vorzugsweise
sehr kurze, wodurch er sich der hinderlichen Verpflichtung entzog,
den großen russischen Roman zu verfassen.
(Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen)
[5:14]
....könnte man sogar die Tröstungen der Literatur als eine der Kräfte
auffassen, die ein destruktives Kulturmuster am Leben halten. So
sehr genießen wir unsere Fähigkeit, unser Unglücklichsein zu
beschreiben und auszukosten, dass es kaum noch zu lohnen scheint, es
anders zu versuchen. (Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir
über Bücher sprechen)
[5:02]
"Der Roman ist das eine strahlende Buch des Lebens. (...)
Bücher sind nicht das Leben. Sie sind nur Vibrationen im
Äther. Doch kann der Roman als Vibration den ganzen
lebendigen Menschen erzittern lassen. (D. H. Lawrence)
[4:28]
Arnon Grünberg, Hollands wohl erfolgreichster Romanautor, hat auf seine Seite eine Weltkarte gestellt, auf der nur die Länder mit Namen bezeichnet werden, in denen seine Werke erschienen sind. Das sind allerdings viele. Klickt man auf Ägypten, Estland oder Japan, kann man sehen, was er dort veröffentlicht hat. Grünberg bloggt auf Englisch und ist eindeutig auf ein Weltpublikum aus. Genau wie ich übrigens. Denn was ist heutzutage schon der Erfolg wert ohne ein weltweites Publikum?
(Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen)
[4:20]
Angesichts unserer heutigen Verlagskultur wäre die Annahme, dass ein Prozess des allmählichen Aussiebens noch einen glaubhaften Kanon hervorbringen könnte, wie er uns aus der Vergangenheit überliefert worden ist, blanker Unsinn. Was in der Zukunft als Kanon unserer Zeit gelten wird, dürfte sich hauptsächlich guter Werbung, kluger Selbstvermarktung und dem reinen Zufall verdanken. (Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen)
[4:00]
Der Campus, auf dem ich unterrichte, ist jedenfalls voller junger Leute, die sich oft in den Armen liegen und meistens viel zu sehr mit dem Leben beschäftigt sind, um sich mit Literatur abzugeben. Das Einzige, was hier muffig riecht, sind die Magazine der Bibliothek. (Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen)
[3:56]
Thomas Bernhard ist auch ein Beamter. Er schreibt ja so, als ob er
vom österreichischen Staat angestellt wäre, um gegen Österreich zu
schreiben. Er könnte auch wirklich eine Pensionsberechtigung dafür
beanspruchen. Österreichbeschimpfung, das ist seine Funktion … Weil
Österreich braucht das, das ergänzt sich hervorragend: Das
subjektive Gefühl oder Empfinden oder Bewußtsein von Thomas
Bernhard, daß er gegen Österreich kämpft, und das Interesse des
österreichischen Staates, bekämpft zu werden, im Theater … Es gibt
keine bessere Österreichwerbung als Thomas Bernhard. (Heiner Müller)
[3:55]
Heute sind eher Autoren unterwegs, die in Seminaren lernen, wie man ein Produkt von universellem Interesse schafft, etwas, das im Weltenmix schwimmen kann, statt die unmittelbare Welterfahrung der Menschen in der eigenen Kultur zu nähren.
(Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen)
[2:34]
Wie Tim Parks zu dem Fazit - "Vielleicht brauchten die Juroren mal ein Sabbatical" kommt, das sich darauf bezieht, daß 2011 der Literaturnobelpreis an einen Schweden verliehen wurde, und das auch heuer im Fall Boby Dylan wunderbar paßte, steht hier.
[2:20]
Ihr Gatte hatte selbst das vergessen, was im modernen Leben als das Unentbehrlichste zu gelten pflegt: die Zeitungen.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[2:17]
Einem Manne wie mir geht es leider immer so, daß er mit Leuten zusammentrifft, mit denen er lieber hätte nicht zusammentreffen sollen. Gleich und gleich gesellt sich gern. Der handelnde Schurke und der passive Teilnehmer, sie sind sicher, sich zu finden.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[2:15]
Der Tote in dem nächsten Zimmer war ein Fall; er kannte noch viele ähnliche und gleich interessante Fälle. Sobald man einmal so weit gekommen ist, einen Toten für einen Fall anzusehen, dann ist nicht viel Furcht vor der gewöhnlichen menschlichen Schwachheit vorhanden, welche uns erzittern läßt in der erhabenen Gegenwart des Todes.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[2:11]
Die trägsten aller langsamen Minuten, die Minuten, die der Zweifel zählt, schlichen zögernd und immer zögernder dahin...
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[2:00]
Das Amt eines Pflegers ist wie das Amt eines Arztes ein Akt des Wohlthuns, in sich selbst wesentlich zu edel, als daß es darnach fragte, ob der Kranke die Hilfe verdiene oder nicht.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[1:56]
Sie haben ohne Zweifel bemerkt, daß wir in einem Zeitalter aller möglichen Liebhabereien leben; Dilettanten, die schriftstellern, malen und komponiren, spielen darin eine große Rolle.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[1:55]
Wilkie Collins:
AllgFab (4) //
AllgFab (3) //
AllgFab (2) //
AllgFab (1).
[1:23]
Es liegt mehr oder minder in der Natur von allen Männern, welche wirklich dieses Namens würdig sind, in der Arbeit Trost zu suchen für ihren Kummer.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[1:22]
Unser Freund wußte nicht, wie man sich mit einem Messer die Kehle ordentlich abschneidet. Sie brauchen mich nicht so finster anzusehen, Miß Henley, ich scherze nicht! Für einen Selbstmörder, mit einem Rasirmesser in der Hand, ist meistenteils etwas sehr günstig – er hat keine Ahnung von der Anatomie, und das ist auch bei Lord Harry der Fall gewesen.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[1:20]
Urlaub 3/16. Tage ohne Alkohol: 323.
Lektürestatus: gestern 150 Seiten.
Dienstag, 1. November 2016
[10:58]
Was viele für eine neue tolle Idee Lord Harrys ansahen, bedeutete nichts anderes, als daß er so verschuldet war, daß bei gewissen Gelegenheiten ein falscher Bart und ein gefärbtes Haar und Gesicht für ihn außerordentlich vorteilhaft waren.
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[10:53]
Dieser unverbesserliche Wanderer auf den gefährlichen Nebenwegen im Dasein der Menschen...
(Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[10:33]
Eduard Graf von Keyserling
hat nicht nur Prosa verfaßt, sondern auch einige Dramen. Als epub
verfügbar sind nun
"Der dumme Hans"
und
"Ein Frühlingsopfer".
[10:25]
Ein Spruch, den ich mir als "spontane" Erwiderung unbedingt merken muß: "Sie haben das Ende meiner Bereitwilligkeit, Ihre Fragen zu beantworten, erreicht." (Wilkie Collins: Blinde Liebe)
[10:24]
Da lag nun der Mann, an welchen die Religion und die Gesetze
des Landes sie für das Leben gefesselt hatten. (Wilkie
Collins: Blinde Liebe)
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