Das Ding an und für sichAllerlei Nützliches, Dinghaftes & Konkretes
Richtige Teezubereitung Richtige Teezubereitung"Einen richtigen Tee bereitet man mit zwei Kannen, frischem Tee und frischem kochenden Wasser. Die Kannen müssen sauber gewaschen sein, es ist überhaupt nicht zuträglich, wenn die Innenwände von altem Tee verschmutzt sind. Nach genau drei Minuten gießt man den Tee von der ersten in die zweite Kanne, das war's. Es ist erstaunlich, wie viele Fehler manche Menschen in diese simple Kunst hineinbringen. Sie filtern das Wasser, sie benutzen dreckige Kannen, sie wärmen die Kannen vor, sie lassen den Tee zu kurz oder viel zu lang ziehen, und sie stellen die Teekanne zum Schluß noch mit Vorliebe auf ein Stövchen. Das Stövchen ist für Tee so etwas wie ein Folterinstrument, weil damit der gute Geschmack aus dem Getränk in die Luft gebracht wird." (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 18) Wider den Teebeutel"Möchten Sie einen Kaffee trinken?" "Ehrlich gesagt, würde ich viel lieber einen Tee trinken, aber nur, wenn sie einen richtigen dahaben." "Ich glaube, ich habe irgendwo noch Teebeutel", sagte Boris. "Dann trinke ich lieber einen Kaffee. Obwohl sie Teebeutel heißen, habe ich es noch nie erlebt, daß es jemandem gelungen ist, aus diesen Beuteln einen Tee zu machen." Boris sah sie fragend an. "In diese Beutel wird das gefüllt, was nach der Teeernte zusammengefegt wurde, die wenigen Aromastoffe werden von dem sie umgebenden Toilettenpapier aufgesogen. Wenn schließlich die Beutel lauwarm gewässert werden, können sich die armseligen Teekrümel nicht ausbreiten. Tee braucht sehr viel Platz, den gibt es nicht in so einem Beutel. Viele Menschen ahnen das und bewegen deshalb ihre Teebeutel wie wild durch das umgebende Wasser. Aber diese Masche funktioniert nicht, das ist gerade si, als würden sie einen Vogelkäfig umherwerfen, um die Flugweise des darin befindlichen Vogels zu erforschen. Also stopfen die Hersteller meist mehr Tee in diese Beutel, als man für eine Tasse bräuchte, wodurch das Wasser dunkel und bitter wird." (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht) |