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Themenstreusel (2)

Reisen

  • Alle Herzensbildung, alles feine, altruistische Empfinden geht auf der Eisenbahn in die Binsen. (Hermann Harry Schmitz: Grotesken)
  • Außerdem fällt man in einem Hotelzimmer nicht auf die Scheingeborgenheit einer Wohnung herein. (Wilhelm Genazino: Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz)
  • Wie immer, wenn ich in Bahnhöfen oder Zügen bin, schlage ich mich mit dem Gefühl herum, wir müßten einer schlimmen Sache entkommen. (Wilhelm Genazino: Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz)
  • Der Süden ist ein Verführer, er wischt die Gedanken weg und macht die Phantasie zur Königin. (Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon)
  • Auf beschwerlichen Wegen reiste ich kreuz und quer durch Rußland, geriet in die letzten, verlassenen Winkel, und Gotts sei's gedankt - die letzten, verlassenen Winkel sind nicht so schrecklich, wie manche glauben, und an den verborgensten Orten des dichtesten Waldes, unter Reisig und Gestrüpp, wachsen Blumen. (Iwan Turgenjew: Drei Begegnungen, Erzählungen)
  • Die kleine Schadenfreude jedes Bahnreisenden: seht, für mich, für uns werden die Schranken geschlossen, wartet ihr nur, bleibt, wo ihr seid. (Friedrich Christian Delius: Die Liebesgeschichtenerzählerin)
  • Unterwegs sieht man neue Dinge und redet mit anderen Leuten als sonst. Ohne Alltag, der einem alles souffliert. (Stephan Thome: Fliehkräfte)
  • Der Freizeit-&-der-Reisepöbel: Diepest... (Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden)
  • Vorankommen bedeutet für einen Reisenden Lebensmut in seiner unbekümmertsten Form. (Margriet de Moor: Der Maler und das Mädchen)
  • Gewöhnlich ist der Mensch verwachsen mit dem, was nah ist: den zuhandenen Dingen auf dem Tisch, im Garten oder auf der Straße. Oder er ist verloren vor dem, was fern ist: dem Himmel, dem Ende der Wüste, der nächsten Küste. Will er das Nahe und das Ferne in sich zusammenbringen, muss er sie ständig gegeneinander vertauschen; er muss reisen. (Per Leo: Flut und Boden)
  • Touristen... von der Leine gelassene Bürger. (Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand)
  • Die disziplinierten Schweizer hielten sich an die Verkehrsvorschriften, die Franzosen hingegen schüttelten mit kurzen, ruckartigen Bewegungen den Kopf hin und her, um ihre Empörung über jene zu zeigen, die ihnen das Recht auf Geschwindigkeit verweigern wollten, und verwandelten das Autofahren in eine orgiastische Feier der Menschenrechte. (Milan Kundera: Die Unsterblichkeit)
  • Selbstverständlich, Thailand und seine verdammt ausgetretenen Pfade, der Tourist will die Welt entdecken, das ist in ihm drin, im weißen Mann, er will immer irgendwo seine verdammten Fußspuren in unbenutztem Boden hinterlassen. Das Gefühl, der erste zu sein, ist ihm gerade heute, wo es kaum mehr Jungfrauen gibt, immens wichtig. (Sibylle Berg: Vielen Dank für das Leben)
  • ...hat das Verhältnis von Raum und Zeit, so wie man es beim Reisen erfährt, bis auf den heutigen Tag etwas Illusionistisches und Illusionäres, weshalb wir auch, jedesmal wenn wir von auswärts zurückkehren, nie mit Sicherheit wissen, ob wir wirklich fortgewesen sind. (W. G. Sebald: Austerlitz, S. 18)
  • "Mexiko? Jack, du kennst mich. Ich reise nie weiter als rings um die Kaffeetasse bis zum Henkel." (Annie Proulx: Weit Draußen. Geschichten aus Wyoming, S. 284)
  • Selbst meine meist zu Haus bleibende Mutter, keine Reisende, aber eine Leserin, hatte eine Beziehung zum Bahnhof... (John Updike: Die Tränen meines Vaters)
  • Der wahre Reisende ist derjenige, der nicht sicher ist wiederzukehren. (Paul Bowles)
  • Es ist nicht notwendig, daß du aus dem Haus gehst. Bleib bei deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei völlig still und allein. Anbieten wird sich dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verzückt wird sie sich vor dir winden. (Franz Kafka)
  • Auffallend ist die große Zahl von Reisebüchern mit schönen verlockenden Titeln - lauter Bücher über fremde Länder, die von begabten und entschlossenen Autoren im Auftrag von Zeitungen bereist und eilig beschrieben wurden, oft von großer Schmissigkeit und Frecheit, aber alle ohne eigentlichen Wert, geichgültige Gelegenheitsarbeiten gerissener Literatuen, Augenblicksfutter für ein Modepublikum. (Hermann Hesse: Sämtliche Werke, Bd. 14: Betrachtungen und Berichte.1927-1961, S. 40)
  • Dennoch vermeinen wir nur allzu oft, einen Vertrag über vier Wochen garantierte Glückseligkeit zu schließen, wenn wir bei Kuoni oder Hotelplan ein Ticket kaufen. In Wirklichkeit müssen wir uns dann schon selbst um unsre Seelen kümmern. (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 246)
  • Aufbruchsunruhe, die kein ernstes Eingehen auf irgendein Thema mehr zuläßt. (Theodor Fontane: Der Stechlin, S. 359)
  • In Übereinstimmung mit der Familientradition war ihm Reisen stets nur ein Anschauen und Zuschauen gewesen, wobei der die Anwesenheit irgendwelcher Mitmenschen stolz zu übersehen pflegte. (Edith Wharton: Zeit der Unschuld, S. 258)
  • So fängt auch ein Mensch zum ersten Mal an, sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigen, wenn sein Körper kaputt ist. Lebenskräftige Organismen reden nicht über ihren Stoffwechsel, sondern über das, was sie vorhaben. Es gibt keinen besseren Beweis dafür, daß ein Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte ist, als wenn er frohen Mutes von einer Reise ans anderen Ende der Welt spricht. (Gilbert Keith Chesterton: Ketzer. Ein Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit, S. 16f.)
  • ... rumorenden Magen - das sind die Unwägbarkeiten fremder Küchen. (Terezia Mora: Alle Tage, S. 333)
  • Wenn sich der Tourist ein neues Land aneignet, dann am ehesten über den Komfort-Vergleich: Hier braucht das warme Wasser aber lang, die Möhren schmecken hier aber nach nichts, die Bettdecken knistern, die sind elektrostatisch aufladen. Das mit den Verpackungen, das müssen die hier noch lernen. (Roger Willemsen: Deutschlandreise, S. 60)
  • Es gelingt mir nicht, die Dusche zu betätigen. Eine Hauptstrapaze des Reisens ist es, mit den neumodischen Armaturen zurechtzukommen. (Alberto Manguel: Tagebuch eines Lesers, S. 222)
  • Er war froh, als man Rom verließ. Wobei er ohnehin den Verdacht hegte, daß die Schönheit des Reisens darin bestand, einen Ort zu verlassen und in einem neuen noch nicht angekommen zu sein. (Heinrich Steinfest: Der Umfang der Hölle, S. 249)
  • "War es sehr voll in der Bahn? Hast du einen Ecksitz bekommen?" (Er reiste selbst so selten, daß er stets in einen Zustand erregter Besorgnis geriet, wenn er von Reisen anderer hörte.) (Evelyn Waugh: Wiedersehen mit Brideshead, S. 52)
  • Je öfter man auf Reisen geht, desto intensiver schämt man sich seiner lächerlichen Probleme. Wer Hungernde und Leprakranke gesehen hat, sollte bescheiden werden. Die Erkenntnis, überflüssig zu sein, ist nicht tragisch - eher befreiend. (Michael Schulte: Bambus, Coca-Cola, Bambus, S. 18)
  • Hat man sich über die wichtigsten Umgangsformen informiert, sollte man die Märchen seines Ziellandes lesen. Wer Märchen zu lesen versteht, kann aus ihnen mehr über die Mentalität eines Volkes erfahren als aus den schlauesten Reiseführern und soziologischen Untersuchungen. (Michael Schulte: Bambus, Coca-Cola, Bambus, S. 118)

Zeit

  • Je mehr wir Jahre zählen, / Je mehr uns Tage fehlen, / Je mehr die Zeit sich kürzt: / Es wird mit ihr verloren, / Was mit der Zeit geboren, / Die alles fällt und stürzt. (Andreas Gryphius: Am Schlusse des Jahres)
  • Bloch beherrsche die Kunst, das Leben als einen in seinen wichtigsten Funktionen leicht zu durchschauenden Mechanismus je nach seinem persönlichen Bedürfnis auf eine schnellere oder langsamere, aber immer wieder von neuem brauchbare und also erträgliche Gangart einzustellen, und er sei ständig bemüht, seine Familie in diese Kunst, die ihm Vergnügen mache, einzuweihen. (Thomas Bernhard: Verstörung)
  • Laura vertat keine Zeit, jeder Augenblick war, wie ein gut gepackter Koffer, für etwas vorgesehen, das zur Hand sein musste. Das Wichtigste zuoberst. (Dagmar Leupold: Die Witwen. Ein Abenteuerroman)
  • ... litt ich unter meiner Angewohnheit, dass ich notwendige Erledigungen zu oft und zu lange hinausschob. Mit diesen Aufschiebungen hing es zusammen, dass aus meinem Leben mehr und mehr ein vertagtes Leben wurde. (Wilhelm Genazino: Außer uns spricht niemand über uns)
  • Es war Januar, in dieser Stadt des Karnevals genauso wie irgendwo anders. Die Melancholie von Weihnachten und Neujahr steckte noch allen in den Knochen, der Rückblick auf das verblichene Jahr war für die Menschheit wieder kein Vergnügen gewesen. (Dimitri Verhulst: Die Unerwünschten)
  • Wenn die Zeit etwas am Menschen bemißt, dann seine Wunden. (Amelie Nothomb: Eine heitere Wehmut)
  • Bleibt ihm nur dieser Moment. Ein nach innen gekehrtes Stückchen Zeit, das, mag man es fassen können oder nicht, existiert. Ganz außer der Reihe, zeigt er nicht einmal die Neigung, normal, wie es sich für einen Moment gehört, zu verstreichen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)
  • Eduard hatte frei und wartete auf Paul, der nie pünktlich war und Zeit als Scheideweg auffasste: Rechts ging es in die Vergangenheit, links in die Zukunft; auf einer von beiden hatte er sich für gewöhnlich verlaufen. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
  • Für Eduard hatte die Neuzeit erst mit der Erfindung der Atomuhr begonnen oder eigentlich erst vor zwei Jahren, als die Sekunde neu festgelegt wurde, als sie endlich nicht mehr, wie seit dem Spätmittelalter, nach dem sechsundachtzigtausendvierhundertsten Teil eines mittleren Sonnentags, sondern nach dem Zäsium-Atom bestimmt wurde. (Emma Braslavsky: Aus dem Sinn)
  • "Affe der Vergangenheit" (= Gegenwart) [Jean Paul: Titan]
  • Die trägsten aller langsamen Minuten, die Minuten, die der Zweifel zählt, schlichen zögernd und immer zögernder dahin... (Wilkie Collins: Blinde Liebe)
  • Der größte Teil des alltäglichen Gehetztseins ergibt sich schlicht daraus, daß wir nicht bereit sind, auf etwas zu verzichten. Ein Vorhaben bewußt bleiben zu lassen, um eine andere Unternehmung richtig auskosten zu können, haben wir nie gelernt. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Ein Geheimnis im Umgang mit Zeit ist, sich Bestärkung im richtigen Maß zu verschaffen. Wem sein Leben als eine einzige freudlose Aufgabenliste erscheint, wird seine Pflichten kaum bewältigen können. Effizienter in seinem Umgang mit Zeit ist, wer zu genießen versteht. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Das Gefühl der Zeitnot hat wenig mit Zeit, viel hingegen mit Perspektive zu tun. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • ... muß er bei der Sekretärin einen Termin erbitten - je größer der Hierarchieabstand, umso länger gewöhnlich die Wartezeit. Wer über unsere Zeit bestimmen kann, läßt uns seine Macht spüren. Ein fremder Takt vergällt uns selbst dort das Leben, wo kein Machtgefälle dahinter steht. Selbst eine Maschine kann eine Gefühl der Abhängikeit geben. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Wer über seine Zeit nicht bestimmen kann, sirbt früher. Wenn wir uns bedingungslos einem fremden Takt anpassen müssen, empfinden wir Hilflosigkeit. Und dieser Mangel an Kontrolle löst eine Streßreaktion aus. Hinzu kommen die Rituale der Unterwerfung, von denen eines der beliebstesten ist, über die Zeit von anderen zu verfügen. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Wir sind nicht gestreßt, weil wir keine Zeit haben. Sondern wir haben keine Zeit, weil wir gestresst sind. (...) Zeitmangel kann die Streßreaktion des Körpers zwar verstärken, selbst aber nie ihre Ursache sein. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Der Ingenieur Frederick Taylor untersuchte die Bewegungen der Arbeiter bis in jede Muskelregung, damit die Handgriffe am Fließband möglichst schnell ablaufen konnten. Die Propaganda hatte Erfolg. Nach der Uhr zu leben wurde gleichbedeutend mit Aufstieg, Taschenuhren wurden zum Statussymbol. Arme im Amerika dieser Epoche gründeten Uhrenclubs, um mit vereinten Ersparnissen ein solches Gerät anschaffen zu können. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Im Katalog einer amerikanischen Uhrenfirma der Jahrhundertwende hieß es : "Ordnung, Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit sind die Kardinalprizipien, um das Denken junger Menschen zu prägen. (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Goethe kam mit der von ihm selbst bemängelten Schnelligkeit seiner Epoche übrigens bestens zurecht. In "Dichtung und Wahrheit" bekennt er: "Da man immer Zeit genug hat, wenn man sie gut anwenden will, so gelang mir mitunter das Doppelte und Dreifache." Denn: "Die Zeit ist unendlich lang und ein jeder Tag ein Gefäß, in das sich sehr viel eingießen läßt, wenn man es wirklich ausfüllen will." (Stefan Klein: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist)
  • Ewigkeit! Wenn das Gefühl alles ausfüllt, ist kein Platz mehr da für Zeit. Man hat andere Ufer erreicht, jenseits von ihr. (Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon)
  • "Wir sind wie Schiffbrüchige, die ihre Erinnerung verloren haben. Sie haben nichts zu bedauern - denn Erinnerung ist immer auch Bedauern, daß man das Gute, was man gehabt hat, an die Zeit verlieren mußte und das Schlechte nicht besser gemacht hat." (Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon)
  • Ich vertrödele meine Zeit. Noch wenn ich darüber redete, vertrödelte ich sie. (Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes)
  • Sie wissen, daß Zeit ein sehr dünner Aufguß des Todes ist, der uns langsam zugefügt wird wie ein harmloses Gift. (Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon)
  • Seufzer, der Rhythmus unserer Herzschläge, Geburtswehen, Orgasmen, das alles fließt ein in die Zeit, so wie Pendeluhren, die, wenn man sie nebeneinanderstellt, bald im Gleichklang schlagen. (Lucia Berlin: Was ich sonst noch verpasst habe. Stories)
  • Die Relativität unserer Zeitbegriffe setzt uns unser Leben lang immer wieder in Erstaunen. Einmal ist eine halbe Stunde ein Nichts - ein andermal dehnte sie sich zur Ewigkeit. (Wilkie Collins: Lucilla)
  • "der matte Gallert der Tage" (Antonio Lobo Antunes: Fado Alexandrino)
  • Das ist überhaupt das Beste, was der Mensch tun kann. Zeit, Zeit. Die Zeit bringt alles. (Theodor Fontane: Vor dem Sturm)
  • Aber wenn irgend etwas fähig ist, jemanden dem Wahnwitz nahe zu bringen, so sind es wohl vorzüglich die verrückten Orts- und Zeitideen, woran sich alle unsre übrigen Begriffe festhalten müssen. (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser)
  • In allen Lebensbereichen, so glaube ich, zeugt rasches Zur-Sache-Kommen und umstandsloser Vollzug von Verrohung. Allein das Zögern ist human. (Markus Werner: Am Hang)
  • Zeit = diese folgenreichste Erfindung=der-Menschen, besitzt der-Mensch in stets zu geringem Ausmaß; er hat sich Zeit zu !wenig erfunden. Nun ists - zuspät. Denn Zeit kann der-Mensch nirgendwo erobern, keine seiner Kriege brachte ihm Zeit als Beute ein. (Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden)
  • Es gibt immer wieder Momente, in denen uns bewusst wird, dass die Zeit ohne uns weitergegangen ist, dass wir nicht mit ihr gewachsen sind, dass wir, schwächer als sie, krank waren und dass sie nun eine andere ist. (Emmanuel Bove: Colette Salmand)
  • Geduld ließ sich von der Ahnung, dass jegliches Tun sinnlos war, nicht aus der Ruhe bringen. Ausdauer drängte ans Ziel. Geduld ließ sich vom Geschehen treiben. Ausdauer stürmte nach vorn, auch wenn sie dies mit einer Geschwindigkeit tat, die dem unbewaffneten Auge als Stillstand erscheinen musste. Geduld sang den Choral der Unterwerfung. Ausdauer war Zorn in Zeitlupe. (Thea Dorn: Die Unglückseligen)
  • Eine schöne Art, das Verstreichen der Zeit zu messen: am Weiterziehen der Sonne, die plötzlich an einer ganz anderen Stelle steht, ziemlich tief schon wieder, an den wandernden Schatten, am Ortswechsel einer Gruppe von Kühen, die gemächlich und ganz leise fortgetrottet sind. Sie nahm diese Dinge zum ersten Mal bewußt wahr... (Gerbrand Bakker: Der Umweg)
  • ... zog sich auch die Renovierung meiner eigenen Wohnung in die Länge, weil ich diese Aufgabe nur in kleinen Etappen angehen konnte, sie nahm sieben Tage in Anspruch, die sich auf sieben Jahre verteilten. (Jochen Schmidt: Müller haut uns raus)
  • Die Vergangenheit ist immer schön, ebenso übrigens wie die Zukunft. Nur die Gegenwart schmerzt, nur sie trägt man mit sich wie einen schmerzhaften Abszess, den man zwischen zwei Unendlichkeiten stillen Glücks nicht loswird. (Michel Houellebecq: Unterwerfung)
  • Es ist tiefste Nacht, jener kälteste Moment des Lebens zwischen halb drei und halb vier. (Willy Seidel: Alarm im Jenseits)
  • Vielleicht, denkt sie, müßte ein Artenschutz für bedrohte Spiele eingerichtet werden, an die niemand mehr denkt, weil sie langsam, umständlich und ereignislos sind, aber doch nützlich waren, um einen schweigenden Abend in beruhigender Langeweile miteinander zu verbringen. (Annette Pehnt: Lexikon der Angst)
  • Ich habe keine Zeit zu verlieren. Jeder Tag ist ein Tag meines Lebens, der ins Dunkle fällt. (Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand)
  • Ewig. Am Rande der Welt steht ein Berg, der ist hoch bis über die Wolken, und alle hundert Jahre kommt ein klitzekleines Vögelchen geflogen und wetzt seinen klitzekleinen Schnabel am Berg, und wenn der Berg ganz abgewetzt ist, dann ist die erste Sekunde der Ewigkeit um... (Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand)
  • In diesem Leben ist jeder Tag an seinem Platz und birgt Aufgaben in sich. Es gibt keine Zeit, die nicht an ihrem Ort ist. (Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt. Erzählungen)
  • Zeit ist ein Kaugummi, aus dem der Geschmack entwichen ist. (Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt. Erzählungen)
  • Wie die alten Götter unter dem Schicksale, so stehen die neuen unter der Zeit. (Achim von Arnim: Neun Novellen)
  • Die Zeit glitt in Verwehungen unter mir hinweg wie überfrorene Nässe auf einem Highway, unterbrochen von unvermittelten, kurzen stechenden Augenblicken, in denen meine Räder blockierten und ich in die reale Zeit zurückgeschleudert wurde. (Donna Tartt: Der Distelfink)
  • Der Sekundenzeiger auf meiner Uhr dreht sich so dermaßen langsam, dass man es glatt für Arbeitsverweigerung halten könnte. (Rita Falk: Schweinskopf al dente)
  • Man sagt, das Japanische habe Wörter für die Verwandlung, die den Dingen durch die reine Dauer ihres Daseins widerfährt. Eine wundervolle Sprache muss das sein. Im Deutschen gibt es dafür ja nur abwertende Ausdrücke. Der Stein der Zeit, der alles zermahlt. Die Verwitterung, die am Putz nagt. Der Rost, der sich durch die Unterböden frisst. Kein Gespür für das Rascheln der Zeit, das aus Meeresböden Berge und Gebirgen Sandstrand macht. (Per Leo: Flut und Boden)
  • Entwicklungen geschehen viel mehr in Sprüngen, als daß sie stetig sind. So auch altern wir, es ist kein ununterbrochen fließender Prozeß, sondern zehn Jahre lang sehen wir wie die muntersten Vierziger aus, dann klatscht wer in die Hände, erschrocken blicken wir hoch und sehen in den Spiegel. Schlagartig sind wir fünfzig geworden, sechzig, achtzig. Die aus unserm Empfinden von Ununterbrochenheit erstandene Idee-selbst, des Stetigen, ist kulturell; in Wahrheit gibt es zwischen den Sternen das Nichts wie zwischen den Atomen, und wie zwischen Gestern und Heute. (Alban Nikolai Herbst)
  • In dieser fiebrigen Welt gab es kein normales Zeitmaß. (Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River)
  • Die Tage folgten einander mit trügerischer Geschwindigkeit, glatt und gleichförmig dahingleitend wie ein Fluss kurz vor dem Sturz in den Wasserfall. (Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River)
  • Der Sekundenzeiger der alten Uhr auf der Bauernkredenz, in der sie die milchigen Teller verwahrten, hatte die Zeit mit "Tack" und "Tack" und wieder "Tack" in dünne Scheiben zersäbelt. (Hannes Stein: Der Komet)
  • Mit einem bestimmten Teil unseres Wesens leben wir außerhalb der Zeit. (Milan Kundera: Die Unsterblichkeit)
  • ...wie die gefräßigen Uhren ihm die ungenutzten Lebensaugenblicke forttickten. (Eduard Graf von Keyserling: Beate und Mareile)
  • ... wie schrecklich uns jedesmal, trotzdem wir es doch erwarteten, das Vorrücken dieses, einem Richtschwert gleichenden Zeigers schien, wenn er das nächste Sechzigstel einer Stunde von der Zukunft abtrennte mit einem derart bedrohlichen Nachzittern, daß einem das Herz aussetzte dabei. (W. G. Sebald: Austerlitz, S. 13)
  • Denken Sie an den Zeithaushalt des Menschen, die verwundbarste Stelle seiner Existenz. (Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg, S. 26)
  • Auf dem Nachttisch verarbeitete der Wecker knirschend die Sekunden. (Erwin Mortier: Marcel, S. 5)
  • Vor dem Einschlafen denke ich, daß aus Tagen wie diesem das Leben besteht. Punkte, die am Ende, wenn man Glück gehabt hat, eine Linie verbindet. Daß sie auch auseinanderfallen können zu einer sinnlosen Häufung vergangener Zeit, daß nur eine fortdauernde unbeirrte Anstrengung den kleinen Zeiteinheiten, in denen wir leben, einen Sinn gibt... (Christa Wolf: Ein Tag im Jahr. 1960-2000, S. 23)
  • "Morgens fühle ich mich oft wie eine fluglahme Rohrdommel, die nur mit Mühe etwas krächzen kann. Dafür komme ich mir an sehr gelungenen Abenden wie eine unvergleichlich schöne Raubkatze vor. An den Tagen dazwischen fühle ich mich am ehesten wie irgendein Nutztier." (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 38)
  • Der Preis für selbstvergessene Tagträumerei war immer aufs neue dieser Augenblick der Rückkehr, dieses erneute Sich-Wiedereinfinden in das, was zuvor gewesen war und nun noch ein wenig schlimmer schien. (Ian McEwan: Abbitte)
  • Die ganze moderne bekackte Welt der Hetze und Tempobolzerei. (Alois Brandstetter: Die Burg)
  • ... daß in spätestens fünf Jahren, als in der Zeitspanne einer wissenschaftlichen Generation... (Alois Brandstetter: Die Burg, S. 14)
  • Der Zug sollte um 10 Uhr 10 abfahren. Der große Zeiger der Uhr verharrte wie ein Vorstehhund, stürzte sich dann auf die begehrte Minute und hechelte unverzüglich nach der nächsten. (Vladimir Nabokov: Verzweiflung)
  • "Ah, November, November! Vom Moment des Aufstehens an merkt man im Grunde schon, daß es Abend wird." (Margriet de Moor: Der Jongleur)
  • Der Wecker ist der unerbittliche Funktionär der wachsamen Zeitjustiz, den wir selbst eingesetzt haben, um über uns zu herrschen. (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 219)
  • Die Ferien und deren Ausgestaltung sind heutzutage das permanente Dementi der an sie geknüpften Hoffnung auf das befriedigende Leben. (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch)
  • "Sie waren besorgt, daß sie nicht für alles Zeit hätten, und erkannten nicht, daß "Zeit haben" eben bedeutet, daß man nicht für alles Zeit hat." (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 65)
  • Im genauen Verhältnis zur sozialen Hierarchie steht das Wartenmüssen. Je weiter oben einer ist, um so weniger muß er warten. (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 31)
  • Kennzeichen der evolutionären Dynamik, also des natürlichen Fortschritts, ist auch die Langsamkeit, die Gemächlichkeit. Wir können es an uns selbst überprüfen: Wenn wir so schnell verdauen würden, wie wir heute üblicherweise essen, hätten wir alle immerzu Durchfall. (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 159)
  • "Alles ... ist jetzt ultra (...) Alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt... Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen."(Goethe an Zelter)
  • Zeitmanagment ist eine modernisierte Form der Heilswerwartung und daher für die Vertreter der Schnellbeglückungspsychologie ein äußerst attraktives Feld. (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 62)
  • Macht den eiligen Geist nicht zum Heiligen Geist. (Karlheinz Geißler)
  • Seit drei Wochen Tag und Nacht Krankenpflege. Im Krankenzimmer gibt es, wie im Gefängnis, keine Zeit. Tage und Nächte, Stunden und Minuten verwischen sich. ie Krankheit ist Volumen, wie die Zeit. (Sandor Marai: Tagebücher 1984-1989, S. 68)
  • ... chronologische Zurichtung des Alltags. (Karlheinz A. Geißler: Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit, S. 159)
  • Es war irgendwann am Ende des Mittelalters, als einflußreiche Personen meinten, die Bevölkerung sollte wissen, wie spät es ist. Kurze Zeit danach wollten sie es von sich aus wissen, und heute müssen sie es wissen. Damit war die Zeit im ganzen Land hörbar und sichtbar als wichtiges Thema entdeckt. (Karlheinz A. Geißler: Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit, S. 58)
  • Die tausendfach zu hörenden Klage über das Diktat der Uhrzeit: Tut mir leid, keine Zeit" ist unehrlich. Hätten wir nämlich wirklich keine Zeit mehr, dann wären wir tot und könnten uns nicht über unsere Zeitlosigkeit beklagen. (Karlheinz A. Geißler: Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit, S. 14)
  • Zukunftsträume können nur Alpträume sein, zumindest für jene, denen schon vor der Gegenwart graut. (Markus Werner: Am Hang)
  • Doch ist jede Flucht aus der Zeit illusorisch: die Zeit hat uns, nicht wir haben die Zeit. Was wir auch unternehmen, die Zeit handelt durch uns, drückt sich durch uns aus. (Friedrich Dürrenmatt: Literatur und Kunst, Essay und Reden, S. 161)
  • !Was ist Zeit: Illusion, die hartnäckigste.... (Reinhard Jirgl: Die Stille, S. 142)
  • Am nächsten Morgen läutet der Wecker um fünf. Das ist nicht die richtige Tageszeit für einen Gefühlsüberschwang. (Benoite Groult: Salz auf unserer Haut, S. 217)
  • Die Sonne sank rasch am Horizont, und es kam der kurze Augenblick, wo seit urewigen Zeiten der Mensch einen Schauer in seinem Rücken fühlt, weil er ahnt, daß diese Alltäglichkeit ein Wunder ist. (Benoite Groult: Salz auf unserer Haut, S. 92)
  • Die Erfahrung, die wir heutzutage bei jedem Computerwechsel machen, kennt analog auch Fontane: ..."ich weiß nicht, seit wir die Eisenbahnen haben, laufen die Pferde schlechter. Oder es kommt einem auch bloß so vor." (Theodor Fontane: Der Stechlin, S. 236)
  • Abendweg an der Ilm entlang zu Goethes Gartenhaus. Langes Sitzen auf einer Bank vor der weiten Wiese, die unverbaut ist, unverändert seit Goethe sie sah. Herrliche alte Laubbäume. Als Goethes Blick auf sie fiel, waren sie um hundertfünfzig Jahre jünger. Merkwürdiges, herz-angreifendes Gefühl für das, was man "Zeit" nennt. (Luise Rinser: Im Dunkeln singen. Tagebuch 1982-1985, S. 124)
  • Mit sechszehn Jahren ahnt man ja noch nicht, daß eine unerforschliche Weltordnung dem Ungeduldigen, den die Leidenschaft zu hastig durchs Leben und zum Tode zu treiben droht, schöne Sendbotinnen in den Weg stellt, damit sie mit der Pracht und der Last ihres Fleisches die fliehende Zeit aufhalten, den Geist des Ungestümen befriedigen und einschläfern und seinen Körper lehren, gelassen im Schatten des Geistes heranzureifen. (Colette: Erwachende Herzen)
  • Statt im Rausch der Beschleunigung die Drehzahl ihres Unternehmens zu erhöhen, wären somit viele Unternehmer besser beraten, sich in nüchternen Momenten zu fragen, wie es in der "Post-Beschleunigungswelt" ausehen könnte. Doch solange Gewinne geschrieben werden, interessieren sich die meisten Manager nicht für solche Fragen. Und wenn keine mehr geschrieben werden, plagen sie ganz andere Sorgen. (Michael Baeriswyl: Chillout. Wege in eine neue Zeitkultur, S. 75)
  • Im Grunde war überhaupt jeder Urlaub eine Gemeinheit, begangen von zu rasch verstreichenden Tagen und Abenden. (Wilhelm Genazino: Die Ausschweifung, S. 137)
  • Kaum lassen wir uns auf einen vermeintlichen Status quo ein, macht die Zeit einen Ruck, und alles ist anders. (Urs Widmer: Das Verschwinden der Chinesen im neuen Jahr, S. 179)
  • Hektisch heute, was? zeigt, wie relativ alle Zeit ist.Was dem einen zu langsam vergeht, zerrinnt dem anderen nur so zwischen den Händen.
  • Die Zukunft war damals meine Sehnsucht, so wie heute die Vergangenheit mein Heimweh ist. (Arnold Stadler: Sehnsucht. Versuch über das erste Mal, S. 11)
  • Der Uhrzeiger muß wie ein Tier geschlichen sein, da mich rücklings die nächste Stunde überfiel. (Josef Winkler: Menschenkind, S. 109)
  • Bücherleser erleben Gegenwart und vergehende Zeit auf eine ganz bestimmte Weise, die ihnen erlaubt, etwas vom eigenartigen Wesen vergehender Zeit zu erfassen. (Lothar Baier: Keine Zeit. 18 Versuche über die Beschleunigung, S. 83)
  • Seit die westliche Moderne neben den anderen Ressourcen ihrer Produktivität auch die Zeit immer rationeller bewirtschaftet, sind brachliegende Zeiträume zum teuren Luxus geworden. Die Strände der Zeit von einst sind vermessen, begradigt, eingezäunt und zubetoniert. Was dort angeschwemmt wird, kann nicht lange liegenbleiben und womöglich Wurzeln schlagen. (Lothar Baier: Keine Zeit. 18 Versuche über die Beschleunigung, S. 110)

Beleidigungen

  • Ich habe weder die Zeit noch die Buntstifte, dir das jetzt zu erklären. (Retweet)
  • "Geh es langsam an. Das war schon immer dein Tempo." (Hubert und Staller: Alles wird gut)
  • "Sie finden doch noch nicht einmal mit einer Taschenlampe den eigenen Hintern." (Inspector Barnaby S15E03 - Sonne, Mond und Sterne)
  • "Ha'm sie dich mit 'ner Brotkruste aus'm Wald gelockt?" (Morden im Norden S03E01)
  • "Kombination und Intuition sind Ihr intellektuelles Ozonloch." (Alles Verbrecher S01E02)
  • "Ist das ihr erster Tag mit einem neuen Gehirn?" (Monk S05E16)
  • Ich pflege meine Mißachtung lebenden und auch toten Personen gegenüber dadurch Ausdruck zu verschaffen, daß ich mir ihren Namen nur ungenau merke. (Herbert Rosendorfer: Die Donnerstage des Oberstaatsanwalts)
  • "Witz, komm raus, du bist umzingelt", sagte Volker. Er kannte auch einen Haufen neuer Beleidigungen: Blindfisch, Blindsocke, Blindo, Spasti und Tropi (trotz Pille entstanden). (Gerhard Henschel: Kindheitsroman) - Laut Wiktionary ist "Spasti" Jugendsprache der 80er Jahre. Henschel steckt es hier in die Mitte der 70er. - "Und, biste oochn Tropi?" (...) "Nee, ick wa jewünscht."
  • "Als Kolumbus nach Amerika kam, hat er geglaubt, er hätte Indien entdeckt. - Ach, Dalle, als ich dich geheiratet habe, habe ich geglaubt, ich hätte das Paradies entdeckt." (Hugo Claus: Der Kummer von Belgien)
  • "Als Mensch zu doof, als Schwein zu kurze Ohren." (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)
  • "Ich wollte schon immer mal in einem Horrorfilm mitspielen." "Du bringst die richtige Voraussetzungen mit." (Columbo: Alter schützt vor Torheit nicht)
  • "Sie haben das Ende meiner Bereitwilligkeit, Ihre Fragen zu beantworten, erreicht." (Wilkie Collins: Blinde Liebe)
  • "Zur Beerdigung eines so ekelhaften Kerls gehe ich nicht, das kannst du mir glauben!" "Aber ich gehe zu deiner, das verspreche ich dir, und sei es nur, um sicher zu sein, daß der Sarg wirklich fest zu ist." (Georges Simenon: Wellenschlag)
  • Wem will einer wie du Lektionen erteilen – mir vielleicht? Oder Miguel? Ein kleiner, engherziger Korinthenkacker, ein verklemmter Hochtonfurzer wie du? (Alex Capus: Das Leben ist gut)
  • "Ihre Selbstgefälligkeit müßte man besteuern." (Amelie Nothomb: Blaubart)
  • "Mit dir kann man nicht wie mit einem Menschen reden. Du machst sogar Abel zum Mörder." (Laszlo Nemeth: Abscheu)
  • Sie gehören auch nicht gerade zu den sanfteren Naturkatastrophen. (Laszlo Nemeth: Abscheu)
  • Du hast sehr viele gute Eigenschaften, aber Logik ist nicht deine Stärke. (Laszlo Nemeth: Abscheu)
  • Hast du dich im Dunkeln geschminkt, oder hat deine Kosmetikerin Parkinson? (David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar)
  • Du bist beim Erlernen sozialen Miteinanders auch irgendwie hängen geblieben, oder? (Verena Roßbacher: Schwätzen und Schlachten)
  • Wenn Sie mich noch einmal enttäuschen, kuratieren Sie demnächst Fingerfarbenausstellungen von Vorschulkindern." (Forever S01E04)
  • "Hätten Sie unserem Herrgott bei der Schöpfung assestiert, wir wären heute noch bei den Einzellern!" (Pfarrer Braun: Schwein gehabt)
  • Nichts knüppelt einen derart nieder wie zehn Minuten in deiner Gesellschaft. (Verena Roßbacher: Schwätzen und Schlachten)
  • Der Teufel allein weiß, ob du nicht sein Sohn bist. (Achim von Arnim: Neun Novellen)
  • "Wäre dein IQ fünf Punkte niedriger, müßter man dich täglich gießen."
  • "Sie haben einen absolut sicheren Instinkt für Mittelmäßigkeit." (W. Somerset Maugham: Der Menschen Hörigkeit)
  • "Ich kann diese sehr unerhebliche Tatsache, dass er sich unbehaglich fühlt, ganz gut ertragen."
  • "Wie machst du das eigentlich beim Rasieren, wenn du dabei immer den Spiegel ankotzt?" (Wolf Haas: Auferstehung der Toten)
  • "Du befleckst jeden Winkel hier mit deiner Einfältigkeit". (Vicious S01E01)
  • Für Darwin wärst du 'ne Augenweide. (Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand)
  • Mit Ihrer Krawatte würde ich mir nach einem Unfall nicht mal das Bein abbinden.
  • Haben Ihre Eltern Sie eigentlich nie gebeten, von zu Hause wegzulaufen?
  • Verdammt noch mal, ja, ich glaube an den Teufel, vor allem, wenn ich eure Visagen sehe. (Henri-Frederic Blanc: Teufelei)
  • "Vergessen Sie mal für eine Weile, daß Sie Amerikaner sind, und strengen Sie ein bißchen Ihr Hirn an." (Milan Kundera: Die Unsterblichkeit)
  • "Du bist so engstirnig, dass du mit beiden Augen durch ein Schlüsselloch schauen kannst!" (Karl Farkas)
  • Ich bin nicht so dumm, wie du aussiehst. ((Otto Julius Bierbaum: Das höllische Automobil)
  • Die Luft, in der du Atem ziehest, Ist Pest für mich. (Wieland: Musarion)
  • "Sag mal, hast du dich bei der Aufteilung von Gehirnmasse abseits gehalten?" (Burkhard Spinnen: Müller hoch Drei)
  • ... welchen Zusammenhang es zwischen einer Kultur und ihren vorherrschenden Schimpfwörtern gibt. In den Kalvinistischen Ländern ist der Teufel ein schlimmes Schimpfwort, in Amerika geht es um Geschlechtsverkehr, in Deutschland vor allem um Anales. Die Katholiken verfluchen sich meist mit dem Herrn, die Russen und die Araber beleidigen ihre Familien. (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 26)
  • Könnte es dir nicht irgendwie von Vorteil sein, wenn du von Erdboden verschwändest? (Vladimir Nabokov: Verzweiflung)
  • Retweet: RT: "Hast du ne Idee, was ich meiner Mutter zum Muttertag schenken kann?" - "Schenk ihr bitte Kondome. Sowas darf nicht nochmal passieren!"
  • "Mögen Dich die Götter von ihrem Erdkreis vertilgen, Du Schandfleck unseres Jahrhunderts!" (Ovid)
  • "Wenn du's verbockst, gerb ich mir aus deinem Skrotum einen Tabakbeutel, verstanden?" (Verena Rossbacher: Verlangen nach Drachen)
  • "Du jämmerlicher Anfänger, du bescheuerter Trottel, du bist ja feuergefährlich blöd. Eine Affenschande. Du Blödian. Du erbärmlicher Piesepampel" (Die Olsenbande läuft Amok)
  • "Sie besserwisserischer, neunmalkluger Einsteinverschnitt!" (Die Simpsons S03E09)
  • ... in der Turnhalle probten die Volkstanzwachteln. (Irmtraud Morgner: Trobadora Beatriz, S. 455)
  • "Die für dich passende Umgebung nennt man psychiatrische Anstalt", sagte mein Vater. (David Sedaris: Schöner wird's nicht)
  • "Wenn es je eine fettbäuchige, kleine menschliche Laus gegeben hat, der man die Eingeweide rausreißen sollte und auf deren Überresten starke Männer in genagelten Stiefeln rumtrampeln müßten, so sind Sie es, Mr. Pott." (Pelham G. Wodehouse: Schloß Blandings im Sturm der Gefühle, S. 164)
  • "Ist sie nicht häßlich genug, um den Messias vom Kommen abzuhalten?" (Israel Zangwill: Der König der Schnorrer, S. 76)
  • Ein Glücksfall wäre es gewesen, wenn sein Vater ihn ins Gebüsch gespritzt hätte! (Sven Regener: Der kleine Bruder)

Dinglichkeiten

  • Bei Kaufhausdrehtüren frage ich mich auch immer, wer das Tempo festgelegt hat, das mir viel zu langsam erscheint. Auf Reisen im Ausland irritiert es einen, wenn das Rolltreppentempo dort höher oder niedriger ist, man muß sich erst anpassen, unser Leben wird viel stärker von DIN-Normen bestimmt als von Verboten, gegen die wir stattdessen aufbegehren. (Jochen Schmidt: Zuckersand)
  • Ich wunderte mich wieder, wie klaglos wir als Fußgänger akzeptierten, daß unsere Wege ständig von Straßen unterbrochen wurden, auf denen die Autos Vorrechte genossen, so daß wir uns in Parasiten des Straßenverkehrs verwandelten. (Jochen Schmidt: Zuckersand)
  • Als Kindern ist uns vermittelt worden, den größten und farbenprächtigsten Früchten mit Mißtrauen zu begegnen, da sie geschmacklich unter Umständen enttäuschen würden. Das kluge Kind nahm den verschrumpelten Apfel, in dem die Geschmacksmoleküle auf Kosten der Schönheit eng zusammengerückt waren und Kraft gesammelt hatten. (Jochen Schmidt: Zuckersand)
  • ... Hosenknöpfe von der Sorte, die als "Junggesellenknopf" bezeichnet werden, weil man sie nicht anzunähen braucht. (Hugo Claus: Der Kummer von Belgien)
  • ... wird aber in seinem Elan von einem Mann ausgebremst, der mit einer rustikalen Lederschürze ausgestattet ist, wie sie von Männern getragen werden, die ihr Leben einem vom Aussterben bedrohten Handwerk gewidmet haben. (Jonas Lüscher: Kraft)
  • Ein sehr gutes Rot, das beste, was es gab, hier hatte der Maler nicht gegeizt, es war Sinopia-Hämatit, um genau zu sein, nicht zu verwechseln mit Sinopia, der roten Erde, von der man ganze Schiffsbeladungen aus der gleichnamigen Stadt am Pontus Euxinus heranschaffte, wie das Schwarze Meer damals hieß. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)
  • ... die damals mickrigen Eier darin aufzuschlagen: Ich habe mir sagen lassen, daß sie nicht größer waren als die von Ringeltauben. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land) - Wieder etwas gelernt: Hühnereier waren früher nicht so groß wie heute.


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