Navigation

Rubriken

Themenstreusel (3)

Alkohol amp Co

  • Seit ich nichts mehr trinke, sehe ich alles viel klarer. Befürchte, das treibt mich in den Alkoholismus. (Gelesen auf Facebook)
  • ... säuft sich mal so richtig amtlich zu! (Ralf Rothmann: Berlin Blues. Ein Schauspiel, S. 33)
  • ... das alkoholisch-ölige Umherschweifen ihres Blicks. (Wilhelm Genazino: Mittelmäßiges Heimweh)
  • Sie lächelte. "Das ist das Problem bei Portwein mit Zitrone, nicht? Die Wahrheit kommt heraus." (Pat Barker: Niemandsland)
  • Der Abend zog sich hin. Richard trank viel, Wodka und Bier, ihm war es längst zur Gewohnheit geworden, nachts mit Alkohol in die Zielgerade einzubiegen. (Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg, S. 110)
  • Seine alkoholische Flackerexistenz... (Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg, S. 109)
  • Von einigen Zigarren abgesehen, hatte er in seinem Leben keine andere Droge als Alkohol genossen, aber er ahnte, daß die Einzigartigkeit des Alkohols und hier vor allem des Biers darin bestand, sich damit erstens lange und zweitens gewohnsheitsmäßig auf einem zumeist sozialverträglichen Rauschpegel bewegen zu können. (Patrick Hofmann: Die letzte Sau, S. 170)
  • "Mal sehn, was Hertha noch hat." Er kam mit einer Flasche Klaren. "Trinken Sie mit?" "'Komme, wen dürstet, und trinke, wer will!'" "Den trinkst du doch?", wandte er sich an Achim. "Weißen sieht die Leber nicht." "Daß ihr immer saufen müßt", ärgerte sich Sonja. "Dumm frißt, intelligent säuft", konterte Achim. (Patrick Hofmann: Die letzte Sau, S. 132)
  • Vavra wurde der obligatorische Schnaps serviert, der die Medizinschränke und die exorzierenden Rituale dieses Landes beherrschte. (Heinrich Steinfest: Tortengräber, S. 47)
  • Der Alkohol schwemme nur das Grundsatzelend an die Oberfläche. (Markus Werner: Die kalte Schulter, S. 113)
  • Mabel liebte Bücher, Bridge und Gin - nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. (Leona Rostenberg; Madeleine B. Stern: Zwei Freundinnen, eine Leidenschaft. Unser Lebenfür seltene Bücher)
  • Der Dichter verfügte nicht über die Fähigkeiten, mit denen andere Menschen ihr Vorankommen in der Welt sichern. Sein Egoismus galt einzig und allein der Sprache. Er starb schließlich in relativ jungen Jahren am Alkohol, denn er, der im freundlichen Amerika ganz auf sich allein gestellt war, konnte nur durch Alkohol untergehen. (Philip Roth: Das sterbende Tier, S. 58)
  • Nach 5 Bier wird mir so manches blausibel. (Markus Kolbeck)
  • Glücklich werden sie kaum, die Millionen Elenden, Bettelnden, Verwahrlosten, die Wermutbrüder, die Wodka- Leichen, die Stadtstreicher, die Clochards: dem Alkohol verfallen, kaum je noch vor ihm zu retten, aber ein bißchen von ihm getröstet und wahrscheinlich durch ihn vor dem größeren Unglück bewahrt, klaren Kopfes registrieren zu müssen, in welcher Misere sie leben. (Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andere Gebrauchsanweisung)
  • Wenn man getrunken hat, weiß man das Rechte. (Goethe: West-östlicher Divan)
  • Wenn es was zu saufen gab, kippte er seine Ration und hielt andächtig inne: Boah, das zieht rein! Als ginge der liebe Gott barfuß durch die Adern... (Michail Schischkin: Venushaar)
  • Nachdem sie beim Essen viel Wein getrunken hat, zeigt sie weniger Neigung zu verbissener Empfindlichkeit. (Philip Roth: Gegenleben)
  • Das Glücksgefühl, das sich manchmal nach der genau richtigen Menge Alkohol für einen kurzen Moment einstellte... (Martin Suter: Der Teufel von Mailand)
  • Ich trinke nicht viel, aber es gibt im Leben eines Mannes Augenblicke, da ist Alkohol einfach nahrhafter als feste Kost. (Paul Auster: Die Brooklyn-Revue)
  • So gut möchtes ich auch einmal haben: "Seit ihrer letzten Therapie vor anderthalb Jahren war sie trocken und durch eine differenziert auf sie abgestimmte Medikation so gut eingestellt, daß keiner ihrer kleineren oder größeren depressiven Schübe sie wieder ans Spirituosenregal im Supermarkt getrieben hatte." (Georg M. Oswald: Vom Geist der Gesetze, S. 98)
  • eine Flasche Sliwowitz ... diese innere Heizung. (Franz Werfel: Cella oder Die Überwinder)
  • "Wie können Sie diesen Fusel nur trinken?" "Ganz einfach, da ist Alkohol drin" (Navy CIS, S2E19)
  • ... ein versteifter und schweigsamer Junggeselle, dem sich erst beim dritten Schoppen die Zunge zu lösen pflegte. (Theodor Fontane: L' Adultera)
  • Niemals durcheinandertrinken, willst du nicht vornübersinken. (Julian Barnes: Als sie mich noch nicht kannte)
  • "Ob ich morgen leben werde, Weiß ich freilich nicht; Aber wenn ich morgen lebe, Daß ich morgen trinken werde, Weiß ich ganz gewiß." (Lessing)
  • Generell gilt für dieses bestbekömmliche aller Ausschreitungen: "Wein war das Getränk der Alten Welt schlechthin". (...) In der Bibel gibt es etwa 1200 Anspielungen auf den Wein, die Weinberge und auf die Winzer. Nur 45 davon verurteilen die Trunkenheit. Bei dieser Relation weiß man, was man zu tun hat.) (Karlheinz Geißler: Zeit - verweile doch. Lebensformen gegen die Hast, S. 212)
  • Der Denker sich vom Wein befeuchten lasse, damit er recht des Geistes leuchten fasse. (Wilhelm Weischedel)
  • Um sich eine gelenkige Zunge zu erhalten, hatte Schorsch vorher Schnaps getrunken. (Oskar Maria Graf: Wir sind Gefangene, S. 239)
  • "Der Begriff 'exzessives Trinkverhalten' wird von unbelesenen Drogenforschern oft naiv verwendet. Arno Schmidt, der sich der Trockenheit in Bargfeld mit eruptiver Konsequenz erwehrte, ... (Michael Krüger; Faude, Ekkehard: Literatur Alkohol. Zur Konvergenz von Flüssigkeitsbedarf und exzessivem Buchstabenverbrauch)
  • Die Deutschen vollziehen durch den Alkohol eine merkwürdige Metamorphose: Beim ersten Glas Wein hält man sie für genießende Franzosen, beim zweiten für humorvolle Italiener, beim dritten für temperamentvolle Araber und ab dem vierten Glas wieder für Deutsche. (Rafik Schami)
  • Es gehört zum Befriedigendsten, ich weiß es aus Erfahrung, morgens um zwei Uhr ohne einen Tropfen Alkohol im Blut, ausgerüstet mit Führerschein, Fahrzeugausweis, Pannendreieck und vier profilstarken Reifen, in eine Polizeikontrolle zu geraten und dabei zu beobachten, wie die Organe nach Freundlichkeit und Fassung ringen. (Markus Werner: Bis bald, S. 93)
  • Der General war, wie alle Trinker, sehr zartfühlend, und wie alle heruntergekommene Trinker verwand er es nur schwer, wenn man ihn an seine bessere Vergangenheit erinnerte. (Fedor M. Dostoevskij: Der Idiot, S. 378)
  • "Alkohol ist Tod", sagte Bernadette. "Hör mal, ich bin Barkeeper." "Dann verkaufst du den Tod. Ich hab's ja gleich gewußt." "Na ja, alles stirbt mal, nicht? Mit Alkohol schmeckt es wenigstens." (Jörg Fauser: Mann und Maus. Erzählungen, S. 16)
  • Zum Glück gab es den Alkohol, um uns ab und das Gefühl zu vermitteln, daß Bewegung in unserem Leben war. Die Sonntage und Samstage wurden immer dehnbarer, vorwärts und rückwärts, bis sich die Wochenenden schließlich über den Mittwoch hinweg die Hand reichen. (A.Th.F. van der Heijden: Fallende Eltern, S. 29)
  • Da der Doktor auch nichts dagegen hat, daß der Kranke mit Maßen Wein trinkt, so trinkt er also fleißig und manchmal ein wenig übers Maß. Das tut übrigens nichts, er lärmt nicht, sondern benimmt sich gut, nur sein Blick wird starr, als folge er einem Kreidestrich. Fräulein d'Espard leistet ihm Gesellschaft. (Knut Hamsun: Das letzte Kapitel, S. 529)
  • Die Sonne der Jugend sprenkelte ihre Erinnerungen, indes Arlene von Zeit zu Zeit steif ihre Beine auf dem Sofa zurechtrückte und Fredericks tiefer in den Sessel und in alkoholische Milde sank und der Himmel mit seinen ziehenden Wolken in Abendbläue eintauchte. (John Updike: Der Mann, der ins Sopranfach wechselte, S. 86)
  • "Ja." Kimy wird ganz schwermütig. "So ein netter Mann, dein Dad. Ich weiß nicht, warum er sich so gehen läßt." "Er ist Alkoholier. Und Alkoholiker verhalten sich so. Das steht so in ihrer Jobbeschreibung: Zerfall, und danach weiterer Zerfall." (Audrey Niffenegger: Die Frau des Zeitreisenden, S. 230)
  • So beduselt waren wir, daß wir nach einem zweiten oder vielleicht auch dritten Eimer voll 'Fried Foxes' einen absolut narrensicheren Neunzehn-Punkte-Plan skizziert hatten, wie man die Welt in vierzehn Tagen in Ordnung bringen konnte. (Kyril Bonfiglioli: Charlie Mortdecai in Das große Schnurrbart-Geheimnis, S. 130)
  • Ich trank zuerst vom Wein, um die Stimmung zu vertiefen und ihr Profil zu verleihen, denn Alkohol ist wie das Einschalten des Lichts in einem dunklen Zimmer, es verändert das Interieur nicht, zeigt nur die Anordnung aller Gegenstände. (Maarten 't Hart: Ein Schwarm Regenbrachvögel, S. 156)
  • "Meine Mutter glaubt, Sebastian ist ein unverbesserlicher Säufer. Stimmt das?" "Er schwebt in Gefahr, einer zu werden." "Ich glaube, Gott hat für Säufer mehr übrig als für sehr viele achtbare Leute." (Evelyn Waugh: Wiedersehen mit Brideshead, S. 132)
  • "Nehmen Sie einen Aperitif, das wird Ihnen guttun." "Nein, danke. Wird er nicht. Mir guttun." "Aha?" "Das habe ich herausgefunden. Nicht einmal Wein." Sie konnte sich nicht bremsen. "Vielleicht tut er einem nur gut, wenn ... alles in Ordnung ist." "Das ist keine allgemein verbreitete Ansicht." (Sybille Bedford: Ein trügerischer Sommer)
  • Er hielt es für töricht, Alkohol als Quelle der Inspiration zu betrachten. Alkohol engte seine Phantasie auf die begrenzte Wahrnehmung eines Betrunkenen ein. In diesem Zustand nahm er weder Details noch Perspektive wahr. Und doch begrüßte er ihn, ja, er suchte ihn sogar bewußt. (Peter Ackroyd: Wie es uns gefällt)
  • ... in einem Anflug alkoholbedingter Zuneigung. (Markus Werner: Am Hang)
  • Aber ich hielt meinen Leib nicht in Ehren, !was auch ?ehren an diesem dreckigen müdgebeugten, zerschundenen Fleisch-& suchte, wie viele meiner Kollegen den flüssigen Selbstmord-in-Raten, den-Suff... (Reinhard Jirgl: Die Stille)
  • Zu den vielen Dingen, die man vermeiden sollte zählen Gespräche mit Säufern über die Flasche & Gespräche mit Gläubigen über ihren-Gott. (Reinhard Jirgl: Die Stille)
  • Glücklich werden sie kaum, die Millionen Elenden, Bettelnden, Verwahrlosten, die Wermutbrüder, die Wodka- Leichen, die Stadtstreicher, die Clochards: dem Alkohol verfallen, kaum je noch vor ihm zu retten, aber ein bißchen von ihm getröstet und wahrscheinlich durch ihn vor dem größeren Unglück bewahrt, klaren Kopfes registrieren zu müssen, in welcher Misere sie leben. (Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andereGebrauchsanweisung, S. 108)
  • Wenn man getrunken hat, weiß man das Rechte. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Er rauchte so viele Zigaretten, daß, als er eines Tages die Marke wechselte, seine bisherige Konkurs machte. (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab)
  • Ich schrieb der besorgten Leserin, daß die Eigenschaften und Wirkungen des Kognaks mir nicht unbekannt seien, und daß ich dieses Getränk keineswegs für die Gesundheit zu mir nehme, sondern lediglich zum Vergnügen und um nicht etwa ein allzu hohes Alter erreichen zu müssen. (Hermann Hesse: Sämtliche Werke, Bd. 14: Betrachtungen und Berichte. 1927-1961, S. 14)
  • ... der offene Beichtstuhl alkoholumnebelten Gesprächs (Brian Moore: Die einsame Passion der Judith Hearne)
  • Ich kannte einen Mann, sagt Hansen, der sich jeden Abend dermaßen betrank, daß er am nächsten Morgen nicht mehr wußte, wie er ins Bett gekommen war. Die üblichen Gedächtnislücken. Bei ihm war es aber so schlimm, daß er sogar vergessen hatte, daß er überhaupt betrunken gewesen war - bis zu seinem Ende lebte er in dem festen Glauben, Antialkoholiker zu sein. (Michael Schulte: Goethes Reise nach Australien. Erzählungen, S. 15)
  • Eine Flasche Branntwein beleuchtete die leere Küche mit dem Votivlicht eines Zirrhoseglücks. (Antonio Lobo Antunes: Elefantengedächtnis, S. 21)
  • Nur Narren oder etolierter Ästheten sind Abstinenzler : die können nie erlebt haben, wie Schnaps bei völliger körperlicher Erschöpfung Wunder wirkt. Außerdem kann ich Menschen ohne Gelüste nicht ausstehen. (Arno Schmidt: Schwarze Spiegel)
  • Ich habe immer nur getrunken, um die Bildkraft der Seele zu steigern; dem geschundenen Geist die irdenen Bremsklötze wegzunehmen; die Peripherie des Einheitskreises zu weiten. (Arno Schmidt: Schwarze Spiegel)
  • O Trunkenbold, dein Antlitz ist abscheulich, / Dein Atem sauer, die Umarmung greulich, / Durch deine Säufernase kommt der Ton, / Als sagtest du nur stets 'Simson, Simson!'(Geoffrey Chaucer: Canterbury-Erzählungen, S. 425)
  • Sein Versprechen, "gegen halb zwei" zu Hause zu sein, hielt er pünktlich ein, allerdings nicht mittags, sondern nachts. Die "Sonntagshose", auf die sein Söhnchen nicht einmal hatte 'zeigen' dürfen, war dann versaut durch Mayonnaisebatzen, von den Pommes getropft, mit denen er seinen vom Bier und Genever hervorgetriebenen Säuferhunger gestillt hatte. (A.F.Th. van der Heijden: Das Gefahrendreieck, S. 91)
  • Benno, das Genie, verglühte vor ihren Augen wie eine Sternschnuppe, und die Freunde sahen das nicht nur mit Bedauern. Isidor betrachtete es geradeheraus als Rehabilitierung seiner eigenen Lebensform: Wenn sogar Künstler saufen, die ausschließlich aus eigener Vollmacht handeln, wer kann dann die Pfarrer anklagen, die unter so vielen Zwängen stehen? (Petra Morsbach: Gottesdiener, S. 340)
  • Um die bewußtseinserweiternde Wirkung des Alkohols, die mich, wie ich zufrieden feststelle, allmählich auf die Höhe Brunoischer Weltsicht gelangen läßt, noch zu heben, bestelle ich mir zwei weitere Schnäpse. (Monika Maron: Die Überläuferin, S. 113)
  • Die Welt hat noch keinen glücklichen Menschen gesehen, es sei denn, er wäre betrunken. (Monika Maron: Die Überläuferin, S. 75)
  • ... das für seinen Seelenfrieden erforderliche Quantum Rotwein. (John von Düffel: Houwelandt, S. 13)
  • ... mit einer Flasche krisenmildernden Kirschrums. (Arno Geiger: Es geht uns gut, S. 191)
  • "Liebe", sagt er, hat etwas Unberechenbare, Sprunghaftes, ich dagegen liebe höchstens das Bier, Bier ist solider, denn beim Bier ist der Absturz eine vorhersehbare, kalkulierbare Sache. (Hanns-Josef Ortheil: Die grosse Liebe, S. 312)
  • Die gesamte Stadt schien auf den Beinen zu sein. Genau wie in jeder anderen englischen Kleinstadt an einem Samstagabend. Heerscharen von Leuten zogen von Pub zu Pub wie Gnus in der Regenzeit. Wir drei zogen hinterher. (Magnus Mills: Die Herren der Zäune, S. 96)
  • Spät in der Nacht, als sie sich beide in die gelenkigere Jugend zurückgetrunken hatten... (Annie Proulx: Das grüne Akkordeon, S. 592)
  • Ab und zu muß ich mich mal besaufen, sonst werde ich verrückt an dieser schönen Welt. (Gerd Prokop: Wer stiehlt schon Unterschenkel, S. 36)
  • ... verschwand mit dem sachten und vorsichtigen Schritt der regelmäßig Betrunkenen, die wissen, daß sie auf sich aufzupassen haben, treppab. (Hans Fallada: Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, S. 304)
  • Wie vielen Trinkern gefiel ihm der Gedanke, jeder neue Morgen zöge einen Schlußstrich unter den vorangegangenen Tag. (Ian McEwan: Saturday, S. 191)
  • Janda hatte die Nudeln zu scharf gemacht, das Löschwasser, hier: selbst gemachter Johannisbeerwein (In wessen Garten haben wir die gepflückt? Vergessen) war kratzig und hatte astronomische Prozente. Selbst Kinga mußte sich räuspern. (Terezia Mora: Alle Tage, S. 222)
  • Da Theo sich mit Kaffee nicht auskennt, ist das Gebräu dreimal so stark wie gewohnt. Henry, als guter Vater, trinkt die Tasse leer. Nun ist er wahrlich für den Tag gewappnet. (Ian McEwan: Saturday, S. 37)
  • Ohne Drogen ist es anstrengend, Fremden gegenüberzutreten. (Edward St. Aubyn: Nette Aussichten, S. 14)
  • Das wahre Alter wird nicht nach Jahren gezählt, sondern nach der Häufigkeit des Rauschs. (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • "Laßt uns ein oder zwei Gläser trinken und davon träumen, daß es nur eine, allen gemeinsame Welt mit einer für alle Menschen gerechten Regierung gibt." (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • "Ist das kalt! Kannst du nicht aus Mitleid mit dir selbst im Winter mit dem Feiern aufhören?" Jasin schmunzelte. "Wie du weißt, verändert der Alkohol die Jahreszeiten." (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • Liebende und Betrunkene haben einen Gott ganz für sich allein. (Honore de Balzac: Ursule Mirouet)
  • Der General war, wie alle Trinker, sehr zartfühlend, und wie alle heruntergekommene Trinker verwand er es nur schwer, wenn man ihn an seine bessere Vergangenheit erinnerte. (Der Idiot, S. 378)
  • Was soll das jahrelange Meditieren im tibetanischen Hochland, wenn sich der gleiche Effekt mit zwei Flaschen schlechtem Rotwein erzielen läßt? Betrunken sein heißt, nicht an Fragen zu verzweifeln, auf die es keine Antwort gibt. (Sibylle Berg: Der Mann schläft, S. 233)
  • Bereits nach diesem einen Glas spürte Mortensen jene Leichtigkeit, die ihm helfen würde, dem gerade angelaufenen Wintertag mit der nötigen Gelassenheit zu begegnen. (Heinrich Steinfest: Ein sturer Hund, S. 70)
  • Mich befreit der Wein wie alle von Natur Schwermütigen. (Franz Werfel: Der Abituriententag, S. 65)
  • Daß wir trinken, ist ein Ausdruck philosophischer Tollwut. (Wladimir Schinkarjow: Maxim und Fjodor, S. 58)
  • ... vor allem Wein getrunken, und zwar gute Weine, Weine, die einem jenes Glücksgefühl bringen, das man sucht, wenn man sich nicht nur die Birne vollknallen will. (Uwe Timm: Rot, S. 183)
  • Es war früher Nachmittag, die beste Zeit, die Zeit der Ansprechbarkeit aller Säufer und Schriftsteller dieser Welt, kurz bevor die erste Flasche geöffnet wird. (Arnold Stadler: Sehnsucht. Versuch über das erste Mal, S. 196)
  • Der Barkeeper - gläsern, gelblich und dicklich wie ein mächtiges Schauobjekt des eigenen Angebots, eine Flasche seiner selbst... (Heinrich Steinfest: Der Umfang der Hölle, S. 271)
  • Alkohol ist keine Antwort, aber man vergisst beim Trinken die Frage. (Henry Mon)
  • Mit dem Alkohol ist es wie mit der Liebe. Der erste Kuß ist magisch, der zweite vertraut, der dritte schon Routine. Danach dann zieht man das Mädchen aus. (Raymond Chandler)
  • Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel. (Charles Bukowski)
  • Ein Alkoholiker ist eine ungeheure Steigerung dessen, was ein Mann ohnehin schon ist. (Martin Walser)
  • Alkohol ist eine schöne Sache, und Frauen sind eines schöne Sache, aber man muß sie streng getrennt halten. (Ingomar von Kieseritzky)
  • Ohne Alkohol erlebt man alles in Echtzeit. Es wirkt also subjektiv lebensverlängernd, aber Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache. (Harry Rowohlt)

Männer & Frauen

  • Nach wie vor betet er sie an und ginge ihr zuliebe bis ans Ende der Welt. Sie kennt ihre Macht und gebraucht sie auch; da sie aber sehr wohl weiß, daß Beschwatzen und Schmeicheln gefahrloser als Befehlen ist, mäßigt sie klugerweise ihre Tyrannei durch Schöntun und gutes Zureden, damit er glaubt, er sei ein vom Schicksal begünstigter und glücklicher Mann. (Anne Brontë: Die Herrin von Wildfell Hall, S. 343)
  • Das Frauenzimmer (...) ist ein Objekt, welches, so viel man es auch studieren mag, doch immer vollkommen neu bleibt. (Tolstoj: Anna Karenina)
  • "Denn geruht eine Dame einer Beweisführung zu lauschen, die ihrer eigenen Meinung zuwiderläuft, ist sie immer von vornherein entschlossen, nur mit den leiblichen Ohren zuzuhören; die geistigen Organe verschließt sie mit aller Kraft selbst vor dem stärksten Argument." (Anne Brontë: Die Herrin von Wildfell Hall, S. 48)
  • Die Verdammung durch die sogenannten ehrbaren Leute war bald kein Schreckgespenst mehr für mich. Ich habe gelernt, mit allen Tricks zu arbeiten. Ein noch viel wichtigeres Ergebnis war, daß ich allen Respekt vor einem falschen Feind in mir zerstört habe, ich weiß jetzt, was die Verteidiger der Tugend wert sind: sie stammen vorwiegend aus der immens großen Schar der Ehebrecher. (Julien Green: Der Übeltäter, S. 147)
  • "Die meisten Erbkrankheiten liegen auf dem X-Chromosom. Deshalb haben Männer keinerlei Ausgleich. Sie sind anfälliger, und sie sterben früher." Fast konnten sie einem leidtun. Sie hatten wirklich einiges zu kompensieren. Deshalb mußten sie sich auch so viel einfallen lassen: Erfindungen und Kriege. Geheimdienstüberwachung. Reden auf dem Schulhof. Straßenumbenennnungen. (Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe, S. 122)
  • "Warum zum Beispiel haben auch Männer Brustwarzen? Obwohl sie nicht stillen müssen." Ratlosigkeit. "Erogene Zone?" Kevin. Wer sonst. "Weil die Embryogenese grundsätzlich erst einmal das Weibliche vollzieht. Auch wenn vom Moment der Befruchtung an klar ist, welches Geschlecht der Embryo einmal haben wird. Das Ypsilon ist nur dafür da, daß die Entwicklung zum Weiblichen unterdrückt wird. Männer sind Nicht-Frauen." Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe, S. 122)
  • Was war das schon, Liebe? Ein scheinbar wasserdichtes Alibi für kranke Symbiosen. (Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe, S. 98)
  • Oh, wie ich sie liebte! Wie man eben liebt, wenn man es nicht gewohnt ist. (Helmut Krausser: Eros, S. 24)
  • "Glaubst du eigentlich, daß man eine Frau braucht? Jetzt nicht nur fürs Bett - ich meine, um glücklich zu sein und so?" DeLoo kurbelte das Seitenfenster runter. Der Geruch von rohem Fleisch im Wagen vermischte sich mit dem von Make-up und Parfüm. "Man ist vollständiger", sagte er. "Aber glücklich... Ich weiß nicht. Wahrscheinlich ist es gar ncht so wichtig, glücklich oder unglücklich zu sein, oder? Man lebt. Und aus." (Ralf Rothmann: Hitze, S. 107)
  • Aus der bisherigen Erfahrung der Ehe war doch nur der Schluß zu ziehen, daß Gepflogenheiten der Nähe, waren sie einmal verschüttet, sich, wie für ewig vergessen, niemals wiederbelebten. (Jan Peter Bremer: Der amerikanische Investor, S. 51)
  • Ab sofort gehöre ich zu den vielen Menschen, die eine mißratene Ehe zu ihrem Lebensmüll zählen müssen. (Wilhelm Genazino: Mittelmäßiges Heimweh)
  • "Sie kennen die Frauen nicht, mein guter Mathias", sagte Paul. "Um glücklich zu sein, muß man sie lieben, wie sie geliebt werden wollen. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Wenn zwei Menschenwesen, die bis zum Ende gemeinsam durchs Dasein gehen wollen, über nichts als das Gefühl verfügen, so sind dessen Quellen bald erschöpft, und es kommt nur zu schnell zu Gleichgültigkeit, Übersättigung und Abscheu. Ist das Gefühl einmal hingewelkt, was soll dann werden? (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • "Doch, Paul empfindet Liebe für dich; aber wenn eine verheiratete Frau nicht auf der Hut ist, so verflüchtigt sich nichts schneller als eheliche Liebe. Der Einfluß, den die Frau auf ihren Mann haben muß, hängt von ihrem Debüt in der Ehe ab; du bedarfst trefflicher Ratschläge." (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Wie hätte Paul, der liebte, wie man liebt, wenn das Begehren größer ist als die Liebe, in einem Mädchen dieses Charakters, dessen Schönheit ihn blendete, die Frau erkennen können, die sie mit dreißig Jahre sein mußte. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • In den meisten Familien führen Mitgift und Übereignungen, wie sie im Ehekontrakt niedergelegt werden müssen, zu primitiven Feindseligkeiten, die sich aus Selbstsucht, aus der Verletzung dieser und jener Gefühle, aus Bedauern über die zu bringenden Opfer und dem Verlangen ergeben, diese zu mindern. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Ich will dir nichts von all dem Lästigen, Langweiligen, Verstimmenden, Tyrannischen, Widerwärtigen, Störenden, Erblödenden, Betäubenden und Lähmenden vorreden, das in dem Kampf zweier Menschen herrscht, die immer beieinander, auf ewig gebunden sind uns die sich beide getäuscht haben, als sei meinten, sie paßten zusammen. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Die Ehe (...) ist das dümmste aller sozialen Opfer; einzig unsere Kinder haben den Nutzen davon und wissen ihn erst richtig einzuschätzen, wenn ihre Pferde aus unseren Gräbern entsprossenen Blumen abweiden. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Männliche Liebende können durch zuviele Entgegenkommen nicht weniger verdorben werden als weibliche, und Elfrides gleichbleibende Unterwerfung hatte Knight, so sehr er auch an ihr hing, zu einem - wenn es darauf ankam - recht fordernden Gebaren verleitet. (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • "Ich meine, daß eine Frau die Pflicht hat, so schön zu sein, wie sie kann." (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • Die Kunst, die rätselhaften Kräfte richtig zu deuten, die zuweilen in Frauen am Werk sind - bei manchen Männern ein untrüglicher Instinkt - ist besonders Gemütern eigen, die weniger gradlinig und aufrichtig sind als Knight. (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • "Sage ich ja, dann sind Sie beleidigt, sage ich nein, glauben Sie nicht, daß ich's ernst meine", antwortete er und sah ihr gespannt ins Gesicht. "Nun gut", gab sie mit einem kleinen sorgenvollen Seufzer zurück "'Das ist ferne und sehr tief; wer will's finden?" Ich nehme an, ich muß Sie nehmen wie die Bibel - was ich kann, herausfinden und verstehen, und daraufhin den Rest einfach schlucken, kraft schlichten Glaubens." (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • "Es ist erstaunlich, wie wenige Frauen die Musik wirklich schätzen, ohne sie als Mittel zum Zweck zu betrachten, selbst wenn man von denen absieht, in denen sowieso nichts steckt. Sie mögen Musik meist wegen der angenehmen Begleitumstände." (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • ... daß es im wirklichen Leben bei den Männern eine Sache des Instinkts ist - diese Versuche, vorwärtszukommen. Sie stellen plötzlich fest, daß sie ohne Bedacht schon begonnen haben, es ein wenig zu versuchen, und sie sagen sich "Wenn ich es schon so weit versucht habe, werde ich es jetzt noch etwas mehr versuchen.' Sie machen weiter, weil sie angefangen haben." (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • "Die Ehe ist eine höchst angenehme Insitution, wenn sie den Ehemännern das Talent verleiht, die Wünsche der Frau zu erraten." (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • "Streitet nicht allzu sehr, Kinder, ihr seid noch nicht verheiratet." (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • Die Ehe (..) ist das soziale 'Bis hierher und nicht weiter'. Bist du verheiratet, dann kannst du ncht mehr über dich hinaus, sofern deine Frau nicht geruht, sich deiner anzunehmen. (Honore de Balzac: Der Ehekontrakt)
  • In meinem Herzen warst du der Fels, auf den eine Religion sich baute. (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • Jede Frau, die einem Mann bleibenden Eindruck macht, erscheint in der Erinnerung vor seinem geistigen Auge gewöhnlich so, wie es bei einer bestimmten Gelegenheit war. (Thomas Hardy: Blaue Augen)
  • "Er war mal ein ganz guter Rancher, aber seine Frau ist gestorben, und nun ist er ein dreckiger alter Eber in seinem Saustall", hatte ihr Vater gesagt. "Haltet euch da fern!" Die Männer hatten diese Schwäche, dachte Inez, daß ein Ereignis sie aus der Bahn werfen und geradewegs in den moralischen Bankrott stürzen konnte. (Annie Proulx: Weit Draußen. Geschichten aus Wyoming, S. 125)
  • Der Liebende ist unverwundbar. Außer von der, die er liebt. Er lebt unter einem anderen Himmel. Anwesend nur zum Schein. Wenn die über das Wetter und über Kant reden, herrscht in ihm das heilige Durcheinander der Liebe. (Martin Walser: Ein liebender Mann, S. 207)
  • Die Ehe, das weiß er, ist eine Form, etwas Unmögliches möglich zu machen, ist aller Ehren wert, aber wer es ernst meint, bedarf ihrer nicht. Wenn beide es ernst meinen, ist nichts so überflüssig wie die Ehe. (Martin Walser: Ein liebender Mann, S. 118)
  • ... schenkte ihm einen verführerischen Blick, in welchem nach Vavras Überzeugung jene Verachtung lag, die so gut wie jede Frau für so gut wie jeden Mann hegt. (Heinrich Steinfest: Tortengräber, S. 40)
  • "Eine Frau muß gut aussehen, aber ein Mann - etwas schöner als ein Affe reicht schon." Wir tauschten ein Lächeln. "Ein wahres Glück für Männer wie uns, daß es auch Frauen gibt, die so denken. Was würde für unsereins sonst wohl übrigbleiben? Nur die Mädchen vom Grabbeltisch." (Meir Shalev: Der Junge und die Taube, S. 177)
  • Bei Männern sieht man doch gleich, wer ein Idiot ist. Wer klug ist, sieht man nicht immer. (Meir Shalev: Der Junge und die Taube, S. 176)
  • "Warum wollen Männer immer nur das eine von mir?" "Jeanine, wenn du willst, daß Männer nicht nur deinen Körper sehen, dann wäre es günstig, wenn sie nicht nur deinen Körper sehen. Ein Minirock und ein bis zum Bauchnabel reichender Ausschnitt lenken die Männer davon ab, mit dir über dein Spezialgebiet der Quantenphysik zu sprechen." (Jakob Hein: Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand, S. 106)
  • Sehen Sie, hetereosexuelle Männer, die in den Stand der Ehe treten, sind wie Priester: Sie legen ein Keuschheitsgelübde ab, nur wird ihnen das anscheinend erst drei, vier, fünf Jahre später bewußt. (Philip Roth: Das sterbende Tier, S. 76)
  • "Ein Mann, den seine Frau des Tags nur einmal kränkt, / der also jeden Tag nicht mehr als einmal denkt: / daß der recht glücklich sey, der keine Frau genommen: / der hat die beste Frau, so auf der Welt, bekommen." (Arno Schmidt: Nichts ist mir zu klein. Funk=Essays Bd.1)
  • Nach tagelangem Schweigen waren wir gestern gezwungen, miteinander zu sprechen, weil die Lindemanns zu Besuch kamen (und wir mußten das Konventionsstück Heile Ehe abziehen). (Brigitte Reimann, in: Reimann/Wolf: Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen. 1964-1973)
  • Eine Frau darf ja alle möglichen Unverschämtheiten sagen, weil sie weiß, daß Männer jene "Weibchenbeißhemmung" haben und nicht mit gleicher Unverschämtheit antworten. (Brigitte Reimann, in: Reimann/Wolf: Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen. 1964-1973)
  • George Steiner (...) schreibt in der Sprache einer Frau über die Zeit: "Die Sprache der Frauen ist reicher als die der Männer, wenn es um die Schattierungen von Sehnsucht und Zukunft geht, die im Griechischen und Sanskrit als Optativ bekannt sind. Frauen scheinen ein breiteres Spektrum von modifizierten Entschlüssen und Versprechen zu verbalisieren." (Jay Griffiths: Slow Motion. Lob der Langsamkeit)
  • Ich wäre ein typischer Mann, hat sie einmal gesagt: von außen ein Bunker, von innen ein Kinderzimmer. (Michail Schischkin: Venushaar)
  • Was die körperliche Liebe anging, machte ich mir keine Illusionen. Jugend, Schönheit, Kraft: Die Kriterien der körperlichen Liebe sind dieselben wie bei den Nazis. (Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel)
  • "Denn alles am Weibe ist ein Rätsel." "Nietzsche hat das gesagt. Der Spruch könnte auf dem Grabstein eines jeden Mannes stehen." (Tatort, Das ewig Böse)
  • Wenn ein Mann etwas sehr Angebrachtes tut, dann ist es normalerweise nicht seine Idee. (Philip Roth: Gegenleben)
  • Mit Ausnahme einer ganz bestimmten Zigarette - von der laut Reklame selbst ein vor einer Woche Verblichener bloß einen Zug nehmen muß, um von der Totenbahre aufzuspringen und eine Rumba zu tanzen - möbelt wahrscheinlich nichts eine junge Frau so zuverlässig auf wie die Versöhnung mit ihrem Geliebten. (P.G. Wodehouse: Monty im Glück)
  • Eheleute leben ein Hundeleben und sterben am Ende fürstlich, bei einem Junggesellen ist es gerade umgekehrt. (Michail Schischkin: Venushaar)
  • Der Traum eines jeden Mannes lautet so: sie sieht phantastisch gut aus, sie altert nicht, sie ist lustig und lebhaft und interessant, doch vor allem, 'sie macht einem Mann das Leben nicht zur Hölle'. (Philip Roth: Gegenleben)
  • "Glauben Sie denn, er wird mir je verzeihen?" "Wegen Ihrer haltlosen Unterstellungen? Aber sicher. Männer sind in dieser Beziehung einfach goldig. Man kann sie wie den letzten Dreck behandeln, doch wenn's auf die Schlußumarmung mit Abblende zugeht, ist auf ihre putzmuntere Präzens Verlaß." (P.G. Wodehouse: Monty im Glück)
  • Anna hatte gedacht, daß die Liebe schon kommen würde mit der Zeit, aber die ist da oder kommt nie, wenn die Phase der hormonellen Verzauberung entfällt, fehlt die Bereitschaft, einen fremden Menschen zu ertragen. (Sibylle Berg: Amerika)
  • Die Marquise ist eine Frau, die gerade in Mode ist, und vor allem vor solcherlei Frauen graut mir. Willst du wissen, warum? Eine Frau mit seelischer Kultur, geläutertem Geschmack, sanftem Wesen und einem Herzen voller Reichtümer, eine Frau, die ein schlichtes Leben führt, hat keinerlei Aussichten, in Mode zu kommen. (Honore de Balzac: Die Entmündigung)
  • Die Liebe wird schwerlich je Erkundigungen beim Zivilstandsregister einziehen; niemand liebt eine Frau, weil sie so und so alt, weil sie schön oder häßlich, dumm oder geistsprühend ist: Man liebt eben, weil man liebt." (Honore de Balzac: Die Entmündigung)
  • Wenn du Interesse daran hast, das Alter einer Frau zu erkunden, dann schau dir ihre Schläfen und ihre Nasenspitze an. Was auch immer die Frauen mit ihren kosmetischen Mitteln anstellen: über diese unbestechlichen Zeugen ihres bewegten Lebens vermögen sie nichts. (Honore de Balzac: Die Entmündigung)
  • Sie lächelte ihn an. Ihre Augen hatten immer noch den halb neckenden, halb zärtlichen Blick, der ihn so schmerzhaft glücklich machte; er hätte genau angeben können, an welcher Stelle ihm das Herz weh tat. (W. Somerset Maugham: Fußspuren im Dschungel. Erzählungen, S. 24)
  • "Wissen Sie", sagte Havel, "ich habe im Leben genug Frauengeschichten gehabt; sie haben mich gelehrt, Männerfreundschaften zu schätzen. Diese nicht von der Idiotie der Erotik befleckte Beziehung ist der einzige Wert, den ich im Leben kennengelernt habe." (Milan Kundera: Das Buch der lächerlichen Liebe, S. 128)
  • Die Ära der Don Juans ist zu Ende. Der heutige Nachkomme von Don Juan erobert nicht mehr, er sammelt nur noch. (Milan Kundera)
  • Frauen logen oft einfach aus Höflichkeit oder aus dem Wunsch, eine Geschichte abzurunden, andererseits behielten sie Details für sich, die Männern herauszurutschten. (John Updike: Die Tränen meines Vaters, S. 293)
  • Milford hatte oft beobachtet, daß es eine hitzige Kameradie unter Frauen gab, wenn es um technische Fragen der Schönheit ging. Er sah die beiden schon gleichsam als Schwestern. (John Updike: Die Tränen meines Vaters, S. 291)
  • Frauen haben zum Glück das wunderbare Talent, den Sinn ihrer Handlungen im Nach´hinein zu verändern. (Milan Kundera)
  • Die Gewalt einer Liebe wird immer falsch bemessen, wenn man sie nur nach ihrem Anlaß wertet und nicht nach der Spannung, die ihr vorausgeht, jenem hohlen, dunkeln Raum von Enttäuschung und Einsamkeit, die vor allen großen Ereignissen des Herzens liegt. (Stefan Zweig: raterfrühling. Erzählungen, S. 21)
  • Es gab eine Zeit, da hätte es als ein Beweis des Glaubens gegolten, mit neunundzwanzig Jahren noch keusch zu sein. Heute vermag niemand mehr was anderes darin zu sehen als ein peinliches Leiden aufgrund schwerer Persönlichkeitsstörungen. (Amelie Nothomb: Attentat, S. 86)
  • das tiefste Bedürfnis der Frauennatur: das Plauderbedürfnis. (Theodor Fontane: L' Adultera)
  • ... die strukturell bedingte Unfähigkeit der Männer, Stimmungen zu erfassen. (Julian Barnes: Als sie mich noch nicht kannte, S. 177)
  • Die einzige Technik, die sich Graham in fünfzehn Jahren angeeignet hatte, bestand darin, die ersten paar Dutzend Anschuldigungen abzuwarten, ehe er einstieg. (Julian Barnes: Als sie mich noch nicht kannte, S. 27)
  • Bei Männern ist die Gefühlsamplitude generell etwas flacher als bei Frauen. (Dietmar Hansch)
  • In dem Kreis, in dem ich verkehrte, galt die Liebe als eine Verirrung, ein Verlöbnis war so etwas wie eine Apoplexie und eine Ehe ein Siechtum. Wir waren jung. An eine Heirat dachte man zwar als eine unausbleibliche Folge des Lebens, aber ähnlich, wie man an eine Sklerose denkt, die wahrscheinlich in zwanzig oder dreißig Jahren notwendig eintreten muß. (Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, S. 19)
  • ... wäre der Verfasser zum Beispiel Präsidentin einer internationalen Frauenliga (...) - er ließe in den Parlamenten einen Gesetzentwurf einbringen, der den Mannsbildern das Meditieren verböte: denn allzu leicht können die Kerle dabei auf eine Art Archimedischen Punkt gelangen, wo man ihnen nicht mehr beizukommen vermag, alias, sie nicht mehr einseifen kann. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • "Ja, der Rene ist brav. Auch brav verlobt. Wird vielleicht vertrotteln. Die Grete wird haben wollen, daß er Karriere macht. Weiber vergiften alles, selbst das reinste Streben. Das allerwiderlichste überhaupt ist mir jedoch, wenn eine Frau ihren Mann 'macht'. Wer sich 'machen' läßt, der gehört freilich auf den Mist. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Kein Mensch von einigem Adel kann die Beziehungen zwischen den Geschlechtern optimistisch betrachten, auch die eigenen, und seien sie die glücklichsten, nicht. Aus einem Kreuz, an das wir geschlagen sind, eine Couch zu zimmern, ist das Geschäft der Plattköpfe. Für solche ist das Geschlechtsleben freilich eine Art gehobener Konditorei, Pathétrisie statt Patisserie." (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Sie fühlte sich tiefer durchwachsen, ja bis in die seelischen Weichteile: von der Pfahlwurzel der Eifersucht. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Ich hatte es mir längst abgewöhnt, in den Liebessachen meiner Mitmenschen irgendwelche Äußerungen - die ja oft sehr entschieden getan werden - für bare Münze zu nehmen. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Bei dem ganzen Geschäft zwischen den Geschlechtern sind es immer zuerst die Mannsbilder, welche ihre Unbefangenheit verlieren, weil's ihnen nicht erste Natur ist, dies Geschäft, sondern zweite, und also eine Sache, von der man einen unglücklich bemessenenen Abstand hat: zu weit, um mit ihr eins zu werden, jedoch auch zu nah, als daß es einen nicht trillte. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • ...daß die Frauen leicht frech werden, wenn die Situation den Mann dazu zwingt, nicht gegen die Galanterie zu verstoßen. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Bei dem ganzen Geschäft zwischen den Geschlechtern sind es immer zuerst die Mannsbilder, welche ihre Unbefangenheit verlieren, weil's ihnen nicht erste Natur ist, dies Geschäft, sondern zweite, und also eine Sache, von der man einen unglücklich bemessenenen Abstand hat: zu weit, um mit ihr eins zu werden, jedoch auch zu nah, als daß es einen nicht trillte. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Die Frage, ob Frauen ihre Männer nach Schönheitskriterien wählen, war neuen Untersuchungen zufolge entschieden. Je nach Zyklusphase, las ich, variiere das Schönheitsideal von Frauen, und zwar bevorzugten sie in den fruchtbaren Tagen männliche Männer mit Muskeln und breiten Schultern, in der restlichen Zeit eher den weicheren Typus. - Die restliche Zeit ist punkto Dauer die Hauptzeit, dachte ich und machte trotzdem ein paar Liegestütze. (Markus Werner: Am Hang, S. 56)
  • Nur männliche=Volltrottel können glaum daß !sie es sind, die die-Weiber rumkriegen. (Reinhard Jirgl: Die Stille)
  • Flucht nach dem ersten Streit mit Henriette. Wir hatten wenige Monate zuvor geheiratet, und dieser Streit war anders, als das aprilige Willenshakeln Frischvermählter. (Reinhard Jirgl: Die Stille)
  • Ich beuge mich vor, schwenke meinen Whisky und zitiere Samuel Johnson. Wenn die Ehepartner vom Standesbeamten nach dem Zufallsprinzip ausgewählt würden, sage ich, würde sich das durchschnittliche Maß an Glück und Leid nicht wesentlich ändern. (Tim Parks: Schicksal, S. 78)
  • ... ein bißchen therapeutische Misogynie. (Tim Parks: Schicksal, S. 116)
  • "eheliche Bürokratie". (Tim Parks: Schicksal, S. 140)
  • "Intellektuelle Frauen kriegen erst keine Männer und dann keine Kinder, sacht meine Mudder, un' dann sinnse unglücklich." (Uwe Tellkamp: Der Turm)
  • Ich (...) hätte bei meiner Familiengründung ein Massel gehabt, das, wenn man bedenke, wieviele Tretminen und Fettnäpfe auf diesem Gebiet herumlägen, ziemlich phänomenal sei! (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 123)
  • "Gewiß ist es richtig, daß wir samt und sonders von Einbildungen leben, aber für die Frauen ist es das tägliche Brot. Sie malträtieren ihren Mann und sprechen dabei von Liebe, sie 'werden' malträtiert und sprechen erst recht von Liebe, sie sehen alles so, wie's sehen wollen, und vor allem haben sie ein Talent, sich mit Tugenden auszurüsten (erlassen Sie mir, diese Tugenden aufzuzählen), die sie durchaus nicht besitzen. (Theodor Fontane: Der Stechlin, S. 160)
  • "Es gibt Umgangsformen und Artigkeitsgesetze. Gewiß. Aber das alles reicht nicht weit. Was der Mensch am ehesten durchbricht, das sind gerade solche Formen. Und wer sie nicht durchbricht, der kann einem auch leid tun. Wie geht es denn in der Ehe? Haben Sie schon einen Mann gesehen, der die Formen wahrt, wenn seine Frau ihn ärgert? Ich nicht. Leidenschaft ist immer siegreich." (Theodor Fontane: Der Stechlin, S. 59)
  • Nichts gegen die Mädels im allgemeinen, aber es ist ein Kreuz mit dieselben! Wenn sie per Eheschlag ihre Namen ablegen, wie die Schlangen ihre Häute - wie soll man ihnen auf den Spuren bleiben in den genealogischen Gestrüppen! (Detlef Opitz: Der Büchermörder, S. 109)
  • Martinitz: Ins Fegefeuer kommst du so und so. Slawata: Bei dieser Ehe!? Niemals! (Michael Schulte: Goethes Reise nach Australien. Erzählungen, S. 69)
  • Nicht etwa, daß er sie geheiratet hätte - so trivial schließt ein großer Künstler seine interessantesten Abenteuer nicht ab! (Arthur Schnitzler: Sterben. Erzählungen 1880-1892, S. 24)
  • Die Weiber lieben den in uns, der gekommen wäre, wenn wir nicht gekommen wären. (Arthur Schnitzler)
  • Was nun die übertriebene Aufmachung der Frauen betrifft, Gott weiß, daß, obwohl einige ihrer Gesichter keusch und züchtig erscheinen, sie dennoch in ihren Kleidern Lüsternheit und Stolz zur Schau tragen / Ich sage nicht, daß Würde in der Kleidung für Mann oder Weib unziemlich sei, aber der Überfluß oder die unangemessene Enge der Kleidung ist gewiß tadelnswert. (Geoffrey Chaucer: Canterbury-Erzählungen, S. 586)
  • Und Ihr wißt wohl, sechs Dinge wünschen sich / Die Frauen von Natur aus grad wie ich: / Sie wollen Männer haben voller Mut, / Die reich, freigebig, klug, den Frauen gut / Und folgsam sind, dabei im Bett voll Leben. (Geoffrey Chaucer: Canterbury-Erzählungen, S. 443)
  • So geht es mit den Frauen allerwärts, / Wo der Erfolg ist, da ist auch ihr Herz! (Geoffrey Chaucer: Canterbury-Erzählungen, S. 121)
  • Wahr ist es, daß die Herrschaft wie die Liebe / Am liebsten ohne Mitbewerber bliebe. (Geoffrey Chaucer: Canterbury-Erzählungen, S. 90)
  • Er ist zu jung, um die unmerklichen Überschneidungen im Gesicht einer Frau zu erkennen, aus denen man Erwartung und Einwilligung lesen kann. (John Updike: Der Zentaur, S. 254)
  • Wie kommt es, Liebste, daß Gesichter, die wir lieben, bei jedem Wiedersehen so neu wirken, als hätten unsere Herzen sie in diesem Augenblick abermals geprägt? (John Updike: Der Zentaur, S. 127)
  • Aus irgendeinem dunklen Grund war ihr Tonfall ironisch und insgesamt unerquicklich, wenn sie in Gegenwart anderer mit ihrem Mann sprach. (Vladimir Nabokov: Durchsichtige Dinge, S. 95)
  • "Willst du", rief Lothar, "überall den Maßstab darnach, was den Weibern gefällt, anlegen, so mußt du alle Ironie, aus der sich der tiefste ergötzlichste Humor erzeugt, ganz verbannen; denn dafür haben sie, wenigstens in der Regel, ganz und gar keinen Sinn." (E.T.A Hoffmann: Die Serapionsbrüder, S. 214)
  • Ich hatte mir vorgestellt, Liebe zu machen sei eine Art Frage und Antwortspiel, aber bei uns führte es nur zu weiteren Fragen, bis es so aussah, als hätten wir uns in eine philosophische Debatte verstrickt. Statt der sprichwörtlichen Trauer nach dem Sex empfand ich so etwas wie semantische Verzweiflung. (Anatole Broyard: Verrückt nach Kafka. Erinnerungen an Greenwich Village, S. 17)
  • Eifersucht hatte sein Haus nie kennengelernt: In über dreißig Jahren ehelichen Friedens hatte Doktor Urbino sich wiederholt öffentlicht damit gebrüstet, daß er, und das traf bis dahin auch zu, einem schwedischen Streichholz gleiche, das sich nur an seiner eignenen Schachtel entzünde. (Gabriel Garcia Marquez: Liebe in den Zeiten der Cholera, S. 347)
  • Immer hatte sie Kopfweh, oder es war immer zu heiß, oder sie stellte sich schlafend, oder sie hatte wieder einmal die Regel, die Regel, immer die Regel. Das führte dazu, daß Doktor Urbino, um sich einmal ohne Beichte Luft zu machen, in der Vorlesung die Behauptung wagte, daß Frauen nach zehnjähriger Ehe bis zu dreimal wöchentlich ihre Periode hätten. (Gabriel Garcia Marquez: Liebe in den Zeiten der Cholera, S. 293)
  • Liebe, die ja, wie Sie wissen, eine schöne Bewußtseinsverengung bewirkt, hat mir die Herren stets derart schöngefärbt, daß ich zunächst ihren Egoismus übersehen habe: ich baute auf Sand. (Irmtraud Morgner: Trobadora Beatriz, S. 500)
  • Viele halten die Liebe für eine Saisonerscheinung, die im Leben zwischen siebzehn und fünfundzwanzig auftritt. (Irmtraud Morgner: Trobadora Beatriz, S. 498)
  • Sie kennen die dumme, pompöse Art, die Männer annehmen, wenn sie geschäftsmäßig sein wollen. (W. Somerset Maugham: Vor der Party. Erzählungen, S. 125)
  • Feitelsohn grunzte und legte den Hörer auf. "Meiner Ansicht nach ist nicht Sex die stärkste Leidenschaft der Frauen, sondern Schnattern", sagte er. (Isaac Bashevis Singer: Schoscha, S. 167)
  • Als ich Dora kennenlernte, hatte sie gesagt, sie halte die Ehe für ein Überbleibsel des religiösen Fanatismus. Wie konnte man einen Vertrag unterzeichnen auf lebenslängliche Liebe? Nur Kapitalisten und Klerikale seien noch darauf bedacht, eine so hypokritische Einrichtung am Leben zu erhalten. (Isaac Bashevis Singer: Schoscha, S. 31)
  • Alle diese Stammtisch-Jäger waren inzwischen um die siebzig, hatten Prostata-Operationen hinter sich und waren daher nach den Worten der lebenserfahrenen Wirtin "entschärft". (Petra Morsbach: Gottesdiener, S. 24)
  • Für den Mann ist das Verhältnis zur Ehe ein Verwesensprozeß. Je verwester er ist, um so leichter erträgt er die Ehe. In der Agonie gibt er den letzten Widerstand auf. (Monika Maron: Die Überläuferin, S. 92)
  • Der familienlose Mann verbringt zwei Drittel seiner Zeit unbeaufsichtigt und ist darum als Risikofaktor einzustufen. (Monika Maron: Die Überläuferin, S. 91)
  • In Wirklichkeit hatte er wegen eines Mädchen noch bleiben wollen. Ich könnte nicht sagen, ob es eher ungewohnt oder beklemmend war, meinen Bruder verknallt zu sehen. Ist es nicht immer schrecklich, ein selbstbewußtes Individuum in den süßlichen Maschen der Verliebtheit verstrickt zu sehen? (Alessandro Piperno: Mit bösen Absichten, S. 109)
  • ... frustrierende Ehegewohnheit à la Tolstoi. (Alessandro Piperno: Mit bösen Absichten, S. 102)
  • Daneben stand ich, gesalbt von ihrer Gegenwart. (Gregor Hens: Himmelssturz, S. 63)
  • Die Frau, die niemals etwas sagte, eine typische Dulderin der Fünfziger. (Gregor Hens: Himmelssturz, S. 37)
  • "Wenn du tot bist", sagt sie, "ist es dann von Bedeutung, ob du die richtige Frau geheiratet hast?" "Nein. Es ist nicht mal von Bedeutung, wenn man am Leben ist. Tanz weiter." (Philip Roth: Der menschliche Makel, S. 257)
  • ... jetzt nach der Pensionierung ist der Endlosurlaub angebrochen... (Benoite Groult: Salz auf unserer Haut, S. 134)
  • Frederique und ich hatten den Tag in Dakar verbracht, "um Einkäufe zu machen" - eine Formulierung, bei der die Männer meist die Flucht ergreifen. (Benoite Groult: Salz auf unserer Haut, S. 89)
  • ... besteht eine Ehe immer aus einer gemäßigten und einer militanten Partei, findet du nicht? Wobei du aus dieser Feststellung nicht das Routinegejammer eines orchiektomierten männlichen Wesens heraustrüffeln solltest. Einigen wir uns lieber auf folgende Generalaussage: daß diejenigen, die sich den Ehestand auferlegt haben, abwechselnd mal die eine, mal die andere dieser einander widersprechenden Rollen übernehmen. (Julian Barnes: Darüber reden, S. 238)
  • Wenn man mit einem Menschen über längere Zeit zusammenlebt, verliert man allmählich die Kraft, ihn glücklich zu machen, während das Vermögen, ihn zu verletzten, nicht nachläßt. Und vice versa, natürlich. (Julian Barnes: Darüber reden, S. 217)
  • Wenn Geld sich mit Liebe vergleichen läßt, dann ist die Ehe die Quittung. (Julian Barnes: Darüber reden, S. 239)
  • Christian hatte ihn früher regelmäßig als abschreckendes Beispiel benutzt, um heiratsbeflissenen Freundinnen zu erklären, weshalb er nicht an Ehe und Familie glaubte. (John von Düffel: Houwelandt, S. 134)
  • Jorge war anders als all diese Männer, die von ihren Frauen mehr oder weniger mit durchs Leben geschleppt wurden. (John von Düffel: Houwelandt, S. 73)
  • Es endete - wie es bei allen jungen energischen Ehefrauen mit verliebten Ehemännern endet -, damit, daß sie ihren eigenen Standpunkt durchsetzte und ihren eigenen Weg ging. (Wilkie Collins: Das Geheimnis des Myrtenzimmers, S. 107)
  • ... brütet Richard darüber, was das Familienleben eigentlich ist, was so ein Familienleben ausmacht. Und vor allem, warum praktische Ehewissenschaften einen nicht besser darauf vorbereiten, vom technischen Standpunkt aus, da man doch ganze Tage mit Familienleben zubringt. Ganze Wochenenden. Es ist ihm unerfindlich. (Arno Geiger: Es geht uns gut, S. 75)
  • Ein Professor für Volkswirtschaft erklärt uns, es sei nicht rentabel, Frauen in die Bundeswehr aufzunehmen. Hernach lese ich in einem von ihm verfaßten Gutachten, daß Frauen mit ihrem Bedürfnis nach Reinlichkeit zu hohe Ansprüche stellten (Toiletten, Duschen). (Luise Rinser: Im Dunkeln singen. Tagebuch 1982-1985)
  • "Wenn eine Frau nein sagt, meint sie ja. Diese Männerweisheit hat mich schon immer genervt. Der Satz ist so idiotisch wie die Geschichte der Menschheit." (Milan Kundera: Das Buch vom Lachen und Vergessen, S. 283)
  • Sie will Taten sehen, was vom Weiberstandpunkt allemal so viel heißt wie Verheiratung. (Theodor Fontane: Der Stechlin, S. 45)
  • Er wolle, flüstert er charmant, sie weder für blöd noch für teuer Geld je verkaufen, sie sei nun einmal die einzige Bewohnerin auf Lebenszeit in seinem Herzen, und er hoffe, sie habe es dort so gemütlich wie möglich. (Helmut Krausser: Die kleinen Gärten des Maestro Puccini, S. 251)
  • Ihren Namen auf jedes Sandkorn zu schreiben sei ein würdiges Lebensziel. (Helmut Krausser: Die kleinen Gärten des Maestro Puccini, S. 269)
  • Bei der Auflösung kinderloser Beziehung dreht sich heutzutage alles darum, wer das Sorgerecht für die Plattensammlung bekommt. (Luise Rinser: Im Dunkeln singen. Tagebuch 1982-1985)
  • "Ein schönes Päckchen Schwächen und die Angst vor Spinnen sind unser unentbehrliches Requisit im Verkehr mit den Männern." (Colette: Gigi; Erwachende Herzen, S. 38)
  • Am ausgestreckten Arm hormonell verhungern... (Helmut Krausser: Die kleinen Gärten des Maestro Puccini, S. 244)
  • Er schwängerte sie in der Hochzeitsnacht, und sein Leben geriet in die uralten menschlichen Bahnen: Zeugung, Arbeit, die Krankheiten der Kinder, ihre kleinen Talente und Möglichkeiten. Zum erstenmal begriff er, daß er nicht anders was als andere Leute auch. (Annie Proulx: Das grüne Akkordeon, S. 211)
  • Dann, wie ein Reisender, der plötzlich bemerkt, daß die Sonne im Westen schon untergeht und vom Tag nur noch ein, zwei Stunden Dämmerlicht bleiben, beschloß er zu heiraten. (Annie Proulx: Das grüne Akkordeon, S. 95)
  • Ein Haus ist ein System von Gewohnheiten, eine Ehe, eine Familie auch. Soll man diese Gewohnheiten verachten? Und wenn ebendarin die Liebe bestände, in diesen Gewohnheiten, einer gewissen trägen Treue - im Gegensatz zur Verliebtheit in ihrem romantischen Überschwang -? (Walter Vogt: Altern, S. 136)
  • Selbstverständlich ist eine Ehe ein System von Gewohnheiten, die unentrinnbar sein können. Aber vielleicht sieht so die Liebe aus. (Walter Vogt: Altern, S. 223)
  • Frauen sammeln Ressentiments, hegen Mißgunst und verändern ständig ihre Form. Sie fällen harte, legitime Urteile, im Unterschied zu den kurzsichtigen Mutmaßungen der Männer, die von Romantik und Ignoranz und Zuneigung und Vorurteil umnebelt sind. Frauen wissen zuviel, man kann sie weder täuschen, noch kann man ihnen trauen. Ich verstehe, warum Männer sie fürchten, was ihnen ja häufig nachgesagt wird. (Margret Atwood: Katzenauge, S. 443)
  • Wie immer ihre Schuldgefühle aussehen mögen, was immer sie haßt oder fürchtet, es ist nicht dasselbe. Was tun sie wegen AIDS, diese Mädchen? Sie können sich nicht einfach im Heu wälzen, so wie wir. Gibt es ein Werbungsritual, bei dem die Telefonnummern der jeweiligen Ärzte ausgetauscht werden? Für uns war die Schwangerschaft das furchterregende Element, die sexuelle Fallgrube, die Sache, die einen erledigen konnte. Heute nicht mehr. (Margret Atwood: Katzenauge, S. 426)
  • Liebhaber gehen denselben Weg wie alte Fotografien, sie bleichen allmählich aus, wie in einem langsamen Säurebad. (Margret Atwood: Katzenauge, S. 314)
  • Moses' bevorstehende Abreise brachte Sarah und Leander wieder näher zusammen und ließ die reizvollen Selbsttäuschungen wieder aufleben, die das Rückgrat vieler langlebigen Ehen bilden. (John Cheever: Die Geschichte der Wapshots, S. 113)
  • "Es gibt kein Härchen an meinem Körper, das nicht im Dienst für dich weiß geworden ist. Warum also schikanierst du mich?" (John Cheever: Die Geschichte der Wapshots, S. 110)
  • Die Frauen sind Teufel mit guter Haut. (Sasa Stanisic: Wie der Soldat das Grammofon repariert, S. 270)
  • Immer loben Frauen Kuchen. (Sasa Stanisic: Wie der Soldat das Grammofon repariert, S. 13)
  • Die Weiber müssen die Welt aber auch immer bis ins Detail verstehen! (Jaromir Konecny: Doktorspiele, S. 83)
  • Männer sind vielleicht nicht das Größte, aber wenn es die Frauen erst nach elf Uhr gäbe, fein auf der Matratze liegend und schlafend, ohne daß sie uns mit Bitten, Zärtlichkeiten, Übertreibungen und Lippenstift nerven würden, dann wäre das Leben garantiert ganz einfach. (Antonio Lobo Antunes: Die Leidenschaften der Seele, S. 412)
  • Ich für meinen Teil kenne nur eine einzig vernünftige Art, mit Frauen umzugehen: eine Ohrfeige, um zu zeigen, wo's langgeht, hinterher Reis mit Meeresfrüchten und ein wenig Vertraulichkeit - in Maßen, um keinen Übermut aufkommen zu lassen. (Antonio Lobo Antunes: Die Leidenschaften der Seele, S. 214)
  • "Laß die Finger von dem Frauen, Simon. So viele Scheidungsgründe, wie die in petto haben, kannst du dir gar nicht ausdenken. Sogar die Liebe ist denen ein Scheidungsgrund." (Ralf Rothmann: Milch und Kohle, S. 61)
  • Die Welt hat jeden Tag Geburtstag in den Augen einer glücklichen Frau. (Ralf Rothmann: Milch und Kohle, S. 41)
  • Als man die Frau eines berühmten Sängers fragte, wann endlich ihr Mann vom Laster lassen würde, erwiderte sie, ich warte, bis das Laster von ihm läßt. (Franz Werfel: Die tanzenden Derwische. Erzählungen, S. 48)
  • Spitzbübisch bemerkte Hilmi: "Heißt es nicht, daß 'dem Mann es an Tugend gereicht, wenn seine Fehler noch zu zählen sind'? Ist es nicht so, Eure Exzellenz?" (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • Nur die Frau trennt den Mann vom Mann. (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • Von jeher hielt ihn das Gefühl gefangen, daß sein Schicksal, willigte er erst einmal in die Ehe ein, beschlossen war. (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • Wenn man eine junge Frau sein nennt, so erfährt man, was es heißt, gute Verhaltungsratschläge mit auf den Weg zu bekommen. (Wilhelm Raabe Horacker)
  • Etwas Gängiges bahnte sich an: ein Eheleben ohne brennende Zuneigung. (Hans Pleschinski: Ostsucht. Eine Jugend im deutsch- deutschen Grenzland, S. 76)
  • Der wahre Mann fürchtet nur Frauen und Vorgesetzte. (Roger Willemsen: Deutschlandreise, S. 149)
  • Die Ehe ist das einzige Abenteuer, das auch dem Feigling offen steht. (Julian Barnes: Der Zitronentisch, S. 21)
  • "Männer und Untreue. Haben wir wirklich so viel Zeit für diesen Diskurs?" (Soko Wien, "Böser Engel")
  • Kein Außenstehender kann wissen, was Paare verbindet, auf welche kindlichen Reflexe und Bedürfnisse, auf welche Neurosen sie reagieren, was steht es anderen zu, das zu beurteilen, wir wissen doch nicht mal selber, was wir da anstellen in unserem Leben. (Sibylle Berg: Der Mann schläft, S. 164)
  • Liebe wurde in der öffentlichen Wahrnehmung mit etwas Pathologischem gleichgesetzt und hatte mit weggebissener Unterwäsche und Schweiß zu tun. Daß es sich im besten Fall um etwas Familiäres, Freundschaftliches handelte, war eine unpopuläre Idee. (Sibylle Berg: Der Mann schläft, S. 66)
  • Das Einzige, was Männer mehr schätzten als sehr junge Partnerinnen, waren sehr reiche Frauen, denn ihre Faulheit war noch stärker als ihr Drang nach repräsentativen Trophäen. (Sibylle Berg: Der Mann schläft, S. 17)
  • Wir sammelten einen ganzen Korb voll Pilze, die ich später putzte, während Achim mit dem Pilzbuch daneben saß und die zweifelhaften Exemplare bestimmte. Du häufst das Herrschaftswissen an, und ich mach die Arbeit, sagte ich. (Monika Maron: Endmoränen, S. 84f.)
  • Er hatte in den paar Stunden in diesem Haus mehr mitgekriegt, als Gottlieb für möglich gehalten hätte. Ehepaare können offenbar sehr wenig verbergen. Eigentlich nichts. Einer allein kann etwas verheimlichen. Ein Paar demonstriert immer das, was es verheimlichen will. (Martin Walser: Jagd, S. 48)
  • Ich wollte sie doch nicht kaufen. Wieso dachten alle Frauen immer sofort, daß man etwas von ihnen wollte, wenn man nett zu ihnen war? Weil es stimmte, flüsterte eine Stimme in mir. (Wolfram Fleischhauer: Die Frau mit den Regenhänden, S. 254)
  • Sie hatte den gewissen gereizt-strahlenden Ausdruck, den Frauen ihrer Art für Mädchen meines Alters immer parat haben. Minny nennt ihn den Willkommen-in-der-Gilde-der-Frauen-Blick. (John Fowles: Der Sammler, S. 220)
  • "Wenn eine Frau ihr Alter angibt", hörte man Favery rufen, der mit Marie-Josepha disputierte, "so ist sie bestimmt schon darüber hinaus." (Roger Martin DuGard: Die Thibaults, S. 251)
  • Es gibt diesen postnatalen Verpisserdrang bei vielen Männern. (Jan Weiler: Drachensaat, S. 14)
  • Diejenigen, die mit ihren Ehefrauen gemeinsam alt werden, gelten als fossil und beruflich zurückgebliebenen Epochenverschlepper, als erfolglose Nostalgiker und langweilige Seerosengießer. (Gerhard Köpf: Ein alter Herr, S. 86)
  • "Sie sehen aus, als hätten Sie noch heute vor zu heiraten." "Gott behüte", seufzte Cheng. "Die Ehe ist nicht das Ufer, an das ich nochmals gespült werden möchte." (Heinrich Steinfest: Ein sturer Hund, S. 119)
  • ... daß wir die Frauen nicht beherrschen können, sagte Messer, sie lieben in alle Richtungen, und wenn wir zufällig in der Richtung anzutreffen sind, in die sie sich bewegen, werden wir ein wenig glücklich. (Feridun Zaimoglu: Liebesbrand, S. 26)
  • Was aber die Frau betrifft, so setzt bei ihnen der Wahnsinn gleich nach der Hochzeit ein, denn von Stund an begnügen sie sich mit nichts Geringerem, als ihre Männer zu verschlingen. (Nagib Machfus: Palast der Sehnsucht)
  • Er verfluchte den Scharfblick, den die Liebe Sabine lieh. Wenn zufällig ein Mann von seiner Frau angebetet wird, liest sie auf seinem Gesicht wie in einem Buch. (Honore de Balzac: Beatrix)
  • Sie ist geistvoll und gütig, und das sind zwei Eigenschaften, die bei Frauen nahezu unvereinbar sind. (Honore de Balzac: Beatrix)
  • "Männer sind wie wilde Tiere", sagte sie, "reden können sie wie die Engel, sie benehmen sich wie Affen und leben wie die Schweine." (Meja Mwangi: Nairobi, River Road, S. 42)
  • "Eine Art von Rache, wenn die Frau, da sie selbst nicht hervortreten darf, sich ihren Mann zum Kinde macht." (Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends, S. 91)
  • Das Monogamie-Problem - das im Grunde ein Monotonie-Problem ist... (David Lodge: Therapie, S. 46)
  • Kein Mädchen verzichtet auf den Genuß, sich dem zu verweigern, der flehentlich bittet. (Julien Green: Der Andere, S. 120)
  • "Der Sprung in die Ehe, den tut kein junger Mann, besonders heute, ohne erst mal zu scheuen. Heinrich Mann: Der Untertan, S. 78)
  • ... Weil Männer nichts lieber tun als Frauen was beizubringen, alle Welt weiß das. (Joao Ubaldo Ribeiro: Der Heilige, der nicht an Gott glaubt, S. 77)
  • Eine Scheidung kam für sie nicht in Frage, weil sie ihm ein schönes Leben nicht gönnte. (Arnold Stadler: Eines Tages, vielleicht auch nachts, S. 36)
  • ... er bekundet zwar kein Interesse an Frauen, aber mit Johanna ist das etwas anderes. Sie hätte Oscar Wilde dazu bringen können, "Sitz" zu machen und Pfötchen zu geben. (Kyril Bonfiglioli: Charlie Mortdecai in Das große Schnurrbart-Geheimnis, S.52)
  • In Gesellschaft weinender Frauen tat Patrick Wallingford das, was viele Männer tun - er dachte an etwas anderes. (John Irving: Die vierte Hand, S. 126)
  • Was hat denn ein Mann wie ich dem Gebären von Kindern entgegenzusetzen als lächerliche kleine Kunststücke, wie: Fliegen, Häuserbauen, Kriegführen, Erfinden von Maschinen, "Jagen und Sammeln", Schreiben eines Textes? (Walter Vogt: Altern, S. 19)
  • Im Leben der Männer scheint es Zeiten zu geben, in denen sie gegen alle Vernunft, fast gegen den eigenen Willen, mit ihrem Dasein zufrieden und versöhnt sind. (Sybille Bedford: Ein Vermächtnis, S. 228)
  • "Bin ich nackt oder angezogen hübscher?" Es gibt einige klassische Fragen von Frauen, denen jeder Mann in seinem Leben begegnet und auf die die jungen Männer in der Schule vorbereitet werden sollten. (Milan Kundera: Das Leben ist anderswo, S. 160)
  • Vor kurzem bin ich fünfzig Jahre alt geworden. Eine Frau zieht dann den Schlußstrich. Hinter dieser Grenze kann ich alles ungescheut eingestehen, jetzt sind sämtliche weiblichen Tabus ungültig geworden. (Daniil Granin: Das Gemälde, S. 408)
  • Er hat natürlich nie geheiratet. An etwas so Kompliziertes und Furchterregendes hätte er sich niemals herangewagt. (Lars Gustafsson: Das Familientreffen, S. 207)
  • Eine Frau ist wie eine Spinne (...). Sie hat ihr Netz. Sie hat es gern, wenn sie spürt, wie die einzelnen Fäden vibrieren. (John Updike)
  • "Ihr Männer seid es wahrhaftig nicht wert, daß ordentliche Frauen euch lieben." (Iwan Turgenjew: Drei Begegnungen, Erzählungen, S. 310)
  • "Du bist eine Frau, also kannst du schauspielern." (William S. Maugham: Oben in der Villa, S. 74)
  • "Monsieur", unterbrach ihn Caroline, "geben Sie acht auf das, was Sie reden! Meine Mutter hat mir gesagt, wenn die Männer anfangen, zu uns von Berufsdingen zu sprechen, dann lieben sie uns nicht mehr.." (Honore de Balzac: Eine doppelte Familie)
  • Wenn die Frauen um das zynische Gehabe wüßten, das die Männer, die in ihrer Gegenwart so geduldig, so schmeichlerisch tun, bekunden, wenn sie fern von ihnen sind! (Honore de Balzac: Eine Evastochter)
  • Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, schuf er Mann und Frau. Um das Ganze vor dem Untergang zu bewahren, erfand er den Humor. (Guillermo Mordillo)
  • Kein Wunder, daß Frauen auf andere Frauen eifersüchtig sind, da sie sie so oft glänzen sehen; und Männer haben einen guten Vorwand, sie deswegen zu verachten. (Ivy Compton-Burnett: Männer und Frauen, S. 111)
  • Es ist schlimm, wenn zwei Eheleute einander langweilen. Viel schlimmer jedoch ist es, wenn nur einer von ihnen den anderen langweilt. (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • In den letzten Monaten hatten wir einander belauert, um beim kleinsten Anlaß Streit anzufangen, die banalste Banalität, daß Liebende sich auf dem Schauplatz ihrer erloschenen Liebe mit Kriegsspielen die Zeit vertreiben. (Feridun Zaimoglu: Liebesbrand, S. 53)

Flow/Glück

  • Wenn altgewordene Menschen sich darauf zu besinnen suchen, wann, wie oft und wie stark sie Glück empfunden haben, dann suchen sie vor allem in ihrer Kindheit, und mit Recht, denn zum Erleben des Glückes bedarf es vor allem der Unabhängigkeit von der Zeit und damit von der Furcht sowohl wie von der Hoffnung, und diese Fähigkeit kommt den meisten Menschen mit den Jahren abhanden. (Hermann Hesse: Betrachtungen und Berichte II)
  • Der Vollmond schien. Die vier tranken viel und erzählten Geschichten, die sie und Liora köstlich amüsierten. Ich beneide diese Leute. Ihr Verhalten zeugte von einer Seelenruhe und wirtschaftlichen Sorglosigkeit, die nicht auf Arbeit oder Erbschaft, sondern auf einer eigentümlichen Veranlagung fußte. (Meir Shalev: Der Junge und die Taube, S. 140)
  • Aus meiner tiefsten Seele zieht / Mit Nasenflügelbeben / Ein ungeheurer Appetit / Nach Frühstück und nach Leben! (Joachim Ringelnatz)
  • Die Haare können einem zu Berge stehen, wenn man liest, was alles die Aussagen über das Lebensglück beeinflussen und folglich die Statistik verfälschen kann. (Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andere Gebrauchsanweisung)
  • Das Wetter? Psychologen wissen es, seriöse Meinungsforscher auch: Umfragen bei Sonnenschein ergeben mehr positive Gesamturteile über die eigene Zufriedenheit als solche bei Regen. (Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andere Gebrauchsanweisung)
  • Die Großen dieser Erde mögen den Vorzug vor den Geringen haben, zu schwelgen und zu prassen, alle Güter der Welt mögen sich ihren nach Vergnügen lechzenden Sinnen darbieten... Nur, mein Freund, das Vorrecht, glücklich zu sein, wollen wir ihnen nicht einräumen. (Heinrich von Kleist)
  • Die Volkswirtschaft, sagt der Harvard-Psychologe Daniel Gilbert, "kann nur dann gedeihen, wenn die Leute fälschlicherweise glauben, daß die Produktion von Wohlstand sie glücklich macht." (Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andere Gebrauchsanweisung)
  • Ich möchte von Glück und Wohlbefinden sprechen, von jenen seltenen, unverhofften Momenten, wo die Stimme im Kopf verstummt und man sich eins fühlt mit der Welt. (Paul Auster: Die Brooklyn-Revue, S. 192)
  • ... habe jenes Glück genossen, das durch körperliche Schmerzen nicht zu zerstören ist, das beste und einzige Glück für unsereinen: an der Arbeit zu sitzen, etwas zu schaffen, produktiv zu sein. (Hermann Hesse: Sämtliche Werke, Bd. 14: Betrachtungen und Berichte. 1927-1961, S. 105)
  • Ichvergessen im Fluss eines gelingenden Tuns. (Dietmar Hansch)
  • Wenn wir ganz vertieft sind, vergessen wir unseren Körper möglicherweise total. Vielleicht denken wir noch nicht einmal mehr über das ödestes Thema überhaupt nach, nämlich uns selbst. Das ist das wahre Geheimnis des Glücks. (Eknath Easwaran: Nimm dir Zeit. Ruhe finden in einer hektischen Welt)


^^